Archiv der Kategorie: persönlich

Privates Bulletin III

Ich bin genervt! Warum? Weil ich Dinge tun möchte, die ich nicht machen kann, z.B. spazierengehen.
Und weil ich Dinge tun möchte, die ich nicht machen darf, z.B. ein oder zwei oder mehr Gläser Wein zum Grillen trinken. Aufgrund der Medikamente, die ich nehme, ist Alkohol zurzeit nicht angesagt.

Habe aber eine nette Alternative gefunden. Zwar nicht als Getränk zum Grillen, aber für mal so zwischendurch: Ipanema. Sehr lecker, sehr erfrischend.

Privates Bulletin II

Schneller als erwartet fand heute die Untersuchung beim Orthopäden statt. Ca. 1-1/2 Stunden musste ich warten. Das, so finde ich, ist in Ordnung wenn man einen eingeschobenen Termin hat.

Die Röntgenaufnahmen brachten ein eindeutiges Ergebnis, d.h. es muss ein MRT gemacht werden. Darauf muss ich noch 2 Woche warten. Ein Kollege rief mich eben an mit einem Tipp, wo ich das vielleicht auch früher bekomme. Ich werde mich darum kümmern.

Ab Montag soll ich eine Therapie bekommen mit magnetischen Strahlen. Sofern mir das eine Linderung der Schmerzen bringt, soll das in Ordnung sein. Hoffentlich bleiben danach nicht alle Eisenteile an mir hängen.

Für eine weitere Woche habe ich eine Krankschreibung erhalten. Heute bekam ich dann aber den altbekannten „Gelben Zettel“.

Privates Bulletin I

Die Beschwerden sind leider nicht besser geworden. Habe mir heute morgen einen Termin beim Arzt geben lassen, sogar noch für heute Vormittag. 11:30 Uhr sollte ich dort sein, um 11:45 Uhr war ich im Behandlungszimmer. Darüber kann man sich nicht beschwerden.

Nach einer kurzen Erklärung der aktuellen Symptome hatte ich eine Überweisung zum Orthopaden in der Hand. Die Ärtzin machte gleich selbst telefonisch einen Termin aus. Na ja, es ist ihr Mann, der die Praxis betreibt. Morgen früh um 08:25 Uhr soll ich mich dort einfinden, allerdings müsste ich mit einer längeren Wartezeit rechnen.

Man hört ja viel über Orthopäden. Einige nehmen gar keine Patienten an, bei anderen bekommt man einen Termin nur mit mehrwöchiger Wartezeit. Insofern bin ich froh, dass ich schon morgen einen Termin habe, auch wenn ich möglicherweise stundenlang in einem von mir so heissgeliebten Wartezimmer sitzen muss.

Ich habe Aua

Bevor ich auch nur einen Gedanken daran verschwende, eventuellgegebenenfallsunterumständen einen Arzt aufzusuchen, muss meine körperliche Verfassung schon arg in Mitleidenschaft gezogen sein. Schmerzen im linken Bein, die von der Leistengegend bis zur Wade zogen, liessen den Gedanken eines Arztbesuches aufkommen. Schmerzen, die nicht nur einfach so im Hintergrund da waren, nein, die Schmerzen waren schon etwas heftiger Natur.

Heute morgen sass ich dann kurz vor acht Uhr im Wartezimmer. Eine Dame war schon da. Da ich keinen Termin hatte, richtete ich mich mental auf eine längere Wartezeit ein. In der Firma hatte ich bereits Notiz gegeben.

Nach und nach füllte sich das Wartezimmer. Alle grüssten mehr oder weniger freundlich. Dann kam eine junge Frau mit Metall im Gesicht. Grusslos setzte sie sie sich auf einen freien Platz. Aus ihrer grossen Tasche kramte sie erstmal eine Flasche mit Saft hervor und nahm einen kräftigen Schluck daraus. Dann steckte sie sich die Knöpfe ins Ohr und hörte schniefend Musik. Taschentücher hatte sie in der grossen Tasche wohl nicht versteckt. Ein Griff neben sich hätte gereicht. Dort stand nämlich ein kleiner Tisch auf dem netterweise von der Praxis eine Box mit Papiertüchern bereitgehalten wird.

