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Minifamilientreffen


Die wirklich allerengste Familie besteht nur noch aus meiner Mutter, Oliver und mir – natürlich gehört auch der entsprechende Anhang dazu, nämlich Olivers Freundin Sabrina und mein Freund Bernd. Da Oliver und Sabrina an diesem Wochenende in Lübeck sind, hatte meine Mutter uns alle eingeladen. Wir trafen uns im Restaurant Fährhaus Rothenhusen.

Das tradtionsreiche Haus liegt direkt am Nordende des Ratzeburger Sees, dort wo der kleine Fluss Wakenitz in eben diesen See mündet. Es gab sehr leckeres Essen. Ich habe seit langer Zeit mal wieder Aal gegessen. Ein Eisbecher zum Abschluss durfte natürlich nicht fehlen.


Mit Rücksicht auf mein 84-jähriges Fräulein Mutter machten wir nach dem Essen nur einen kurzen Verdauungspazierung. Der Abend klang aus zu Hause bei Mutter, die sich freute, uns alle gemeinsam um sich zu haben. So oft kommt es nicht vor, dass Oliver und seine Freundin dabei sein können.

Deboarding


Nennt man das so, wenn ein Flugzeug die Parkposition erreicht hat und die Passagiere das Fluggerät verlassen? „Boarding completet!“ – so ist jedenfalls immer die Ansage wenn bei der Abreise „all people on board“ sind. Egal wie es heisst, ich möchte nur über meine Beobachtungen bei der Ankunft am Zielflughafen schreiben.

„Bitte bleiben Sie auf ihren Plätzen bis das Flugzeug die endgültige Parkposition erreicht hat und die Schilder ‚bitte Anschnallen‘ erloschen sind!“ Diese Ansage kennt wohl jeder, der schon mal geflogen ist. Und was passiert? Kaum dass der Flieger mit einem Ruck zum Halten gekommen ist, erheben sich ca. 99 Prozent der Passagiere von ihren Sitzen, öffnen die Ablagefächer über ihnen und grabbeln nach ihren dort verstauten Habseligkeiten. Im Gang zwischen den Sitzen stehend warten sie dann minutenlang darauf, dass sich die Tür öffnet und das Kabinenpersonal „grünes Licht“ zum „deboarden“ gibt. Dies haben wir gerade vor ein paar Tagen anlässlich unserer kleinen Reise zu Oliver und Sabrina wieder beobachten können.

Bernd und ich bleiben grundsätzlich so lange sitzen, bis von den Reihen hinter uns kaum noch Leute durchtröpfeln. In Ruhe und ohne andere Mitreisende zu belästigen nehmen wir unsere Utensilien aus dem Ablagefach und machen uns ganz entspannt auf den Weg zum Ausstieg.

Wenn der Flieger auf einer Aussenposition abgestellt wird, wo man mit einem Bus eingesammelt wird, trifft man all jene wieder, die vorher wartend im Gang gestanden haben. Jetzt stehen sie wartend im Bus und haben zuallererst mal ihr Handy eingschaltet, telefonieren, schicken Nachrichten oder prüfen, ob es neue Nachrichten gibt. Es sieht irgendwie lächerlich aus, wenn eine Vielzahl von erwachsenen Menschen gleichzeitig an ihren Handys rumfummeln.

Am Flughafengebäude eingetroffen stürzen alle aus dem Fahrzeug und eilen zum Gepäckband. Und was passiert dort in den meisten Fällen?: Sie warten, warten bis der Koffer kommt.

Und was am Gepäckband passiert hat gut beobachtet und darüber geschrieben ein Pilot in seinen Aufzeichnungen „Gedanken eines Fliegenden“.

Wochenende mit Nervenkitzel


Was heisst Wochenende? Es waren ja mal gerade 1-1/2 Tage. Aber es war schön und wir hatten viel viel Spass.

