Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Leider zu ende

Heute war ich das letzte Mal in Lüneburg in der Tagesklinik.

Begonnen hatte ja alles mit meiner Bandscheiben-OP am 1. November. Am 22. November begann dann die 3-wöchige Reha in der Tagesklinik Lüneburg. Im Anschluss daran hab ich dann das Irena-Programm in Anspruch genommen. Mein Rententräger bezahlte nämlich noch 24 Mal das MTT. Das war zwar sehr zeitaufwändig und eine gewaltige Fahrerei aber es war wichtig für meine Gesundheit.

Zwei Mal in der Woche bin ich direkt nach der Arbeit von Hamburg aus nach Lüneburg gefahren und habe dort meine Übungunen gemacht, donnerstags inklusive Bewegungsbad, so eine Art Gymnastik im Wasser.

Bereits während der Reha bemerkte ich, dass mir das ganze Programm sehr gut tut, habe ich doch jahrelang überhaupt keinen Sport getrieben. Nach und nach wurde ich beweglicher und ich konnte die Gewichte der einzelnen Geräte, die für mich aufgrund meiner Vorerkrankung ausgesucht worden waren, langsam erhöhen.

Ich habe mich in der Tagesklinik ausserordentlich wohl gefühlt. Ich hätte die Möglichkeit, dort weiter zu trainieren, was ich sehr gern gemacht hätte. Die Konditionen sind nämlich sehr günstig, es gibt keine Zeitbindung, der Beitrag wird pro Monat bezahlt. Doch der Zeitverlust ist mir zu einfach zu gross. Dazu kommen die zurzeit hohen Benzinpreise, die natürlich bei der Fahrerei Hamburg-Lüneburg-Geesthacht stark das Budget beanspruchen.

Deshalb werde ich hier am Heimatort in einem Fitnessstudio weitertrainieren. Es ist wichtig für mich und es macht mir Spass. Ich hoffe, dass ich mich dort auch wohlfühlen werde.

Ein wenig traurig fuhr ich heute von Lüneburg nach Hause. Aber eins ist sicher: Sollte ich nochmal eine Reha benötigen – was ich natürlich nicht hoffe – werde ich diese wieder in Lüneburg durchführen.

Tod auf See

Heute ereilte uns die Meldung, dass einer unser Kapitäne an Bord seines Schiffes auf See gestorben ist. Ein Notarzt war noch mit einem Helikopter an Bord abgesetzt worden, aber es war bereits zu spät. Er war in der Dusche zusammengebrochen. Die Todesursache ist uns bislang unbekannt. Vielleicht ein Herzfinfarkt mit 40 Jahren?!

Es gibt Kapitäne, mit denen man fast täglich Kontakt hat. Einige findet man sympathisch, andere weniger und zu wieder anderen Kapitänen findet man überhaupt gar keinen Zugang. Mit diesem Kapitän hatten wir relativ wenig Kontakt, aber er gehörte zu den netten.

Egal wen das Schicksal ereilt – ein Tod auf See geht uns immer besonders nahe. Landratten können das vielleicht nicht verstehen. Aber wir hier im Büro haben alle ein besonderes Verhältnis zur See. Die See ist irgendwie mehr als ein Element, auf dem Schiffe von A nach B fahren. Und selbst zu Schiffen haben wir ein ganz besonderes Verhältnis. Eigentlich sind Schiffe ja nur Material, welches Frachten transportiert. Wenn aber mal eins verkauft wird, sind wir traurig, dass es weg ist.

Besatzung, Schiff und Wasser – etwas, das vorhanden ist, untrennbar miteinander verbunden, eigenen Regeln unterworfen – und irgendwie nicht direkt greifbar, ja, geradezu mystisch.

Die Brille für die Hosentasche


Gestern fragte ich „Was ist denn das?“, und hier kommt die Auflösung:

Eine Sehhilfe benutzen zu müssen, hat nicht unbedingt was mit dem Alter der Person zu tun. Manche tragen sie schon wenn sie noch ganz jung sind.

Bei mir war es so, dass ich meine erste Brille benötigte, als ich ungefähr 40 Jahre alt war. Zuerst brauchte ich sie nur zum Autofahren, im Kino oder im Theater, zum Fernsehen oder eben halt draussen oder auch in ganz grossen Räumen.

Später merkte ich, dass ich auch zum Lesen eine Brille benötigte. Ich bekam eine Gleitsichtbrille. Das ist ca. 14 Jahre her.