Zum Glück musste ich mir ihr Geschnotter nicht lange anhören. Ziemlich schnell wurde ich aufgerufen. Ich erklärte der Frau Doktor meine Beschwerden. Sie machte einen Test mit meinen Beinen und war dann der Meinung, dass es eine Nervenreizung/-entzündung sein könnte. Ich bekam schmerzlindernde und enztündungshemende Pillen verschrieben sowie für die Nacht ein Muskelentspannedes Medikament. Wenn sich der Zustand bis Donnerstag nicht gebessert hat bzw. wenn ich vorher ein Taubheitsgefühl in den Zehen bekomme, werde ich zum Orthopäden geschickt. Es könnte nämlich durchaus auch sein, dass die Beschwerden von der Wirbelsäule kommen könnten – was ich nicht hoffe.

Nun bin ich erstmal bis einschliesslich Freitag dieser Woche krankgeschrieben. Der Zettel ist aber nicht mehr gelb, der ist jetzt rosa.

Zwiegespalten


Deutschlandweit fanden heute, am Ostermontag, Demonstrationen gegen Atomkraftwerke statt, so auch in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung. Das Kernkraftwerk Krümmel liegt nur ca. 2,5 km entfernt auf dem Stadtgebiet der Stadt Geesthacht.

Nur allzu gern würde ich mich an der Demonstration direkt vor dem Kraftwerk beteiligen. Da gibt es allerdings ein grosses „Aber“, das mich davon abhält.

Seinerzeit, als wir das Kleinod entdeckten, wo einmal unsere Wohnung sein würde, wussten wir, dass das AKW Krümmel sozusagen direkt nebenan liegt. Trotzdem unterschrieben wir den Kaufvertrag. Mein schwarzer Humor sagte: Je näher dran um so schneller ist es mit dem Leiden vorbei.

Während der vergangenen Jahre wurde uns bekannt, dass es sich beim AKW Krümmel um einen der in Deutschland stehenden Pannenreatkoren handelt. Bei ausgiebiger Recherche wäre ich sicher auch vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages darauf gestossen. Unterschrieben hätte ich wohl trotzdem.

Wenn ich mich jetzt an einer Demonstration direkt am Kraftwerk beteiligen würde, wäre es ähnlich, als wenn ich ein Haus in Flugplatznähe kaufen würde und ich würde dann gegen den Fluglärm protestieren.

Die heutigen deutschlandweiten Demonstrationen richten sich zwar überwiegend gegen die Erzeugung von Energie durch Atomkraftwerke im Allgemeinen. Deshalb haben wir die Abschlussveranstaltung auf dem sogenannten Roten Platz direkt an der Elbe aufgesucht um auf diese Weise unsere Solidarität zu zeigen um zu bekräftigen: Ja, wir sind gegen Atomstrom!

Uns fiel auf, dass die Menschen, die wie dort angetroffen haben, fast alle einem gewissen Typ darstellen. Männer, deren Bärte länger als 3 Tage gewachsen waren und deren Kopfhaar auch mal wieder einem Friseur präsentiert werden sollten. Frauen mit grauen Haaren, nicht gestylt. Fast alle in Sandalen, fast alle mit einer Kopfbedeckung und mit Rucksack – irgendwie alternativ, irgendwie Schlabberlook. Es waren wenige Menschen, die so aussahen wie du und ich.

Diese Menschen nehmen an diesen Demonstrationen aus Überzeugung teil und sie sind ein Grossteil dessen, was die Antiatombewegung ausmacht. Aber warum sieht man ihnen das an? Warum sehen die alle gleich aus? Ein merkwürdiges Völkchen.

Aktivurlaub


Zuerstmal danke ich für die zahlreichen Geburtstagsgrüsse. Wie Barbara festgestellt hat, funktioniert das Kontaktformular nicht, welches sie zur Übermittlung ihrer Geburtstagsgrüsse benutzen wollte. Leider funktioniert hier das Archiv auch nicht. Ich hatte mich schon mal damit beschäftigt, mit dem Blog auf einen anderen Provider umzuziehen. Der Gedanke ist immer noch präsent. Es bedeutet aber ein wenig Arbeit – oder auch mehr. Und deshalb bin ich noch nicht so richtig weiter mit der Aktion. Ich hoffe immer noch, dass sich die Probleme anderweitig lösen lassen.

Nun, schon fast traditionell habe ich in der Woche, in der mein Geburtstag ist, Urlaub. Seit mehreren Jahren hat das auch immer geklappt, so auch in diesem Jahr.

Die Woche war nicht nur von meinem Geburtstag geprägt sondern von diversen notwendigen Aktivitäten:

Am Montag haben wir die Winter- gegen die Sommerreifen tauschen lassen. Die Wartezeit überbrückten wir, auch schon fast traditionell, mit einem Besuch im Blumenhof Kehr. Dort wird uns immer der Herz gross angesichts der vielfalt an Ideen für Dekorationen und Ausstattung. Leider sind Portemonnaie und Wohnung zu klein, um die Ideen zu verwirklichen. Aber mit einer neuen Giesskanne für die Terrasse marschierten wir wieder los um unseren Wagen abzuholen.