1. Tag
Freitag Abend ging unser Flieger nach Düsseldorf. Das erste Mal sind wir mit LH geflogen, nicht weil wir es wollten, aber es war tatsächlich der günstigste Anbieter für diesen Termin. Eur 180 für 2 Personen HH-D-HH, da kann man auch nicht meckern. Freundlich wurden wir beim Check-in in Hamburg empfangen. „Wo wollen Sie sitzen?“ – „Ach, bei Ihrer Grösse haben sie mehr Platz beim Notausgang.“ Allein dieser Service ist schon was besonderes wenn man es gewohnt ist, mit Billigfliegern unterwegs zu sein. Am Gate zum Einsteigen in die Maschine lief alles ruhig ab. Niemand drängelte, niemand stand schon minutenlang vor dem Einsteigen bei der Kontrolle um ja den besten Platz zu haben. Es war alles sehr entspannt.

Die Maschine, eine Boeing 373, war weniger als halbvoll. Dementsprechen locker drauf war auch das Kabinenpersonal.


In Düsseldorf sammelten uns Oliver und Sabrina ein. Oliver war um 21.00 Uhr aus Leipzig zurückgekommen. Er hatte gerade Zeit, seine Freundin zu Hause aufzunehmen und gleich ging es weiter zum Flughafen. Gegessen hatten Beide noch nicht. Nach ca. 30 Minuten Fahrt waren wir bei den Beiden zu Hause in Mönchengladbach. Als erstes wurde mal Pizza bestellt.

Nach dem Essen führte uns Oliver die Wii Lan vor. Ich hatte zwar schon davon gehört, mich mit dem Thema aber nie beschäftigt. Demzufolge hatte ich bislang gar keine Ahnung, was das für ein Ding ist und was man damit machen kann. Nun ja, ist ja wirklich interessant, was die Technik heute alles möglich macht. Sogar ein Fitnessprogramm hat das Ding. Das wäre aber auch schon das einzige, was mich daran wirklich interessiert. Aber das man mit dem Gerät auch Golf und andere Sportarten spielen kann – schon beeindruckend.

Die Nacht verbrachten wir im Hotel Heidehaus, das ca. 10 Gehminuten von Olivers und Sabrinas Wohnung entfernt liegt. Das Zimmer im Nebengebäude im Garten war sehr rustikal aber irgendwie … sehr einfach. Nun ja, zum Schlafen war es ok. Für 2 Nächte würden wir es aushalten.

2. Tag
Zum Frühstück hatten wir die Beiden mit angemeldet. Dabei begann schon der Spass, obwohl Oliver es sicher nicht lustig fand, sich den Orangensaft auf die Hose zu giessen. Also nach dem Frühstück erstmal ab nach Hause und umziehen. Es sollte aber nicht bei diesem einen Mal bleiben, eine nasse zu Hose zu bekommen. Und auch wir anderen sollten nicht verschont bleiben.

Unser Ausflug führte uns nämlich ins Phantasialand bei Brühl. Bernd und ich lieben solche Parks und lernen gern neue Fahrgeschäfte kennen. Auch Oliver liebt den Nevenkitzel, der sich nicht immer vermeiden lässt. Sabrina ist da eher zurückhaltend und steigt nur in die gemässigten Bahnen mit ein.


Und Nevernkitzel gab es genug. Mehrere Achterbahnen lockten zum Mitfahren, und das nicht nur im Freien. Einige Bahnen fahren nämlich komplett in nach Themen gestalteten Gebäuden. So auch Winja’s Force. In die gondelartigen Fahrzeuge passen 4 Personen von denen je 2 Personen anfangs vor- bzw. rückwärts fahren. Mit einem Aufzug geht es viele Meter nach oben bevor die Gondel vor einer geschlossenen Tür anhält. Die Tür öffnet sich und die vorwärtssitzenden Personen, in diesem Fall Bernd und ich, schauen in einen Abgrund, in den die Gondel auf den Schienen gleich beinahe senkrecht hinabfahren wird. Bernd und ich stiessen einen Schrei aus, über den Oliver, der rückwärts fuhr, sich nur wunderte, bis er gewahr wurde, was nun passierte. Während der nun folgenden Fahrt dreht sich die Gondel laufend, so dass jeder mal in den Genuss von Vor- und Rückwärtsfahrt kommt, oder man fährt eben auch mal seitwärts. An einer Stelle stoppt das Gefährt, kippt auf die Seite und weiter geht’s in Schussfahrt bergab – einfach herrlich.


