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Die MRT-Geschichte


Ich dachte, die Geschichte um mein MRT hatte in der letzten Woche ein Ende. Heute morgen ging es weiter. Hier nochmal in Tabellenform die ganze Geschichte:

6. Mai
Erster Besuch beim Orthopäden. Die Praxis vereinbart telefonisch in meinem Beisein bei einer Radiologie in Bergedorf einen Termin für den 24. Mai (frühester freier Termin). Ein Kollege nennt mir ein anderes Institut. Ich vereinbare dort einen Termin für Montag den 9. Mai.

9. Mai
Das MRT wird gemacht. Ich bekomme einen verschlossenen Umschlag, adressiert an den behandelnden Orthopäden. Ich vermute, dass sich in dem Umschlag eine CD und Fotos befinden.

10. Mai
Per Kontaktformular storniere ich den Termin in Bergedorf

11. Mai
Nächster Termin beim Orthopäden. Ich nehme den Umschlag mit. Der Orthopäde wundert sich, dass er nur eine CD enthält, schaut sich aber die Aufnahmen nicht an. Er handelt nach dem ihm zugesandten schriftlichen Befund. Die CD bekomme ich mit. Ich stecke sie zu Hause in das Laufwerk und stelle fest, dass sie nicht für mich sondern für einen anderen Menschen ist.
Ich rufe das Instut an und teile das mit. Wir vereinbaren, dass die richtige CD an mich geschickt wird und ich die falsche abgebe.

13. Mai
Ich gebe die falsche CD persönlich in der Radiologiepraxis ab. Die Dame entschuldigt sich nochmal. Ich frage, ob ich denn keine Fotos bekomme. Sie wundert sich, dass mir keine ausgehändigt wurden und dass der grosse Umschlag tatsächlich nur die CD enthiel. Sie sichert zu, mir Fotos zu schicken.

16. Mai
Auf dem Weg zum Orthopäden bekomme ich einen Anruf von der Praxis, bei der das MRT ursprünglich durchgeführt werden sollte (nach fast einer Woche!): Sie finden den Termin nicht, den ich stornieren will. Da sich die Sache eh erledigt hat, nehmen beide Seiten das nun so hin.
In der Orthopädiepraxis frage ich bei der Dame am Empfang nach, ob sie das notiert hatte. Hatte sie und sie bestätigt mir den vereinbarten Termin, der angeblich nicht existiert.
Tja, da hat man wohl in Bergedorf vergessen, den Termein einzutragen. Ist ja eh egal, ich hab ja meine CD. Ich warte nun noch auf die Fotos und hoffe, dass die Sache damit dann ein Ende findet.

Privates Bulletin VI

Nachdem ich mir heute wieder die magnetischen Wellen und eine Spritze abgeholt hatte, wurde mir eröffnet, dass ich noch eine Woche zu Hause bleiben muss. Ich soll mich viel bewegen, also z.B. spazierengehen. Toll, wo das Wetter jetzt schlechter geworden ist.

Desweiteren bekam ich Krankengymnastik verordnet. Praktisch, auf der gleichen Etage wie mein behandelnder Arzt ist eine Praxis für Krankengymnastik. Ich also da rein. Während ich die Tür öffnete, wurde eine Glocke betätigt. Ich stand dann da ganz allein im Anmelderaum und wunderte micht, dass keiner kam. Dann entdeckte ich ein Schild mit dem Hineweis, dass, wenn keine da ist, die Angestellten in einem der Therapieräume sind und man jeweils „kurz vor voll“ oder „kurz vor halb“ erscheinen würde. Na gut, irgendwie hatte ich Verständnis dafür. Nun war es aber gerade „kurz nach voll“. Ich wartete also so still vor mich hin, hörte aber derweil aus einem der Räume eine sehr laute Frauenstimme plappern und ab und zu einen Männerstimme.

Ein Raum, an dem „privat“ stand, war offen. Ich schaute hinein und was ich entdeckte, war nicht sehr vertraueneinflössend: Ein Tisch voll mit Geschirr und einem offenden Marmeladenglas. Und auch sonst sah es in dem Raum nicht gerade sehr aufgeräumt aus. Mein Vertrauen war vollends dahin.

Zum Glück hatte ich das Handy dabei. Ich rief bei unseren Nachbarn an, und fragte, ob sie eine gute Praxis wüssten. Als eingeborene bzw. langjährige Geesthachter wussten sie natürlich eine, und zwar ganz in der Nähe. Leider sind die für die nächste Woche schon ausgebucht. Ich werde aber reingenommen, wenn sich eine Möglichkeit ergibt. Vier Termine für die Woche danach habe ich so gelegt, als wenn ich dann wieder arbeiten müsste.

