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Sommer machen

Freitag Abend wird bei uns sozusagen das Wochenende eingeläutet, und zwar mit einer Kleinigkeit zu essen. Mal ist es Ofenkäse oder wir machen eine Käsesession mit mehreren Käsesorten, ein anderes Mal ein Dipp mit Brot. Und immer gibt es eine Flasche Wein dazu.

Bis zu dem Zeitpunkt als ich heute Abend den Supermarkt betrat wusste ich noch nicht, womit wir heute das Wochenende beginnen würden. Ich liess mich einfach inspirieren. Am Ende hatte ich eine Salami aus Italien, ein Stück Käse aus Frankreich und Serranoschinken aus Spanien im Einkaufswagen, dazu Meterbrot und Cherrytomaten. Zusammen brachte uns das alles etwas Sommer auf den Tisch. Aufgrund der herbstlichen Temperaturen entschieden wir uns allerdings für eine Flasche Rotwein anstatt eines kühlen Weissen.

Auf diese verfluchten Tomaten hätten aber auch verzichten können. Die waren nur rot und sonst nichts. Gibt es hier nicht irgendwo mal aromatische Cherrytomaten zu kaufen?

Temperamententest

Testergebnis:

37 % sanguinisch
38 % melancholisch
74 % cholerisch
88 % phlegmatisch

Ich und cholerisch, ich? Jedenfalls nicht zu 74 %. Und 88 % phlegmatisch? Nee, dieser Test spiegelt mich nicht wieder. Und überhaupt: Die Addition ergibt mehr als 237 %, das geht ja nun gar nicht. Wer hat sich denn den Blödsinn ausgedacht? Passt das überhaupt zusammen, cholerisch und phlegmatisch?

Gefunden beim Teufelsweib.

Minifamilientreffen


Die wirklich allerengste Familie besteht nur noch aus meiner Mutter, Oliver und mir – natürlich gehört auch der entsprechende Anhang dazu, nämlich Olivers Freundin Sabrina und mein Freund Bernd. Da Oliver und Sabrina an diesem Wochenende in Lübeck sind, hatte meine Mutter uns alle eingeladen. Wir trafen uns im Restaurant Fährhaus Rothenhusen.

Das tradtionsreiche Haus liegt direkt am Nordende des Ratzeburger Sees, dort wo der kleine Fluss Wakenitz in eben diesen See mündet. Es gab sehr leckeres Essen. Ich habe seit langer Zeit mal wieder Aal gegessen. Ein Eisbecher zum Abschluss durfte natürlich nicht fehlen.


Mit Rücksicht auf mein 84-jähriges Fräulein Mutter machten wir nach dem Essen nur einen kurzen Verdauungspazierung. Der Abend klang aus zu Hause bei Mutter, die sich freute, uns alle gemeinsam um sich zu haben. So oft kommt es nicht vor, dass Oliver und seine Freundin dabei sein können.

Meine Aura

Heute geistert durch die Blogs weiblicher der Auratest. Für solche Dinge bin ich als Mann auch sehr empfänglich. Hier das Resultat:

Die Farbe Ihrer Aura ist Saphirblau!
Saphirblau

Menschen mit blauer Aura sind von Natur aus fürsorglich, introvertiert und unergründlich. Gleichzeitig sind sie liebenswert, hilfsbereit und intuitiv. Sie neigen zu starken Gefühlen und emotionalen Ausbrüchen, wenn ihnen jemand zu Nahe kommt. Sie werden aber von Freunden, Familie und Arbeitskollegen als guter Zuhörer geschätzt, denn Sie haben stets gute Ratschläge und ein offenes Ohr für die Probleme Ihrer Mitmenschen. Wenn wir Ihnen etwas nahe legen dürften, würden wir Sie ermutigen, etwas weniger aufopfernd zu sein. Denken Sie daran, dass auch Sie das Recht haben, einmal nein zu sagen. Sie verzeihen die Schwächen Ihrer Mitmenschen schnell und ohne nachtragend zu sein, also vergeben Sie sich auch mal selbst das bisschen wohlverdienten Egoismus. Frönen Sie Ihrer kreativen Seite und betätigen Sie sich künstlerisch. Oder gönnen Sie sich einfach mal eine Pause. Die Welt muss auch mal ohne Ihre Hilfe auskommen können. Dann werden Sie gestärkt zurückkommen und bereit sein für neue Taten.

