Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Ich muss los!


Dieses Foto hat ein Instagramer vor wenigen Minuten veröffentlicht. Der Typ unten rechts in der Ecke ist eine eingefügte Animation, die sich an den Kopf fasst, es ist nicht der Instagramer.

Wo haben die Menschen nur das ganze Klopapier gelassen? Die müssen doch noch den Keller voll haben. Soviel kann man doch gar nicht kacken!

Fliegenwache


Heute habe ich den Brunnen und die Terrassenstühle hereingeholt. Dafür waren die Terrassentüren jeweils ein paar Minuten ohne Insektenschutz. Und da muss eine kleine Fliege hereingekommen sein. Die Katzen haben die natürlich sofort entdeckt. Sie konnten sie aber nicht erreichen.

Glinda ist bei dem Versuch die Fliege zu fangen, am Fenster entlang abgerutscht, konnte sich aber am Kratzbaum gerade noch einkrallen.

Lachen ist gesund


Lachen ist nicht nur ein Gasaustausch, lachen soll angeblich wirklich eine heilende Wirkung haben. Lachen soll auch schön machen. Etwa 300 Muskeln werden beim Lachen beansprucht. Was heißt beansprucht? Man merkt die Muskeln ja eigentlich gar nicht. Das Lachen geschieht spontan während man sportliche Übungen bewusst ausübt.


Nun ja, seit etwas mehr als 2 Monaten lache ich täglich, oft auch mehrmals. Unsere beiden süßen Katzen Glinda und Elphi sind die Ursache. Da entstehen Situationen, in denen ich einfach nicht anders kann als laut zu lachen. Gut, sie dürfen ja einige Dinge nicht. Aber wenn sie das dann doch machen und ich komme unverhofft dazu und ich werden aus 2, manchmal auch 4, großen, bernsteinfarbenen Augen angeschaut, kann ich ihnen nicht böse sein. Das sieht dann so ulkig aus und ich muss lachen.

Vielleicht bin ich auch nur äußerst leicht zu erheitern, nahezu albern, kindlich. Aber das Leben ist ernst genug. Wer trotzdem lachen kann – auch ohne Katzen – und nicht alles so ernst nimmt, ist sicher besser dran.

Das geht nicht mehr

Heute vor 5 Monaten verstarb meine Mutter im gesgegneten Alter von 96 Jahren. An ihrem Geburtstag einfach eingeschlafen, so, wie sie es sich gewünscht hatte, so, wie wir ihr das gewünscht haben, so, wie wir uns das alle wünschen. Ein glücklicher Tod.

4 Jahre wohnte Mutter in einem Seniorenwohnheim in Lübeck. Sie hat sich dort sehr wohlgefühlt. Bis zuletzt hat sie am Leben teilgenommen, sich für ihre Mitmenschen interessiert, für das Wetter, für das, was in Lübeck und der Welt passierte.

Jede Woche bin ich nach Lübeck gefahren und habe Mutter im Heim besucht, ca. 90 Minuten hin, ca. 90 Minuten zurück und ca. 90 Minuten bin ich bei ihr geblieben. Manchmal waren das sehr zähe Besuche. Was soll man sich erzählen? Sie erlebte nichts im Heim, ich hatte auch wenig Neuigkeiten. Wir sprachen über das Wetter, über das Essen im Heim, was natürlich nicht so perfekt war. Meist war das Fleisch zu hart. Sie erzählte mir von ihren Mitbewohnern, z.B. dass der mit dem einen Bein immer mit den Fingern in der Aufschnittplatte grabbelte. Langsam kannte ich alle Geschichten. Aber ich habe das alles hingenommen und sie nicht darauf hingewiesen, dass sie das schon mal erzählt hatte.

Und was hatte ich zu berichten? Wenig. Und doch gab es ab und zu kleine Begebenheiten aus unserem Leben, aus unserer Nachbarschaft. Oft sagte ich zu mir: Das kannst du Mutter erzählen.

Und so ist das heute immer noch: Das kannst du erzählen! Und im gleichen Moment fällt mir ein, dass das nicht mehr geht. Mutter gibt es nicht mehr.

Maritimer Mittwoch


20.000 Seemeilen über dem Meer, genau waren es 20.611 Seemeilen, ist der Inhalt dieser Flasche in Barriquefässern auf einem Schiff der „Mein-Schiff-Flotte“ über die Meere gefahren worden.

