Archiv der Kategorie: persönlich

Theater Theater

Der Oktober hat sich ja, jedenfalls hier im Norden, mit dem richigen Herbstwetter eingeführt: Sturm, viel Regen und ganz kurz auch ein paar Sonnenstrahlen. Na ja, wir können eh nichts dagegen tun, was auch gut ist, und müssen es nehmen wie es kommt.

Seit heute ist auch das erste Weihnachtsgeschenk im Sack, eine Theaterkarte für meine Mutter für die Oper Madam Butterfly. Natürlich gehen wir gemeinsam mit ihr in die Oper, allein würde es ihr sicher nicht gefallen.

Silvester gehen wir hier in Geesthacht ins Theater. Ja, sowas gibts hier auch in der kleinen Stadt an der Elbe. Es wird eine Musicalshow gegeben. Beginn der Vorstellung ist um 18.00 Uhr, was dem weiteren Verlauf des Abends sehr entgegenkommt. Anschliessend werden wir nämlich mit unseren Nachbarn ein Fondue zelebrieren.

vorher/nachher

Kürzlich hatte ich ja hier über die anstehende Sanierung einer Wohnung in unserem Familienhaus in Lübeck berichtet. Familienhaus nenne ich es übrigens deshalb, weil meine Grosseltern väterlicherseits das Haus ihren 3 Kindern vererbt haben. Die wiederum haben es ihren Kindern vermacht bzw. eine kinderlose Tochter ihrem Grossneffen.


Mein Grossvater war selbständiger Tapezier- und Polstermeister und betrieb in dem Haus ein kleines Ladengeschäft und seine Werkstatt. Neudeutsch würde man heute Raumaustatter dazu sagen. Ich wusste, dass aus der Zeit eine Werbepostkarte für das Geschäft existiert und bat meine Mutter, diese herauszusuchen. Das obige Bild zeigt einen Ausschnitt aus dieser Karte.

In den 30er Jahren des letzten Jahrunderts wurde meinen Grosseltern auferlegt, im Zuge einer Strassenverbreiterung ihr Haus grundlegend umzubauen. Vom Grundstück musste was abgegeben werden, dafür durfte das Haus aufgestockt werden. Leider verlor das Haus damals sein ursprüngliches Aussehen wie das folgende Foto zeigt. Das Türmchen auf dem Erker musste ebenso dran glauben wie viele andere Verzierungen an der Fassade. Mein Grossvater war mit seinem Geschäft zwischenzeitlich in ein nebenan ankgekauftes Haus umgezogen.


Aus heutiger Sicht ist der damals seitens der Stadt Lübeck zwingend vorgeschriebende Umbau wohl ein Glücksfall. Denn die Erhaltung der Fassade würde sicher sehr viel Geld verschlingen.

Die Sanierung der Wohnung kostet übrigens über 40.000 Euro. So wie es aussieht, kann der Stuck sichtbar erhalten werden.

Erwischt

Nach einem langen Arbeitstag möchte man möglichst schnell nach Hause, besonders wenn man ein schönes Zuhause hat, in dem man auch noch sehnsüchtig erwartet wird.
Deshalb gebe ich offen und ehrlich zu, dass ich meistens, und wenn die Situation es gestattet, schneller auf der Strasse unterwegs bin, als in den einzelnen Strassenabschnitten erlaubt.

Wohlwissend, dass ich zu schnell fahre, was eh meistens der Fall ist, versuche ich vorrausschauend darauf zu achten, ob am Strassenrand Fahrzeuge abgestellt sind, in denen eine Geschwindigkeitsmessung stattfinden könnte.

Heute Abend entdeckte ich so ein Fahrzeug. Gerade wollte ich die Bremse betätigen, um von 70 km/h auf die erlaubten 50 km/h zu kommen, bemerkte ich an dem Wagen einen Typen, der auf der rechten Seite an dem Wagen rumwurschtelte. Also fuhr ich mit unverminderter Geschwindigkeit weiter, allerdings doch irgendwie mit einem unguten Gefühl.

