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Abgeschaltet

Es war nur eine Übernachtung in Tecklenburg. Wir waren weniger als 24 Stunden dort. Und doch war es wie Urlaub. Ich konnte total abschalten. Ich konnte trotz eines fremden Bettes in fremder Umgebung phantastisch schlafen. Job und Unfall – kein Gedanke an diese Dinge. Ich war einfach für ein paar Stunden ganz weit weg. Einen ganz grossen Anteil daran haben sicher meine Lieben, Oliver, Sabrina und Bernd. Ihr seid toll!

Geniesserwochenende

Zusammensein mit netten Menschen, freiluftbloggen und -surfen, einfach nur so dasitzen, dem plätschernden Brunnen und den zwitschernden Vögeln lauschen,

einen Espresso trinken,

in den Himmel schauen und sich am strahlenden blau erfreuen,

grillen
und einen lieben Mann an seiner Seite haben – das Leben ist schön!

Und wenn sich Sonntagabend um 20.00 Uhr der Himmel verdunkelt und es einen Regenschauer gibt, ist die Welt trotzdem in Ordnung. Dann fällt es auch nicht so schwer zu akzeptieren, dass ein wunderschönes Wochenende vorrüber ist.

Finger verbrannt

Nicht im übertragenen Sinn, nein, richtig real habe ich mir heute alle 10 Finger vebrannt. Wie man so blöd sein kann frag ich mich auch.

Wir hatten im Ofen einen Braten aufgewärmt. Der lag schon auf der Fleischplatte. Und der Topf stand da so mit dem Bratensaft auf dem Auszug. Und ich dachte, den Saft könnte man doch über den Reis giessen und packte herzhaft mit beiden Händen die Henkel. Aua! Aua! Der Bruchteil einer Sekunde reichte, mir alle Fingerkuppen zu verbrennen. Zum Glück liegt im Gefrierschrank immer das Kühlkissen, welches ich dann mit beiden Händen festhielt. Währenddessen ging mein Kreislauf runter. Schweissausbruck, flaues Gefühl im Magen – hinsetzen und was trinken. Dann ging es in die Waagerechte auf’s Bett, das Kühlkissen immer noch fest im Griff. Ein zaghafter Blick erspäte weisse Flächen an den betroffenen Stellen. Ui, das sah nicht gut aus. Doch zum Glück ging das bald vorbei. Noch mal eben Schwedenbitter drüber getunkt, die Hände hochgehalten damit das Blut da nicht so reinschiesst. Aber es brannte höllisch.

Langsam trat eine Besserung ein. Es war kaum noch was zu erkennen. Mein Kreislauf war auch wieder ok. Essen konnte ich auch und das Essen schmeckte auch. Zwei Stellen haben wohl nicht so viel Kälte abbekommen, da brennt es ein wenig. Aber ich kann Tippen, wie immer 10-Finger-blind. Geht doch! Demnächst wird dann wohl verbrannte tote Haut von meinen Fingern fallen. Solange die Finger dranbleiben soll mir das egal sein.

Schlafgewohnheit

Äusserst selten gehen Bernd und ich getrennt schlafen. Meistens passiert das, wenn ich müde bin und Bernd noch gern was im Fernsehen anschauen will. Zumeist handelt es sich dann um ein Fussballspiel, was mich ganz und gar nicht interessiert. In der Regel sind es dann auch nur etwa 30 Minuten, vielleicht auch etwas mehr, die ich früher gehe. Als Bernd seinerzeit im Theater Neue Flora gearbeitet hat, war es die Regel, dass ich schon schlief wenn Bernd nach Hause kam. Gemeinsames Schlafengehen war zu der Zeit eher die Ausnahme.

Bernd ist ein Fan des FC St. Pauli. Und so wollte er gestern gern auf dem Spielbudenplatz beim public viewing das letzte Spiel des Vereins ansehen, der ja nun gerade in die 1. Bundesliga aufgestiegen war. Und anschliessend wollte er dabei sein, wie sich die Mannschaft auf dem Balkon des Tivoli Theaters feiern lässt. Es war klar, dass er spät nach Hause kommen würde. Und das ist auch in Ordnung, damit hab ich gar kein Problem.