Nachdem auch Sabrina zu ihrem Recht gekommen war (ich erklärte mich bereit, mit ihr auf einem Gaul im alten Dampfkarussel zu reiten), landeten wir am River Quest. Die grossen Raftingboote fahren in einen Aufzug. Oben angekommen öffnet sich eine Tür und bevor man sich versieht rutscht man ziemlich steil auf dem Wasser bergab. Und man wird dabei nass, sehr nass. Wer bei der ersten Schussfahrt noch keine nassen Klamotten hat, wird spätestens bei der 2. Abfahrt auf der Fahrt nass weil sich das Ding nicht nur abwärts bewegt sondern sich natürlich auch noch ständig dreht. Meine Hose war vorn an beiden Oberschenkeln bis in den Schritt hinein nass, nicht nur feucht, nein nass! Und auch der Hintern war nass. Wir und die anderen Mitfahrer, die noch mit im Boot sassen, hatten viel Spass an dieser Fahrt.

Wer nun denkt, schlimmer kann’s nicht werden, der irrt gewaltig. Die Black Mamba stand als nächstes auf unserem Programm, eine Achterbahn, in der 4 Personen nebeneinander sitzen. Die Beine baumeln dabei ohne halt zu haben. Bis zum looping dachte ich noch: Toll, das machst du nochmal wenn die Fahrt zu ende ist. Aber dann ging das nur noch rauf und runter, rundherum, Korkenzieher und noch einer. Und mir wurde tatsächlich schwindelig und ich hoffte, dass es bald vorbei sein möge. Nein, heute würde ich auf keinen Fall nochmal da einsteigen. Die Fahrt war nach einer halben Ewigkeit dann auch vorbei. Als ich mich von den Sicherheitseinrichtungen befreit und ich wieder festen Boden unter den Füssen hatte, hatte ich tatsächlich einen leicht torkelnden Gang. Aber Bernd und Oliver ging es ähnlich.


Die nächste Bank an der frischen Luft war meine. Mit Schweissperlen auf der Stirn liess ich mich nieder. Oliver und Bernd schauten auch ziemlich blass aus. Die Lust an weiteren Fahrten war uns vergangen.


Nachdem wir uns erholt hatten, machten wir noch einen kleinen Rundgang und suchten nach einer süssen Leckerei. Eine Waffelbäckerei befriedigte unser, bzw. eher mein Verlangen.


Eine andere Attraktion möchte ich euch nicht vorenthalten, den Talocan. Keiner von uns wagte es, sich diesem Gerät anzuvertrauen. Nicht, weil wir Angst hatten, dass etwas passieren könnte. Es war eher die Angst, dass unser Ausflug nach der Fahrt in diesem Monster zu Ende sein könnte. Allein die Dimensionen dieses Fahrgeschäftes und die Art, wie es funktioniert, waren beeindruckend. Aber dort einsteigen – nein!

Zurück in Mönchengladbach stiegen wir erstmal in trockene Hosen. Anschliessend ging es zum Chinesen bevor wir den Tag bei Oliver und Sabrina nochmal Revue passieren liessen.

Das Hotelzimmer entpuppte sich nicht nur als sehr einfach, sondern auch als sehr hellhörig. Im Nebenzimmer war eine Familie mit Kind eingezogen. Es war jedes Wort zu hören, was gesprochen wurde. Ebenfalls Geschäfte und Tätigkeiten im Bad. Wir beabsichtigen, im Herbst mit meiner Mutter nach MG zu fahren. Aber dieses Hotelzimmer würden wir nicht noch mal beziehen wollen.

3. Tag
Nach dem wiederum gemeinsamen Frühstück, dieses Mal ohne Pannen, bezahlte ich die Rechnung und fragte bei der Gelegenheit nach anderen Zimmern. Bereitwillig wurden uns die Zimmer im Haupthaus gezeigt. Ja, das ist was, was akzeptabel ist. Die Zimmer hell und freundlich. Alles ordentlich, das können wir meiner Mutter anbieten. Warum man uns in die anderen Zimmer gesteckt hatte – ich weiss es nicht.