Ich habe die Flasche auf unserer Adriakreuzfahrt im vorigen Jahr bestellt, war nicht ganz billig. Und leider ist die Flasche inzwischen geleert.

Judy – eine tragische Geschichte

Eigentlich wollten wir uns den Film über Judy Garland im Kino anschauen. Doch dann kam Corona. Jetzt gibt es Judy bei Netflix im Angebot. Gestern Abend schauten wir uns den Film an.

Wenn man an Judy Garland denkt, fällt einem sofort der Film „Der Zauberer von Oz“ ein, in dem sie den berühmten Song „Somewhere over the Rainbow“ singt. Judy Garland war 17 Jahre alt als sie in der Rolle der Dorothy vor der Kamera stand.

Schon damals begann das Drama, das dann später zu ihrem Tod führen sollte: Ihre Mutter und der Produzent des Films setzten sie derart unter Druck, dass sie viele Stunden am Set sein musste und kaum Schlaf bekam. Mit Aufputsch- und Schlafmitteln wurde Judy gegängelt damit sie den Ansprüchen der Mutter und des Produzenten gerecht werden konnte. Sie durfte dieses und jenes nicht essen damit Judy ja nicht an Gewicht zunahm.

Alkohol und Drogen beeinflussten ihre Karriere negativ. 5 Mal war Judy Garland verheiratet. Aus ihrer Ehe mit Vincente Minelli stammt ihre Tochter, der Weltstar Liza Minelli.

Nach einer Konzertreihe in London, die sie wegen der Drogen- und Alkoholprobleme nicht zu Ende führen konnte, starb Judy Garland 1969 12 Tage nach ihrem 47. Geburtstag an einer Überdosis. Es heißt, dass das ein Versehen gewesen sei.

Judy Garland erhielt viele Auszeichnungen:
2 Oscarnominierungen, 2 Golden Globe Awards, 8 Grammy Awards, u.a. posthum, 1 Tony Award und 4 Emmy Nominierungen.

Die Rolle der Judy Garland wird im Film July beeindruckend von Renée Zellweger verkörpert. Für ihre Leistung wurde Renée Zellweger in diesem Jahr u.a. mit dem Oscar für die beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Der Film beschreibt recht bedrückend das tragische Leben der Judy Garland, wie sie z.B. von ihrer Mutter und vom Filmproduzenten unter Druck gesetzt wird. Sie kämpfte um das Sorgerecht ihrer beiden Kinder, konnte das aber aus Geldmangel nicht durchziehen. Immer wieder der Griff zum Alkohol und den Medikamten. Letztendlich der Zusammenbruch bei ihrem letzten Konzert in London – und dann war sie raus. 6 Wochen später war Judy Garland tot.

Judy ist kein unterhaltsamer, leichter Film. Judy lässt einen ziemlich bedrückt zurück.

Was ist denn das?


Ein Karton! Ein Karton!

Heute wurde die neue Servierpfanne geliefert. Die Katzen waren natürlich äußerst interessiert. Nicht an der Pfanne sondern an der Verpackung. Nachdem ich endlich in der Lage war, Olav aus dem Karton zu werkeln, fanden die Katzen gleich ein neues Spielzeug.

Heute Abend wird die neue Pfanne ausprobiert. Ich bin sehr gespannt.

Ungewohnt

Seit Anfang Februar war der Liebste zu Hause. Die Hintergründe zu erklären würden den Rahmen hier sprengen. Nur so viel sei gesagt: Hätte man damals schon was von Corona bzw. über die Folgen geahnt, hätte er der Vereinbarung nicht zugestimmt. Egal, wir hatten eine tolle gemeinsame Zeit, ohne Probleme, ohne Zank und Streit, sehr harmonisch – wie es seit 23 Jahren der Fall ist.

Seit heute hat der Liebste einen neuen Job, zwar befristet bis Ende des Jahres, aber immerhin. Das bedeutet für ihn frühes Aufstehen, keine Pause zu Hause auf ein Käffchen, dafür aber schon am Nachmittag wieder bei mir. Hoffen wir, dass ihm die neue Arbeit gefällt.

