
Zurück im Novembergrau

Gestern Abend um 21:10 Uhr sind wir auf dem Flughafen Helmut Schmidt in Hamburg gelandet. 30 Minuten Später hatten wir unser Priority Gepäck und um 22:20 Uhr waren wir wieder zu Hause, mit einer Temperaturdifferenz von 20 Grad (22 Grad auf Teneriffa und 2 Grad in Hamburg).
Ich bin leicht angeschlagen – mechanisch, nicht organisch. Dazu demnächst mehr im Reisebericht, auf den einige von euch schon sehr gespannt sind. Aber bis der fertig ist, dauert es noch ein paar Tage. Bleibt entspannt, so wie wir es nach der Reise auch sind.
Bis demnächst!

So, wir sind unterwegs zum Airport Helmut Schmidt. Der Test gestern am späten Nachmittag war natürlich negativ. Wir sind online eingecheckt. Unser Limousinenservice stand pünktlich vor der Tür. Wir werden gleich versuchen, unsere Koffer am Automaten aufzugeben und bemühen uns dabei, nicht selbst auf das Band zu geraten. Und dann werden wir die Business Lounge aufsuchen und dort ein Frühstück einnehmen.
Wir freuen uns am meisten auf 2 x 2 Seetage am Stück, denn: Eine Kreuzfahrt ohne Seetage ist möglich aber sinnlos.
Im November mit einem Schiff mitten auf den Nordatlantik hinauszufahren, kann spassig sein, jedenfalls für mich. Bernd ist da etwas empfindlicher. Es kommt auf die Tagesform drauf an und darauf, aus welcher Richtung die Wellen angerauscht kommen. Wenn der Atlantik so ruhig wie ein Ententeich ist, wäre es auch toll. Wir warten ab, wie es ist, ändern können wir es sowieso nicht.
Bleibt mir gewogen und bleibt gesund.
Schwesterntreffen

Wir Schwule bezeichnen uns gegenseitig ja oft scherzhaft als Schwestern, z.B. wenn wir auf Kreuzfahrt sind: Hast du die Schwestern da drüben gesehen? Von schwulen Schwestern ist hier jetzt aber nicht die Rede, ich spreche von Schwesterschiffen.
Durch Zufall habe ich heute herausgefunden, dass sich heute zwei Schwesterschiffe im Hafen von Arrecife treffen: „Mein Schiff Herz“ (hier fest vertäut im Hafen) und „Marella Explorer“ ex Mein Schiff 1 (hier kurz vor der Hafeneinfahrt von Arrecife.
Morgen beginnt ja unsere Reise mit der „Mein Schiff Herz“, deren Positionen ich schon seit ein paar Tagen bei Marine Traffic verfolge. Mir war also bekannt, dass das Schiff heute in Arrecife sein sollte. Aber besser, man schaut noch mal nach. Und da sah ich auf der Grafik ein weiteres Passagierschiff kurz vor der Hafeneinfahrt. Ein Klick auf das Symbol – und es erschien die „Marella Explorer“, das Schiff, auf dem 2013 unsere Kreuzfahrtsucht begann, damals noch als „Mein Schiff 1“ in Fahrt.
Mir wurde doch ein wenig plümerant als mir bewusst wurde, dass sich die beiden Schiffe heute im Hafen von Arrecife begegnen und ich über Marine Traffic fast live dabei war, aber eben nur fast. Gern hätte ich das Treffen live miterlebt.
Nachtrag:
Wie mir gerade ein aufmerksamer Instagramer erzählt hat, ist es nicht die „Marella Explorer“ sondern die „Marella Explorer 2“. Es ist zwar auch eine Schwester, aber nicht das Schiff, auf dem alles begann.
negativ!

Gibt es einen Grund für den heutigen Selbsttest? Ja, den gibt es. Wir haben zwar keine Erkältungserscheinungen, aber unser Reiseveranstalter verlangt 48 Stunden vor dem Reisebeginn einen Selbsttest zu machen. Gut, kann ja jeder behaupten, dass er den Test gemacht hat. Es kann nicht kontrolliert werden.
Aber morgen am späten Nachmittag haben wir einen Termin im Testzentrum. Und den Test müssen wir mit einer schriftlichen Bestätigung nachweisen, die wir beim Checkin im Hafen von Santa Cruz de Tenerife vorweisen müssen. Ist der Test morgen positiv, brauchen wir uns Donnerstagmorgen gar nicht erst auf den Weg zum Flughafen machen.
Mir kommen ja jedes Mal die Tränen wenn ich mit dem Stäbchen da in meinem Gehirn rumpopel. Wer reisen will muss leiden.
Kokos-Curry Hähnchen

