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Wir sind dumm

Wir sind ungebildet, mit anderen Worten: Wir sind dumm. Nämlich alle die, die die FDP nicht gewählt haben. Das behauptet der Chef der Frankfurter FDP Dirk Pfeil. Klar doch, die Schuld lässt sich leicht auf die dummen Wähler schieben, die die Aussagen und Ziele der FDP nicht verstanden haben.

Besser wäre es, die Schuld in den eigenen Reihen zu suchen und bei den unmöglichen Aussagen, die diese Partei von sich gibt.

Herr Pfeil, die Wähler sind schlauer als Sie denken! Deshalb haben sie entschieden, ihrer Partei den Rücken zu kehren. Ihrer Partei steht eigentlich kein eigener Balken am Wahlabend mehr zu. Sie gehört und „sonstige“. Nur der Tatsache, dass die FDP in der Regierungsverantwortung steht, ist es zu verdanken, dass sie noch einen eigenen Balken bekommt.

Apropo Regierungsverantwortung, die ist der FDP ja schon lange abhanden gekommen.

Welch ein Theater!

Der Papst kommt. Mittlerweile wissen es wohl alle. Und er soll oder will im Bundestag eine Rede halten, als Staatsoberhaupt des Vatikan! Ich denke, dass er in erster Linie als Papst dort sprechen wird.

Nun haben nicht gerade wenige Bundestagsabgeordnete der Oppositionsparteien angekündigt, bei dieser Rede nicht anwesend sein zu wollen. Gut, diese Leute haben mein Verständnis. Was ich aber nicht verstehe ist die Tatsache, dass die leeren Plätze mit ehemaligen Bundestagsabgeordneten sozusagen aufgefüllt werden sollen. Damit der Papst nicht vor einem halbleeren Plenum sprechen muss!

Diese Aktion ist einfach nur lächerlich und peinlich. Hat Deutschland sowas nötig? Nein!

Stolpersteine

Vielleicht ist jeder von uns schon mal über einen oder mehrere Stolpersteine gestolpert, und zwar nicht so, dass er ins stolpern kam sondern derart, dass wir daran erinnert wurden, dass in gerade dem Haus, vor dem wir den Stolperstein entdeckt haben – oder manchmal auch mehrere – der letzte freigewählte Wohnort einer oder mehrerer Personen war, bevor sie in ein Konzentrationslager deportiert wurden.

Stolpersteine ist eine Aktion des Künstlers Gunter Demnig. Er stellt die Stolpersteine aus Messing her. Eingraviert werden Angaben zu den Personen, denen die Stolpersteine gewidment sind.

Stolpersteine gibt es mittlerweile in vielen Städten Deutschlands und in anderen Ländern Europas. Nur in München nicht. Dort weigert sich der Stadtrat, Genehmigungen zur Verlegung von Stolpersteinen zu erteilen. Bereits verlegte Stolpersteine mussten wieder entfernt werden. München hat scheinbar ein recht merkwürdiges Verhältnis zur Erinnerung an deportierte unliebsame Personen in der NS-Zeit.

Anfangs sträubte sich auch Hamburg, die Verlegung von Stolpersteinen zuzulassen. Es war die Zeit, als Ronald Schill Innensenator in Hamburg war! Inzwischen sehe ich sehr viele dieser Erinnerungssteine auf den Gehwegen in Hamburg. Manchmal stolper ich auch und bleibe ich stehen und lese die Inschriften.

Hab ich es nicht gesagt?

Vor kurzem verkündete die Bundesregierung, dass sie mit einem längeren Aufschwung rechnet. Ich hatte da bereits berechtigte Zweifel. Und jetzt, gerade mal 3 Tage später, haben wir den Salat: Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal lediglich um 0,1 Prozent gestiegen, die Zahlen für das erste Quartal wurden von 1,5 Prozent auf 1,3 Prozent nach unten korrigiert.

Herrjeh – wissen die es in Berlin tatsächlich nicht besser? Dann sind sie völlig fehl am Platz – was ich sowieso glaube – und gehören zum Teufel gejagt. Oder belügen die uns nach Strich und Faden? Was ich allerdings auch glaube. Auch ein Grund, die sogenannten Spitzenpolitiker zum Teufel zu jagen.