Na ja, teilweise richtig, teilweise nicht. Guter Zuhörer, hilfsbereit, nicht nachtragend – das sind Dinge, denen ich aus meiner Sicht voll zustimmen kann. Introvertiert, emotionale Ausbrüche – damit kann ich mich nicht anfreunden, aber vielleicht sehen meine Mitmenschen das anders. Und was die Pause betrifft, die habe ich gerade hinter mir. Morgen werde ich gestärkt und bereit für neue Taten wieder ins Büro gehen.

Stellvertretend für die vielen Blogs, bei denen ich diesen Test gefunden habe, nenne ich Barbara. Bei ihr habe ich ihn zuerst entdeckt. Ein Link auf die Testseite selbst erübrigt sich. Dort steht nämlich, dass die Seite mit dem heutigen Datum eingestellt wird.

Gefangen

Nein, ich sitze nicht im Knast. Gefangen habe ich ein Stöckchen. Eigentlich wollte ich ja nichts mehr fangen. Aber wer kann einer charmanten Dame schon was ausschlagen?

Es geht darum, 10 Dinge zu nennen (keine Personen), auf die man voll abfährt. Nun denn, so sei es (die Reihenfolge ist willkürlich und keine Wertung):

1. Im Wintergarten sitzen und einen Espresso trinken.

2. An der Elbe stehen und auf das Wasser schauen. Noch abgefahrener wenn gerade ein Kahn vorbeikommt.
3. Der Duft von blühenden Linden.
4. Der Duft von blühendem Raps.
5. Für Eis lass ich alles stehen und liegen.
6. Auch für Torte lass ich alles sehen und liegen.
7. Titanic das Musical, 15 Mal gesehen und leider aufgrund mangelnder Zuschauerzahlen nach 10 Monaten abgesetzt.
8. Offen fahren mit unserem kleinen Cabrio.
9. Käse und Rotwein.
10. Beim Stapellauf eines Schiffes bekomme ich immer feuchte Augen.

Wochenende mit Nervenkitzel


Was heisst Wochenende? Es waren ja mal gerade 1-1/2 Tage. Aber es war schön und wir hatten viel viel Spass.

1. Tag
Freitag Abend ging unser Flieger nach Düsseldorf. Das erste Mal sind wir mit LH geflogen, nicht weil wir es wollten, aber es war tatsächlich der günstigste Anbieter für diesen Termin. Eur 180 für 2 Personen HH-D-HH, da kann man auch nicht meckern. Freundlich wurden wir beim Check-in in Hamburg empfangen. „Wo wollen Sie sitzen?“ – „Ach, bei Ihrer Grösse haben sie mehr Platz beim Notausgang.“ Allein dieser Service ist schon was besonderes wenn man es gewohnt ist, mit Billigfliegern unterwegs zu sein. Am Gate zum Einsteigen in die Maschine lief alles ruhig ab. Niemand drängelte, niemand stand schon minutenlang vor dem Einsteigen bei der Kontrolle um ja den besten Platz zu haben. Es war alles sehr entspannt.

Die Maschine, eine Boeing 373, war weniger als halbvoll. Dementsprechen locker drauf war auch das Kabinenpersonal.


In Düsseldorf sammelten uns Oliver und Sabrina ein. Oliver war um 21.00 Uhr aus Leipzig zurückgekommen. Er hatte gerade Zeit, seine Freundin zu Hause aufzunehmen und gleich ging es weiter zum Flughafen. Gegessen hatten Beide noch nicht. Nach ca. 30 Minuten Fahrt waren wir bei den Beiden zu Hause in Mönchengladbach. Als erstes wurde mal Pizza bestellt.

Nach dem Essen führte uns Oliver die Wii Lan vor. Ich hatte zwar schon davon gehört, mich mit dem Thema aber nie beschäftigt. Demzufolge hatte ich bislang gar keine Ahnung, was das für ein Ding ist und was man damit machen kann. Nun ja, ist ja wirklich interessant, was die Technik heute alles möglich macht. Sogar ein Fitnessprogramm hat das Ding. Das wäre aber auch schon das einzige, was mich daran wirklich interessiert. Aber das man mit dem Gerät auch Golf und andere Sportarten spielen kann – schon beeindruckend.

Die Nacht verbrachten wir im Hotel Heidehaus, das ca. 10 Gehminuten von Olivers und Sabrinas Wohnung entfernt liegt. Das Zimmer im Nebengebäude im Garten war sehr rustikal aber irgendwie … sehr einfach. Nun ja, zum Schlafen war es ok. Für 2 Nächte würden wir es aushalten.