Irgendwann stellte ich fest, dass ich eine Brille für draussen, Autofahren usw. gar nicht mehr brauchte. Ich selbst in weiter Ferne kleinste Details erkennen. Aber zum Lesen ist nach wie vor eine Sehhilfe nötig. Ich trage also nicht ständig eine Brille, nur im Büro und zu Hause am Arbeitsplatz und wenn ich was lese, sei es die Zeitung, ein Buch oder anderes.

Mit „anderes“ ist das so eine Sache. Ich schleppe die Brille ja nicht ständig mit mir rum. Wenn wir also mal essen gehen, kann es vorkommen, dass ich die Speisekarte nicht richtig lesen kann. Bernd muss dann assistieren. Beim Einkaufen kann ich Preise nicht immer richtig entziffern, von Beschreibungen auf Warenkartons oder Inhalten bei Lebensmitteln gar nicht zu reden.

Jetzt habe ich die Lösung für meine Problem, eine Klapp- bzw. Faltbrille! Sie steckt in einem kleinem Etui, welches ca. 7,5 x 3,5 x 1,5 cm misst und in jede Hosentasche passt, auch in die Jeans! Und das Ding ist federleicht. Das kleine Ding wird jetzt mein ständiger Begleiter und bei Bedarf falte ich die Brille in wenigen Sekunden auseinander.

Die Verknüpfung

Anfrage einer Anwenderin::
Wenn ich einen Film auf meinen USB-Stick speichern möchte, kommt die Meldung, dass auf dem Stick nicht genügend Speicherplatz vorhanden ist. Dann versuche ich es mit „Verknüpfung speichern“ und dann ist genug PLatz und mein Film ist auf dem USB-Stick. Problem ist aber, wenn ich den Film auf dem USB-Stick auif einem anderen Rechner anschauen möchte. Dann kommt die Meldung „nicht gefunden“. Aber auf meinem PC funktioniert es. Wie kann das sein?

Antwort der Hotline:
Sehr veehrte Anwenderin, in ihre Handtasche passt ihr Pelzmantel einfach nicht rein. Ein Zettel mit einem Vermerk, dass der Pelzmantel im Schrank hängt, passt aber in ihre Handtasche. Solange sie also diesen Zettel daheim lesen, finden sie ihren Pelzmantel im Schrank.

Schwieriger wird es, wenn sie ihre Freundin besuchen, dort den Zettel lesen und erfahren, dass ihr Pelzmantel im Schrank hängt. Im Schrank ihrer Freundin können sie suchen so lange sie wollen, den Pelzmantel finden sie dort bestimmt nicht.

Noch eine Hilfe:
Handtasche = USB-Stick
Pelzmantel = Film
Zettel = Verknüpfung
Schrank = PC

Motten im Schrank = Virus
Nachbar im Schrank = Hacker

Die Sache mit der Steuerklasse

Unsere Gesetztgebung ist verrückt und uneinheitlich:
Bei den – offizieller Begriff – „Eingetragenen Lebenspartnerschaften“ zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern ist es so, dass ein Partner im Erbfall den gleichen Freibetrag für die Erbschaftsteuer hat wie bei einer Ehe. Und dieser Freibetrag ist hoch, sehr hoch! Wenn es allerdings um die Steuerklasse auf der Steuerkarte geht, gilt die „Eingetragene Lebenspartnerschaft“ nicht. Beide Partner müssen die Steuerklasse I haben.

Es scheint aber so, dass diese Praxis langsam aufgeweicht wird: Das Bremer Finanzgericht hat der Klage zweier Lesben stattgegeben und gestattet die vorläufige Eintragung der Steuerklassen III und IV. Eine Beschwerde beim Bundesfinanzhof ist zugelassen, deshalb wohl auch die vorläufige Eintragung.

Ich glaube mich zu erinnern, dass bereits ein ähnliches Verfahren anhängig ist und der Bundesfinanzhof entscheiden muss, wie das nun in Zukunft werden soll bezüglich der Steuerklassen mit uns Schwulen und Lesben.

Musical in Lübeck


Lange bevor der grosse Musicalveranstalter Stageentertainment, vormals Stella, in Deutschland zum Marktführer für Musicals wurde, wurden in Lübeck bereits hochkarätige Aufführungen unter dem Intendanten Karl Vibach auf die Bühne gebracht. So standen dort u.a. Nadja Tiller in dem Musical „Applaus“ und Freddy Quinn in „Feuerwerk“ auf der Bühne. Was lag also näher, unseren Müttern einen Besuch einer Aufführung von „My Fair Lady“ im Theater Lübeck zu schenken?! Karl Vibach ist zwar lange tot, aber Musicals haben im Theater Lübeck gute Tradition.

