Archiv der Kategorie: persönlich

Ich bin entsetzt!

Dass ich vor etwa 6 Monaten das 60. Lebensjahr vollendet habe ist schon schlimm genug. Aber noch schlimmer ist, dass ich fortan in Genuss eines Seniorenrabattes komme, z.B. beim Eintritt in den Hansapark und in den Europapark Rust. Na ja, es heisst in der Preisliste: Personen bzw. Gäste ab 60 Jahre. Trotzdem – ich fühle mich diskriminiert.

Beim TÜV

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich beim TÜV war – 5 Jahre mindestens. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es Zeit wurde, mal mich mal wieder durchchecken zu lassen. Und das sollte hier in der kleinen Stadt an der Elbe geschehen. Aber es war gar nicht so einfach, einen Arzt zu finden, der das machen wollte. Von zwei Praxen erhielt ich eine Abfuhr. Beim 3. Anruf erhielt ich eine sehr freundliche Bestätigung, dass man noch Patienten aufnehmen würde. Termine waren schnell gemacht, einer morgens zum Blutabnehmen (das war vorgestern) und einen dann für die Generaluntersuchung und Ergebnisbesprechung. Das fand heute Nachmittag statt.

Das Ergebnis ist im grossen und ganzen ok. Der Cholesterinwert ist zu hoch, aber nicht so, dass mit Medikamenten was dagegen unternommen werden müsste. Und ich kann gut blasen – wie ein Lungentest zeigte.

Seeluft


Am vergangenen Montag wären meine Eltern 62 Jahre verheiratet gewesen, ein Anlass, einen Friedhofsbesuch zu machen. Da der Tag auf einen Montag fiel, musste dieser Besuch nachgeholt werden. Zum Glück ist Mutter verständnisvoll und akzeptiert, dass ich deswegen nicht einen Urlaubstag opfern wollte.

Heute besuchten wir also die „Familiengruft“, in der meine Grosseltern väterlicherseits, meine Tante und mein Vater ihre letzte Ruhe gefunden haben. In einer Gärtnererei liessen wir uns 2 Schalen pflanzen, die wir auf dem Grab in Position drapierten.

Anschliessend fuhren wir mit Mutter „über Land“ nach Niendorf/Ostsee. Niendorf gehört zur Gemeinde Timmendorfer Strand, ist aber ein kleiner beschaulicher Fischerort während Timmendorf mondäner und moderner ist. Dort sitzt man im Winter mit Sonnenbrille und Pelz draussen unter dem Heizstrahler und guckt wie die anderen gucken, und das möglichst gelangweilt.

Das einzig mondäne in Niendorf war früher das Café Keese, tatsächlich ein Ableger des berühmten Café Keese von der Reeperbahn in Hamburg. Die Niendorfer Dependence hatte etwas verruchtes an sich, jedenfalls konnten meine Cousine und ich das heraushören, wenn die Erwachsenen sich darüber unterhielten. Aus heutiger Sicht vermute ich, dass es sich um ein Abschlepplokal handelte. Dort gab es nämlich den sogenannten Ball Paradox, d.h. es ist absolute Damenwahl. Die Herren müssen so lange warten, bis sie von einer Dame zum Tanz aufgefordert werden. Ball Paradox, so prangte es auch in bunter Leuchtschrift an der Fassade des Cafés, das ja eher eine Tanzbar war. Kaffee und Kuchen gab es dort nämlich sicher nicht. Nachmittags war da ja auch geschlossen.

In Niendorf hatte meine Grossmutter ende der 50er Jahre ein kleines Sommerhäuschen erworben. Meine Cousine und ich verbrachten dort jeweils in den Sommer- und Herbstferien ein paar Tage. Ausserdem diente das kleine Häuschen im Sommer als Familientreffpunkt. Feucht-fröhliche Feste wurden dort gefeiert. Mein Vater ist bei einer Feier dertart ins Wanken geraten, dass er mit dem Kopf in die Glasscheibe der Haustür fiel. Eine kleine Narbe an seiner Wange zeugte noch viele Jahre davon. Die Tür bzw. die Scheibe wurde daraufhin von Oma derart gesichert, dass von innen eine dünne Sperrholzplatte vor der Scheibe montiert wurde. Diese Platte war noch an ihrem Platz als das Haus nach Omas Tod im Jahre 1978 verkauft wurde.

Ach ja, erwähnen wollte ich noch, dass wir heute im Alten Zollhaus, direkt am Niendorfer Hafen, mit Blick auf die Ostsee sehr lecker gegessen haben. Ein kleiner Spaziergang danach auf der Strandpromenade führte uns auch zur heruntergekommenen Ruine des einst so legendären Café Keese. Leider habe ich es versäumt, ein Foto davon zu machen.

So ein kleiner Ausflug weckt ganz plötzlich Erinnerungen an eine Zeit, die vor etwa 50 Jahren begann und etwa 20 Jahre dauerte und an Menschen, die schon lange nicht mehr unter uns weilen.