Hätte ich man auf mein Gefühl gehört und gebremst. Ein roter Blitz aus dem besagten Fahrzeug sorgte nämlich dafür, dass von unserem Wagen und mir ein nettes Foto geschossen wurde. Nun ja, da muss ich nun durch.

Eins ist jedenfalls klar: Mit meinem Gefühl stimmt noch alles (in Anlehnung an Loriot und sein Frühstücksei).

Antik?

Ich weiss nicht, wie alt Gegenstände sein müssen, um sie als Antik zu bezeichnen. Tatsache ist, dass unser Familienhaus, ein Wohn- und Geschäftshaus mitten in der City von Lübeck, 1899 erbaut worden ist. Leider ist die Origianlfassade nicht mehr erhalten. Im Zuge einer Strassenverbreiterung wurde das Haus in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts äusserlich umgebaut.

Eine der Wohnungen, in der seit Jahrzehnten ein Steuerberater sein Büro hatte, muss jetzt renoviert und modernisiert werden. Teile der Wohnung sind noch im Original erhalten, nämlich die Türklinken, die Spülkastenkonsolen des WC, die Fliesen in der Küche sowie Stuck in 2 Räumen.

Die Decken in den beiden mit Stuck geschmückten Räumen sind zurzeit abgehängt. Wir werden untersuchen lassen, was die Restaurierung des Stucks kostet verglichen mit einer neuen Abhängung der Decken. Der Spükasten muss weg. Die neuen Mieter möchten aber gern die beiden Konsolen anderweitig verwenden. Die Fliesenflächen sind leider bereits ausgebessert und müssen wohl komplett entfernt werden. Die Türklinken bleiben erhalten.

Was die ganze renovierung kosten wird, wissen wir noch nicht. Fussböden müssen hergerichtet werden, der Maler muss rein, eine neue Heizungs- und Warmwasseranlage muss installiert werden. Badezimmer und WC müssen neu. Eine Küche muss eingebaut werden. Da kommen wieder mal ein paar zigtausend Euro Investitionen auf uns zu. Aber dann ist es eine schmucke 5-Zimmerwohnung.

Die neuen Bewohner, eine junge Familie mit einer kleinen Tochter, gehören zur Familie. Die junge Frau ist mit Zwillingen schwanger, die im Dezember auf die Welt kommen sollen. Bis dahin muss die Wohnung fertig sein.

Heute hatten wir zusammen mit unserem Hausverwalter und einem Installateur einen familiären Ortstermin. Maler und Tischler schauen sich zwecks Abgabe Angebots für die notwendigen Arbeiten in den nächsten Tagen die Wohnung an. Ich hoffe, dass wir bis Ende nächster Woche wissen, mit welchen Zahlen ich zur Bank muss.

Aufmerksam


Vor einiger Zeit bin ich bei meinen Reisen durch das www über ein Kochbuch gestolpert, das mein Interesse weckte: 1000 recipes to try before you die. Da ich derzeit das Geld dafür nicht ausgeben wollte und ich im Grunde einen ausreichenden Bestand an Kochbüchern habe, nahm ich davon Abstand, mir das Buch zu bestellen. Bernd hatte sich allerdings meinen Wunsch gemerkt und schenkte mir das Werk mit mehr als 2000 Seiten zu unserem 11. Jahrestag.

Die Rezepte lesen sich wie eine Reise um die Welt. Aus jedem Erdteil sind mehrere Länder ausgwählt. Und aus jedem dieser Länder werden mehrere Spezialitäten präsentiert. Vorspeisen, Hauptgerichte, Süssspeisen – alles ist vertreten. Jedem Rezept werden zwei Seiten eingeräumt: Eine Seite für die Zutaten und die Zubereitung. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Foto des entsprechenden Gerichts. Ein erstes Durchblättern liess mir schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Hätte ich man da bereits kleine Merkzettel zwischen die Seiten gelegt.

