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In den Fängen der Anderen

Hat wirklich jemand geglaubt, nach der Einigung von Demokraten und Republikanern über die Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA wäre nun alles in Ordung? Ich hatte da von Anfang an meine Zweifel. Und was mich auch wunderte, dass die Ratingagenturen, die ja einige Europäische Länder, allen vorran Griechenland, gnadenlos runtergstuft hatten, die USA in Ruhe gelassen haben.

Nun, da eine Einigung erfolgt ist, die, wie sich zeigt, das gewünschte Ergebnis nicht gebracht hat, beeilen sich die Ratingagenturen, die USA herabzustufen. Und die Regierung ist nun sauer. Zu verstehen ist das alles nicht.

Sauer ist auch China, wo die USA hoch verschuldet sind. Und China stellt Forderungen. Tja, so ist das, wenn man sich in die Fänge von Ländern begibt, die hofiert worden sind obwohl da so einiges im Argen liegt und deren politisches System alles Andere als demokratisch ist. China kann ich bezüglich seiner Forderungen zwar verstehen, nicht aber die Länder, die China alles geben, inklusive von Technologie. Eines Tages wird China die Welt beherrschen und wir werden alle kuschen … müssen.

Und bei uns in Deutschland sieht es doch auch nicht anders aus. Wir haben uns in die Fänge von Russland begeben was die Lieferung von Öl und Gas betrifft. Es wird zwar immer wieder beteuert, dass dies nur zu einem geringen Anteil der Fall ist. Aber ich traue den Russen nicht über den Weg. Denen ist doch auch das Hemd näher als die Hose wenn Not am Mann ist. Entweder werden sie die Lieferungen kürzen, wenn nicht so gar stoppen, oder an der Preisschraube drehen. Und damit sind wir dann auch von ihnen Abhängig. Und die Russen haben erreicht, was sie schon immer haben wollten, nämlich den Westen.

Es scheint, dass im Moment alles in Auflösung begriffen ist. Und ich habe keine Hoffung, dass es in absehbarer Zeit besser wird.

Entsetzt

Entsetzt, sprachlos, traurig – es gibt viele Worte, um das auszudrücken, was in Oslo geschehen ist – und doch kann man das Geschehene nicht mit einem Wort beschreiben.

Bereits die erste Nachricht von der Bombenexplosion, die mich über eine Sondermeldung des Radiosenders erreichte, machte mich betroffen. Ein Anschlag in Oslo? Das kann doch gar nicht sein!

Nach und nach wurde das Ausmass bekannt und später kam dann noch die Meldung dazu, dass etwa 80 junge Leute in einem Jugendcamp erschossen worden sind, eine Tat, die einfach unvorstellbar ist. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was da vorsichgegangen ist, wie die jungen Leute versucht haben, zu flüchten. Es muss die Hölle gewesen sein.

Inzwischen gibt es ein paar Informationen über den Täter: „rechts, nationalistisch, christlich-fundamental“, eine im wahrsten Sinn des Wortes „brisante“ Mischung!

Oslo kann überall sein! Rechte Gruppierungen gibt es auch bei uns und „christlich-fundamentale“ auch, wie gerade die Diskussion der letzten Tage bei HL-live beweist.

Ein Herr Parheim ist dort der Meinung, die Landeskirchen sollten sich auf die urchristlichen Wurzeln zurückbesinnen! So eine Meinung ist christlich-fundamental! Wie gesagt – Oslo kann überall sein. Attentate und Diskussionen im Internet unter dem christlichen Deckmantel sind Kreuzzüge mit modernen Mitteln.

Der Norwegischen Nation, den Angehörigen und Freunden der Opfer gilt mein Mitgefühl.

Warum nur …

… hat Frau Merkel ausdrücklich betont, dass die Ersparnisse der Bundesdeutschen Bürger sicher seien. Als erstes fiel mir dazu ein „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Na ja, wir wissen ja alle, was dann wenig später passiert ist.

In diesem Zusammenhang habe ich heute bei Quilt-Traum folgendes gefunden (Eine Kolumne von Harald Martenstein aus dem Berliner Tagesspiegel):

Ein Staatsbankrott beginnt immer – immer! – damit, dass die Regierung erklärt, die Lage sei keineswegs besorgniserregend. Man habe alles im Griff, im Gegensatz zu gewissen Nachbarländern. Die Bundeskanzlerin sagt, die Spareinlagen der Sparer seien sicher, sie selber gebe ihr persönliches Ehrenwort. Kurz darauf schließen die Banken.

Die Bankangestellten montieren dicke Stahlplatten vor die Türen und Fenster der Bank, Telefone und Geldautomaten werden abgestellt. Die Leute sind natürlich stocksauer und rennen an ihre Computer, vielleicht geht noch Internetbanking. Im Internet sehen sie, dass ihre Konten in einer anderen Währung geführt werden als bisher.

