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Erinnerung


Manchmal ist es so – und das haben wir alle schon mal erlebt – dass alltägliche Kleinigkeiten uns an etwas erinnern, sei es an ein besonderes Erlebnis oder an eine bestimmte Person.

Bei den Damen in unserer Buchhaltung steht fast immer eine kleine Schale mit was zum Naschen. So im Vorbeigehen greift man da gern schon mal zu. Dazu ist das auch gedacht.

Heute steht da eine Schale voll mit Minidaim. Und Daim erinnert mich an einen Menschen, zu dem ich ein inniges Verhältnis hatte und der mein späteres Leben nachhaltig beeinflusst hat. Er liebte Daim. Daim, eigentlich etwas ganz banales. Aber es erinnert mich halt an diesen einen Menschen, der inzwischen nicht mehr unter uns weilt.

Vor einigen Jahren, ich lebte noch in Lübeck, erhielt ich von seinem Freund die Nachricht, dass er an Krebs gestorben ist. Wir hatten zu dem Zeitpunkt keinen Kontakt mehr. Aber aus meiner Erinnerung ist dieser Mensch nicht mehr wegzudenken. Und ich erinnere mich gern an ihn – und sei es auch nur durch Daim.

Unter Senioren


Vater würde am kommenden Montag Geburtstag haben. Meine Mutter ist zum Glück nicht so verbissen, dass sie genau an seinem Geburstag zum Friedhof muss und nimmt Rücksicht auf uns, nämlich wann wir Zeit und Lust haben, mit ihr zum Friedhof zu fahren. Zeitnah sollte es natürlich schon sein, dass ist auch unser Anliegen. Zwei Tage vor dem Tag – das ist schon in Ordnung. Also ging es heute nach Lübeck.

Mutter lässt es sich nicht nehmen, uns anlässlich dieser Besuche zum Essen einzuladen. Für heute Mittag hatte sie sich das Restaurant Rathaushof ausgesucht und dort einen Tisch reserviert. Als wir dort eintrafen, so kurz nach 12.00 Uhr, war es voll, sehr voll. Und fast überall sassen nur Seniorinnen und Senioren am Tisch. Graugelockte, dauergewellte Damen, graukopfbehaarte Herren – Bernd und ich senkten beim Betreten des Restaurants das Durschnittsalter erheblich.

Da wir spät erschienen waren, waren wir dementsprechend auch später mit dem Essen fertig und konnten viele Gäste beim Verlassen des Lokals beobachten. Fast jeder benötigte dazu eine Gehhilfe.

Das Essen selbst ist übrigens sehr gut, also in Richtung Hausmannskost/gutbürgerliche Küche. Ich habe seit vielen Jahren keinen Karpfen mehr gegessen und nutzte die Gelegenheit, mir Karpfen, 2 x gereicht, zu bestellen. Leider war der Meerrettich (für mitlesende Österreicher: Kren) recht milde, obwohl ich auf die separat gereichte Sahne verzichtete.

Bis auf die Tatsache, dass wir uns vorkamen, wie im Speisesaal einer Altenresidenz, war es ein gutes Mittagessen. Selbst meiner Mutter -sie wird immerhin im Mai 87! – war aufgefallen, dass überwiegend „alte Leute“ das Restaurant aufsuchen.

Morgen geht’s los

Das neue Jahr ist nun schon 5 Tage alt. Für mich beginnt es aber erst morgen. Ich hatte nämlich von Montag bis einschliesslich heute Urlaub – was man halt so Urlaub nennt: Der Wagen musste zur HU, AU und Inspektion. Ausserdem waren ein paar andere Dinge zu reparieren. Heute haben wir den ganzen Weihnachtsklimbim wieder eingepackt. Der Weihnachtsbaum steht jetzt nackt wie Gott in schuf im Wohnzimmer und wartet darauf, dass er Freitagabend fliegen lernt, nämlich von der Terrasse. Ein paar Dinge mehr waren zu erledigen.