Den Bunten Garten kannten wir schon von unserem Besuch von vor 2 Jahren. Trotzdem machten wir dort wieder einen Rundgang. Oliver hatte nämlich in der Zwischenzeit einen botanischen Teil entdeckt, der u.a. einen Apothekergarten enthält.


Links und rechts des Gartens befindet sich ein äusserst attraktives Wohngebiet. Ich möchte nicht wissen, wie hier die Grundstückspreise sind. Wenn es langweilig werden sollte, im Garten spazieren zu gehen, dann kann man immer noch, die Nebenstrassen durchstreifen und die interessanten Villen beschauen. Wer hier wohnt hat Geld.


Frische Luft macht Appetit, auch wenn wir nach dem reichhaltigen Frühstück eigentlich keinen Hunger hatten. Aber irgendeine Kleinigkeit hätten wir schon ganz gern. Sabrina hatte die Idee, dass wir ins Café Heinemann gehen könnten. Die Eiskarte weckte unser Interesse. Im Café Heinemann wird das Eis noch hausgemacht, so wie man es früher in jeder Konditorei bekam. Bernd versüsste seinen Eisbecher noch mit einem Kännchen Trinkschokolade.

Alsbald hiess es für uns, Mönchengladbach in Richtung Düsseldorfer Flughafen zu verlassen. Ein wirklich schönes Wochenende mit viel Spass für uns alle 4 war zu Ende. Oliver und Sabrina – wir kommen wieder!

Landparty


Anlässlich ihres 5-jährigen Zusammenseins hatten Frank und Peter gestern zu einer kleinen intimen Grillparty eingeladen. Leider regnete es ja den ganzen Tag und wir mussten deshalb mit kleinen Einschränkungen leben: Gegrillt wurde auf dem Balkon unter dem Dachüberstand, gegessen wurde im Essbereich des grosszügigen Landsitzes. Solche Improvisation ersetzt natürlich nicht das Grillen auf dem Rasen und das Essen unter freiem Himmel – aber geschmeckt hat es trotzdem sehr sehr gut!

Die Beiden wohnen in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein. Dort werden noch die Kühe über die Strasse zum Melken in den Stall getrieben.

Landpartie

Donnerstag beging meine Mutter ihren 84. Geburtstag, ihr erster Geburtstag ohne ihren Mann, mit dem sie mehr als 60 Jahre verheiratet war. Kurz nach Vaters Tod erklärte sie mir, dass sie in diesem Jahr ihren Geburtstag nicht feiern wolle. Aber das wollte ich nicht so einfach hinnehmen. Wenn sie nicht feiern will – dann feiern wir sie! Zu diesem Zweck hatte ich mir freigenommen.

Ohne Mutter näheres zu erklären, erzählte ich ihr, dass wir sie an ihrem Geburtstag mittags abholen würden. Was sie nicht wusste:
1. Bernds Mutter würde mit uns fahren.
2. Da unser Wagen für 4 Personen nicht geeignet ist, würde ich mir einen Wagen leihen.
3. Wir würden zum Palmenhaus Café fahren.
4. Nach unser Rückkehr würden wir bei Freunden, die bei ihr im Haus wohnen, zusammen mit meiner Cousine und ihrem Freund eine kleine Überraschungsparty arrangieren.

Gestern morgen holten wir den vorbestellten Wagen ab. Statt eines Golf bzw. Peugeot bekamen wir ein upgrade. Uns wurde ein Audi A3 Diesel zur Verfügung gestellt. Über Hamburg, wo wir Bernds Mutter einsammelten, fuhren wir dann nach Lübeck zu meiner Mutter.

Ihr Erstaunen war gross als sie Bernds Mutter erblickte. Wie sie uns dann später erzählte, war ihre erste Überlegung: Wie kommen wir nur alle in Hans-Georgs und Bernds Wagen unter?. Das war dann die nächste Überraschung als wir alle in den Audi einstiegen.


Unser Fahrtzielt war das Palmenhaus Café in Sierhagen bei Neustadt an der Ostsee, was meine Mutter ja aber nicht wusste. Die Fahrt ging weitestgehend über Landstrassen Richtung Ostsee, vorbei an gelbstrahlenden Rapsfeldern, die einen schönen Kontrast zum blauen Himmel abgaben.

