Womit? Mit Weihnachtsliedern in der Radiowerbung. Wer macht denn sowas Anfang November?: Thalia wirbt mit einer App, über die man online Weihnachtsgeschenke bestellen kann. Ein alberner Kinderchor singt dazu „Fröheliche Weihnacht …“. Wer will das hören? Mit hängen die Weihnachslieder jetzt schon zum Hals raus. Wie soll das noch werden?
Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen
Ein kleiner Schnitt

Gestern wurden unsere beiden Katzen in der Tierklinik Lüneburg kastriert. Ja, auch bei Katzen nennt man es kastrieren, nicht nur bei Katern. Würden sie sterilisiert werden, würde man die Eileiter durchtrennen. Das würde aber nicht dagegen helfen, rollig zu werden. Dafür müssen die Eierstöcke raus. Man lernt als Katzenhalter immer noch dazu.
Die Aufnahme in der Tierklinik war sehr einfühlsam. Glinda und Elphie blieben bei der ersten Untersuchung und beim Wiegen ganz ruhig. Der Tierarzt bestätigte uns, dass die Zwei einen guten und gesunden Eindruck machen. Er selbst würde die Operation durchführen und uns telefonisch einen Zwischenbescheid geben wenn sie aufgewacht sind. Der fiel dann auch zu unserer Erleichterung positiv aus. Ab 16 Uhr könnten wir sie abholen.
Nachdem ich die Rechnung bezahlt hatte, wurden mir die beiden Transportboxen mit den frischoperierten Kätzchen ausgehändigt. Wir erhieltnen noch ein paar Informationen über die Nachsorge und für den Notfall ein Schmerzmittel. Dann fuhren wir zu viert wieder nach Hause.
Die 2 krabbelten auch gleich mit ihren Halskrausen aus den Boxen, was nicht so einfach war. Solche Teile machen eine Katze ganz schön breit. Überall ecken sie damit an oder schleifen über den Fliesenboden. Auch essen und trinken klappt mit dem üblichen Geschirr nicht. Heute habe ich noch was ausgetauscht.
Als gestern Abend zu meiner üblichen Leserunde ins Bett ging, kam Glinda zu mir auf die Bettdecke und ließ sich von mir in den Schlaf kraueln.
Heute Morgen waren unsere Mäuschen erst ein wenig mobil, liefen durch die Wohnung, haben gefressen und Wasser geschlappt – und wurden dann müde. In meiner Nähe suchten sie sich einen Ruheplatz und schlafen. Sobald ich aufstehe, werden sie wach und schauen hinter mir her, als hätten sie Angst, ich würde verschwinden. Sobald ich wieder am Platz bin, beruhigen sie sich und legen sich wieder hin.
Die blöden Halstüten sind natürlich sehr hinderlich, bisher haben gab es aber noch keinen Versuch, sich der Dinger zu entledigen. Klaglos – noch – werden die Halskrausen getragen. Bis zm Fädenziehen in 10 Tagen sollen die dran bleiben.
November

Das obige Foto zeigt das Kalenderblatt unseres Kalenders für den Monat November. Dieser Monat erscheint den meisten Menschen als grau und traurig, als Übergang vom Herbst zum Winter, so kurz vor der Weihnachtszeit, wenn die Tage so ganz ganz langsam wieder ein wenig länger werden.
Der November, der Monat der sogenannten stillen Tage, mit denen ich nun gar nichts anzufangen weiß. In unserer Familie haben wir in diesem Jahr 3 Personen verloren: Bernds Mutter, meine Mutter und jetzt kürzlich einen Großcousin von mir, im Alter von 35 Jahren, Krebs. Trotz alledem ist das Gedenken an unsere Familienmitglieder im Kopf und im Herzen, nicht auf dem Friedhof in dunkler Erde, und zwar nicht nur im November, sondern bei kleinen Gedanken, die ab und zu in Sekundenbruchteilen die Erinnerungen lebendig werden lassen.
Der November ist doch eigentlich ein Monat des Aufbruchs, auch wenn die Sonne täglich ein paar Minuten früher untergeht. Wir haben den Blick nach vorn gewandt, auf das Ende eines Jahres, welches nicht gerade ein tolles Jahr gewesen ist. Wir
blicken trotzdem nach vorn, auf ein hoffentlich besseres Jahr als 2020.
Rot