Die Regierung hat, über Nacht, neben dem Euro wieder die D-Mark eingeführt und noch dazu den Taler, irre, den Taler hatte keiner mehr auf der Rechnung. Ein Konto, auf dem gestern 955 Euro waren, meldet nun den Kontostand „drei Taler, vier Kreuzer“. Abheben kann man die Taler aber auch nicht. Das macht die Leute nun wirklich wütend, die Stimmung ist im Keller.

Die Bundeskanzlerin besteigt einen Hubschrauber und verlässt das Land, telefonisch lässt sie mitteilen, dass ihr das Ganze furchtbar leidtut. Das sei alles auch aus ihrer Sicht nicht optimal gelaufen.

In den folgenden zehn Tagen gibt es fünf Bundeskanzler. Jede Partei kommt mal dran. Nach kurzem Check der Staatsfinanzen treten alle Kanzler sofort wieder zurück. Bankkonten werden abgeschafft. Es gibt sie nicht mehr. Wozu auch? Immerhin muss niemand mehr Steuern zahlen. Die Leute versuchen, mit Äxten und Schneidbrennern die Banken aufzubrechen. Sie schaffen es nicht. Irgendwann bekommen die Leute Hunger, auch Durst, sie plündern die Supermärkte. Wie heißt noch gleich das Sprichwort? Durst ist schlimmer als Heimweh. Das Plündern als solches geht einfach, die Polizei macht sogar mit. Endlich funktioniert mal was.

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Realitätsverlust

Menschen, die nie mit einer Frau Geschlechtsverkehr gehabt haben – jedenfalls offiziell -, die keine finanziellen Sorgen haben, keinen Hunger leiden müssen und es im Winter warm haben, denen eine Wohnung gestellt wird, erdreisten sich, darüber zu richten, ob deutsche AKWs sicher sind und darüber, dass es zuviele Abtreibungen in Deutschland gibt. Dieses Thema sei wichtiger als die Energiewende.

Sowas kann nur von der katholischen Kirche kommen, in diesem Fall von Kardinal Meisner.

Ich frage mich schon seit Jahren, wie Männer, die nie das Zusammenleben mit einer Frau erlebt haben, nie ein Kind gezeugt haben, also nie selbst eine Familie gegründet haben, ihren Gläubigen erzählen wollen, was der Familie gut tut und was nicht.

Rettungsanker

Besser gesagt „Rettungsschirm“ – anders kann man die weitere 180-Grad-Wende unserer der Kanzlerin nicht verstehen, nun doch einer Steuererleichterung noch in dieser Legislaturperiode zuzustimmen. Erstens kann sie damit nur gemeint haben, ihren derzeitigen Koalitionspartner FDP für die nächste Bundestagswahl über die 5-Prozent-Hürde zu stemmen und zweitens ihre eigene Partei aus dem Umfragetief zu holen. Und das gemeine Wahlvolk wird sich entsprechend erkenntlich zeigen weil es die Zusammenhänge nicht versteht.

Ich sage nur: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Immerhin hat sich das Wachstum der Industrie überraschender Weise nicht so positiv entwickelt wie vorhergesagt.

Ich weiss ja nicht, wie man so überrascht darüber sein kann. Wenn wir über die Grenzen schauen, sieht man doch, dass in allen Staatskassen Ebbe herrscht. Das sehen doch auch die sogenannten Fachleute und sollten dann wissen, dass der Welthandel eine positive Prognose gar nicht hergeben kann.

Auch nicht besser

Philipp Rösler, neuer Parteichef der FDP, übernimmt die Forderungen seines Vorgängers Westerwelle und verlangt Steuersenkungen, und zwar noch in dieser Legislaturperiode, besonders für mittlere und niedrige Einkommen. Scheinbar hat auch Herr Rösler die Zeichen der Zeit nicht erkannt und setzt nur darauf, mit dieser Forderung seine Partei aus dem Umfragetief zu bekommen.

Die FDP ist und bleibt weiterhin unglaubwürdig, einen Neuanfang nach der Ablösung Westerwelles als Parteichef, hat man verpasst. Na ja, vielleicht klappt es ja noch, dass die FDP eines Tages bei Wahlergebnissen als „sonstige“ geführt wird.

17. Juni


Der 17. Juni war bis 1990 der Deutsche Feier- bzw. Gedenktag schlechtin. Die Medien berichteten lang und breit und jedes Jahr mit den selben Fotos von der gewaltsamen Niederschlagung in der damals noch „sogenannten“ DDR.

In der Tageszeitung habe ich heute keine Notiz zu diesem Datum gefunden. Allerdings wunderte ich mich heute Morgen, dass einige öffentliche Gebäude geflaggt hatten. Erst im Laufe des Tages, als ich selbst das heutige Datum schreiben musste, war mir bewusst, dass wir früher heute immer frei hatten, weil eben Feiertag war. Heute gibt es nur noch Beflaggung an öffentlichen Gebäuden. Über die Geschehnisse damals wird wohl kaum noch ein Wort verloren.