Während der Fahrt rätselte Mutter, wo wir denn nun hinfahren würden. Anfangs kannte sie die Gegend. Aber als wir uns in Neustadt von der Ostsee weg ins Landesinnere bewegten, musste sie passen.


Eine schmale Landstrasse mit vielen Kurven führte uns zum Gut Sierhagen. Blauer Himmel, grünes Gras und eine himmlische Ruhe empfing uns dort, unterbrochen nur durch das Geräusch, das ein Steinmetz mit Hammer und Meissel erzeugte, der im Garten sass und an einer Skulptur arbeitete.


Im Palmenhaus suchten wir uns am Tortentresen ein Stück Torte aus. Der Jahreszeit entsprechend entschieden wir uns für eine Erdbeertorte.


Danach suchten wir uns einen Platz auf der Terrasse des Cafés mit Blick auf die hügelige Umgebung. Unsere Mütter waren begeistert von diesem wunderschönen Fleckchen Erde. Nach und nach füllte sich die Terrasse mit weiteren Gästen und es wurde ziemlich interessant, diese zu beobachten. Leider liess es sich nicht vermeiden, einen Herrn zurechtzuweisen, der sehr laut mit seinem Handy telefonierte. Meine Bitte, er möge doch leiser sprechen, wurde von anderen Gästen positiv honoriert.


Nach einem Schnaps für meine Mutter, einem Eis für meine Schwiegermutter und einem Eiskaffee für mich machten wir einen Rundgang durch die Gutsgärtnerei. Wenn wir doch nur eine grössere Terrasse hätten! Ich hätte ein Vermögen dort lassen können! Und so liess es sich nicht vermeiden, dass ich mich mit nur 2 kleinen Kräutertöpfen zufrieden geben musste. Die Heimfahrt führte uns an der Ostseeküste entlang durch Sierksdorf, Haffkrug und Scharbeutz. In Lübeck machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Friedhof.


Im Haus meiner Mutter – ein 3-Etagen-Wohnaus – drängte ich sie von der Treppe weg und klingelte bei den Freunden unser Familie im Erdgeschoss, wo auch meine Cousine wartete. Wir schoben Mutter in die Wohnung, wo schon der Abendbrottisch reichlich gedeckt war. Auch diese Überraschung war gelungen, sehr zur Freude von allen, die an diesem Tag mitgewirkt hatten. Gemütlich sassen wir noch ein paar Stunden beisammen. Mutter erzählte von ihrer Reise, von der sie am Tag vorher zurückgekehrt war. Und genug Gesprächsstoff finden wir sowieso immer, wenn wir alle zusammen sind, so dass die Zeit nie lang wird.

Doch auch ein schöner Tag geht mal zu Ende. In dem Bewusstsein, meiner Mutter einen schönen Geburtstag bereitet zu haben, machten wir uns auf den Heimweg über Hamburg nach Geesthacht, eine Strecke, wir in ca. 1 Stunde meisterten, ohne mit dem Bleifuss über die Autobahn gerast zu sein.

Heimreise

Der Mittwoch stand im Zeichen des abschiednehmens und der Heimreise. Oliver und Sabrina sollten bereits um die Mittagszeit fliegen, wir hatten noch Zeit bis zum späten Nachmittag.

Nach dem reichhaltigen Frühstück fragten wir an der Rezeption, was man denn noch so machen könnte. Uns wurde vorgeschlagen, zum Fernsehturm zu fahren, was wir dann auch taten.

Der Fernsehturm Stuttgart ist der älteste Fernsehturm der Welt. Er wurde bereits im Jahr 1956 in Betrieb genommen. Die U-Bahn brachte uns schnell zum Turm. Noch schneller war die Auffahrt mit dem Lift zur Aussichtsplattform in 150 m Höhe in 36 Sekunden. Dort oben wehte ein kalter Wind, der uns nicht sehr lange die Aussicht auf die Umgebung geniessen liess. Eine Etage tiefer gibt es ein kleines Bistro, wo wir uns mit einem Heissgetränk aufwärmten.