Urlaub? Na ja, nicht so ganz. Man kennt das ja.

Tja, und morgen geht’s dann wieder an den Schreibtisch. Zum Glück sind es nur 2 Tage zum eingewöhnen, dann ist wieder Wochenende.

Weihnachtsresümee


Nun ist Weihnachten so gut wie vorbei. Weihnachten 2010 – fast wie ein ganz normales Wochenende. Viele Leute hatten ja am 24. Dezember frei. Ich habe bis mittags gearbeitet. Dafür habe ich Silvester frei.

Die letzten Wochen vor Weihnachten war ich etwas bedrückt bzw. nervös wegen des PSA-Wertes. Deshalb konnte ich mich auf Weihnachten auch gar nicht so richtig freuen und ich hatte auch keine Lust auf die Planung. Erst als ich das Ergebnis erfuhr, konnte ich entspannter sein. Doch dann ging der Stress im Büro los. Schlechtes Wetter (Stürme und Schnee) verursachten gewaltigte Verzögerungen in der Schifffahrt. Eine Vorausplanung war kaum möglich. Am Donnerstag vor Heiligabend war ich so genervt, dass ich kurz davor war, unsere Mütter für den 24. wieder auszuladen. Zum Glück entspannte sich die Situation am Nachmittag und ich konnte ein wenig durchartmen.

Am Abend haben wir dann unseren Weihnachtsbaum aufgestellt und Geschenke eingepackt. Freitag morgen ging es für mich dann wieder nach Hamburg ins Büro. Es waren dann doch entspannte Stunden ohne Probleme. Die Heimfahrt entpuppte sich dann als Schlitterpartie. Doch ich erreichte heil unser Elbepenthouse. Da es abends traditionell Fondue geben sollte, hielten sich die notwendigen Vorbereitungen in Grenzen.

Als Bernd mit unseren Müttern eingetroffen war, gab es etwas Gebäck und wir stiessen mit Champagner an bevor die Geschenke verteilt wurden. Es war ein „rolliger“ Abend: Wir hatten die Eintrittskarten für die Semperoper und eine zu Papier gebrachte kleine Reisebeschreibung für unsere Mütter in Papprollen verpackt. Bernd bekam von mir auch eine Papprolle mit Inhalt, den ich hier aber noch nicht verraten kann weil das gleiche Geschenk unsere „Kleinen“ in Mönchengladbach bekommen. Und ich bekam von Bernd eine Papprolle mit einer Eintrittskarte für die Hamburgische Staatsoper für das Ballett „Illusionen – Wie Schwanensee“ von John Neumeier.

Nachdem viel Fleisch beim Fondue vertilgt und 2-1/2 Flaschen Wein getrunken waren, sassen wir zu viert noch ein wenig zusammen bevor wir unsere Mütter ins Hotel brachten.

Zurück daheim gab es für Bernd und mich noch eine kleine private Bescherung. Bernd überreichte mir einen kleinen Karton, der eine neue Digicam enthielt, eine Canon Powershot 95s. Ich überreichte Bernd eine weitere Rolle, die aber grösser war als die andere vom Nachmittag. Sie enthielt einen Druck des Bildes „Rain“ von Steve Walker. Bernd hatte vor langer Zeit mal bemerkt, dass er das Bild so toll findet. In Deutschland ist es nirgends zu bekommen. Ich entdeckte es über die Homepage und konnte es dort bestellen.

Am 1. Weihnachtstag trafen wir uns zum Frühstück im Hotel. Danach ging’s heimwärts wo ich den weltbesten Schokokuchen, den es zum Nachtisch geben sollte, gebacken habe. Da ich auf dem Einkaufszettel die dafür notwendigen Eier vergessen hatte, musste ich im Hotel 3 Eier kaufen. Dann war es Zeit, die Putenbrust in den Ofen zu schieben. Etwa 2 Stunden muss die garen. Und wie die gegart hat. Supersaftig war sie und ganz zart – ein Traum. Zum Nachtisch gab es den Schokokuchen, den ich mit Goldstaub bestäubt hatte.