Nur mit dem Schlafen hatte ich ein Problem. Ich zögerte das Schlafengehen, obwohl ich müde war, ein wenig hinaus, in der Hoffnung, Bernd würde nun doch gleich nach Hause kommen. Aber wie lange sollte ich warten? Nein, ich entschied mich dann doch, ins Bett zu gehen. Aber schlafen? Das ging nicht. Mir fehlte was. Mir fehlte mein Schatz, an den ich mich ankuscheln konnte. Es ist so total ungewohnt, allein im Bett zu liegen. Na, irgendwann bin ich wohl doch eingeschlafen. Bernd behauptete jedenfalls heute morgen, dass ich geschnarcht hätte als er ins Schlafzimmer kam.

Ich hatte natürlich gemerkt, dass er zu mir ins Bett kroch und sich an mich kuschelte, worauf ich dann wohl auch gleich glücklich und zufrieden in einen tiefen Schlaf gefallen bin.

Mit grossem Gepäck

Wenn Bernd und ich ein paar Tage unterwegs sind, kommen wir normalerweise mit kleinem Gepäck aus, d.h. maximal eine Reisetasche oder ein kleiner Rollkoffer. Morgen reisen wir mit grossem Gepäck. Wir benötigen die Reisetasche UND den Rollkoffer. Denn wenn wir in die Semperoper gehen, wollen wir standesgemäss ausstaffiert sein, auch wenn wir morgen im 4. Rang sitzen und uns die Oper La Bohème ansehen, wohl eher anhören werden. Dafür sitzen wir dann am Samstagabend in der 4. Reihe und schauen uns das Ballett La Bayadère an. Wir sind sehr gespannt.

Doppelgeburtstag – der Tag danach

Der Wecker riss uns früh aus dem Schlaf. Wir waren nämlich um 9 Uhr mit unseren Gästen im Hotel zum Frühstück verabredet. In einem Extraraum war ein Frühstücksbuffet aufgebaut. Zur Begrüssung gab es ein Glas Sekt, welches ganz wohltuend war.

Nach dem Frühstück dann die grosse Verabschiedung. Gegenseitige Dankesbekundungen, abknutschen (bei mir noch immer nur rechts) – und dann waren alle wieder weg. Und für uns begann dann das grosse Aufräumen. Und damit waren wir bis etwa 6 Uhr nachmittags beschäftigt.

Wir hatten natürlich viel zu viel übrig. Um wenigstens einen Teil der Speisen zu retten, gab es abends ein Resteessen mit den Nachbarn und Nachbarn aus dem Haus gegenüber, die auch mitgefeiert hatten. Wir sprachen natürlich noch mal über die Feier vom Abend vorher. Die einhellige Meinung: Es war eine ungwöhnliche aber schöne Feier. Diesen Eindruck hatten wir auch von unseren Gästen.

Eins steht fest: Wenn ich 70 werde, feier ich nicht nochmal auf diese Art, es sein denn, wir bestellen nicht nur die Fischplatte sondern auch die Festplatten Schnittchenplatten. Die Vorbereitungen haben mir sehr viel Spass gemach, aber es war auch anstrengend. Und wenn ich 10 Jahre älter bin, würde es noch anstrengender sein.

An dieser Stelle herzlichen Dank an unseren Nachbarn Holger, der sich um einen grossen Teil der Organisation gekümmert hat. Du und Astrid, ihr seid schon tolle Nachbarn.

Doppelgeburtstag – der Tag


Am Samstag sollte also die grosse Feier stattfinden. Auschlafen? Nee, nicht dran zu denken. Um acht sollten die beiden Fischplatten abgeholt werden, das einzige, was wir haben auswärts machen lassen. Frisches Obst und Gemüse für Dekozwecke musste noch geholt werden. Ca. 180 Datteln, eingewickelt in Speck, mussten gebraten werden, die beiden Tortillas warteten darauf in handliche Stücken geschnitten zu werden. Ausserdem musste alles möglichst dekorativ hergerichtet und arrangiert werden.

