Schwachsinn

Astrid Lindgren und ihre Pippi Langstrumpf – wer kennt sie nicht?! Wir haben das Buch in unserer Jugend gelesen, ohne uns was dabei zu denken, dass Pippi von ihrem Vater als den Negerkönig spricht.

Nun fällt es einem in Bonn Lebenden mit dunkler Hautfarbe und Migrationshintergrund ein, internationale Literatur in Frage zu stellen weil da der Ausdruck Negerkönig steht. Das sei rassistisch.

Wie viele andere auch habe ich in meiner Kindheit das Lied „Zehn kleine Negerlein“ gelernt. Na und? Wir haben uns nichts dabei gedacht. Ebenso denke ich mir nichts dabei, wenn ich den gleichnamigen Krimi von Agatha Christie lese – oder einen Negerkuss esse.

Neger, ein Ausdruck, mit dem wir aufgewachsen sind ohne dass wir ihn als Schimpfwort benutzt haben. Neger, das war einfach nur die Bezeichnung für dunkelhäutige Menschen. Neger – ist das nicht auch eine Art Ableitung von „negro“, also schwarz? Was ist schändlich daran? Nichts.

Es soll sogar Neger geben, die sagen, dass man sie als Neger bezeichnen dürfe. Ebenso wie es Zigeuner gibt, die es gestatten, sie als Zigeuner zu nennen.

Political correctness hin oder her – für mich bleiben Neger eben Neger und Negerküsse Negerküsse. Ich finde diese Diskussion einfach schwachsinnig.

Ach so, gibt es in der Konditorei eigentlich noch Mohrenköpfe zu kaufen?

Wie lange noch?

Ich hoffe, die Zeit des obersten Soldaten, nämlich des KriegsVerteidigungsministers zu Guttenberg ist bald abgelaufen. Er sollte nämlich bei sich den gleichen Maßstab anlegen, wie er es als Dienstherr von den Studenten der Hochschulen der Bundeswehr verlangt. Entweder seine Chefin, die Bundeskanzelrin, kommt nicht umhin, ihn demnächst zu entlassen, was ich allerdings bezweifel. Da sie ihm ja erst den Rücken gestärkt hat, würde sie dann in einem ganz schlechten Licht dastehen. Wahrscheinlicher ist es, dass er seinen HelmHut nimmt und zurücktritt. Und ich hoffe, dass das bald der Fall sein wird. Dann ist er endlich nicht nur „zu“ Guttenberg sondern auch noch „auf und davon“. Dieser Mann ist in meinen Augen untragbar und unerträglich.

Unerwartet

Unser Ticketcenter war durch den Besuch der Aufführungen von Cats und Viktor Viktoria schon etwas geschrumpft. Unerwartet hat das Ticketcenter heute eine kleine Auffüllung erfahren und beschert uns im nächsten Monat einen zusätzlichen Theaterbesuch. Wir gehen ins Operettenhaus an der Reeperbahn und schauen uns das Musical Sister Act an.

Wenn man an recht günstige Karten kommt, muss man eben einfach zugreifen.

Bewusst oder unbewusst?

Der Plagiator hat ausgesagt, nicht bewusst bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. Kann mir das mal jemand erklären? Er spricht in Rätseln.

Na, der Doktortitel ist ihm ja nun abhanden gekommen. Ich bezweifel allerdings, dass ihm auch der Ministerposten abhanden kommt.

Das Verhalten des von Guttenberg ist ein reines Schmierentheater und passt zu seiner schmierigen Frisur. Und nun sieht er sich auch noch als Opfer und meint, dass er sich ggf. unter dem Aspekt der üblen Nachrede wehren könnte. Er wird also kämpfen.

Da lob ich mir doch das Verhalten der Frau Käßmann. Sie hat Rückgrat bewiesen und ist sofort zurückgetreten als bekannt wurde, dass sie alkoholisiert ein Fahrzeug geführt hat. Politiker dürfen anscheinend recht viel Mist bauen, bevor sie zurücktreten oder entlassen werden. Oder hat er noch nicht genügend Dienszeit hinter sich, um nach einem Rücktritt noch die guten Bezüge zu erhalten?

Nicht überragend – aber nett

Gestern Abend haben wir uns in unserem Dorftheater, dem Kleinen Theater Schillerstraße, die Verwechslungs-Travestie-Komödie Viktor Viktoria angeshen, in einer Inszenierung des Altonaer Theaters in Hamburg.

Als sich der Fadenvorhang öffnete, schauten wir ewas enttäuscht auf eine fast leere Bühne. Im Hintergrund befand sich die das kleine Orchester. Aha, immerhin kommt die Musik also nicht von der Konserve, was schon mal ein Pluspunkt war. Ausser den Protagonisten befand sich für die erste Szene nur eine Art Theke auf der Bühne. Wenn man, wie wir, grosse und aufwändige Musicialproduktionen gewöhnt ist, kommt man da dann doch ein wenig ins Zweifeln, ob das, was uns da geboten werden soll, auch wirklich gut ist.

