Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Müde


Nachdem unser Gast uns heute Nacht irgendwann nach 1 Uhr verlassen hatte, haben wir noch kurz aufgeräumt und Geschirr und Gläser in die Spülmaschine gestellt. Was war wohl kurz von 2 Uhr als wir das Bett aufgesucht haben. So ein Abend bzw. so eine Nacht mit Wein zum Fondue und Prosecco um Mitternacht, hinterlässt schon ihre Folgen. Man ist ja nicht mehr der Jüngste. Wach waren wir, wir kennen das nicht anders, bereits wieder gegen 8 Uhr am heutigen Neujahrsmorgen.

Die Erste Amtshandlung am ersten Tag im neuen Jahr: Kalender tauschen. Unser Katzenkalender ist der einzige Wandkalender, den wir haben. Die Monatsbilder zeigen Schnappschüsse unser beiden Fellnasen, die im Lauf des letzten Jahres, in diesem Fall also 2025, aufgenommen wurden.

Auf dem ersten Kalenderblatt ist unsere schlafende Glinda zu sehen. Und genau so fühlen wir uns heute, nämlich müde, unfit und lustlos, passend zum Kalenderbild.

Das Wetter trägt ja heute auch nicht gerade zum Aufmuntern bei. Stürmisch, unwarm, regnerisch, grau – wie soll man da munter werden?

Ein Todesfall zum Jahresende


Den ganzen Tag war in Sichtweite unserer Terrasse ein Eichhörnchen beschäftigt. Als ich es zuerst entdeckte, zupfte es an einem verlassenen Vogelnest herum. Als ich später wieder nachschaute, sass das Hörnchen weiter oben im Baum und zupfte dort an seiner Beute. Mehrmals schaute ich nach, ob sich das putzige Tier dort immer noch beschäftigte, was es über mehrere Stunden tat. Ungewöhnlich war, dass es sich stundenlang dort aufhielt, eine andere Auffälligkeit war von meiner Position nicht zu bemerken.

Als ich am frühen Nachmittag wieder nachschaute, sah ich das Drama: Das Eichhörnchen hing kopfüber im Geäst, zusammen mit seiner Beute, die sicher zum Nestbau gedacht war. Die Vordläufe hängen vor dem Kopf nach unten, der Schwanz, ziemlich verdeckt vom Polstermaterial, hängt ebenfalls nach unten. Das puschelige Fell bewegt sich im Wind.

Was zum Tod des süssen Nagers geführt hat, wird für immer ein Rätsel bleiben. Ich vermute, dass der Kadaver demnächst den hier wohnenden Krähen ein fettes Mahl bieten wird. Ich hoffe nur, dass ich das nicht mit ansehen muss.

Pole Dance in der Kirche?

Kürzlich fand in der altehrwürdigen Kirche St. Marien zu Lübeck eine Pole Dance Performance statt. Wenn man Pole Dance hört, denkt man sicherlich zuerst an erotische Darbietungen in zwielichtigen Etablissements. Inzwischen weiss ich, dass Pole Dance eine Sportart ist, für die viel Kraft notwendig ist. Eine ehemalige Nachbarin hier im Haus trainierte in ihrer Wohnung. In unmittelbarer Nähe gibt es inzwischen sogar ein Pole Dance Studio.

Jetzt hat sich der Lübecker Ableger der Schüler Union der CDU zu Wort gemeldet und kritiesiert die Veranstaltung als unangemessen für eine Kriche, Zitat „Die Schüler Union Lübeck äußert deutliche Kritik an der am Adventswochenende in der St.- Marien-Kirche in Lübeck aufgeführten Stripshow„. Und weiter: „Die Kirche ist ein heiliger Ort mit Regeln, an die wir uns halten müssen. Es geht hier um Anstand und Respekt, und genau diesen Respekt sollte man uns Christen entgegenbringen.“ Und „Als Jugendorganisation der CDU fühlt sich die Schüler Union Lübeck christlich-demokratischen Werten verpflichtet.“

Hier kann man den ganzen Wortlaut nachlesen.