Die Liftkabine wurde zur Sektbar umfunktioniert: Die Rückwand behängten wir mit silberfarbenen Luftschlangen. Ein Tischchen wurde hineingestellt für Gläser, einen Sektkübel und Saft.


Zeitlich waren wir voll im Plan. Ich hatte sogar noch Zeit, für etwa 10 Minuten ein Bad zur Entspannung zu nehmen während Bernd nach Hamburg fuhr um seine Mutter abzuholen. Obwohl die Einladung zu 18 Uhr ausgesprochen worden war, rechneten wir bereits ab 17.00 Uhr mit dem Eintreffen der ersten Gäste. Wenn man darauf vorbereitet ist, ist das ja auch kein Problem.

Ich war ganz allein in der Wohnung und machte die Bree van de Kamp (Desperate Housewives): Ich zupfte hier und rückte da was zurecht.

Endlich ertönte die Hausklingel. Als sich unten die Lifttüren öffneten, konnte ich in der 3. Etage die Töne der Freude und Überraschung angesichts der Sektbar hören. Wie Bernd mir später erzählte, kam es zu einer netten kleinen Geschichte: Meine Mutter und 2 weitere Personen betraten den Lift. Nach einer Weile betätigte Bernd den Taster, damit der Lift wieder runterkam. Der war aber gar nicht hochgefahren. Die Tür öffnete sich wieder und die 3 Personen standen da mit ihren Sektgläsern in der Hand. Sie hatten schlichtweg vergessen, den Taster für die Abfahrt zu betätigen.

Es ging nun Schlag auf Schlag. Beinahe ununterbrochen trudelten die Gäste ein. Kaum hatte ich Glückwünsche, Präsente und Knutscher (nur auf die rechte Wange) entgegengenommen, kamen die nächsten Gäste. Vor der Sektbar kam es zum Stau. Einige Gäste nahmen die Treppe und bekamen dann von uns ein Glas Sekt in die Hand gedrückt.

Als alle anwesend waren, hielt ich im Beisen der nachbarlichen Gastgeber eine kleine Ansprache und bat die Gäste, sich zu bedienen und sich einen Platz zu suchen. Ich entschwand mit den Nachbarn in die andere Wohnung, wo dann eben falls die Gäste begrüsst wurden.


Tja, und ab nun musste es laufen – oder auch nicht. Aber es lief. Die Gäste bedienten sich auch bei den Getränken weitgehend selbst. Und so wie es gewollt war, verschwand ab und zu mal jemand nach drüben und holte sich dort was zu essen. Mundpropaganda sorgte dafür, dass sich weitere Menschen auf den Weg machten um sich besagtes Gericht zu holen. Umgekehrt war es genauso. Bei den Getränken war es ähnlich: Drüben gab es Ramazotti, bei uns Ouzo. Es setzte ein richtiger Ouzo- bzw. Ramazottitourismus ein. Ich war begeistert, dass unser Konzept aufgegangen war.

Zum Schluss blieb ein kleiner Kreis aus beiden Wohnungen übrig. Gemeinsam liessen wir den Abend in unserer Wohnung ausklingen. Gegen 2 Uhr früh verliessen uns die letzten Gäste. Etwa eine Stunde räumten wir noch ein wenig auf.

Ich bin reich beschenkt worden. Es passte nicht mal alles auf den Geburstagstisch (siehe Bild oben). Die Leser, die ihr Geschenk auf dem Foto vermissen, mögen mir verzeihen.