AKW Krümmel

Das AKW Krümmel vor dem endgültigen Aus? Das scheint beschlossene Sache zu sein. Glauben mag ich das erst, wenn das Gesetz über den Rückzug von der Laufzeitverlängerung durch ist. Dann kann ich mich freuen – noch nicht. Das, was unsere Regierung verlautbaren lässt und das, was später dabei tatsächlich herauskommt, hat uns schon manches Mal enttäuscht.

EU und EHEC

Statt sich darüber zu freuen, dass die Verbraucher frühzeitig informiert – besser gesagt: gewarnt – wurden, wird Deutschland seitens der EU vorgeworfen, zu früh an die Öffentlichkeit gegangen zu sein anstatt zuerst die EU über die gewonnen Erkenntnisse zu informieren. Nun gibt es wohl eine Beschwerde gegen Deutschland.

Da handelt eine Nation verbraucherfreundlich und das wird nicht gewürdigt, im Gegenteil. Ich möchte nicht wissen, wie lange es gedauert hätte, bis eine offizielle Stellungnahme der EU vorgelegen hätte. Womöglich hätten sich noch viel mehr Menschen mit EHEC infiziert und wären schlimmstenfalls an den Folgen gestorben.

Deutschland hat verbraucherfreundlich reagiert – und das ist sehr zu begrüssen!

Super GAU

Fukushima und kein Ende! In den Medien ist es leider ruhig geworden um das Atomkraftwerk Fukushima. Andere Dinge bzw. Ereignisse sind in den Vordergrund getreten. Weiss man, ob die Berichterstattung durch die AKW-Konzerne, ja, vielleichtr sogar durch die Regierung, eventuell durch deren Einflüsse unterbunden werden bzw. auf ein Minimum eingeschränkt werden? Zuzutrauen ist allen alles!

Ich weiss ja nicht, ob mein bevorzugtes Nachrichtenportal n-tv.de weitgehend unabhängig ist oder nicht. Aber ich werde dort auf die Schnelle über Neuigkeiten auf der Welt infomiert. Wie sicher oder wie gefiltert diese Neuigkeiten sind – ich weiss es nicht.

Heute jedenfalls wurde dort mal wieder ein Beitrag zu Fukushima veröffentlicht.

Das, was man dort lesen kann, deckt sich mit den Eindrücken, die ich seinerzeit nach dem Erbeben und den anschliessenden schrecklichen Vorfällen in Fukushima bekommen hatte: Irgendwer spinnt bzw. hält sich mit den wahren Fakten und Informationen zurück. Die Japanische Regierung war entweder so blind, die Fakten nicht zu erkennen oder sie hat die Japaner bewusst getäuscht und sie bewusst gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt, deren Folgen noch unabsehbar sind. Und die Japaner haben hingebungsvoll ihr Schicksal ertragen – ohne aufzumucken. In dem Bewusstsein dessen, dass die Japaner so sind, ist die Informationspolitik des AKW-Betreibers und der Regierung wohl auch entsprechend spärlich und unwahr gewesen. Die Verantworlichen haben ihr Volk bewusst belogen.

Übertragen auf Deutsche Verhältnisse lege ich nicht meine Hand dafür ins Feuer, dass wir bei Störfällen in Deutschen Kernkraftwerken nicht auch schon belogen worden sind bzw. in Zukunft auch belogen werden. Die erste Reaktion bei Störfällen geht ja von den Betreibern der Atomkraftwerke aus, d.h. ein Störfall muss gemeldet werden. Da liegt doch schon der Hase im Pfeffer! Es könnte ja durchaus sein, dass Störfälle gar nicht gemeldet werden bzw. heruntergespielt werden. Und die Regierung? Würde sie uns die Wahrheit erzählen, wenn es ein sehr ernster Zwischenfall wäre? Dieser heutigen Regierung glaube ich kein Wort mehr. Ob das aber unter einer anderen Regierung besser wäre? Ich könnte mir vorstellen, dass eine Regierung mit Beteilung der Grünen vertrauenserweckender sein könnte. „Abers“ gäbe es aber auch solchenfalls viele.

Ich kann nur jedem Leser empfehlen, den oben von mir verlinkten Artikel zu lesen. Euch stehen dann die Haare zu Berge!

Nachtrag::
Hier noch ein Interview zum gleichen Thema.
Ein Kernsatz: „Niemand auf der Welt hat bisher Erfahrungen damit.“
und der Schlusssatz:
„Sie setzen die Menschen, die dort leben, erheblichen Gefahren aus, um die Atomindustrie zu retten. Das ist unverantwortlich.“