Nachdem Schatz das Haus verlassen hatte, bin ich für ca. 2 Stunden wieder eingeschlafen. Als ich wach wurde, spürte ich Elphi auf dem Bett tapsen und gucken ob ich nun endlich wach bin. Glinda lag, mich beobachtend, auf dem Nachttisch von Bernd. Ich knuddelte sie an einer Hinterpfote worauf sie meine Hand mit einer Vorderpfote leicht anstupste. Diese Geste hatte irgendwie etwas tröstendes, so als wollte sie mir sagen: Du bist nicht allein. Den ganzen Vormittag waren die beiden Samtpfoten viel zutraulicher als sonst. Vielleicht merkten sie, dass da jemand fehlte.

Ja, sie hatten auch ihre wilden Minuten während der Elphi es schaffte, das Insektenrollo an der Terrassentür zu öffnen. Schwupps, waren beide Katzen auf die Terrasse entwischt. Jetzt aufgeregt rauszugehen um sie wieder einzufangen, bringt nichts. Sie sind lernfähig und verstecken sie dann hinter den Blumenkübeln. Verschrecken will ich sie ja auch nicht. Einen Sturz von der 3. Etage oder einen Sprung in die nahen Bäume wollen wir ja vermeiden. Mit Geduld und Katzenspielzeug gelang es mir, die 2 wieder in die Wohnung zu locken. Wie ich schon sagte, sie sind lernfähig. Ich bin gespannt, wie lange mir das auf diesem Weg noch gelingt.

So allein in der Wohnung, von den Katzen mal abgesehen, ist es doch recht ungewohnt für mich. Erstmal hab ich ein wenig Ordnung geschafft. Für die nächsten Tage habe ich mir diesbezüglich noch einiges vorgenommen. In den letzten Tagen haben wir nicht viel gemacht.

Seit Wochen haben wir kein Radio mehr angehabt. So ruhig konnte ich das nicht aushalten. Unser Haus- und Hofsender beschallt jetzt wieder die Wohnung.

Ein paar Termine muss ich noch arrangieren. Schatz wird wohl heute seinen Dienstplan mitbringen. Danach werde ich die Termine abmachen. Denn wenn er zu Hause ist will ich nicht unbedingt weg sein, auch wenn es nur kurze Zeit sein wird.

Nach 8 Monaten 24 Stunden täglich zusammen zu sein, gemeinsam Einkäufe machen, wichtige Dinge erledigt bezüglich unserer Mütter – und nun wieder stundenlang allein in der Wohnung zu sein, das ist eine Umstellung. Und ich freu mich auf nachher, wenn Schatz nach Hause kommt und mir hoffentlich positive Dinge von seinem neuen Arbeitsplatz erzählt.

So süß


Natürlich beobachten wir unsere beiden Familienmitglieder nicht ununterbrochen. Wir fragen uns schon mal, wo sie sich denn nun gerade aufhalten. Und dann machen wir uns auf die Suche. Einen Schnappschuss zu bekommen wie oben ist schon Zufall. Eine Sekunde später – und sie haben sich bewegt weil sie was gehört haben.

So erging es Bernd heute. Er wollte noch eine Aufnahme mit seinem Handy machen. Als er zurückkehrte sah alles wieder ganz anders aus. Und dann hatten wir plötzlich eine Katze mit 3 Ohren.

Seit zweit Monaten sind die 2 jetzt in unserem Haushalt. Gut, manchmal sind sie schon ein wenig nervig. Aber sie sind auch ganz lieb und zutraulich.

Wer war das denn?


Bernd und ich sitzen im Arbeitszimmer und lesen das Internet leer. Die Katzen sind irgendwo in der Wohnung unterwegs oder sie liegen irgendwo, es ist jedenfalls ruhig. Manchmal ist das ein gutes Zeichen – manchmal fressen sie auch was aus.

Plötzlich poltert es. Ich gehe der Sache auf den Grund, im wahrsten Sinn des Wortes. Denn auf dem Grund, sprich Boden, liegt der Kräutertopf, der oben auf der Dunstesse stand. OK, das Ding sollte eh entsorgt werden, also der Kräutertopf.

Besser, ich lasse die Kräuter auch zukünftig im Kunststofftopf und ohne Übertopf aus Keramik. Sonst könnte es Scherben geben oder Schaden an der Arbeitsplatte und/oder den Bodenfliesen.

Wer von den beiden den Topf da runtergeholt hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Zuzutrauen ist es Elphi wie auch Glinda.