2. Tag
Zum Frühstück hatten wir die Beiden mit angemeldet. Dabei begann schon der Spass, obwohl Oliver es sicher nicht lustig fand, sich den Orangensaft auf die Hose zu giessen. Also nach dem Frühstück erstmal ab nach Hause und umziehen. Es sollte aber nicht bei diesem einen Mal bleiben, eine nasse zu Hose zu bekommen. Und auch wir anderen sollten nicht verschont bleiben.

Unser Ausflug führte uns nämlich ins Phantasialand bei Brühl. Bernd und ich lieben solche Parks und lernen gern neue Fahrgeschäfte kennen. Auch Oliver liebt den Nevenkitzel, der sich nicht immer vermeiden lässt. Sabrina ist da eher zurückhaltend und steigt nur in die gemässigten Bahnen mit ein.


Und Nevernkitzel gab es genug. Mehrere Achterbahnen lockten zum Mitfahren, und das nicht nur im Freien. Einige Bahnen fahren nämlich komplett in nach Themen gestalteten Gebäuden. So auch Winja’s Force. In die gondelartigen Fahrzeuge passen 4 Personen von denen je 2 Personen anfangs vor- bzw. rückwärts fahren. Mit einem Aufzug geht es viele Meter nach oben bevor die Gondel vor einer geschlossenen Tür anhält. Die Tür öffnet sich und die vorwärtssitzenden Personen, in diesem Fall Bernd und ich, schauen in einen Abgrund, in den die Gondel auf den Schienen gleich beinahe senkrecht hinabfahren wird. Bernd und ich stiessen einen Schrei aus, über den Oliver, der rückwärts fuhr, sich nur wunderte, bis er gewahr wurde, was nun passierte. Während der nun folgenden Fahrt dreht sich die Gondel laufend, so dass jeder mal in den Genuss von Vor- und Rückwärtsfahrt kommt, oder man fährt eben auch mal seitwärts. An einer Stelle stoppt das Gefährt, kippt auf die Seite und weiter geht’s in Schussfahrt bergab – einfach herrlich.


Nachdem auch Sabrina zu ihrem Recht gekommen war (ich erklärte mich bereit, mit ihr auf einem Gaul im alten Dampfkarussel zu reiten), landeten wir am River Quest. Die grossen Raftingboote fahren in einen Aufzug. Oben angekommen öffnet sich eine Tür und bevor man sich versieht rutscht man ziemlich steil auf dem Wasser bergab. Und man wird dabei nass, sehr nass. Wer bei der ersten Schussfahrt noch keine nassen Klamotten hat, wird spätestens bei der 2. Abfahrt auf der Fahrt nass weil sich das Ding nicht nur abwärts bewegt sondern sich natürlich auch noch ständig dreht. Meine Hose war vorn an beiden Oberschenkeln bis in den Schritt hinein nass, nicht nur feucht, nein nass! Und auch der Hintern war nass. Wir und die anderen Mitfahrer, die noch mit im Boot sassen, hatten viel Spass an dieser Fahrt.

Wer nun denkt, schlimmer kann’s nicht werden, der irrt gewaltig. Die Black Mamba stand als nächstes auf unserem Programm, eine Achterbahn, in der 4 Personen nebeneinander sitzen. Die Beine baumeln dabei ohne halt zu haben. Bis zum looping dachte ich noch: Toll, das machst du nochmal wenn die Fahrt zu ende ist. Aber dann ging das nur noch rauf und runter, rundherum, Korkenzieher und noch einer. Und mir wurde tatsächlich schwindelig und ich hoffte, dass es bald vorbei sein möge. Nein, heute würde ich auf keinen Fall nochmal da einsteigen. Die Fahrt war nach einer halben Ewigkeit dann auch vorbei. Als ich mich von den Sicherheitseinrichtungen befreit und ich wieder festen Boden unter den Füssen hatte, hatte ich tatsächlich einen leicht torkelnden Gang. Aber Bernd und Oliver ging es ähnlich.


Die nächste Bank an der frischen Luft war meine. Mit Schweissperlen auf der Stirn liess ich mich nieder. Oliver und Bernd schauten auch ziemlich blass aus. Die Lust an weiteren Fahrten war uns vergangen.


Nachdem wir uns erholt hatten, machten wir noch einen kleinen Rundgang und suchten nach einer süssen Leckerei. Eine Waffelbäckerei befriedigte unser, bzw. eher mein Verlangen.


Eine andere Attraktion möchte ich euch nicht vorenthalten, den Talocan. Keiner von uns wagte es, sich diesem Gerät anzuvertrauen. Nicht, weil wir Angst hatten, dass etwas passieren könnte. Es war eher die Angst, dass unser Ausflug nach der Fahrt in diesem Monster zu Ende sein könnte. Allein die Dimensionen dieses Fahrgeschäftes und die Art, wie es funktioniert, waren beeindruckend. Aber dort einsteigen – nein!

