Strassenhandel


Freitagabend war es, wir waren früh dran, das Theaterzelt war noch nicht geöffnet und wir machten eine Runde um das Heiligengeistfeld. Wenn man dort die Strassen mit dem Wagen fährt, bekommt man von der Bebauung kaum was mit. Ganz anders wenn man zu Fuss unterwegs ist.

Wir gingen also an der Feldstrasse gegenüber dem Bunker an der Häuserzeile entlang. In einem Hauseingang standen auffällig unauffällig zwei junge Typen. Wir gingen weiter unseres Weges.

Plötzlich wurden wir von der Seite angesprochen, in etwa so: „Sie gingen doch da gerade vorbei. Wollen sie was kaufen? Gras?“ – Einer der beiden Typen war uns gefolgt.

Wir lehnten dankend ab. Wir wollten ins Theaterzelt, was sollen wir da mit Gras? Oder hatte er geahnt, dass wir zu Cats wollten? Vielleicht hatte er Katzengras anzubieten.

Oooch nöööö

Heute Morgen die Überraschung: Ca. 5 cm Schnee! Aber was soll’s?! Wir haben Februar und es ist eben immer noch Winter. Da muss man schon mal damit rechnen, dass es noch mal Schnee gibt – ob es uns gefällt oder nicht.

Ganz ehrlich: Mir gefällt es nicht.

Zurück: Cats


Vor 10 Jahren verabschiedeten sich die Katzen aus Hamburg – jetzt sind sie zurück, wenn auch nur vorrübergehend. 1986 wurde mit Musical „Cats“ der Grundstein für die Musicalkultur in Deutschland gelegt und Hamburg wurde im Lauf der Jahre mit zwei weiteren Musicalspielstätten zur Musicalhauptstadt Deutschlands.

Doch zurück zu „Cats“:


Etwa 15 Jahre ist es her, seit ich die für mich letzte Aufführung im Operettenhaus Hamburg gesehen habe. Seit Anfang Januar gastiert das Musical auf dem Heiligengeistfeld in einem aufwendigen Zeltbau, eine Chance, sich das Stück mal wieder anzusehen, was wir gestern Abend gemacht haben.

„Cats“ – die Handlung eher unbedeutend – ist ein Tanzstück mit Gesang. Ich hatte damals schon gesagt, dass es fast ein Ballett ist. Ist es also ein Musicalballett oder ein Ballettmusical? Irgendsowas jedenfalls ist es.

In dieser Produktion wird die Bühne von drei Seiten von den Sitzplätzen umrahmt. Man sitzt sozusagen mittendrin, besonders auch deshalb, weil die Darsteller immer wieder mal durch die Reihen und Gänge tanzen, Katzen zum Greifen nahe. Dieses vermutend hatte ich unsere Plätze extra in Reihe 10 gewählt, die an einem breiten Quergang liegt. Ausser dem positiven Effekt von grenzenloser Beinfreiheit kamen wir in den Genuss, dass sich einige der Tänzer/Sänger direkt vor uns durch diesen Gang bewegten.


Die Bühnendeko ist so, wie ich es aus der alten Hamburer Inszeniernung in Erinnerung habe, nur dass die Bühnenfläche eben weit in den Zuschauerraum hineinreicht.

Die Darsteller können alle gut tanzen. Wenn man weiss, wie sich Katzen bewegen, ist zu erkennen, dass die Bewegungen von Katzen sehr gut umgesetzt worden sind. Die Aufführung hätte perfekt sein können, wenn es nicht aukustische Probleme gegeben hätte: Die gesungenen und gesprochenen Texte in den Massenszenen waren zwar gut zu hören aber leider nicht zu verstehen. Ansonsten ist dies wirklich eine Inszenierung, die sich sehen lassen kann, besonders wegen der tollen Tanzszenen.

Für uns gab es ein Wiedersehen mit Frank Logemann, der in Mamma Mia den Sam, einen der drei in Frage kommenden Väter von Sophie, gespielt hat. Frank Logemann spiel in Cats u.a. den alten Kater Asparugus. Ebenfalls freuten wir uns, Masha Karell zu sehen und zu hören. Sie kennen wir aus dem Musical Titanic, in dem sie die reiche Witwe Charlotte Cardoza spielte. In Cats spielt sie die Katze Grizabella, die das wohl bekannteste Lied aus diesem Musical singt: Memory. Masha Karell brachte dieses Stück mit grosser Stimme zu Gehör.

Einen tollen Anblick bot Shane Dickson, einer der Tänzer/Sänger. Ein Kerl von einem Kater. Gross und kraftvoll, Oberschenkel wie Bäume und von hinten anzusehen – wow! Und doch geschmeidung tanzend wie eine Katze. Nochmal: Wow!