Ich hab den Schrank voller Kochbücher, aber die habe ich schon lange nicht mehr angeschaut wenn ich nicht weiss, was wir am Wochenende essen wollen. Das Internet ist voll von Rezepten, von denen unsere Grossmütter, ach, auch unsere Mütter, nicht zu träumen wagten. Als Gewürze gab es Salz und Pfeffer, vielleicht ein wenig Paprika. Zwiebeln gehörten damals wie heute in viele Gerichte. Curry, Kokosmilch – was ist das denn? Als bekannte Küchenkräuter wurde Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Thymian und Bohnenkraut verwendet – und das war’s dann auch schon. Ganz ohne Frage – geschmeckt hat es trotzem.
Die Rezepte, die ich abgespeichert habe, sind fast unzählbar. Und doch ist es ja so, und das kennt wohl jeder von uns, dass man immer wieder seine Standardgerichte kocht, auch wenn sie aus der exotischen Ecke kommen. Durch Instagram bekommt man immer wieder tolle Vorschläge und Ideen, so u.a. von Anna Chwistek. Ihre Rezepte veröffentlich sie aber auch in einem Kochblog, Serving Dumplings, mit ansprechenden Fotos, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.
Bei Anna fand ich dieses tolle Rezept, von dem mein Schatz sagte: Abspeichern!
Yellow Coconut Chicken Curry
Ich hab die Zutaten und Zubereitung nicht übersetzt. Einige Begriffe hat man halt drauf bzw. sind selbsterklärend. Was man nicht kennt, kann man problemlos über eine Suchmaschine finden.
Anna bietet zu ihren Gerichten auch immer Alternativen zu dem an, was im Rezept steht. Bei ihr steht als Gemüse z.B. grüner Spargel. Ich hatte noch eingefrorenen Brokkoli, der mal weg musste, grünen Spargel bekommt man zurzeit nicht unbedingt. Auch Kaiserschoten wären gegangen, die sind ja ganzjährig zu haben.
Wer kein Tumeric (Kurkuma) im Haus hat, kein Problem, es geht auch ohne. Kurkuma peppt das Gericht aber farblich auf. Ihr wisst ja: Das Auge isst mit.
Wir vakuumieren

Heute ist wohl Fleischtag. Erst mein malträtierter Bauch und jetzt Schweinefilet. Es geht jetzt aber nicht um Fleisch an sich sondern um das Vakuumieren.
Es gibt tatsächlich Lebensmittel, bei denen wir darauf achten, ob sie im Angebot sind. Dazu gehört Rinderhack, Schweine- und Rinderfilet. Rinderhack gehört bei uns zum üblichen Bedarf für Aufläufe, Fleischklösschen und andere schmackhafte Gerichte. 3 Kilo werden portioniert und eingefroren. Schweine- und Rinderfilet kaufen wir, wenn die Fonduesaison bevorsteht. Jetzt, da unser Stadtschlachter leider sein Geschäft aufgegeben hat, benötigen wir Schweinefilet für Gyros.
Bisher haben wir Lebensmittel immer in handelsüblichen Gerierbeuteln eingefroren. Dabei hab ich schon so manches Mal gedacht, dass man ja gar nicht die ganze Luft rausgequetscht bekommt. Ein Vakuumiergerät wäre vielleicht ganz praktisch. Also habe ich mich damit befasst. Ich wusste ja gar nicht, wieviele Modelle es gibt und wie hoch die Preisunterschiede sind. Nun, für gelegentliches vakuumieren muss es kein Luxusgerät sein. Und es sollte nicht viel Platz einnehmen. Und natürlich muss es saugen und schweissen können.
Leider habe ich die erste Saug- und Schweissaktion nicht dokumentiert. Wir waren viel zu aufgeregt, daran zu denken. Das Foto oben zeigt vakuumierte Schweinefilet bereit zum Auftauen. Morgen soll es Gyros geben, das klein geschnippelte Fleisch wird heute schon mariniert. Der erste Versuch vor ein paar Wochen war nicht besonders gut, es war zu fade. Wir mögen es zwar gern kräftig und würzig, aber schnell kann man zuviel Zeugs dazugeben, und das ist dann auch nicht gut. Heute habe ich ein paar Änderungen und Ergänzungen vorgenommen.
Milchtritt