Zurück in Mönchengladbach stiegen wir erstmal in trockene Hosen. Anschliessend ging es zum Chinesen bevor wir den Tag bei Oliver und Sabrina nochmal Revue passieren liessen.

Das Hotelzimmer entpuppte sich nicht nur als sehr einfach, sondern auch als sehr hellhörig. Im Nebenzimmer war eine Familie mit Kind eingezogen. Es war jedes Wort zu hören, was gesprochen wurde. Ebenfalls Geschäfte und Tätigkeiten im Bad. Wir beabsichtigen, im Herbst mit meiner Mutter nach MG zu fahren. Aber dieses Hotelzimmer würden wir nicht noch mal beziehen wollen.

3. Tag
Nach dem wiederum gemeinsamen Frühstück, dieses Mal ohne Pannen, bezahlte ich die Rechnung und fragte bei der Gelegenheit nach anderen Zimmern. Bereitwillig wurden uns die Zimmer im Haupthaus gezeigt. Ja, das ist was, was akzeptabel ist. Die Zimmer hell und freundlich. Alles ordentlich, das können wir meiner Mutter anbieten. Warum man uns in die anderen Zimmer gesteckt hatte – ich weiss es nicht.



Den Bunten Garten kannten wir schon von unserem Besuch von vor 2 Jahren. Trotzdem machten wir dort wieder einen Rundgang. Oliver hatte nämlich in der Zwischenzeit einen botanischen Teil entdeckt, der u.a. einen Apothekergarten enthält.


Links und rechts des Gartens befindet sich ein äusserst attraktives Wohngebiet. Ich möchte nicht wissen, wie hier die Grundstückspreise sind. Wenn es langweilig werden sollte, im Garten spazieren zu gehen, dann kann man immer noch, die Nebenstrassen durchstreifen und die interessanten Villen beschauen. Wer hier wohnt hat Geld.


Frische Luft macht Appetit, auch wenn wir nach dem reichhaltigen Frühstück eigentlich keinen Hunger hatten. Aber irgendeine Kleinigkeit hätten wir schon ganz gern. Sabrina hatte die Idee, dass wir ins Café Heinemann gehen könnten. Die Eiskarte weckte unser Interesse. Im Café Heinemann wird das Eis noch hausgemacht, so wie man es früher in jeder Konditorei bekam. Bernd versüsste seinen Eisbecher noch mit einem Kännchen Trinkschokolade.

Alsbald hiess es für uns, Mönchengladbach in Richtung Düsseldorfer Flughafen zu verlassen. Ein wirklich schönes Wochenende mit viel Spass für uns alle 4 war zu Ende. Oliver und Sabrina – wir kommen wieder!

Besuch mit Folgen

Gestern erfolgte die zweite Behandlung der Wurzelentzündung meines Zahnes. Die provisorische Füllung wurde wieder entfernt, in das Loch von den Medikamentenresten gesäubert, neue Medizin eingfüllt und alles wieder verschlossen. Der Doc erzählte mir, dass der Zahn einen Riss hat und man überlegen müsste, den Zahn mit einer Krone zu stabilisieren oder zu entfernen und die Lücke mit einer Brücke zu verschliessen. Diese Entscheidung wollte ich erst fällen, wenn die Wurzelbehandlung beendet ist. Aber im Laufe des Tages entschied ich mich bereits für eine Krone.

Gestern Abend hatten wir lieben Besuch von Christoph. Er hatte beruflich bei Airbus zu tun. Wir nutzten die Gelegenheit, ihm das Elbe-Penthouse zu zeigen und bei uns auf der Terrasse zu grillen. U.a. gab es marinierte Entenbrust. Beim zweiten Bissen passierte etwas in meinem Esszimmer, das ich nicht sofort einordnen konnte. Im Badezimmer vor dem Spiegel versuchte ich mir ein Bild zu machen. Aus dem Zahn bröselte etwas hervor, wahrscheinlich die provisorische Füllung. Ausserdem konnte ich einen Teil des Zahns mit der Zunge bewegen. Es schien, als hätte sich die Frage Krone oder Brücke erledigt. Schmerzen hatte ich keine und ich konnte vorsichtig weiteressen.