Doppelgeburtstag – die Vorbereitungen

Unser Nachbar und ich haben mit 4 Tagen Abstand Geburtstag. Wir Beide wurden in diesem Jahr 60. Da wir uns sehr gut verstehen, war schnell die Idee geboren, dass wir gemeinsam feiern. Irgendwann kam uns die Idee, die Feier in beiden Wohnungen zu veranstalten bei offenen Wohnungstüren und den Treppenhausflur als Bindeglied mit einzubeziehen. In beiden Wohnunen sollten unterschiedliche Gerichte angeboten werden um die Gäste zu animieren, das Revier zu wechseln und dadurch zu versuchen, eine Vermischung der Gäste zu erreichen. Die Speisen wollten wir selbst zubereiten. Am letzten Samstag war es nun so weit und die Feier fand statt.

Die Vorbereitungen waren enorm. Wieviel Bier und Wein werden benötigt? Cola, Fanta, MezzoMIx und Wasser wollten wir anbieten, dazu Orangen- und Apfelsaft. Eine Planung für ca. 60 Leute zu machen, ist nicht einfach. Nicht alle trinken das gleiche. Aber wieviele Gäste trinken was? Wir mussten auf unterschiedliche Fälle vorbereitet sein. Nichts ist peinlicher, als wenn es plötzich irgendwas nicht mehr gibt.

Für das Essen ist es ähnlich. Für 60 Personen ein Büffet vorzubereiten, ist nicht einfach. Es geht nicht, dass jedes Gericht für 60 Personen vorhanden ist. Erfahrung auf dem Gebiet war weder bei unseren Nachbarn noch bei uns vorhanden. Wir stimmten uns also ab, wer was macht. Aber wieviel – das war reine Gefühlssache. Wir sprangen also ins kalte Wasser und begannen mit den Einkäufen, die ich mit dicker Backe und nicht ganz schmerzfrei erledigen musste.

Am Mittwoch begannen die Vorbereitungen für das Buffet. Bereits ab da hätten wir die Türen eigentlich offen lassen können. Jeder hatte an den anderen mal eine Frage oder wollte mal probieren lassen.

Donnerstagmorgen mussten Bier und Softdrinks, eine Festzeltgarnitur und 3 Bistrotische abgeholt werden. An ausschlafen war nicht zu denken. Anschliessend waren wieder ein paar Einkäufe notwendig, wie z.B. frisches Fleisch (Freitag war ja Feiertag).

Donnerstag ging es dann auch weiter mit dem Zubereiten der Gerichte. Geschirr, Besteck und Gläser wurden aufgeteilt (geliehen von der Gastronomieabteilung von Holgers Arbeitgeber). Alles musste vorsichtshalber einmal durch die Spülmaschine. Ich weiss nicht, wieviele Stunden ich auf den Beinen war – jedenfalls taten mir Freitagmorgen alle Knochen weh. Zum Glück konnten wir ausschlafen, waren allerdings auch schon um acht wieder wach.

Freitag war dann der Hauptvorbereitungstag: Die Wohnung entsprechend herrichten und immer wieder Küchendienst, wie z.B. 20 Schnitztel in 3 – 4 Teile schneiden, panieren und Braten, aus 2,5 Kilo Rinderhack Fleischbällchen drehen und braten, 80 Käsetaler backen, 8 Liter Chili con Carne zubereiten, für den Nachtisch Welfenspeise aus 3 Liter Milch und 18 Eiweiss bereiten (die Hälfte hätte auch gereicht), dazu den Weinschaum aus 1,5 Liter Weisswein und 18 Eigelb (die Hälfte hätte auch gereicht) und das Tiramusu musste gemacht werden. Zwei Tortillas wollten gebraten werden. Bernd rollte ca. 180 Datteln in Speck ein.

Zwischendurch immer wieder der Austausch mit den Nachbarn: Kannst du mal gucken, kannst du mal prbieren, wie würdest du das machen, reicht das usw. usw. Wir hätten die Türen doch gleich auflassen sollen. Aber wir gönnten uns auch eine Pause bei einem Glas Rotwein.