Ich hoffe nun also weiter vor mich hin, dass es bergauf geht.

Privates Bulletin V

Heute Vormittag bekam ich die 2. Bestrahlung mit polarisierten elektro-magnetischen 12 cm Wellen. Anschliessend – nach einer längeren Wartezeit da ich ja keinen Termin hatte – dann das Gespräch mit dem Arzt. Er wunderte sich, dass vom Radiologie Institut keine Fotos mitgeschickt wurden sondern nur eine CD mit den Aufnahmen. Er hatte wohl keine Lust, sich die Fotos auf der CD anzusehen und hielt sich an den schriftlichen Befund, der ihm per Fax zugeschickt worden war, was, wie sich später herausstellen sollte, nicht verkehrt war.

Der Befund war dann also klar: Bandscheibenvorfall. Ich erhielt eine Spritze, von denen ich dann auch noch mehr bekommen werde. Soweit so gut. Ich weiss jetzt, woher die Schmerzen kommen, was mir sehr wichtig ist, da ich Unsicherheiten hasse.

Zuhause schaute ich mir dann die CD an. Und da kam der Hammer!: Man hat mir eine falsche CD mitgegeben, Aufnahmen der linken Schulter für einen anderen Patienten. Nun gut, es könnte ja passieren, dass die CD mit den falschen Daten bedruckt worden ist. Ich schaute mir also die Bilder an. Ich bin zwar nicht medizinisch ausgebildet, aber es war eindeutig zu erkennen, dass das ein Schultergelenk ist und nicht meine Lendenwirbel, die eigentlich MRTsiert werden sollten. Es wäre sehr peinlich gewesen, wenn der Arzt sich die Fotos angeschaut hätte. Natürlich liegt die Hauptschuld beim Radiologieinstitut. Aber da ich mir das selbst – auf Empfehlung eines Kollegen – ausgesucht hatte um die Diagnose zu beschleunigen, hätte auch ich ziemlich blöd ausgesehen.

Die Radiologie brennt mir jetzt eine neue CD, die falsche werde ich denen wieder zukommen lassen.

Ach so ja, wie es mir geht?: Es ist keine Verschlechterung eingetreten, auch keine Verbesserung, was ja auch schon positiv ist. Ich hoffe, dass die Spritzen dann ihre Wirkung tun und sich eine OP vermeiden lässt.

Die Röhre

„Haben Sie Platzangst?“ – „Bis jetzt noch nicht.“
Dann wurde ich in dieses Ding geschoben. 20 Minuten sollte der Scan dauern. Rein gefühlsmässig war es länger. Und trotz einer Kühlung wurde es recht warm.

Manchmal stellte ich mir vor, ich läge in einer Mikrowelle. Bei einigen Geräuschen war es nämlich so, dass ich dabei warme Hände bekam. Hörte das Geräusch auf, kühlten auch meine Hände wieder ab. Unangenehm war es nicht. Trotzdem war ich froh, als ich wieder hinausgeschoben wurde.

Einen Befund habe ich noch nicht. Den bekomme ich dann hoffentlich am Mittwoch von meinem behandelnden Arzt.

Privates Bulletin IV


Nach einem relativ beschwerdefreien Samstag folgte ein Sonntag, den ich lieber entspannter erlebt hätte. Die gestern gezeigten Fotos spiegeln ein Urlaubsfeeling wieder, welches körperlich nicht vorhanden war. Ich wusste kaum, wie ich mich hinsetzen oder stellen sollte. Jede Stellung war nach wenigen Sekunden schmerzhaft. Besonders schlimm war es beim Aufstehen nach längerer Zeit des Sitzens. Dann schoss der Schmerz förmlich in das linke Bein bis hinab in das Schienenbein.

Beim Aufstehen heute Morgen merkte ich, dass eine Besserung eingetreten ist. Ob das an den Tabletten liegt, die ich seit einer Woche schlucke, wage ich zu bezweifeln. Denn dann hätte eine Besserung wohl schon viel früher eintreten müssen.

Heute Morgen hatte ich die erste Therapiesitzung. 10 Minuten wurden mir „polarisierte elektro-magnetische 12 cm Wellen“ in den Lendenbereich gestrahlt. Danach sollte ich eine Kortison-/Anästhetikumspritze bekommen. Der Doc fragte zum Glück nach dem MRT. Als ich ihm sagte, dass Selbiges heute Nachmittag gemacht werden würde, musste er von der Spritze absehen da sie das Ergebnis des MRT verfälschen würde.