Drei Dinge habe ich als alter Mann dazu zu sagen:
1. Die Bubies der Schüler Union haben entweder die Aufführung gar nicht gesehen oder sie haben, nach pubertärer Art, feuchte Flecken im Schlübber gekriegt beim Ansehen. Denn eine Stripshow war das ganz sicher nicht, was die Tänzerin Anke Kestermann dort gezeigt hat. Sie trug einen lockeren züchtigen Anzug, der ihre Beine bedeckte und darüber eine Art Schürze, die beim Spagat zwischen ihre Beine fiel.

2. Kirchen sind Orte der Begegnungen. Die meiste Zeit des Jahres sind sie leer, es sein denn wenige Gläubige finden sich zum Gebet und Innehalten ein, oder Touristen bestaunen die alten Kirchen. Meine Meinung dazu: Ich finde es gut, dass sich die Kirchen für weltliche Dinge öffnen und sich nicht immer so trauerartig ernst nehmen.

3. Und das sollten sich die Mitglieder der Schüler Union mal hinter die Ohren schreiben: Es wäre toll, sie würden sich mal an ihre oberste Instanz wenden, nämlich die Bundes-CDU, und ihr mal vermitteln, was denn christliche Werte sind, von denen die Mitglieder bzw. der Kreisvorsitzende Ferry Eskelsen, so überzeugt sind.

Auf diesem Video ist ein kleiner Ausschnitt zu sehen, was die Tänzerin in der Kirche gezeigt hat. Eine Stripshow sehe ich da nicht.

Vorbei

Die Weihnachtsfeiertage 2025 erkläre ich hiermit für beendet. Nachdem wir gestern das übriggebliebene Fleisch vom Fondue in die Pfanne gehauen haben, dazu das wilde Saucengemisch und Champignons, gab es heute Pizza, selbstgemachte.

Nach dem Essen sassen wir noch eine Weile im Wintergarten und erfreuten uns an der Weihnachtsbeleuchtung. Dazu tranken wir Gin. Von meinem Schatz bekam ich u.a. eine Flasche Heiliger Bim Bam, der musste unbedingt probiert werden. Er gefällt mir ausserordentlich gut. Es gibt aber nur 500 Flaschen davon. Schatz hat seinen eigenen Gin. Ist eh schon erstaunlich, dass er dem Gin zugetan ist. Aber da sind ja so viele Botanicals drin, Gin kann also nur gesund sein. Queen Mum wird ja nachgesagt, dass sie täglich ein Glas Gin trank, sie wurde über 100 Jahre alt. Ihre Tochter, Lizzy II, soll wohl auch täglich Gin getrunken haben. Gin, das Elexier des Lebens.

Als wir so da sassen, schnacken und ins Dunkle schauten. fragte der Gatte: Haben wir noch was Süsses? Ich hatte natürlich vorgesorgt, wobei Süsses eh immer im Haus ist, man brauch ja nur mich und meinen Schatz anzuschauen.

Ich hatte kürzlich Christmas Pudding entdeckt. Den gibt es in verschiedenen Ausführungen. Entschieden hatte ich mich für die Sorte mit Rum. Dazu serviert man entweder Clotted Cream oder Brandy Butter. Mir war schon klar, dass das kein Pudding in unserem Sinn ist, eher ein Fruchtkuchen. Er wird in der Mikrowelle erhitzt. Knapp 500 g waren in der Packung, irgendein englisches Mass, ca. für 4 Personen

Also rein damit in die Mikrowelle, stürzen, teilen und auf Teller, dazu Clotted Cream. So ein Viertel Pudding sah nicht viel aus. Und weg musste das dann ja auch. Also verzehrten wir gleich noch jeweils das zweite Viertel. Das Gläschen Clotted Cream teilte ich auch auf. < Nach dem Verzehr hatten wir beide das Gefühl, dass der Magen immer voller wird. Der Pudding sieht aus wie ein Schokokuchen mit Rosinen (leider kein Foto) und ist sehr mächtig, very mächtig. Vielleicht hilft ja Gin, das Völlegefühl in die Schranken zu weisen. Eins weiss ich gewiss: Meine Hose und ich führen jetzt eine offene Beziehung.

Wir lassen es erstmal


Eigentlich wollten wir heute aufräumen. Aber wenn es Elphie gefällt, im Geschenkpapier zu liegen und sogar darin zu schlafen, bleibt erstmal alles so, wie es ist.