Nachmittags plötzlich Alarm: „Habt ihr noch Eier übrig?“ – „Nein, unsere Eier sind abgezählt.“. Was war passiert? Frau Nachbarin hatte kurzfristig ihren Menüplan umgestellt und brauchte zusätzlich Eier. Zum Glück gibt es in der kleinen Stadt an der Elbe einen Kiosk, in dem auch Lebensmittel angeboten werden, auch Eier. Etwas später waren wir „short of eggs“. Das Panieren der Schnitzelhappen verbrauchte mehr Eier als erwartet. Frau Nachbarin hatte noch 2 Eier für uns übrig.

Abends um 23.30 Uhr war der Küchendienst beendet und wir gingen schlafen.

Kühltag

Ich bin ja nicht der Typ, der öffentlich zugibt, Geburtstag zu haben. Da Barbara aber ihren Kalender gut pflegt – im gegensatz zu mir – hat sie beim vorigen Beitrag per Kommentar eine Gratulation ausgesprochen, was auch in Ordnung ist, was aber nicht heissen soll, dass ich alle meine Leser bemüssigt fühlen sollen, es ihr gleich zu tun.

Barbaras Kommentar hat mich aber in die Lage versetzt, unbefangen darüber zu schreiben, wie die Nachwehen der gestrigen Zahnentfernung verlaufen sind:

Trotz Schmerztabletten war die Nacht nicht sehr angenehm. Habe nachts noch mal einen Nachschlag genommen, woraufhin ich auch ein wenig schlafen konnte. Aber die Nacht verlief weitgehenst schlaflos. Auf einer Seite konnte ich nicht liegen weil da die Zahnwunde ist. Auf der anderen Seite drückte der Verband des einen Flecks, der mir entfernt worden war. Und auf dem Rücken kann ich nicht schlafen. Und ausserdem war Vollmond. Heute und morgen um 7 hielt ich es nicht mehr aus und stand auf.

Frühstücken konnte ich halbwegs vernünftig mit in Viertel geschnittenen Toastbrötchenhälften. Die konnte ich mir in den Mund schieben ohne ihn zu weit öffnen zu müssen. Der Geburtstag bestand aus Wange kühlen mit Kühlkissen und Tabletten schlucken (Antibiotikum). Schmerzen hatte ich fast kaum noch. Das Geburtstagsmenü bestand aus Kartoffelbrei und Spiegeleiern. Richtig feste Nahrung wäre sehr anstrengennd und schmerzhaft gewesen.

Morgen beginnen die Vorbereitungen für das Fest am Samstag. Ich hoffe, dass die Entstellungen meiner linkgen Gesichtshälfte ein wenig abgeklungen sein werden, damit ich unter Leute kann und einkaufen.

Diesen Zustandsbericht habe ich teilweise einhändig geschrieben weil ich mit der anderen Hand das Kühlkissen halten musste.

Und nun gehe ich gleich schlafen, was in dieser Nacht hoffentlich weniger Probleme bereiten wird.

Zusammengeflickt

Heute Morgen hatte ich einen Termin beim Hautarzt. Zwei kleine schwarze Flecken wurden mir entfernt sowie ein Teil, dass ich nicht näher Beschreiben kann. Die schwarzen Flecken gingen auf die Kasse. Sie kamen der Ärztin ein wenig suspekt vor (ich hatte berichtet). Die Entfernung des anderen Teils musste ich selbst bezahlen. Es war nur unangenehm und eine medizinische Notwendigkeit gab es nicht, das Ding von meinem Oberschenkel zu schälen. Genäht wurden die kleinen Wunden der schwarzen Flecke.

Als alles vorbei war, bekam ich Kreislauf. Ich merkte, wir mir der Schweiss ausbrach und mir die Farbe aus dem Gesicht schwand. Ich hatte keine Angst vor der kleinen OP, es tat auch nicht weh. Vielleicht lag es daran, dass ich jeweils 3 Sprizten brauchte, bis die Stellen betäubt waren. Bin wohl ein harter Brocken.

