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Vorweihnachten

Wie seit vielen vielen Jahren haben wir auch in diesem Jahr unser familiäres Vorweihnachten gefeiert. In diesem Jahr fand die Feier bei meiner Cousine und ihrem Mann in Lübeck statt. Zum Einheizen gab es traditionell Glögg und etwas Gebäck.


Traditionell ist auch die Frage meiner Base: Wann machen wir Bescherung? Worauf dann jeder nach seinen Taschen greift um die Geschenke zu übergeben, was immer mit viel Spass verbunden ist.

Im weiteren Verlauf des Abends kommt das Gespräch auch auf die Familienmitglieder die nicht mehr unter uns weilen. Sie sind also unvergessen in unseren Herzen.

1,89

1,89 – eine Zahl, die so, wie sie da steht nichtssagend ist. Sie kann für alles mögliche stehen.

Als ich diese Zahl heute am Telefon zur Kenntnis nahm, fiel mir ein grosser Stein vom Herzen, ein ganz grosser. Diese Zahl, 1,89, ist mein PSA-Wert. Dieser Wert sagt aus, ob ich eventuell Prostatakrebs haben könnte. Je niedriger der Wert ist, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich diesen Krebs habe. Eine Nachuntersuchung beim Urologen ist bei diesem Wert nicht notwendig.

Die Vorgeschichte:
Im Oktober war ich zum TÜV. Dazu gehörte die Blutabnahme zwecks Cholesterinbestimmung. Auch der PSA-Wert sollte festgestellt werden. Das haben die netten Damen in der Praxis aber vergessen. Da ich ich Anfang letzter Woche noch einen Termin hatte, sollte das dann nachgeholt werden. Als Kassenpatient ist der Test nicht kostenlos. Ich bezahlte also meine 19 Euro und sollte das Ergebnis dann am Freitag letzter Woche erfahren. Nachdem ich mein Belastungs-EKG auf dem Fahrrad gemacht hatte, ging es rein zum Doc, um alles zu sprechen. Er erzählte mir was von gutem und schlechtem Cholesterin und noch eine Sorte mehr und dass die Werte etwas zu hoch seien, aber nicht so hoch, dass sie mit Medikamenten behandelt werden müssen. Ich sollte versuchen, auf Fette und Milchprodukte zu verzichten. Als ich meinte, es sei alles gesagt, fragte ich ihn nach dem PSA-Wert. Tja, und der war zum 2. Mal nicht da. Die Dame, die dafür zuständig war, hatte es wieder versemmelt.

Der Doc wies sie dann an, mir meine 19 Euro wieder auszuzahlen. He, hat jemals schon mal einer Geld vom Arzt bekommen? Dann wurde noch mal Blut abgenommen um nun den Test zu machen. Nach einer kurzen Wartezeit war das Ergebnis da: Zwischen 5 und 10! Toll. Was soll ich denn damit anfangen? 5 Wäre gegebenenfallsunterumständen für meine Alsterklasse gerade noch so akzeptabel. 10 wäre höchst dramatisch. Da Fahrradfahren Druck auf die Prostata ausübt, wird dadurch der Wert negativ beeinflusst. Und auf dem Fahrrad hatte ich gerade eben vorher das Belastungs-EKG gemacht. Dieser Wert war also unbrauchbar. Auch Sex beeinflusst den PSA-Wert. Ich hatte zwar am Morgen des Freitags keinen Sex, aber am Tag vorher. Ausserdem hatte ich mich auf der Oslofahrt fast ausschliesslich von Fisch ernährt. Fisch enthält viel Eiweiss – für den PSA-Wert wird ein Eiweisstyp im Blut gemessen. Also war die ganze Sache sinnlos. Trotzdem machte mich der Wert zwischen 5 und 10 ganz arg nervös. Wenn dazu noch gewisse Beeinträchtigungen beim urinieren kommen, und seien sie auch noch so gering und die ab einem gewissen Alter eben eintreten können, kann man sich ja denken, dass mir nicht ganz wohl in meiner Haut war. Seit Wochen hatte ich eh schon mehr oder weniger schlaflose Nächte. Aber dies hier war der Hammer schlechthin.