Das Foto zeigt keine eklige Hautkrankheit auf meinem Bauch, so etwa zwischen Brust und Bauchnabel. Es zeigt die Folgen von Milchtritt. Milchtritt machen die kleinen Katzenbabies um die Milchproduktion der Mutter anzuregen, es ist also ein angeborenes Verhalten. Manche Katzen behalten das bei und zeigen damit ihre Zuneigung zu ihren Menschen. Milch ist bei mir nicht zu holen. Wenn man den Milchtritt unterbindet, die Katze z.B. beiseitesetzt, kann es sein, dass sie den Milchtritt mit der Zeit ganz einstellt. Aber wer will schon die Zuneigung seiner Katze verlieren.
Glinda lebt den Milchtritt sehr intensiv aus. Sie sitzt dann vor mir auf dem Arbeitstisch, die Vorderbeine sind dann auf meinem Bauch und dann tritt sie los. Wenn man nur ein T-Hemd trägt, ist das bisweilen sehr unangenehm, es piekt ganz fürchterlich. Einige Shirts werden dann ganz löcherig, dieses grünlich Shirt scheint milchtrittfest zu sein.
Während Glinda mich zärtlich traktiert, verziehe ich das Gesicht, aber sich streichel über ihren Kopf und sag ihr, dass sie das ganz fein macht. Das ist ja auch total süss wenn sie das macht, aber ja …
Bei Elphie ist der Milchtritt nur ganz wenig ausgeprägt. An uns macht sie das gar nicht. Aber wenn sie auf der Seite liegt und wir sie knuddeln, sieht man, wie sie die Vorderbeinchen und Pfoten in der Luft hängend bewegt, Luftmilchtritt sozusagen.
Unpünktlich
Mein „Gehalt, welches von all denen finanziert wird, denen die Sozialabgaben vom Gehalt abgezogen werden, auch die Rentenbeiträge, ist immer pünktlich am letzten Arbeitstag des Monats auf dem Konto. Das wäre am Freitag letzter Woche gewesen. Da war aber nichts. Eigentlich interessiert mich das nicht sonderlich, das „Gehalt“ kommt regelmässig pünktlich, bisher. Aber in diesem Fall brauchte ich Deckung auf meinem Konto, irgendwie müssen die 151 Ouzo ja bezahlt werden. Ich wollte deshalb nicht extra Geld von einem Konto auf ein anderes umschaufeln.
Nun weiss man inzwischen, dass der 31. Oktober nicht in jedem Bundesland ein Feiertag ist. Aber was interessieren mich die Renter in den katholischen Landesteilen, wo heute kein Feiertag war. Ich will mein Geld pünktlich auf dem Konto haben *heftigmitdemkrückstockfuchtel*. So geht das doch nicht!
Mein „Gehalt“ war dann heute auch auf meinem Konto gutgeschrieben. Aber des entspricht nicht der gängigen Praxis. Die Rentenkasse sollte mal differenzieren, wer wo wann einen Feiertag hat. Punkt!
Zu früh
Seit gestern gilt in Europa wieder die MEZ, die Normalzeit, einige sagen dazu auch Winterzeit. Meiner inneren Uhr passt diese Zeit überhaupt nicht, sie ist der Sommerzeit näher als die Normalzeit.
Gestern Nachmittag wunderte ich mich, dass die Dämmerung schon einsetzte. Ach ja, es wird ja jetzt wieder früher dunkel. Mist, ich mag es, wenn es abends lange hell ist. Wobei es ja so ist, dass sich die länge des Tageslichts noch ca 7 Wochen verkürzt.
Bis zum Beginn der Sommerzeit Ende März wird es jetzt so sein, dass ich täglich eine Stunde zu früh wach und ausgeschlafen bin. Bin ich üblicherweise so rum umd 7 Uhr herum wach, wird es jetzt 5 lange Monate sein, dass ich bereits um ca. 6 Uhr wach bin. Meine innere Uhr ist und bleibt auf Sommerzeit gestellt, da führt kein Weg dran vorbei.
Vielleicht liegt das da dran, dass ich ein Sommermensch bin. Ich blühe ab ca. Mitte Januar auf, wenn ich bemerke, dass die Tage langsam wieder länger werden. Jede Minute hellt mein Gemüt auf. Frühling und Sommer sind meine Jahreszeiten. Herbst und Winter, die von vielen Menschen als die gemütlichen Jahreszeiten gern gesehen werden, mit Kerzenlicht und heissem Tee, vielleicht noch ein Plaid über die Beine gelegt – nein nein nein, das sind nicht meine Monate. Nicht umsonst haben wir auf meinen Wunsch sonnige Farben für unsere Wohnung ausgesucht.
Erstmal ist nun aber alles zu früh: Es wird zu früh dunkel und ich werde zu früh wach – 5 dunkle Monate lang.