Bald wurde es Zeit aufzubrechen damit Oliver und Sabrina ihren Flug erreichten. An der U-Bahnstation verabschiedeten wir uns. Die Beiden fuhren zum Hotel um dort das Gepäck aufzunehmen und zum Flughafen weiterzufahren. Bernd und ich fuhren noch mal in die Stadt. Eine schöne gemeinsame Zeit war zu Ende.

Als unsere Füsse wieder müde wurden, machten auch wir uns auf den Rückweg zum Hotel, wo unser Gepäck auf uns wartete. Ein Taxi brachte uns um Flugplatz. Der Verzehr eines Burgermenues direkt am Fenster mit Ausblick auf das Flughafengelände verkürzte uns die Wartezeit.

Der Start war, den Wetterverhältnissen entsprechend, etwas „holperig“. Sobald wir die Wolkendecke durchbrochen hatten, düste der Airbus ruhig über eine Schicht aus Watte Hamburg entgegen. Wenn man im Sonnenschein über den Wolken dahingleitet kann man sich immer kaum vorstellen, dass es unterhalb der Wolken grau und nass ist.

In Hamburg wurde Bernd vom Flugbegleiter, der nicht mal für uns zuständig war, mit einem Augenzwinkern verabschiedet. Ts ts!

Bei den Hexen

Die riesige Anlage des SI-Centrum besteht aus den beiden Musicaltheatern Apollotheater und Palladiumtheater sowie aus Hotels, einer Spielbank und vielen kleinen Geschäften, Bars und Restaurants. Im Wiener Kaffeehaus stärkten wir uns für den abendlichen Besuch des Palladiumtheaters.

Bei unserem Rundgang entdecken wir ein kleines Geschäft, das auch Hemden verkaufte, die uns recht gut gefielen. Als wir stehenblieben erschien wie aus dem Nichts eine Dame, die diesen Shop betreut. Sie erklärte uns, was für wunderbare, aus Mikrofaser hergestellte, Hemden das seien. Na ja, das Geld sitzt dann in guter Stimmung etwas locker und wir kauften 2 der Hemden, bzw. es waren eigentlich die einzigen, die es zu erwarben gab. Da wir damit aber nicht in die Vorstellung wollten, erklärte sich die Dame bereit, nach der Vorstellung extra dort zu warten, damit wir die Hemden dann in Empfang nehmen können. Gut, zu dem Preis kann man auch was an Service erwarten.

Durch die unterirdischen Katakomben des SI-Centrum (was das „SI“ im Namen bedeutet, hat sich mir bis heute nicht erschlossen) machten wir uns auf zum Theater. Nach einer kleinen Wartezeit im Foyer wurde der Zuschauerraum geöffnet und wir konnten unsere Plätze in der 1. Reihe Mitte einnehmen. Interessiert schauten wir uns die sichtbare Bühnenausstattung an, die bis in den Zuschauerraum hineinreicht. Kurz vor dem Beginn der Vorstellung erschien der Dirigent, der die Zuschauer in seiner Nähe, und damit u.a. auch uns, freundlich begrüsste. Leider wurde die Aufführung nicht vom Musikalischen Leiter dieser Produktion, dem uns gut bekannten Sebastian de Domenico dirigiert, aber das wussten wir bereits vorher.

Über das Musical kann man eine ganze Menge schreiben, ich will mich hier aber nur auf ein paar Dinge beschränken:
Die Ausstattung ist geradezu phantastisch. Es gibt viele Kostümwechsel, die zum Teil in atemberaubender Geschwindigkeit gemacht werden müssen. Die beiden Hauptdarstellerinnen, die die Rollen der beiden Hexen verkörpern, spielten mit einer Intensität, dass es uns zeitweise ziemlich unter die Haut ging und uns vergessen liess, dass alles nur Theater ist. Es gibt zwar ein Happyend, das aber nicht so richtig happy ist. Das Stück geht mehr in die Richtung Oper.

In der Pause durfte natürlich ein Hexendrink nicht fehlen, der uns für den 2. Teil der Vorstellung fit machte.