Wer meint, diese Inszenierung sei ja „nur“ eine Tourneeproduktion (das Katzenzelt wird in mehreren Deutschen Städten und in Luxemburg gastieren), der irrt. Diese Inszenierung ist gleichwertig mit einer Produktion, die in einem festen Theaterbau aufgeführt wird.

Wer „Cats“ noch nicht kennt sollte allerdings bedenken, dass es kein Luststück ist in dem pausenlos gelacht wird. Zwei Herren in der Reihe hinter uns waren der Meinung, dass es lanweilig sei. Im Ohnsorgtheater könnte man wenigstens lachen. Allerdings sollten sie bedenken, dass dort durchaus auch ernste Stücke gespielt werden. Musical ist eben manchmal auch anspruchsvolle Unterhaltung!

Hier gibt es eine professionelle Rezension – über Cats, nicht über das Ohnsorgtheater.

Lieblingslied

Mein derzeitiger Lieblingssong ist: „A night like this“ gesungen von der Holländerin Caro Emerald.

Den Namen dieser Dame hatte ich nie zuvor gehört aber der Titel ging mir gleich beim ersten Mal hören ins Ohr.

Die Aufnahme, die zurzeit über den Sender läuft, gibt es leider nicht bei You Tube bzw. sie ist in „meinem Land nicht verfügbar“.

Regen bringt segen?


Tja, ich weiss ja nicht, ob das ein Segen ist, wenn es den ganzen Tag saut.

Ich wollte ja eigentlich heute in der Mittagspause in die Feinkostabteilung eines Kaufhauses um zu schauen, ob es dort diese kleinen Chilis gibt. Die ganz kleinen ganz scharfen. Oft werden sie in kleinen Schalen angeboten, so viele, dass man sie gar nicht auf ein mal verbrauchen kann. Die, die wir nicht benötigen, schneiden wir immer in Ringe und frieren die dann im Schraubglas ein. Aber bei dem Wetter? Nein, da wollte ich nicht vor die Tür. Wenn wir die kleinen scharfen Dinger morgen nicht hier im Dorf bekommen, dann behelfen wir uns eben anders. Mann ist ja flexibel. Na, vielleicht war das auch die Strafe dafür, weil ich die Frauen und ihre Parkkünste auf’s Korn genommen habe.

Heute Nachmittag, als der Regen noch immer vom Sturm gepeitscht, an die Bürofenster prasselte, hatte ich kurzzeitig mal den Gedanken, dass es doch im Büro viel schöner ist als draussen und es eigentlich besser wäre, das Büro gar nicht verlassen zu müssen. Aber das war wirklich nur ein µ – oder so – eines Gedankens. Niemals würde ich auf die Idee kommen, auch nur eine Nacht im Büro zu verbringen, viel weniger ein ganzes Wochenende – wo wir doch so ein schönes Zuhause haben.

Wild


Unten vor unserem Bürohaus ein geordnetes Durcheinander, aber kein Wagen steht so, wie er eigentlich stehen sollte. Vielleicht waren es ja auch alles Frauen, die ihre Wagen da so abgestellt haben.

Erinnerung


Manchmal ist es so – und das haben wir alle schon mal erlebt – dass alltägliche Kleinigkeiten uns an etwas erinnern, sei es an ein besonderes Erlebnis oder an eine bestimmte Person.

Bei den Damen in unserer Buchhaltung steht fast immer eine kleine Schale mit was zum Naschen. So im Vorbeigehen greift man da gern schon mal zu. Dazu ist das auch gedacht.

Heute steht da eine Schale voll mit Minidaim. Und Daim erinnert mich an einen Menschen, zu dem ich ein inniges Verhältnis hatte und der mein späteres Leben nachhaltig beeinflusst hat. Er liebte Daim. Daim, eigentlich etwas ganz banales. Aber es erinnert mich halt an diesen einen Menschen, der inzwischen nicht mehr unter uns weilt.

Vor einigen Jahren, ich lebte noch in Lübeck, erhielt ich von seinem Freund die Nachricht, dass er an Krebs gestorben ist. Wir hatten zu dem Zeitpunkt keinen Kontakt mehr. Aber aus meiner Erinnerung ist dieser Mensch nicht mehr wegzudenken. Und ich erinnere mich gern an ihn – und sei es auch nur durch Daim.

Theater, Theater

Unser persönliches Ticketcenter bis Ende Juni 2011.

Unser Kulturjahr beginnt am 11. Februar mit Cats und endet – vorerst – am 25. Juni mit „Yma“ im Friedrichstadtpalast in Berlin. Insgesamt haben wir in verschiedenen Theatern sechs Vorstellungen gebucht, davon drei allein im Februar.