Zu einem Theaterabend gehört natürlich ein vorher ein schönes Mahl, welches wir im Kartoffelkeller einnahmen. Das Essen war superlecker, die Bedienung sehr freundlich und man sitzt dort gemütlich in historischen Gewölben.

„My Fair Lady“ – da denkt man an opulente Kostüme und schöne Melodien. Die Melodien waren da – aber die Handlung war in das London unserer Zeit verlegt, was dem Musical ganz gut steht. Nur – bei uns sprang der Funke nicht so über wie er es offensichtlich beim grössten Teil des Publikums tat. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Die Inszenierung ist nett aber nicht rund, was zum Teil an der Tontechnik lag, einige der Ensembleszenen wirkten auf uns aufgesetzt, künstlich.

Von den Darstellen sind herauszuheben Katharina Schutza als Eliza Doolittle (das Blumenmädchen aus der Gosse) und Steffen Kubach als Professor Henry Higgins, der aus dem Blumenmädchen eine Lady macht. Beide sind grossartig in ihrem Spiel, Ausdruck und Gesang, wirklich ganz grosses Theater.

Alles in allem war es ein vergnüglicher Theaterabend, dem aber der letzte Schliff fehlte. Das Theater Lübeck hat auf seiner Hompage einige Szenenfotos veröffentlicht.

Unser Star für Baku

Seit Donnerstagabend steht fest, wer Deutschland beim diesjähren ESC in Baku vertreten wird: Roman Lob.

In acht Ausscheidugsshows wurde per Abstimmung nur durch die interessierten Fernsehzuschauer festgestellt, wer am 26. Mai den Deutschen Beitrag singen wird. In den Medien wird, wie üblich, das ganze Ding mal wieder runtergemacht. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass ca. 120.000.000 Zuschauer dem Ereignis beiwohnen werden.

Ähnlich wie vor 2 Jahren bei Lena, war Roman von der ersten Sendung an der Favorit und der Liebling zumindest des Saalpublilkums, zu merken am Beifall nach seinen Auftritten in jeder Show.

Gestern Abend erkannte ich, dass Roman ein wenig was von Lena hat, so wie wir sie vor 2 Jahren kennengelernt haben: Eine unbekümmerte Unbefangenheit, ja, eine gewisse Art von Naivität.

Charme hat der junge Mann (21 Jahre alt), singen kann er auch und er kann sich auf der Bühne bewegen. Ob allerdings der Song das Zeug hat, sich europaweit zu behaupten, wage ich zu bezweifeln. Aber es hat sich immer wieder gezeigt, dass sich der Geschmack der abstimmenden Fernsehzuschauer und der nationales Juries jährlich ändert. Überraschungen gab und gibt es immer wieder. Wir drücken Roman Lob die Daumen, d.h. warum Roman? Der ESC ist ja ein Komponistenwettbewerb und kein Sängerwettstreit! Das wird leider immer wieder vergessen.

Baku? Was ist das für eine Stadt? Nun, es ist die Hauptstadt von Aserbaidschan und ich war überrascht, was die Fernsehbilder uns zeigten: Eine Stadt mit hypermodernen Bauten aus Stahl, Glas und Beton neben historischen Gebäuden, eine Symbiose, wie ich sie liebe. Uns wurder aber nicht gezeigt, wie es ausserhalb der Metropole aussieht.

Und man sollte nicht ausser Acht lassen, dass es, wie es heisst, mit den Menschenrechten in Aserbaidschan nicht so weit her ist und dass die Einnahmen aus dem sprudelnden Erdöl nicht unbedingt dort ankommen, wo sie benötigte werden, nämlich bei der Bevölkerung. Es heisst weiter, dass sich das Land dem Westen annähern möchte. Vermutlich wird der Westen auf die Regierung wenig Einfluss nehmen wollen – es gibt ja Öl in Aserbaidschan!

Nu isser wech!

Herr Wulff hat nun endlich seinen Rücktritt erklärt, natürlich nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er sich auch, ähnlich wie seinerzeit Herr von Guttenberg, als Opfer fühlt. Er meinte nämlich, die Berichterstattung der letzten Wochen hätten ihn und seine Frau verletzt. Nun, hätte er sich redlich verhalten und nicht dauernd um den heissen Brei herumgeredet, wären dem Ehepaar Wulff die Verletzungen erspart geblieben.

Nun geht die Suche nach neuen Kandidaten los. In spätestens 30 Tagen werden wir wissen, wer Deutsches Staatsoberhaupt wird.

Ich kann es nicht werden: Habe Knöllchen bekommen, wurde geblitzt und bin geschieden. Schwul bin auch, aber das kann für eine politische Karriere heute nur förderlich sein.