Heute morgen nun rief ich gleich in der Praxis an und ich konnte auch gleich dort aufkreuzen. Der Zahnarzt untersuchte den beschädigten Zahn und erklärte mir, dass er erstmal den losen Teil entfernen müsste. Dann würde sich herausstellen, ob eine Krone noch machbar ist oder nicht. Nachdem die Wirkung der Betäubungsspritze eingesetzt hatte, wurde das Wackelstück entfernt. Erfreut konnte ich die gute Nachricht vernehmen, dass man mittels einer Krone den Zahn, bzw. das, was davon noch übrig ist, retten kann. Die Wurzelbehandundlung wurde erneuert und der Restzahn wurde mit einer neuen Füllung geschlossen.

Im weitereren Tagesverlauf bekam ich aber nun Schmerzen, nicht stark, aber es schmerzt dort, wo der Zahn sitzt. Zahnärzte haben nachmittags keine Praxis. Ein Anruf bestätigte mir das: Sie rufen ausserhalb unser Öffnungszeiten an … bla bla bla. Das heisst also, dass ich wohl morgen früh dort wieder auf der Matte stehen werde. Ich hoffe, dass mir das Glück ein drittes Mal hold ist und der Zahn nicht gezogen werden muss.

Glück gehabt

Gestern am späten Nachmittag plagte mich plötzlich ein stechender Schmerz an einem Backenzahn. Der Schmerz trat nur auf, wenn ich Druck auf den Zahn ausübte, war aber dann sehr stechend und stark.

Die Nacht hab ich dann halbwegs gut überstanden, einen entspannenden Schlaf hatte ich aber nicht. Heute morgen war der Schmerz nicht weg. Ein Besuch beim Zahnarzt würde unausweichlich sein. Ich malte mir schon aus, dass der ganze Zahn entfernt werden müsste. Eine Brücke würde notwendig sein – und die kostet bekanntlich Geld.

Gleich heute morgen meldete ich mich in der Praxis meines Vertrauens. Ich bekam einen Termin für 11.15 Uhr mit der Ankündigung, dass ich vielleicht etwas warten müsste. Pünktlich traf ich in der Praxis ein, die Wartezeit hielt sich in grenzen. Und endlich sass ich auf dem Stuhl, der mir auf die eine oder andere Weise Erlösung bringen sollte.

Die Erlösung stellte sich so dar, dass es sich um eine Entzündung an der Wurzel handelt weil der Nerv des Zahnes sich entschieden hat, sich aufzulösen. Der Doc erklärte mir die Prozedur, die notwendig sein würde, mich von den Schmerzen zu befreien: Eine Bohrung bis zur Wurzel, das Gammelsfleisch den Gammelnerv entfernen, etwas in das Loch einfüllen, dass die Entzündung zur Strecke bringen soll, das Loch provisorisch verschliessen weil in der nächsten Woche eine zweite Dosis des Medikaments notwendig ist. Um den Bohrschmerz erträglich zu machen, bekam ich eine Spritze. Was ich noch nie erlebt habe: Ich habe den Einstich überhaupt nicht gespürt.

Nach einigen Minuten Wartezeit ging die Bohrerei los. Als ich ganz fürchterlich zusammenzuckte, bekam ich einen Betäubungsspritzennachschlag. Danach wurde an meinem Zahnloch noch etwas herumhantiert – fertig und nachspülen.

Das Spülen gelang mir aufgrund der noch vorhandenen Betäubung der rechten Mund-/Gaumen-/Kieferoberseite nicht so recht. Eh ich mich versah, lief das Wasser aus meinem soeben geretteten Esszimmer wieder heraus. Mir war jetzt klar, warum ich erst wieder was essen durfte, wenn die Betäubung raus ist.

Dienstag nächster Woche gibt es einen Medizinnachschlag in das Loch, 2 Wochen später soll der Zahn dann wieder endgültig geschlossen werden. Da der Zahn somit nicht entfernt werden muss, lass ich diese Prozedur gern über mich ergehen.

Geschmacksverirrung

Was jetzt kommt ist nicht so ganz appetitlich, aber man kann darüber sprechen und schreiben:

Wenn man nachmittags je eine Kirsch- und eine Eierlikörtasche verzehrt hat, ist man abends ziemlich satt. Aber etwas herzhaftes ist doch vonnöten. Also nahmen wir jeder eine Scheibe geräucherten Katenschinken zu uns, die eigentlich für den Spargel gedacht war.

Wenn man dann später aufstossen muss, vermischen sich die Geschmacksstoffe der Schmalzgebäcktaschen mit denen des Schinken. Ich kann aus eigener Erfahrung behaupten, dass schmalzgebackene Schinkentaschen nicht der Renner auf Jahrmärkten werden würden.