Später brachte Bernd unsere Mütter zurück nach Hamburg. Währenddessen machte ich Küchendienst und räumte auf. Abends kamen unsere Nachbarn zum Filmabend als Vorbereitung für unsere gemeinsame kleine Silvesterreise nach Oberhausen. Das Musical „Die Hexen von Oz“, das wir uns dort ansehen werden, basiert nämlich zum Teil auf dem Film „Der Zauberer von Oz“ aus dem Jahr 1939 mit Judy Garland. Ich glaube, dass wir Holger mit diesem Film total geschockt haben, wo sein einzig wahres Lieblingsmusical doch „Anatevka“ ist, aber nur mit Shmuel Rodensky, aber der ist ja eh schon lange tot. War der nicht beim Fiedeln vom Dach gefallen?

Am 24. und 25. Dezember hatten wir also kaum Zeit für uns. Aber den heutigen sonnigen Wintertag geniessen wir umso mehr. So haben wir bereits einen kleinen Spaziergang an die Elbe hinter uns, um mein neues Spielzeug zu testen. Danach gab es ein sonntägliches/weihnachtliches Frühstück im Wintergarten. Und dann machte ich mich auf die Blogrunde. Nun ist es schon nach Mittag. Sonne strahlt vom blauen Himmel auf denn weissen Schnee – und Weihnachten 2010 ist fast vorbei.

Vorweihnachten

Wie seit vielen vielen Jahren haben wir auch in diesem Jahr unser familiäres Vorweihnachten gefeiert. In diesem Jahr fand die Feier bei meiner Cousine und ihrem Mann in Lübeck statt. Zum Einheizen gab es traditionell Glögg und etwas Gebäck.


Traditionell ist auch die Frage meiner Base: Wann machen wir Bescherung? Worauf dann jeder nach seinen Taschen greift um die Geschenke zu übergeben, was immer mit viel Spass verbunden ist.

Im weiteren Verlauf des Abends kommt das Gespräch auch auf die Familienmitglieder die nicht mehr unter uns weilen. Sie sind also unvergessen in unseren Herzen.

1,89

1,89 – eine Zahl, die so, wie sie da steht nichtssagend ist. Sie kann für alles mögliche stehen.

Als ich diese Zahl heute am Telefon zur Kenntnis nahm, fiel mir ein grosser Stein vom Herzen, ein ganz grosser. Diese Zahl, 1,89, ist mein PSA-Wert. Dieser Wert sagt aus, ob ich eventuell Prostatakrebs haben könnte. Je niedriger der Wert ist, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich diesen Krebs habe. Eine Nachuntersuchung beim Urologen ist bei diesem Wert nicht notwendig.

Die Vorgeschichte:
Im Oktober war ich zum TÜV. Dazu gehörte die Blutabnahme zwecks Cholesterinbestimmung. Auch der PSA-Wert sollte festgestellt werden. Das haben die netten Damen in der Praxis aber vergessen. Da ich ich Anfang letzter Woche noch einen Termin hatte, sollte das dann nachgeholt werden. Als Kassenpatient ist der Test nicht kostenlos. Ich bezahlte also meine 19 Euro und sollte das Ergebnis dann am Freitag letzter Woche erfahren. Nachdem ich mein Belastungs-EKG auf dem Fahrrad gemacht hatte, ging es rein zum Doc, um alles zu sprechen. Er erzählte mir was von gutem und schlechtem Cholesterin und noch eine Sorte mehr und dass die Werte etwas zu hoch seien, aber nicht so hoch, dass sie mit Medikamenten behandelt werden müssen. Ich sollte versuchen, auf Fette und Milchprodukte zu verzichten. Als ich meinte, es sei alles gesagt, fragte ich ihn nach dem PSA-Wert. Tja, und der war zum 2. Mal nicht da. Die Dame, die dafür zuständig war, hatte es wieder versemmelt.