Da das Ergebnis des Tests also total unbrauchbar und vor allem auch ungenau war, wurde bei einem Labor ein neuer Test gemacht. Tja, und das Ergebnis durfte ich mir heute anhören: 1,89 – und das ist total super!

Nun kann ich auch wieder beruhigt schlafen.

Schon 30

Am 4. Dezember 1980, heute vor 30 Jahren, um 13.01 Uhr wurdest du geboren. Wenige Minuten später hielt ich dich, eingehüllt in ein Frotteetuch, in meinen Armen und sagte: Hallo Oliver! Ich werde diesen Moment nie vergessen, der glücklichste Moment in meinem Leben.

Herzlichen Glückwunsch zum 30. und alles alles Liebe!

Ich habe Druck

Als ich in der vergangenen Nacht aufwachte, verspürte ich einen Druck am unteren Ende des Körpers. Mitten in der Nacht ist das schon ungewöhnlich. Sicherheitshalber suchte ich die sanitären Einrichtungen des Elbe-Penhouse auf. Das Ergebnis erspare ich euch lieber. Jedenfalls ist die Folge, dass ich heute nicht ins Büro gefahren bin. Ein unangenehmes Ereignis während der Anfahrt nach Hamburg hätte die Folge sein können.

Rein gefühlsmässig geht es mir gut, weder bin ich schlapp, appetitlos oder bettlägerig, sodass es mir schon fast peinlich war, mich im Büro abzumelden. Aber sicher ist sicher.

Glück gehabt

Morgens, noch vor halb neun. Mein Handy zeigt mir ein Gespräch an. Der Arzt, der die Koloskopie durchgeführt hatte, war dran: Der eine Polyp, den er entfernt hatte, entpuppte sich bei der pathologischen Nachuntersuchung als wahre Zeitbombe. Über kurz oder lang hätte er sich zum Darmkrebs entwickelt! Der Doc rät dazu, in einem Jahr eine neue Koloskopie durchführen zu lassen. Darauf kann er sich verlassen!

Viel Luft

So, es ist überstanden, und zwar ohne Schlafmittel oder Betäubung. Es war allderdings grenzwertig, die Koloskopie „ohne alles“ durchführen zu lassen. Man legte mir vorher eine Kanüle damit man mir, falls Gefahr im Verzuge sein sollte, sofort entsprechende Medikamte hätte spritzen können. Über diese Kanüle hätte man mir bei Bedarf auch das Schlafmittel eingeflösst wenn ich während der Untersuchung danach verlangt hätte. Einmal war ich fast soweit. Aber die Situation entspannte sich gleich wieder. Ich hätte es wohl auch sehr bedauert, während der Untersuchung zu schlafen. Das Personal inklusive des Arztes waren nämlich sehr nett und irgendwie war es geradzu lustig und es erinnerte mich an meine Zahn-OP von vor 6 Monaten.

Während der Koloskopie wurden 2 Polypen in meinen Gedärmen festgestellt von denen einer das Zeug hatte, sich zum Darmkrebs zu entwickeln. Beide Polypen wurden entfernt, was seltsamer Weise ohne Schmerzen passierte. Ich habe davon wirklich nichts gemerkt. Bei der obligatorischen Nachbesprechung teilte mir der Doc mit, dass sich nun das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um 90 Prozent reduziert hätte. In ca. einem Jahr werde ich zu einer Nachuntersuchung müssen, nein, wollen. Und gerne wieder in der Gastroenterologischen Praxis. Man darf da sogar zuschauen, wie die Kamera durch die Därme wandert. Es gibt extra einen Monitor, der so aufgehängt ist, dass der Patient alles beobachten kann. Allerdings habe ich nach einiger Zeit nicht mehr hingeschaut da ich anders etwas bequemer liegen konnte.