Wenn ich die Liste studiere, für was die Wellen alles gut sein sollen, sind die wohl so eine Art Allheilmittel, so ähnlich wie mein Schwedenbitter. Chirugie, Orthopädie, Innere Medizin, Dermatologie, Urologie, ja, sogar Gynäkologie. Hauptsache, mir wächst jetzt keine Muschi.

Den Termin für das MRT hatte die Praxis gemacht, allerdings wäre der früheste Termin erst in 2 Wochen. In der Firma hatte ich Freitag ich einen Zwischenbescheid über meinen Zustand gegeben. Ein Kollege gab mir einen Tipp, es in einer ihm bekannten Radiologiepraxis zu versuchen. Und siehe da, die hatten einen Termin für heute Nachmittag. Zwei Wochen gespart bei der richtigen Behandlung, vorausgesetzt, in der Röhre wird nun nachher was festgestellt, dass es zu behandeln gilt.

Fortsetzung folgt.

Privates Bulletin III

Ich bin genervt! Warum? Weil ich Dinge tun möchte, die ich nicht machen kann, z.B. spazierengehen.
Und weil ich Dinge tun möchte, die ich nicht machen darf, z.B. ein oder zwei oder mehr Gläser Wein zum Grillen trinken. Aufgrund der Medikamente, die ich nehme, ist Alkohol zurzeit nicht angesagt.

Habe aber eine nette Alternative gefunden. Zwar nicht als Getränk zum Grillen, aber für mal so zwischendurch: Ipanema. Sehr lecker, sehr erfrischend.

Privates Bulletin II

Schneller als erwartet fand heute die Untersuchung beim Orthopäden statt. Ca. 1-1/2 Stunden musste ich warten. Das, so finde ich, ist in Ordnung wenn man einen eingeschobenen Termin hat.

Die Röntgenaufnahmen brachten ein eindeutiges Ergebnis, d.h. es muss ein MRT gemacht werden. Darauf muss ich noch 2 Woche warten. Ein Kollege rief mich eben an mit einem Tipp, wo ich das vielleicht auch früher bekomme. Ich werde mich darum kümmern.

Ab Montag soll ich eine Therapie bekommen mit magnetischen Strahlen. Sofern mir das eine Linderung der Schmerzen bringt, soll das in Ordnung sein. Hoffentlich bleiben danach nicht alle Eisenteile an mir hängen.

Für eine weitere Woche habe ich eine Krankschreibung erhalten. Heute bekam ich dann aber den altbekannten „Gelben Zettel“.

Privates Bulletin I

Die Beschwerden sind leider nicht besser geworden. Habe mir heute morgen einen Termin beim Arzt geben lassen, sogar noch für heute Vormittag. 11:30 Uhr sollte ich dort sein, um 11:45 Uhr war ich im Behandlungszimmer. Darüber kann man sich nicht beschwerden.

Nach einer kurzen Erklärung der aktuellen Symptome hatte ich eine Überweisung zum Orthopaden in der Hand. Die Ärtzin machte gleich selbst telefonisch einen Termin aus. Na ja, es ist ihr Mann, der die Praxis betreibt. Morgen früh um 08:25 Uhr soll ich mich dort einfinden, allerdings müsste ich mit einer längeren Wartezeit rechnen.

Man hört ja viel über Orthopäden. Einige nehmen gar keine Patienten an, bei anderen bekommt man einen Termin nur mit mehrwöchiger Wartezeit. Insofern bin ich froh, dass ich schon morgen einen Termin habe, auch wenn ich möglicherweise stundenlang in einem von mir so heissgeliebten Wartezimmer sitzen muss.

Ich habe Aua

Bevor ich auch nur einen Gedanken daran verschwende, eventuellgegebenenfallsunterumständen einen Arzt aufzusuchen, muss meine körperliche Verfassung schon arg in Mitleidenschaft gezogen sein. Schmerzen im linken Bein, die von der Leistengegend bis zur Wade zogen, liessen den Gedanken eines Arztbesuches aufkommen. Schmerzen, die nicht nur einfach so im Hintergrund da waren, nein, die Schmerzen waren schon etwas heftiger Natur.