Nun, bis zur Pause war die Aufführung auch eher ein wenig flach, was aber durchaus nicht an den Schauspielern lag. Es war für uns wohl eher das ungewohnt spartanische Bühnenbild, bestehend aus drei Fadenvorhängen, zwei Doppelbetten, zwei Sesseln, einer Theke sowie zwei Telefonen. Die Fadenvorhänge bildeten u.a. 2 Hotelzimmer, in denen ein Teil der Handlung spielte.

Nach der Pause kam dann etwas mehr Drive in die Aufführung. Durch das muntere agieren der Schauspieler nahmen wir das magere Bühnenbild kaum noch wahr. Die Gäste, die in der Pause gegangen waren, hätten doch lieber bleiben sollen.

Es war letztendlich ein netter Theaterabend zu einem angemessenen Preis.

Und das Praktische daran: Wir haben nur jeweils etwa 10 Minuten An- und Abreise – zu Fuss!

Titelverteidung?

Es war ja schon früh entschieden, dass Lena beim ESC am 14. Mai in Düsseldorf den Titel verteidigen soll. Verteidigt Lena sich selbst? Nein, Lena tritt an, um den Song zu präsentieren, der in diesem Jahr für Deutschland an den Start geht. Da dieses Lied von einem ganz anderem Team geschrieben wurde als der letztjährige Siegertitel, verteidigt Lena also Deutschland als letztjähriges Gewinnerland. Denn nicht der Interpret gewinnt den Preis sondern der Komponist/Texter. Der Interpret, in diesem Fall Lena, ist nur ausführendes Organ.

Da der diesjähre Titel von einem Amerikanischen Team zusammengeklöppelt wurde, stellt sich mir dir Frage, ob der überhaupt zugelassen ist, am ESC teilzunehmen. Oder ist es doch das Land, das den Preis gewinnt? Es heisst doch immer: Germany – 8 points. Scheint irgendwie ganz schön kompliziert. Jedenfalls ist eins definitiv klar: Lena hat den Preis im vorigen Jahr nicht gewonnen. Sie hat allenfalls dazu beigetragen, dass Deutschland gewonnen hat.

Nun ist es also raus, die Fernsehzuschauer haben entschieden: Deutschland wird mit Lena und dem Titel „Taken By A Stranger“ in Düsseldorf an den Start gehen. Eigentlich zeichnete sich das schon in der ersten Entscheidungsshow ab. Der Song bekam damals von dem im Studio anwesenden Publikum den stärksten Beifall. Das Lied hebt sich wohltuend vom überwiegenden Einheitsbrei der anderen Titel ab und hat deswegen vielleicht eine Chance, in Düsseldorf auf einem der vorderen Plätze zu landen.

Das Ausscheidungsfinale gestern Abend, gesendet von der ARD, hob sich auch wohltuend von den beiden vorherigen Entscheidungsshows ab. Können es die Öffentlich-Rechtlichen doch besser als Pro7? Lag es daran, dass es keine Werbepausen gab? Oder lag es an den erfrischenden Kommentaren von Barbara Schöneberger, die ein Teil der kommentierenden Jury war? Gegen Barbara Schöneberger kam Adel Tawil wie eine Schlaftablette daher.

Wir haben uns gestern Abend jedenfalls köstlich amüsiert und warten nun gespannt auf das Abschneiden Deutschlands beim ESC – früher Grand Prix – am 14. Mai in Düsseldorf.

Bisweilen ist zu lesen, dass Lena ihre mädchenhafte Naivität verloren hat und sie aufgesetzt wirkt. Also ich hab gestern nichts aufgesetztes bemerkt. Als sie am Schluss der Sendung noch einmal „Taken By A Stranger“ sang und über dem Publikum ein silberner Schnipselregen hernieder ging, baute sie spontan – jedenfalls klang das spontan – im Text ein „Oh Glitzer!“ Sicherlich ist Lena seit Oslo reifer geworden. Studioaufnahmen, Interviews, Liveauftritte – das prägt einen Menschen und verändert ihn. Ich kann jedenfalls nicht feststellen, dass es sie negativ geprägt hat. Ihren mädchenhaften Charme hat sie behalten.

Eisregen

Der Wagen stand heute morgen trocken und wohlbehütet im Carport. Vorsichtshalber stellte ich das Gebläse auf volle Kraft an die Windschutzscheibe und stellte die Heckscheibenheizung an. Doch als ich den Wagen aus dem Carport fuhr, gefror der Regen zu eisigen Tropfen auf der Windschutzscheibe. Es blieb mir nichts anderes übrig, als den Wagen wieder in den Carport zu fahren und zu warten, bis die Scheibe frei war.

Zum Glück waren die Strassen in der kleinen Stadt an der Elbe sowie die Bundesstrasse und die Autobahn gestreut. Trotzdem war Vorsicht und erhöhte Aufmerksamkeit angesagt und ich fuhr mit reduzierter Geschwindigkeit nach Hamburg.

Unterwegs häuften sich die Horrormeldungen im Verkehrsfung über Unfälle. Und mein Schatz hört zu Hause all das mit. Als ich mit etwas Verspätung im Büro war, rief ich ihn zuallererst an um ihm mitzuteilen, dass ich heil angekommen sei. Bernd war froh, meine Stimme zu hören und sagte: Ich hab mir schon Sorgen gemacht.

Es ist soooo schön dass jemand da ist, der sich um mich sorgt.