Nun habe ich noch viel Luft in den Gedärmen. Ich bin froh, die Autofahrt von Bergedorf nach Geesthacht ohne Malheur überstanden zu haben.

Und jetzt habe ich Appetit auf Kartoffelpü und Klotzfisch.

An meine Leserinnen und Leser: Nutzt diese Art der Vorsorge, sie kann euer Leben retten. Ich habe meinen Schwiegervater elendig am Darmkrebs zugrundegehen sehen.

Noch ist es ruhig

Morgen soll bei mir eine Koloskopie durchgeführt werden. Es ist nichts akutes, es ist eine reine Vorsorgemassnahme. Zu diesem Zweck muss ich innerlich leer und rein sein. Um das zu gewährleisten musste ich von ca. 30 Minuten eine milchige Brühe trinken, die gar nicht mal so übel schmeckt, so ähnlich wie Zitronenbrause aus Brausepulver.

Ich dachte ja nun, kurz nach dem letzen Schluck würde das grosse Rennen zum Klo losgehen. Weit gefehlt, noch sitze ich ganz relaxt am Rechner und harre der Dinge, die da kommen sollen. Ich bin gespannt.

Tagebuch einer Braut

Nun sind Oliver und Sabrina schon über ein Jahr verheiratet. Nur zugern denke ich an die Traumhochzheit im vergangenen Jahr zurück. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, das Tagebuch der Braut zu lesen. Nein, nicht heimlich, ganz offiziell kam ich in den Genuss.

Die Aufzeichnungen beginnen mit der Frage des Antrages. Die Braut denkt nämlich darüber nach, ob sie eventuell selbst den Heiratsantrag machen soll und wenn ja – wann. Sie entscheidet sich dafür, den Olli selbst zu fragen. Und natürlich sagte er ja, sonst wäre es ja auch nicht zu der Traumhochzeit gekommen.

Im Tagebuch steht jetzt alles über die Planungen und Vorbereitungen, natürlich aus der Sicht der Braut. Einladungen, Kleid kaufen, mit dem katholischen Pfarrer sprechen, Gespräche mit dem evangelischen Pastor, der die Trauung durchführen sollte, Aufgebot, usw. usw. usw.

Am Tag der Hochzeitsfeier wurde mir ja schon klar, dass die Beiden sich sehr viel Mühe gemacht und sehr viel Herzblut in die Vorbereitungen gesteckt hatten. Dies alles jetzt noch mal nachlesen zu können vertiefte meine Eindrücke noch um einiges.

Sabrina erzählt natürlich auch über den Tag der standesamtlichen Trauung, den Tag der kirchlichen Trauung mit dem grossen und wunderbaren Fest. Sie erzählt über ihre Gefühle und ihre Eindrücke über Olivers Gefühle. Freunde und Familienmitglieder finden Erwähnung und ich bin mal wieder zu Tränen gerührt als ich das alles lese. Ich stelle wiedermal fest, dass ich eine grossartige Schwiegertochter Freundin habe, nein, das WIR eine grossartige Freundin habe.

Das Tagebuch ist als Fotobuch konzipiert und demensrechend wurden alle Aufzeichnungen auch mit Fotos ergänzt. Eine tolle Idee ist das. Denn vieles wird man im Lauf der Jahre doch vergessen. Und eines Tages werden die Beiden es ihren Kindern zeigen und sagen: So war das damals bei uns.

Ich bin entsetzt!

Dass ich vor etwa 6 Monaten das 60. Lebensjahr vollendet habe ist schon schlimm genug. Aber noch schlimmer ist, dass ich fortan in Genuss eines Seniorenrabattes komme, z.B. beim Eintritt in den Hansapark und in den Europapark Rust. Na ja, es heisst in der Preisliste: Personen bzw. Gäste ab 60 Jahre. Trotzdem – ich fühle mich diskriminiert.