Auf Sommerreifen fuhren wir nach Lüneburg um dort bei einem Bäcker Brötchen für die Geburtstagsfeier zu bestellen. Brötchen extra aus Lüneburg? Es sind kleine Laugenbrötchen, Kastanien genannt, die wie dort mal entdeckt hatten und die extrem gut zum geplanten Fingerfoodbüffett passen.

Wieder zu Hause wurde die Terrasse feucht gewischt um sie von Moos und Ablagerungen zu befreien. Die Platten sollten nach zwei Jahren mal wieder mit einem Farbauffrischer versehen werden. Das passierte dann am Dienstag. Da das immer nur in Etappen geht weil ja ein paar Pflanzkübel immer umgestellt werden müssen, dauerte dies Aktion dann auch den ganzen Tag.

Mittwoch war dann die Geburtstagsfeier im kleinen intimen Rahmen mit unseren Müttern und abends bei einem Glas Wein mit unseren Nachbarn.

Der Donnerstag galt den den Vorbereitungen, d.h. einkaufen und saubermachen, für die am Freitag stattfindende grössere Feier mit Nachbarn und Freunden.

Morgens kam noch ein Elektriker, der einen neuen Stellmotor für das Oberlicht im Bad anschliessen sollte sowie eine Dame von der finanzierenden Bank für das Elbepenthouse. Der Bank fiel nach mehr als 3 Jahren ein, dass sie noch was für ihre Akten brauchten.

Freitag ergänzende Arbeiten für den Abend, wie u.a. ein Dessert machen, Tisch decken und dergleichen mehr. Und natürlich die 60 Kastanien aus dem Feuer holen, äh, aus Lüneburg abolen. Die Feier mit ingesamt 12 Personen war sehr nett. Alle wurden satt und waren zufrieden.

Heute morgen war dann das grosse Aufräumen angesagt sowie die Hardware (Platten und Teller) zum Büffeftlieferanten zurückbringen.

Und dann war es endlich soweit, dass wir uns zurücklehnen und ausruhen konnten, und zwar auf der sonnigen Terrasse. Ausser dass ich in den Blumenkästen ein wenig rumgezupft habe, haben wir nichts getan. Nicht mal den Laptop hatte ich draussen. Es war ein herrlicher Tag. Einfach da so sitzen, die Sonne geniessen, den Vögeln zuhören – und im Hintergrund plätscherte unser Brunnen leise vor sich hin. Das Leben ist schön!

Und alles, was noch getan werden muss, kann auch morgen noch gemacht werden wenn das Wetter nicht mehr ganz so gut ist.

Wunscherfüllung


Unser Sohn wohnt mit seiner süssen Frau nun schon etwa 10 Monate im eigenen Heim. Der Wunsch seiner Oma und meiner Mutter war es, dieses Heim mal mit eigenen Augen sehen zu können. Da sie nicht mehr in der Lage ist, die Reise allein zu unternehmen, hat sie uns eingeladen, sie zu begleiten. Vorab überwies sie mir einen Betrag X, von dem ich alle Kosten bestreiten sollte, d.h. Reisekosten, Verpflegung und eventuelle Unternehmungen vor Ort.

Am vergangenen Freitag machten wir uns zu dritt mit der Bahn auf den Weg. Ich hatte allerdings bei der Reiseplanung nicht bedacht, dass wir beim Umsteigen in Hannover nur 10 Minuten zur Vefügung hatten und dass sich die Wagen der 1. Klasse immer am Ende bzw. am Anfang eines Zuges befinden und dementsprechend weit entfernt von den Treppen halten bzw. abfahren. Ein Anruf im Banhof Hannover klärte schon mal vorab die Frage, in welchem Bereich denn der Wagen unseres weiterführenden Zuges halten würde. Ein paar Minuten vor der Ankunft machen wir uns schon mal auf den Weg in Richtung Zugmitte um etwas näher an den Treppen zu sein. Mutter ist nicht mehr die Jüngste und gar nicht mehr gut zu Fuss.