Büroallergie

Während Bernd schon über den Berg ist mit seiner Erkältung werde ich immer noch von Husten geplagt. Merkwürdig nur, dass der Husten im Büro viel schlimmer ist. Entweder habe ich eine Allergie gegen das Büro, gegen die Arbeit oder gegen die Kolleginnen und Kollegen – oder alles zusammen.

Eingeläutet ohne Wein


Traditionell wird bei uns am Freitagabend das Wochenende eingeläutet. Entweder gehen wir zum Griechen, was man sich natürlich nicht jede Woche leisten kann. Ein „Fuffi“ geht jedes Mal bei drauf. Oder wir machen zu Hause was: Ofenkäse, ’ne Käsesession, Käse / Schinken/ Oliven oder wir bestellen uns irgendwelche Kleinigkeiten. Dazu gibt’s ’ne Flasche Wein.

Seit ein paar Tagen plagt uns eine Erkältung. Wir versuchen, die mit Erkältungsbädern und Tees auszutreiben bzw. zu lindern. Wir wissen natürlich alle, dass eine Erkältung seine Zeit braucht, bis sie vorbei ist. Man kann nur versuchen, die Symptome zu lindern, dann dauert sie eine Woche. Wenn man das nicht macht dauert sie sieben Tage.

Trotzdem liessen wir es uns nicht nehmen, gestern Abend das Wochenende einzuläuten. Es gab zwei Sorten Käse, Mailänder Salami, Parmaschinken, Oliven und Olivenöl, welches wir mit Brot aufgedippt haben. Aber den Wein, den haben wir gestern Abend weggelassen. Alkohol und Erkältung vertragen sich wohl nicht so gut.

Kuschelwetter

Die heisse Phase ist vorbei, wettertechnisch – vorerst jedenfalls. Und man weiss nicht, ob es in diesem Sommer noch mal so heiss wird, wie es war. Das war ja auch schlimm. Jeglicher Körperkontakt beim Schlafengehen, des Nachts oder auch beim Aufwachen wurde auf ein Minimum reduziert. Ankuscheln und dann noch unter der Decke? Das ging ja gar nicht. Auch ohne Decke nicht. Aber jetzt ist wieder kuscheln angesagt. Hach ist das schön, kann gar nicht genug davon bekommen. Das ist wohl Nachholbedarf.

Abgeschaltet

Es war nur eine Übernachtung in Tecklenburg. Wir waren weniger als 24 Stunden dort. Und doch war es wie Urlaub. Ich konnte total abschalten. Ich konnte trotz eines fremden Bettes in fremder Umgebung phantastisch schlafen. Job und Unfall – kein Gedanke an diese Dinge. Ich war einfach für ein paar Stunden ganz weit weg. Einen ganz grossen Anteil daran haben sicher meine Lieben, Oliver, Sabrina und Bernd. Ihr seid toll!

Geniesserwochenende

Zusammensein mit netten Menschen, freiluftbloggen und -surfen, einfach nur so dasitzen, dem plätschernden Brunnen und den zwitschernden Vögeln lauschen,

einen Espresso trinken,

in den Himmel schauen und sich am strahlenden blau erfreuen,

grillen
und einen lieben Mann an seiner Seite haben – das Leben ist schön!

Und wenn sich Sonntagabend um 20.00 Uhr der Himmel verdunkelt und es einen Regenschauer gibt, ist die Welt trotzdem in Ordnung. Dann fällt es auch nicht so schwer zu akzeptieren, dass ein wunderschönes Wochenende vorrüber ist.

Finger verbrannt

Nicht im übertragenen Sinn, nein, richtig real habe ich mir heute alle 10 Finger vebrannt. Wie man so blöd sein kann frag ich mich auch.

Wir hatten im Ofen einen Braten aufgewärmt. Der lag schon auf der Fleischplatte. Und der Topf stand da so mit dem Bratensaft auf dem Auszug. Und ich dachte, den Saft könnte man doch über den Reis giessen und packte herzhaft mit beiden Händen die Henkel. Aua! Aua! Der Bruchteil einer Sekunde reichte, mir alle Fingerkuppen zu verbrennen. Zum Glück liegt im Gefrierschrank immer das Kühlkissen, welches ich dann mit beiden Händen festhielt. Währenddessen ging mein Kreislauf runter. Schweissausbruck, flaues Gefühl im Magen – hinsetzen und was trinken. Dann ging es in die Waagerechte auf’s Bett, das Kühlkissen immer noch fest im Griff. Ein zaghafter Blick erspäte weisse Flächen an den betroffenen Stellen. Ui, das sah nicht gut aus. Doch zum Glück ging das bald vorbei. Noch mal eben Schwedenbitter drüber getunkt, die Hände hochgehalten damit das Blut da nicht so reinschiesst. Aber es brannte höllisch.

Langsam trat eine Besserung ein. Es war kaum noch was zu erkennen. Mein Kreislauf war auch wieder ok. Essen konnte ich auch und das Essen schmeckte auch. Zwei Stellen haben wohl nicht so viel Kälte abbekommen, da brennt es ein wenig. Aber ich kann Tippen, wie immer 10-Finger-blind. Geht doch! Demnächst wird dann wohl verbrannte tote Haut von meinen Fingern fallen. Solange die Finger dranbleiben soll mir das egal sein.