Unser Kreis ist jetzt auch rot. Gestern lagen wir noch bei 48, heute sind es über 50. Ob an der erhöhten Ansteckungsrate die Gastronomie, die Sportstudios oder sonstwas die Schuld hat, weiß man nicht. Gerade in der Gastronomie ist man zum Teil ja sehr erfinderisch gewesen.
Natürlich melden sich jetzt die diversen Interessenvertreter und fragen: Warum gerade in ihrem Bereich? Aber wo soll man die Grenze ziehen? Wo soll man Ausnahmen machen? Es tut mir wirklich sehr sehr leid um all jene, die sich gerade wieder berappelt hatten und nun wieder schließen müssen.
Zwei Beispiele aus unserem Umfeld:
Unser Stammgrieche hatte gerade 3 Tage wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, heute ist der erste Tag, an dem wieder geöffnet wird – für 4 Tage. Montag ist wieder Schluss. Wir hatten bereits eine Reservierung für 6 Personen für Mitte November. Ganz kurzfristig haben wir gestern beschlossen, vor dem Lockdown morgen Abend nochmal essen zu gehen. Wir hoffen, dass wir den Termin im Dezember wahrnehmen können.
Eine Freundin hat sich mit einem kleinen Gymnastikstudio selbstständig gemacht. Seit Anfang September hat sie neue Räume, das alte Studio musste wegen Eigenbedarf der Vermieter aufgegeben werden. Gerade mal zwei Monate fanden die diversen Kurse statt, von denen ich auch einen gebucht habe. Heute Morgen fand die vorerst letzte Stunde statt. Auch hier hoffen wir auf eine Fortsetzung im Dezember.
Der jetzt mit den Ländern vereinbarte Lockdown für die diversen Bereiche ist für die Betroffenen ganz bestimmt hart. Ob das vermeidbar war – darüber lässt sich trefflich streiten. Die Hauptsache ist aber erstmal, dass es hilft, die Ansteckungsraten zu reduzieren, dass es hilft, all jene aufzuwecken, die meinten, sich nicht an die Masken- und Hygieneregeln halten zu müssen.
Katzenleben

In meinem nächsten Leben werde ich Katze: Ich leg mich irgendwo hin, mach die Augen zu und schlafe. Ab und zu knuddelt mal jemand. Und wenn ich nicht geknuddelt werden mag, stehe ich auf und geh woanders hin.
Ich kriege mein Futter und mach die Essichdiät: Ess ich oder ess ich nicht? Wenn ich Zuwendung benötite, tue ich das mit der mir angeboren Sprache kund. Was für ein schönes Leben hätte ich als Hauskatze.
Das ginge zu weit!
Ich habe ja für vieles Verständnis, was wir in Zeiten von Corona machen sollen und was nicht. Aber wir sind hier nicht in der DDR oder in Russland, Belarus, Türkei oder sonstigen autoritär regierten Ländern. Eine Kontrolle von Privaträumen, die vom SPD-Politiker Karl Lauterbach angeregt wird, ist abzulehnen. Ich hoffe, dass das nicht passieren wird, und wenn doch, dass das Bundesverfassungsgericht solch eine Anordnung außer Kraft setzen wird.
Maskenpflicht

Seit Ende letzter Woche gibt es in der kleinen Stadt an der Elbe die Maskenpflicht in der Einkaufsstraße. An allen Zugängen sind entsprechende Hinweisschilder montiert worden. Die Pflicht zum Tragen der Masken ist zeitlich unabhängig, also nicht beschränkt für die Haupteinkaufszeit, wie z.B. zwischen 9 und 18 Uhr uns Sonntags gar nicht. Ich finde das gut. Ich muss nicht lange überlegen, ob ich die Maske jetzt tragen muss oder ob das nicht notwendig ist. Maske auf – und gut ist es.
Heute Morgen musste ich kurz „ins Dorf“ zum Briefkasten. Es war, wir man auf dem Foto unschwer sehen kann, nicht wirklich voll. Morgen ist Markttag, da wird mehr los werden.
Wie alle wissen, sind die Infektionszahlen in den letzten Tagen stark angestiegen. Es war ja immer von der 2. Welle die Rede. Warum die jetzt wirklich gekommen ist, liegt vermutlich daran, dass viele Menschen nachlässig und/oder uneinsichtig geworden sind – „Ist ja alles nicht mehr so schlimm!“ Heute Morgen gab es tatsächlich ein paar Passanten, die keine Maske trugen, andere wiederum bedeckten nur den Mund. Was ist denn so schwer zu begreifen? Und das sind dann die Menschen, die sich über noch schärfere Maßnahmen ärgern.
Ich bin sehr gespannt, was am Mittwoch beschlossen werden wird.
Morgenspaziergang