Können die uns nicht mal die Wahrheit sagen? Damit fährt man allemal besser. Aber dazu ist wohl bereits zu spät. Noch eine Kehrtwendung verträgt diese Regierung nicht.

Nachtrag:
Der 2. Link im Text war falsch. Nach der Berichtigung leitet er jetzt zur richtigen Meldung.

Ich glaube nicht daran

Die Bundesregierung rechnet mit einem längeren Aufschwung, welcher einen Rückgang der Arbeislosenzahlen zur Folge hat.

Ich frage mich, woher die Regierung diese Erkenntnis hat. Dass der Binnenmarkt vom Aufschwung nichts hat, ist kein Geheimnis. Und wer bitteschön soll im Ausland unsere Produkte kaufen wenn überall die Wirtschaft am Boden liegt?

Ich vermute, dass hinter dieser Meldung der Versuch steht, die Umfrageergebnisse wieder in ein besseres Licht zu rücken. Und als nächstes wird die FDP wieder nach Steuersenkungen schreien.

Wann kommt die Trennung?

Mit dem Vorschlag, älteren Arbeitslosen das Arbeitslosengeld zu kürzen, holt her Lindner seine Partei definitiv nicht aus dem Tief. Er ist der Meinung, dass wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt ältere Arbeitnehmer gebraucht würden.

Herr Lindner hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wie wohl inzwischen jeder weiss, besteht auch in Deutschland die Gefahr einer Rezession. Der sogenannte Aufschwung wird nicht von Dauer sein weil der Binnenmarkt das nicht hergibt und der Aussenhandel auch nicht weil alle Welt kein Geld hat. Insofern ist davon auszugehen, dass sich die Arbeitslosenzahl bei uns über kurz oder lang wieder erhöhen wird.

Es wird Zeit, dass sich Frau Merkel von ihrem Koalitionspartner trennt – auch auf die Gefahr hin, dass sich dann die Umfragewerte für die CDU wieder erhöhen.

Nach wie vor steht die FDP bei 3 Prozent (!) womit sie völlig bedeutungslos ist und bei Wahlergebnissen nicht mehr als FDP sondern als „Sonstige“ geführt werden müsste.

Die FDP hat ohne Zweifel grosse Staatsmänner hervorgebracht, aber mit denen, die zurzeit dort ihren Schwachsinn verbreiten, ist kein Staat zu machen.

In den Fängen der Anderen

Hat wirklich jemand geglaubt, nach der Einigung von Demokraten und Republikanern über die Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA wäre nun alles in Ordung? Ich hatte da von Anfang an meine Zweifel. Und was mich auch wunderte, dass die Ratingagenturen, die ja einige Europäische Länder, allen vorran Griechenland, gnadenlos runtergstuft hatten, die USA in Ruhe gelassen haben.

Nun, da eine Einigung erfolgt ist, die, wie sich zeigt, das gewünschte Ergebnis nicht gebracht hat, beeilen sich die Ratingagenturen, die USA herabzustufen. Und die Regierung ist nun sauer. Zu verstehen ist das alles nicht.

Sauer ist auch China, wo die USA hoch verschuldet sind. Und China stellt Forderungen. Tja, so ist das, wenn man sich in die Fänge von Ländern begibt, die hofiert worden sind obwohl da so einiges im Argen liegt und deren politisches System alles Andere als demokratisch ist. China kann ich bezüglich seiner Forderungen zwar verstehen, nicht aber die Länder, die China alles geben, inklusive von Technologie. Eines Tages wird China die Welt beherrschen und wir werden alle kuschen … müssen.

Und bei uns in Deutschland sieht es doch auch nicht anders aus. Wir haben uns in die Fänge von Russland begeben was die Lieferung von Öl und Gas betrifft. Es wird zwar immer wieder beteuert, dass dies nur zu einem geringen Anteil der Fall ist. Aber ich traue den Russen nicht über den Weg. Denen ist doch auch das Hemd näher als die Hose wenn Not am Mann ist. Entweder werden sie die Lieferungen kürzen, wenn nicht so gar stoppen, oder an der Preisschraube drehen. Und damit sind wir dann auch von ihnen Abhängig. Und die Russen haben erreicht, was sie schon immer haben wollten, nämlich den Westen.

Es scheint, dass im Moment alles in Auflösung begriffen ist. Und ich habe keine Hoffung, dass es in absehbarer Zeit besser wird.