Der Doc wies sie dann an, mir meine 19 Euro wieder auszuzahlen. He, hat jemals schon mal einer Geld vom Arzt bekommen? Dann wurde noch mal Blut abgenommen um nun den Test zu machen. Nach einer kurzen Wartezeit war das Ergebnis da: Zwischen 5 und 10! Toll. Was soll ich denn damit anfangen? 5 Wäre gegebenenfallsunterumständen für meine Alsterklasse gerade noch so akzeptabel. 10 wäre höchst dramatisch. Da Fahrradfahren Druck auf die Prostata ausübt, wird dadurch der Wert negativ beeinflusst. Und auf dem Fahrrad hatte ich gerade eben vorher das Belastungs-EKG gemacht. Dieser Wert war also unbrauchbar. Auch Sex beeinflusst den PSA-Wert. Ich hatte zwar am Morgen des Freitags keinen Sex, aber am Tag vorher. Ausserdem hatte ich mich auf der Oslofahrt fast ausschliesslich von Fisch ernährt. Fisch enthält viel Eiweiss – für den PSA-Wert wird ein Eiweisstyp im Blut gemessen. Also war die ganze Sache sinnlos. Trotzdem machte mich der Wert zwischen 5 und 10 ganz arg nervös. Wenn dazu noch gewisse Beeinträchtigungen beim urinieren kommen, und seien sie auch noch so gering und die ab einem gewissen Alter eben eintreten können, kann man sich ja denken, dass mir nicht ganz wohl in meiner Haut war. Seit Wochen hatte ich eh schon mehr oder weniger schlaflose Nächte. Aber dies hier war der Hammer schlechthin.

Da das Ergebnis des Tests also total unbrauchbar und vor allem auch ungenau war, wurde bei einem Labor ein neuer Test gemacht. Tja, und das Ergebnis durfte ich mir heute anhören: 1,89 – und das ist total super!

Nun kann ich auch wieder beruhigt schlafen.

Schon 30

Am 4. Dezember 1980, heute vor 30 Jahren, um 13.01 Uhr wurdest du geboren. Wenige Minuten später hielt ich dich, eingehüllt in ein Frotteetuch, in meinen Armen und sagte: Hallo Oliver! Ich werde diesen Moment nie vergessen, der glücklichste Moment in meinem Leben.

Herzlichen Glückwunsch zum 30. und alles alles Liebe!

Ich habe Druck

Als ich in der vergangenen Nacht aufwachte, verspürte ich einen Druck am unteren Ende des Körpers. Mitten in der Nacht ist das schon ungewöhnlich. Sicherheitshalber suchte ich die sanitären Einrichtungen des Elbe-Penhouse auf. Das Ergebnis erspare ich euch lieber. Jedenfalls ist die Folge, dass ich heute nicht ins Büro gefahren bin. Ein unangenehmes Ereignis während der Anfahrt nach Hamburg hätte die Folge sein können.

Rein gefühlsmässig geht es mir gut, weder bin ich schlapp, appetitlos oder bettlägerig, sodass es mir schon fast peinlich war, mich im Büro abzumelden. Aber sicher ist sicher.

Glück gehabt

Morgens, noch vor halb neun. Mein Handy zeigt mir ein Gespräch an. Der Arzt, der die Koloskopie durchgeführt hatte, war dran: Der eine Polyp, den er entfernt hatte, entpuppte sich bei der pathologischen Nachuntersuchung als wahre Zeitbombe. Über kurz oder lang hätte er sich zum Darmkrebs entwickelt! Der Doc rät dazu, in einem Jahr eine neue Koloskopie durchführen zu lassen. Darauf kann er sich verlassen!