Morgens öffnen wir die Tür zur Terrasse, die Türöffnung wird von einer Insektenschutzschiebetür geschützt. Im Herbst/Winter dient sie als Vogelschutz. Die Tür wird magnetisch arretiert.
Die beiden Katzen sitzen vor dem Insektenschutz, schauen interessiert und schnuppern die Herbstdüfte. Wenn das Interesse sehr groß wird, spring Elphi schon mal gegen das Gitter, was der Magnet nicht immer aushält. Die Tür öffnet sich dann automatisch. Und man kann sich vorstellen, was dann passiert: Die Katzen sind auf der Terrasse und untersuchen alles.
Was man auf dem Foto nicht sieht: Wir wohnen in der 3. Etage, die Bäume stehen ein paar Meter von der Terrasse, vielleicht 3 – 4 Meter. Glinda, die auf dem Foto gerade über die Kante schaut, konnte ich mit dem Schütteln der Leckerlipackung wieder in die Wohnung locken. Ich habe sie dann ins Arbeitszimmer gesperrt. Elphi interessierten die Leckerlis überhaupt nicht. Ich konnte sie aber sanft einfangen und in die Wohnung bringen. Ein Leckerli hat sie trotzdem bekommen.
Es wintert
Nein, Schnee und Frost sind noch nicht in Sicht, jedenfalls nicht hier im Norden. Zum Glück! Herbst ist schon schlimmt, aber Schnee ist noch viel schlimmer – für mich.
Genauso schlimm ist für mich die Zeitumstellung in der kommenden Nacht. Es wird wieder früher dunkel und das macht mich immer irgendwie depressiv, bin ich doch ein Kind der Sonne.
In den Medien wird fälschlich von der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit berichtet. Ab der kommenden Nacht haben wir keine Winterzeit, es ist die Normalzeit, die dann in Deutschland und ganz Europa herrscht. Das sollte bitte nicht vergessen werden, auch wenn ich ein Verfechter der Sommerzeit bin.
Es gibt ja einen Beschluss, dass die bei vielen Menschen verhasste Zeitumstellung aufgehoben wird. Das sollte im nächsten Jahr der Fall sein. Man ist sich in Europa aber noch nicht einig, ob es eine Rückkehr zur ganzjährigen Normalzeit geben soll oder ob es zukünftig die Sommerzeit geben wird. Also wird bleibt es noch bei der Zeitumstellung. Mir soll das recht sein. Ich mag die Sommerzeit mit den langen hellen Abenden.
Maritimer Mittwoch

Das ist ein sehr wichtiger Platz auf einem Schiff, auf dem mein Schatz dort steht. ein Platz, der Leben retten kann. Er markiert die Stelle auf einem Schiff, in diesem Fall die „Mein Schiff 6“, von der Passagiere oder Besatzungsmitglieder mit einem Hubschrauber abgeborgen werden können. Natürlich gibt es an Bord ein gut ausgestattetes Hospital. Aber bei sehr ernsten Erkrankungen oder Unfällen wird dort nur eine Erstversorgung vorgenommen. Sobald die Möglichkeit besteht, wird die erkrankte Person von einem Hubschrauber abgeholt. Das geschieht in diesem Fall vorn am Bug.
Landen darf der Hubschrauber dort nicht. Deshalb steht am Rand des gelben Punktes in großen Buchstaben „WINCH ONLY“, das heißt, dass hier nur mit einer Winde gearbeitet werden darf. Die erkrankte Person liegt festgeschnallt auf einer Trage, die dann an einem Seil in den Hubschrauber hochgezogen wird.
Zweimal mussten wir auf unseren Kreuzfahrten leider erleben, dass Passagiere abgeborgen werden mussten, 2015 vor Island und 2018 vor der Norwegischen Küste. Den direkten Vorgang haben wir nicht gesehen und würden wir uns auch nicht anschauen, wir sind keine Gaffer. Aber den Hubschrauber konnten wir seitlich von unserem Balkon aus über dem Bug manöverieren sehen.
Nach dem erfolgten Manöver erklärte der Kapitän, dass die Norwegische Küste die mit Rettungsmitteln bestausgestattete Küste ist, und zwar aufgrund der dort sehr zahlreich vorhandenen Bohrplattformen.
Hoffen wir, dass wir nie in die Situation kommen, dieses Manöver in Anspruch nehmen zu müssen.







