„Mein Schiff 1“ – Westeuropa mit Lissabon – Teil 1


Fast 9 Monate hatten wir uns auf die 4. Reise mit „Mein Schiff 1“ gefreut. Ganz entspannend sollte sie werden da wir die meisten Häfen schon von vorherigen Reisen kennen. Nur einen Ausflug hatten wir vorgebucht. Der fiel dann einem Sturm zum Opfer, dazu dann später im Lauf dieses Berichtes mehr. Es war dann also noch entspannter als ursprünglich gedacht. Weiterlesen

Wieder zurück

Nach 3.230 Seemeilen endete unsere abwechslungsreiche Reise heute Morgen in Hamburg. Nun heisst es, Fotos zu sichten.

Die erste Maschinenwäsche rumpelt so vor sich hin. Hoffen wir mal, dass da nicht noch eine böse Überraschung auf uns zukommt.

Gläserne Reisegefährten

Inas großes Hobby ist es, Flaschenpost auf eine ungewisse Reise zu schicken. Ich hatte ihr angeboten, auf unserer Kreuzfahrt Flaschen dem Meer zu übergeben. Das Angebot nahm Ina dankbar an. Sie hat uns 3 Reisegefährten gebracht, Reisegefähren, die uns nur jeweils einen Teil unserer Reise begleiten werden.

Eine Flaschenpost wird auf jedenfall bei der Durchquerung der Biscaya auf dem Weg von Le Havre nach La Coruna über Bord gehen. Ich weiß noch nicht, wo die anderen beiden Flaschen auf die Reise gehen werden. Da muss ich noch überlegen.

Auf jeden Fall muss das launching ziemlich heimlich und bei Nacht gemacht werden. Man soll nämlich nichts über Bord werfen. Hoffentlich landen die Buddeln nicht auf einer Veranda eines anderen Decks unter uns. Das ist nicht der Sinn einer Flaschenpost. Die muss nämlich im Meer auf die Reise gehen und wird hoffentlich irgendwann von irgendjemand gefunden werden. Wir sind gespannt, ob das geschieht und ob es dann auch eine Rückmeldung an Ina gibt.

Eigentlich wollte ich noch ein Foto von den 3 Flaschen machen. Jetzt sind die aber schon im Koffer. Ich werde Fotos im Reisebericht nachreichen.

Ärger auf dem CSD

Unisextoiletten – wer die Anwaltsserie Ally McBeal gesehen hat, kennt Unisextoiletten. Männer und Frauen haben also einen gemeinsamen Raum, in dem sie ihre Notdurft verrichten. Natürlich ist das keine Massenlatrine, man kann sich schon, von den anderen Benutzern separiert, zurückziehen um seinen Geschäften nachzugehen.

Auf dem Straßenfest des CSD am vergangenen Wochenende gab es Ärger: Aktivist_innen aus St. Petersburg wunderten sich, dass keine Unisextoiletten aufgestellt waren. Sie griffen zur Selbsthilfe und fertigten Schilder an „WC for everyone“ oder „Gender-neutral WC“ und befestigten diese an einzelnen Toilettenkabinen. Das Personal der Toilettenwagen, das für die Ausstattung der Toiletten gar nicht zuständig ist, entfernte die Schilder wieder. Es kam zu Streit, die Polizei musste gerufen werden.

Ob man Unisextoiletten gut findet ist eine Sache. Ich fühle mich möglicherweise unwohl wenn ich an der Rinne stehe und mein Bier entsorge und hinter mir stehen Frauen und schauen mir möglicherweise beim pinkeln zu während sie auf eine freie Kabine warten.

Dass sich aber ausgerechnet Schwule und/oder Lesben aus Russland sich deart echauffieren, ist schon seltsam. In Russland wird jeder CSD im Keim erstickt und im liberalen Deutschland meinen sie, ihre Klappe aufreissen zu müssen über Dinge, die sie ganz und gar nichts angehen.

Nur mal gucken


Zum Urlaubsbeginn waren wir gestern Abend beim Griechen. Ganz kurzfristig hatten wir uns dazu entschlossen. Damit fing das Drama an. Es blieb nämlich nicht bei 1/2 Liter Wein – für jeden. Wir orderten jeder noch 1/4 Liter nach. Hätten wir man lieber zu Hause ganz spießermäßig unser Brot gegessen!