Seit etwa 2 – 3 Wochen plagten mich leichte Schmerzen im Esszimmer. Ein Zahnarztbesuch in der vorigen Woche brachte eine Entzündung zu tage, die hinter einem Weissheitszahn lag, der sich in einer recht eigenartigen Position befand, was mir schon seit ca. 20 Jahren bekannt ist. Nach den Osterfeiertagen sollte mir der Zahn durch einen Kieferchirurgen entfernt werden.

Trotz des verschriebenen und nach Vorschrift genommenen Antibiotikum wurden die Schmerzen am Wochenende schlimmer. Heute am frühen Nachmittag war noch ein Termin frei. Eine visuelle Inaugenscheinnahme meines Gesichts durch das gesamte Personal ergab wohl eine leichte Schwellung der linken Gesichtshälfte. Das Resultat der fachlichen Untersuchung ergab dann, dass die Entzündung noch nicht weg ist. Nach einer telefonischen Rücksprache mit dem Kieferchirurgen wurde ich in die Praxisklinik Hohe Bleichen geschickt. Der Arzt dort sollte entscheiden, ob der Zahn gleich entfernt wird oder erstmal eine Drainage gelegt wird.

Viel Glas und Stahl sowie sehr freundliches und lockeres Personal empfing uns. Von Wartezimmeratmosphäre keine Spur. Teils konnte man die Gespräche des Personal mithören, was keinesfalls unangenehm war sondern ziemlich entspannend wirkte.

Nach der Begutachtung der Röntgenaufnahme und nach Gesprächen mit zwei (!) Ärzten wurde mit angeboten, den Zahn gleich zu entfernen, was ich bereitwillig akzeptierte. In Anbetracht der bevorstehenden Feiertage erschien mit das als das Klügste.

Bernd wurde gefragt, ob er mitkommen wollte. Wenige Augenblicke später lag ich auf dem Tisch. Wir scherzten mit dem Doc. Ich war total entspannt und wusste, dass mein Kreislauf mir keine Probleme machen würde. Nach den Betäubunsspritzen begann die OP. Bernd sass in einer Ecke und schaute aus der Entfernung zu. Der Arzt summte vor sich hin, es wurde wieder gescherzt, woran ich mich leider nicht beteiligen konnte. Das Gespräch bekam eine Wendung zum Kinderkriegen und dass Männer ja noch nicht schwanger werden können. „Und wenn doch ist es von Ihnen“ sagte er zu Bernd gewandt. Aukustisch lachen konnte ich nicht, aber mein Zwerchfell wackelte so still vor mich hin. Bernd wurde während der OP mehrmals gefragt, ob er mal gucken wollte. 6 Augen schauten in mein Esszimmer: Bernd, der Arzt und die Assistin. Tolles Gefühl – aber locker.

Nach etwa einer Stunde war es geschafft, den widerspenstigen Zahn in mehreren Teilen herauszuoperieren. Auch der Entzündungsherd wurde in entfernt. Dann wurde die Wunde zugenäht. Ich bekam Verhaltensempfehlungen in mündlicher und in schriftlicher Form und war entlassen.

Ich fühlte mich gut und war froh, dass ich jetzt rechtzeitig vor den Feiertagen Erleichterung erfahren habe.

Jetzt sitze ich hier zu Hause, überall mit Nähten versehen, und habe trotz zweier starker Schmerztabletten Schmerzen, die aber zum Aushalten sind. Ich werde auf jeden Fall heute Abend noch eine weitere Tablette nehmen.

Zwei Weissheiszähne habe ich jetzt noch. Wenn die auch irgendwann mal dran glauben müssen, wäre die Praxisklinik Hohe Bleichen meine erste Wahl. Ich habe mich dort sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. Wenn ich recht darüber nachdenke möchte ich fast behaupten, es hat mir Spass gemacht.

Sehr angenehm emfpand ich während des Vorgesprächs den Hinweis auf die Handynummer, die man bei Problemen ausserhalb der Dienstzeit anrufen kann. Das gibt einem Sicherheit und Vertrauen. Und wenn ich es gewollt hätte, hätte Bernd ein paar Fotos machen dürfen. Aber ich wollte nicht.