Heute morgen sass ich dann kurz vor acht Uhr im Wartezimmer. Eine Dame war schon da. Da ich keinen Termin hatte, richtete ich mich mental auf eine längere Wartezeit ein. In der Firma hatte ich bereits Notiz gegeben.

Nach und nach füllte sich das Wartezimmer. Alle grüssten mehr oder weniger freundlich. Dann kam eine junge Frau mit Metall im Gesicht. Grusslos setzte sie sie sich auf einen freien Platz. Aus ihrer grossen Tasche kramte sie erstmal eine Flasche mit Saft hervor und nahm einen kräftigen Schluck daraus. Dann steckte sie sich die Knöpfe ins Ohr und hörte schniefend Musik. Taschentücher hatte sie in der grossen Tasche wohl nicht versteckt. Ein Griff neben sich hätte gereicht. Dort stand nämlich ein kleiner Tisch auf dem netterweise von der Praxis eine Box mit Papiertüchern bereitgehalten wird.

Zum Glück musste ich mir ihr Geschnotter nicht lange anhören. Ziemlich schnell wurde ich aufgerufen. Ich erklärte der Frau Doktor meine Beschwerden. Sie machte einen Test mit meinen Beinen und war dann der Meinung, dass es eine Nervenreizung/-entzündung sein könnte. Ich bekam schmerzlindernde und enztündungshemende Pillen verschrieben sowie für die Nacht ein Muskelentspannedes Medikament. Wenn sich der Zustand bis Donnerstag nicht gebessert hat bzw. wenn ich vorher ein Taubheitsgefühl in den Zehen bekomme, werde ich zum Orthopäden geschickt. Es könnte nämlich durchaus auch sein, dass die Beschwerden von der Wirbelsäule kommen könnten – was ich nicht hoffe.

Nun bin ich erstmal bis einschliesslich Freitag dieser Woche krankgeschrieben. Der Zettel ist aber nicht mehr gelb, der ist jetzt rosa.

Zwiegespalten


Deutschlandweit fanden heute, am Ostermontag, Demonstrationen gegen Atomkraftwerke statt, so auch in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung. Das Kernkraftwerk Krümmel liegt nur ca. 2,5 km entfernt auf dem Stadtgebiet der Stadt Geesthacht.

Nur allzu gern würde ich mich an der Demonstration direkt vor dem Kraftwerk beteiligen. Da gibt es allerdings ein grosses „Aber“, das mich davon abhält.

Seinerzeit, als wir das Kleinod entdeckten, wo einmal unsere Wohnung sein würde, wussten wir, dass das AKW Krümmel sozusagen direkt nebenan liegt. Trotzdem unterschrieben wir den Kaufvertrag. Mein schwarzer Humor sagte: Je näher dran um so schneller ist es mit dem Leiden vorbei.

Während der vergangenen Jahre wurde uns bekannt, dass es sich beim AKW Krümmel um einen der in Deutschland stehenden Pannenreatkoren handelt. Bei ausgiebiger Recherche wäre ich sicher auch vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages darauf gestossen. Unterschrieben hätte ich wohl trotzdem.

Wenn ich mich jetzt an einer Demonstration direkt am Kraftwerk beteiligen würde, wäre es ähnlich, als wenn ich ein Haus in Flugplatznähe kaufen würde und ich würde dann gegen den Fluglärm protestieren.

Die heutigen deutschlandweiten Demonstrationen richten sich zwar überwiegend gegen die Erzeugung von Energie durch Atomkraftwerke im Allgemeinen. Deshalb haben wir die Abschlussveranstaltung auf dem sogenannten Roten Platz direkt an der Elbe aufgesucht um auf diese Weise unsere Solidarität zu zeigen um zu bekräftigen: Ja, wir sind gegen Atomstrom!

Uns fiel auf, dass die Menschen, die wie dort angetroffen haben, fast alle einem gewissen Typ darstellen. Männer, deren Bärte länger als 3 Tage gewachsen waren und deren Kopfhaar auch mal wieder einem Friseur präsentiert werden sollten. Frauen mit grauen Haaren, nicht gestylt. Fast alle in Sandalen, fast alle mit einer Kopfbedeckung und mit Rucksack – irgendwie alternativ, irgendwie Schlabberlook. Es waren wenige Menschen, die so aussahen wie du und ich.

Diese Menschen nehmen an diesen Demonstrationen aus Überzeugung teil und sie sind ein Grossteil dessen, was die Antiatombewegung ausmacht. Aber warum sieht man ihnen das an? Warum sehen die alle gleich aus? Ein merkwürdiges Völkchen.