Und für den Fall, dass jemand einen Überraschungsbesuch machen sollte, wovon wir nicht ausgehen, ist es uns auch egal. Bei uns ist es eh fast nie „salonfähig“. Hauptsache ist doch, wir fühlen uns wohl.

Am Morgen danach


Zerknülltes Geschenkpapier, dazwischen die Geschenke, und Elphie mittendrin. So muss Weihnachten. Es muss nicht immer alles ordentlich und aufgeräumt sein. Hier wird gelebt, aus vollem Herzen. Das hier ist kein Showroom. Influenzer und Instagramer würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Wir leben aber für uns und nicht für andere! Wir zeigen, wie sich das wirkliche Leben abspielt.

Vor der Bescherung


Woanders liegen die Weihnachtsgeschenke unter dem Weihnachtsbaum. Da unser Weihnachtsbaum auf der Terrasse steht, könnte das unter Umständen zu Schäden an den Geschenken führen. Unsere Geschenke liegen, hübsch arrangiert, im Schienenkreis der Weihnachtseisenbahn. Das ist doch eine schöne Alternative – finden wir.

Alles in trocknen Tüchern

Weihnachten kann kommen. Heute habe ich frische Champignons gekauft, die wir auch beim Fondue im heissen Fett garen. Eigentlich wollte ich nur die Champignons kaufen, aber dann dachte ich über ein paar Dinge nach, und dann wurde es doch mehr – wie das meistens so ist. Ich wolle z.B. einen bestimmten Tiefseekrabbensalat haben. Es gab nicht mal mehr Nordseekrabbensalat, der um einiges Teurer ist. Na ja, zu Weihnachten gucken die Leute wohl nicht immer so genau hin.

Dann fiel mir ein, ich könnte ja mal an der Käse-/Salattheke gucken, ob es da losen Krabbensalat gibt. Oh ja, den gab es, es ist sogar Nordseekrabbensalat. Na ja, der Preis. Egal, hau wech. Eigentlich wollte ich nur 200 g haben, aber da war dann noch Platz in der Schale. Platz soll man ja nicht verschenken, also bat ich die freundliche Krabbensalatfachverkäuferin: Machen sie mal voll. Die Waage zeigte dann 250 g an. Auch gut. Hatte eh erst überlegt, 250 g zu kaufen. Aber dann, nee, 200 g reichen auch. Es wurden dann ja doch 250 g.

Eigentlich geh ich ja immer gleich morgens nach dem Aufstehen ins Dorf. Aber mein Fahrgestell fühlte sich nicht wirklich gut an und ich blieb lieber zu Hause. Auch hier waren noch ein paar Dinge zu erledigen. Ich nahm eine Schmerztablette und später war ich mutig, doch die notwendigen Besorgungen zu machen.

An der SB-Kasse war ich heute mal fällig zur Kontrolle. Wie das Auswahlverfahren ist, weiss ich nicht. Da ich immer an die SB-Kasse gehe passiert das ab und zu mal, dass die Aufsichtskraft mal nachkontrollieren. Ich pack die Waren ja immer gleich in die Einkaufstasche nachdem ich sie mit der App gescannt habe. Die Aufsichtskraft hat dann nur Stichproben gemach und nicht alles kontrolliert. Ich seh ja auch ehrlich aus. Beim Krabbensalat, hätte sich das heute schon gelohnt, den mal nicht zu scannen.

Unsere beiden Fellnasen hab ich mit frischem Katzengras beglückt, über das beide wie ausgehungert herfielen. Eigentlich war das schon länger fällig. Aber wenn ich sonst gleich nach dem Aufstehen meine Einkäufe erledige, hat der Blumenladen noch geschlossen. Heute passte es.

So, Weihnachten kann kommen. Schatz hat morgen noch 1/2 Arbeitstag zu erledigen, aber dann haben wir ein paar entspannte gemeinsame Tage. Ich werde hier noch ein wenig klar Schiff machen (irgendwas ist ja immer) und zwischendurch die Katzen begöschen. Die Eichhörnchen müssen mal wieder versorgt werden. Alles kein Problem, nichts wird in Stress ausarten.