Fazit: Schade, dass das Muscial nicht in Hamburg gespielt wird, sonst würden wir es uns ganz sicher öfter ansehen. Oliver und seine Freundin entschieden auch ganz spontan, die bereits gebuchte Vorstellung im Mai zu besuchen und die Karten nicht anderweitig an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

Nach der Vorstellung liessen wir den Abend bei einer Flasche Wein in einem der zahlreichen Restaurants des SI-Centrum ausklingen.

Reise zu den Hexen

Am Montagmorgen hiess es dann früh aufstehen. Von Geesthacht zum Flufhafen Hamburg ist es nämlich nicht nur ein Katzensprung. Die Reise sollte nach Stuttgart gehen, hauptsächlich um dort Oliver und seine Freundin zu treffen, mit denen wir uns gemeinsam das Musical „Wicked – Die Hexen von Oz“ ansehen wollten.

Die Flugzeiten waren so geschickt gewählt, dass wir mit einem Abstand von etwa 15 Minuten in Stuttgart eintrafen. Ein Taxi brachte uns zum Hotel Körschtal, das wir bereits von einem früheren Aufenthalt kannten. Damals hatte die Inhaberin wohl einen schlechten Tag denn sie war nicht sehr freundlich. Trotzdem hatten wir dort wieder gebucht, einerseits weil es ein recht ordentliches und sauberes Hotel ist und anderseits weil es nur wenige Gehminuten von den Musicaltheatern entfernt ist.

Aufgrund der frühen Ankunftszeit waren unsere Zimmer noch nicht fertig. Wir deponierten unser Gepäck und fuhren mit der S-Bahn in die City von Stuttgart.

Der Schlosspark präsentierte sich uns im Sonnenschein. Bei einem Rundgang durch die Einkaufsstrassen entdeckten wir die historische Markthalle, deren Angebot dem des Viktualienmarkts in München gleicht und uns langsam aber sicher Appetit machte.



Wenn man sich so gar nicht auskennt, ist es nicht einfach, einen passenden Schlemmertempel zu finden. Aber das Glück war uns hold als wir uns für das Restaurant Ochs’n Willi entschieden hatten. Auf den ersten Blick schien es, dass das Restaurant voll besetzt sei. Die wenigen freien Tische waren reserviert. Auf unsere Nachfrage nach einem Tisch für 4 Personen wurden wir zu einem der reservierten Tische gebracht, so, als hätten die gerade auf uns gewartet.

Relativ schnell fanden wir auch was aus der reichhaltigen Karte. Die angebotenen Gerichte passten zur rustikalen Einrichtung. Gespannt warteten wir auf das bestellte Essen. Da das Restaurant fast vollständig voll war, sollten wir eigentlich nicht enttäuscht werden. Und das wurden wir auch nicht. Die Portionen waren dem Preis angemessen und die Qualität stimmte auch. Wir können nur jedem Stuttgartbesucher empfehlen, dieses Restaurant aufzusuchen. Fotos von den gefüllten Tellern haben wir leider nicht gemacht. Wir waren wohl zu überrascht.

Nachdem wir satt waren, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Unsere Zimmer waren inzwischen bezugsfertig. Nach einer kleinen Ruhepause, kombiniert mit einem aufmunternden Duschbad, machten wir uns auf den Weg zum SI-Erlebnis-Centrum.

Gute Wohngegend

Mein Fräulein Mutter feierte gestern ihren 83. Geburtstag, zu dem sie in das Clubrestaurant des Lübecker Seglervereins eingeladen hatte. Das Clubhaus liegt natürlich am Wasser, nämlich an der Wakenitz, ein Flusslauf, der vom Ratzeburger See kommt und in die Trave fliesst. Im Raum Lübeck erweitert sich der Fluss zu einem See, und hier liegt das Clubhaus.

Gegenüber dem Seglerverein befindet sich Lübecks erste Wohngegend. Grosse Villen, die teilweise leider Neubauten mit Eigentumswohnungen zum Opfer gefallen sind, und Einfamilienhäuser wechseln sich ab. Natürlich reichen alle Grundstücke bis an das Wasser. Ein ehemaliger Ministerpräsident Schleswig-Holsteins hat hier auch gewohnt oder wohnt immer noch dort. Mir ist nicht bekannt, ob er dort noch sein Domizil hat.

Hier ein paar Eindrücke, die ich gestern Abend aufgenommen habe.