Entsetzt

Entsetzt, sprachlos, traurig – es gibt viele Worte, um das auszudrücken, was in Oslo geschehen ist – und doch kann man das Geschehene nicht mit einem Wort beschreiben.

Bereits die erste Nachricht von der Bombenexplosion, die mich über eine Sondermeldung des Radiosenders erreichte, machte mich betroffen. Ein Anschlag in Oslo? Das kann doch gar nicht sein!

Nach und nach wurde das Ausmass bekannt und später kam dann noch die Meldung dazu, dass etwa 80 junge Leute in einem Jugendcamp erschossen worden sind, eine Tat, die einfach unvorstellbar ist. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was da vorsichgegangen ist, wie die jungen Leute versucht haben, zu flüchten. Es muss die Hölle gewesen sein.

Inzwischen gibt es ein paar Informationen über den Täter: „rechts, nationalistisch, christlich-fundamental“, eine im wahrsten Sinn des Wortes „brisante“ Mischung!

Oslo kann überall sein! Rechte Gruppierungen gibt es auch bei uns und „christlich-fundamentale“ auch, wie gerade die Diskussion der letzten Tage bei HL-live beweist.

Ein Herr Parheim ist dort der Meinung, die Landeskirchen sollten sich auf die urchristlichen Wurzeln zurückbesinnen! So eine Meinung ist christlich-fundamental! Wie gesagt – Oslo kann überall sein. Attentate und Diskussionen im Internet unter dem christlichen Deckmantel sind Kreuzzüge mit modernen Mitteln.

Der Norwegischen Nation, den Angehörigen und Freunden der Opfer gilt mein Mitgefühl.

Warum nur …

… hat Frau Merkel ausdrücklich betont, dass die Ersparnisse der Bundesdeutschen Bürger sicher seien. Als erstes fiel mir dazu ein „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Na ja, wir wissen ja alle, was dann wenig später passiert ist.

In diesem Zusammenhang habe ich heute bei Quilt-Traum folgendes gefunden (Eine Kolumne von Harald Martenstein aus dem Berliner Tagesspiegel):

Ein Staatsbankrott beginnt immer – immer! – damit, dass die Regierung erklärt, die Lage sei keineswegs besorgniserregend. Man habe alles im Griff, im Gegensatz zu gewissen Nachbarländern. Die Bundeskanzlerin sagt, die Spareinlagen der Sparer seien sicher, sie selber gebe ihr persönliches Ehrenwort. Kurz darauf schließen die Banken.

Die Bankangestellten montieren dicke Stahlplatten vor die Türen und Fenster der Bank, Telefone und Geldautomaten werden abgestellt. Die Leute sind natürlich stocksauer und rennen an ihre Computer, vielleicht geht noch Internetbanking. Im Internet sehen sie, dass ihre Konten in einer anderen Währung geführt werden als bisher.

Die Regierung hat, über Nacht, neben dem Euro wieder die D-Mark eingeführt und noch dazu den Taler, irre, den Taler hatte keiner mehr auf der Rechnung. Ein Konto, auf dem gestern 955 Euro waren, meldet nun den Kontostand „drei Taler, vier Kreuzer“. Abheben kann man die Taler aber auch nicht. Das macht die Leute nun wirklich wütend, die Stimmung ist im Keller.

Die Bundeskanzlerin besteigt einen Hubschrauber und verlässt das Land, telefonisch lässt sie mitteilen, dass ihr das Ganze furchtbar leidtut. Das sei alles auch aus ihrer Sicht nicht optimal gelaufen.

In den folgenden zehn Tagen gibt es fünf Bundeskanzler. Jede Partei kommt mal dran. Nach kurzem Check der Staatsfinanzen treten alle Kanzler sofort wieder zurück. Bankkonten werden abgeschafft. Es gibt sie nicht mehr. Wozu auch? Immerhin muss niemand mehr Steuern zahlen. Die Leute versuchen, mit Äxten und Schneidbrennern die Banken aufzubrechen. Sie schaffen es nicht. Irgendwann bekommen die Leute Hunger, auch Durst, sie plündern die Supermärkte. Wie heißt noch gleich das Sprichwort? Durst ist schlimmer als Heimweh. Das Plündern als solches geht einfach, die Polizei macht sogar mit. Endlich funktioniert mal was.

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