Heute war der Tag, an dem ich das erste mal etwas aus dem Buch zubereiten wollte. Im Gefrierschrank lag noch ein Stück Rinderfilet, dass mal vernichtet werden musste. Ein passendes Gericht aus China fand ich auf Seite 1200: Rinderfiletscheiben mit Orangenschale und Chilischoten. Von den Zutaten brauchten wir nur Ingwer und Frühlingszwiebeln zu kaufen – alles andere hatten wir im Haus.

Das Gericht erwies sich als sehr schmackhaft und lecker und wir werden es ganz sicher nicht das letzte mal gekocht haben. Wer gerne nachkochen möchte findet das Rezept im Rezepteblock.

Wischfest

Immer noch auf der Suche nach einem geeigneten, der Nase meines Mannes und meiner Nase genehmen Duftes, machte ich mich heute auf den Dufttempel schlechthin. Dort erkunkdigte ich mich nach Annayake, wovon, wie sollte es auch anders sein, drei verschiedene Duftsorten gibt. Eine Duftexpertin sprühte von jeder Sorte auf je einen Pappstreifen, damit es mir möglich war, eine Vorauswahl zu treffen. Eine Ausführung konnte ich gleich aussondern. Die beiden anderen waren interessant und ich fragte, ob ich ein Probe bekommen könnte. Da keine fertigen Probem vorrätig waren, wurde mir je eine Probe abgefüllt. Ein netter Service.

Zu Hause tupfte ich mir einen Duft auf das Handgelenk. Im ersten Moment, war ich sehr angetan. Nachdem sich aber die Kopfnote verflüchtigt hatte, blieb ein sehr intensiver Duft übrig, der absolut nicht meinem Geruchssinn entspricht. Mehrmals habe ich versucht, das Übel abzuwaschen, was leider nicht gelingt. Die Intensität spricht zwar für das Produkt, doch was nützt es mir, wenn ich es nicht riechen kann.

Es hat sich mal wieder bewahrheitet, dass man Düfte nicht nach der Pappstreifenbesprühmethode kaufen kann. Auf der Haut entwickelt sich ein Duftwasser ganz anders.

Porgy and Bess

Im Rahmen einer Deutschlandtournee gastierte das New York Harlem Theatre mit der Oper Porgy and Bess vom 12. August bis heute in der Hamburgischen Staatsoper. Eine Aufführung dieser Oper vor vielen Jahren im Stadttheater Lübeck habe ich noch immer in sehr guter Erinnerung. Deshalb musste ich unbedingt diese von George Gershwin komponierte Oper einmal wiedersehen. Gemeinsam mit unseren Nachbarn besuchten wir gestern Abend die Vorstellung.

Um die Autenzität dieser Geschichte zu wahren, darf die Oper weltweit nur mit schwarzen Darstellern aufgeführt werden. Deshalb waren damals in Lübeck auch alle Rollen mit Gästen besetzt obwohl es eine hausgemachte Inszenierung war.

Die Musik von George Gershwin ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Wer eine Oper im Stil von Verdi, Puccini usw. erwartet, wird enttäuscht. Der Stil geht eher in Richtung Musical.

Das Bühnenbild dieser Produktion hätte für meinen Geschmack etwas bunter sein können. Die Geschichte spielt zwar in der ärmlichen Catfish Row in Charleston S.C. Aber deshalb müssen die Häuser nicht alle in unscheinbarem braun getrichen sein. Gerade Schwarze sind doch dafür bekannt, dass sie Freude an Farbe haben.

Die Protagonisten steigerten sich spielerisch und stimmlich im Laufe der Aufführung. Nach der Pause wurde es spielerisch wirklich höchst dramatisch und gleichzeitig sehr sensibel, als sich die Tragödie anbahnte. Das einfühlsame Spiel der Darsteller liess die Musik in den Hintergrund treten und verursachte bei mir ab und zu Gänsehaut und feuchte Augen am Schluss als sich der Krüppel Porgy von seinen Nachbarn verabschiedet und sich auf seinem Rollbrett auf den Weg von Charleston nach New York macht, um seiner geliebten Bess zu folgen. Wirklich grosse Oper!