Während der nächsten Tage wird es hier nicht viel zu lesen geben. Heute Abend trifft unser Freund Frank aus München ein. Er tritt mit seinem Chor Philhomoniker im Rahmen eines schwulen Chorfestivals aus Anlass des 20-jährigen Bestehen des Hamburger schwulen Männerchores Schola Cantorosa hier in Hamburg auf. Frank reist am Sonntagabend wieder ab. In den Tagen dazwischen gibt es ein paar Aktivitäten mit den Chören. Ich habe am Freitag und um Montag Urlaub genommen. Am Montag werde ich hoffentlich einiges zu berichten haben.

müde

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen meines Geburtstages und von Weihnachten. Nicht das ihr denkt, wir hätten zu meinen Geburtstag einen Weihnachtsbaum aufgestellt, nein, so war es nicht.

Meinen Eltern und Bernds Mutter hatten wir und Oliver einen Hamburg-Tag zu Weihnachten geschenkt, verbunden mit einer abendlichen Barkassenfahrt durch die beleuchtete Speicherstadt. Es bot sich also an, meinen Geburtstag und das Einlösen des Weihnachtsgeschenkes zu verbinden.

Oliver war mit seiner Freundin aus Mönchengladbach angereist. Sie waren so nett, meine Eltern mit dem Wagen aus Lübeck mitzubringen. Wir trafen uns erst in Geesthacht (einen separaten Beitrag dazu gibt es hier). Dann ging es zu uns nach Hause. Hier gab es hausgemachten Kuchen und Kaffee. Anschliessend fuhren wir mit der U-Bahn zu den Landungsbrücken.

Als wir dort eintrafen, ging gerade die Sonne über dem Hafen unter. Um 20.00 Uhr legte die Barkasse ab. Zuerst ging es eine kurze Strecke über die Elbe und dann in einen Fleet der Speicherstadt. Leider konnten aufgrund der Baustellen in der Hafencity nicht alle Fleete befahren werden. Aber dafür sollten wir später noch entschädigt werden.

Von der Fahrt durch die Fleete hatten wir etwas mehr erwartet. Die Beleuchtung ist nämlich gar nicht so effekvoll wie ich es auf einigen Fotos gesehen hatte. Wahrscheinlich hat man die Aufnahmen mit Langzeitbelichtung gemacht und dadurch ein intensives Anstrahlen der Gebäude vorgetäuscht. So war es denn doch recht dunkel in der Speicherstadt.

Wie schon oben erwähnt wurden wir aber ausreichend entschädigt. Da wegen der Sperrung einiger Fleete noch viel Zeit übrig blieb, machter der Barkassenführer noch eine kleine Hafenrundfahrt.


Eine Hafenrundfahrt bei Tageslicht hat ja durchaus ihre Reize und ist immer wieder interessant. Aber eine Hafenrundfahrt bei Dunkelheit ist ein ganz besonderes Erlebnis, das wir zum ersten Mal geniessen durften. Gern hätten wir davon noch mehr gehabt.

Nach etwa einer Stunde erreichten wir wieder den Anleger an den Landungsbrücken. Mit der U-Bahn ging es heimwärts, wo wir uns noch mit ein paar Schnittchen stärkten.

Mein Urlaub ist jetzt vorbei und morgen geht es wieder ins Büro. Ich fühle mich heute ausgelaugter als nach einer Woche Arbeit. Eigentlich ist heute mein erster Urlaubstag weil es der erste Tag ohne Termine ist. Es wäre besser gewesen, wenn ich mir den morgigen Tag auch noch frei genommen hätte. Zum Glück ist es nur eine kurze Woche an deren Ende vier freie Tage ohne Termine stehen, auf die ich mich sehr freue.

Es könnte jetzt der Eindruck entstehen, als würde ich den gestrigen Tag bereuen. Dem ist aber nicht so. Es ist immer schön, meine alten Eltern und Bernds Mutter hier zu haben. Und natürlich auch Oliver, den ich zuletzt Weihnachten gesehen habe. Ausserdem durften wir seine nette Freundin kennenlernen. Und für alle, die uns lieb sind, nehmen wir auch mal etwas Stress in kauf.