Auf dem Roten Platz an der Elbe findet an diesem Wochenende das Rockbi Festival statt, Eintritt frei. Foodtrucks sind auch da und natürlich gibt es Bier. Wir wollten nur mal gucken, was da los ist. Geld hatten wir eh nicht dabei, beim Griechen hatten wir mit Karte bezahlt.

Auf dem Roten Platz liefen wir direkt auf Freunde zu, die da vor einem der Foodtrucks standen und ihr Bier tranken. Und damit nahm das Verhängnis seinen Lauf. Da wir kein Geld dabei hatten, hielt Norbert uns frei und wir tranken das eine oder andere Bier. Griechisch essen macht eh durstig. Tja, und da standen wir also in gemütlicher Runde bei rockiger Musik und mit einem netten Flirt mit einem der Foodtrucker von Devil-Soups. Schade, dass wir schon gegessen hatten. Und heute Abend ist der Truck leider nicht da. Sonst wären wir sicher nur seinetwegen heute Abend wieder hingegangen.

Bier auf Wein, das ist fein! Sagt man doch so, oder? Oder hab ich da was verwechselt, war das vielleicht andersrum? Oder ist es eh egal und es kommt auf die Menge drauf an? Egal wie auch immer, heute Morgen geht es uns nicht so gut. Unser Treffen mit Freunden auf dem CSD in Hamburg haben wir abgesagt. Wir bleiben also zu Hause und kurieren unseren Kater aus. Norbert hat den verursacht, er hätte besser auf uns aufpassen müssen. Warum hat er auch ständig Bier geholt! Er wusste doch, dass wir kein Geld dabei hatten. Nun stehen wir mit unserem Kater auch noch in seiner Schuld!

Putzen und Planen

Die letzten Tage vor dem Urlaub sind doch eigentlich ganz entspannend, sie sind sozusagen Vorurlaub, Tage voller Vorfreude auf das, was uns erwartet. Was uns erwartet, wissen wir so ziemlich genau. Das Schiff kennen wir bereits von 3 anderen Reisen. Von 8 anzulaufenden Häfen kennen wir nur 2 noch nicht. Langweilig? Nein, ganz und gar nicht. An Bord von MS „Mein Schiff 1“ zu gehen, ist wie nach Hause kommen. Allein das ist schon Erholung pur. Und die Städte? Einfach mal abwarten, wo es uns dann hintreibt. Nur einen einzigen Landausflug haben wir gebucht, alles andere lassen wir auf uns zukommen.

Aber die letzten Tage davor, da muss man halt selbst tätig werden und überlegen. Wenn ich jetzt ein Brot backe, wie lange hält das vor? Was benötigen wir noch an Aufschnitt, Käse usw.? Man will ja nichts umkommen lassen. Gut, notfalls kann man sich am letzten Tag die Wurst doppelt auf’s Brot packen, kommt ja nicht mehr drauf an. In den nächsten 2 Wochen wird eh nicht auf die Kalorien geachtet.

An Bord braucht man sich ja um nichts zu kümmern. Morgens werden die Kojen gemacht, abends zum Schlafengehen aufgeschlagen, ein Naschi draufgelegt und die Vorhänge zugezogen. Das Bad wird täglich geputzt. Alles ist immer sauber und adrett. Während wir an Land sind oder in einer der Bars einen Cocktail schlürfen, kommen die Heinzelmännchen und -frauen und machen das, was notwendig ist und das, was sie immer machen. Dafür finden sie dann auch ab und zu mal einen Schein auf dem Bettzeug.

Zuhause ist man für alles selbst zuständig. Scheine liegen da auch nicht rum. Man macht einfach, oder auch nicht. Und da ich keine Lust habe, eine versiffte Wohnung vorzufinden wenn wir zurückkommen, wird vorher alles generalüberholt. Das Wetter spielt mir diesbezüglich in die Hände, es ist nämlich novemberlich kühl und nass und nicht augustlich sommerlich-warm. Also ran an die Putzlappen und machen.

Am Morgen der Abreise werden dann noch die Betten frisch bezogen. Und dann kann es losgehen.