Unser Ausstieg war dann auch relativ nahe bei den Treppen. Leider hatte unser Zug 2 bis 3 Minuten bei der Einfahrt zum Bahnhof Hannover verloren. Desweiteren mussten wir von Gleis 4 zu Gleis 11 wechseln – für eine alte Frau doch ein langer Weg. Kaum hatten wir die Plattform von Gleis 11 erreicht, kam auch unser Zug schon an. Unser Wagen hielt natürlich ganz vorn, es war der erste des Zuges überhaupt. Nun hiess es, die Beine in die Hand zu nehmen und flink den Bahnsteig entlang zu gehen. Mutter gelang dies auch recht passabel. Bernd meinte später, dass ihre Beine sich schneller bewegten als ihr Stock. Na, zum Glück entstand kein Knäuel daraus.

Eine Minute vor Abfahrt enterten wir den nächstbesten Waggon, welcher schon zur 1. Klasse gehörte. Der nachfolgende war dann schon der, in dem unsere Plätze reserviert waren. Ein wenig erschöpft liessen wir uns – und speziell Oma – in die Sitze fallen.

Die Reise verlief weiterhin fahrplanmässig und entspannt. In MG wurden wir von Oliver in Empfang genommen. Im Wohngebiet am Stadtrand, wo dass Häuschen von seiner Frau und ihm steht, ging es durch schmale Strassen, links herum, rechts herum – und dann standen wir vor der niedlichen Hütte.

Zuerst wurde natürlich inwendig alles unter die Lupe genommen, jedenfalls soweit Omas Beine es zuliessen. Ein Haus auf 4 Etagen inklusive Keller und Schlafzimmer im Dachgeschoss war dann doch etwas zu viel für die Oma.

Inzwischen wurde in der Küche ein kleiner Imbiss vorbereitet, na ja, es war schon eher ein grosser Imbiss – und es gab sogar lecker Nachtisch. Den jungen und den halbjungen Leuten war dann noch danach, einen Verdauungspaziergang zu machen während Oma sich bereits in ihr Schlafgemach zurückzog.

Am nächsten Morgen gab es ein reichhaltiges Frühstück, dass den Vergleich mit einem Hotelfrühstück nicht zu scheuen brauchte. Da wir einen Ausflug in das nahe gelegene Holland planten, langten wir reichlich zu um so lange wie möglich über den Tag zu kommen.

Nach etwa einer Stunde Autofahrt, die teilweise sehr rasant und schneller als der ICE, in dem wir gereist waren, über die Autobahnen ging, erreichten wir die Stadt Maastricht. Dank eines ausgezeichneten Partleitsysstem der Stadt und des genialen Navigationssystem von Olivers Firmenwagen fanden wir ein zentrumsnahes Parkhaus.

Nach wenigen Schritten standen wir mitten im Stadtzentrum. Glöckchengebimmel ertönte vom Rathaus. Ich vermute, dass die Melodien manuel von Hand gespielt wurden.

Wir merkten, dass Mutter das Gehen schwer fiel. Alle paar Meter blieb sie stehen und schaute sich Gebäude und Geschäfte an. Vermutlich wollte sie damit überspielen, dass sie nicht so gut drauf war. Am Ende einer Seitengasse entdecken wir einen Schiffsanleger. Von dort aus unternahmen wir eine etwa einstündige Fahrt auf der Maas. Dabei wurden uns ein paar interessante Informationen über die Stadt und ihre Umgebung geliefert.

Während der Wartezeit am Anleger entdeckte ich am Ufer der Maas eine Schildkröte. Zuerst dachte ich, jemand hätte dort eine Attrappe deponiert. Doch dann stellte ich fest, dass sie ihren Kopf bewegte. Ob es wildlebende Schildkröten in oder an der Maas gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich vermute, dass das Tierechen irgendwo die Flucht ergriffen hat.

Zurück mit festem Boden unter den Füßen suchten wir uns ein Café. Zur Stärkung verlangte uns nach einem Heissgetränk und Kuchen. Die schmackhafte Torte verzehrten wir mit Messer und Gabel – eben andere Länder – andere Sitten. Der Schwulenfaktor wurde drastisch erhöht als vier Lederschwestern eintrafen um sich leckeren Kuchen einzuverleiben.

Danach ging es ganz langsam mit Oma am Arm zurück zum Parkhaus und dann auf die Heimfahrt zurück nach Mönchengladbach.

Nach einer kurzen Erholungspause führten Sabrina und Oliver uns in ein italienisches Restaurant namens Scala. Auf unseren Wunsch wurde uns ein Vorspeisenteller zusammengestellt, der schon sehr vielversprechend war. Auch die Hauptgerichte, die wir uns ausgesucht hatten, waren sehr sehr lecker. Und teuer war es auch nicht. Mit Aperitif, Vorspeise, Hauptgericht, Wein, Wasser Digestif und Espresso kostete es für fünf Personen so ca. 150 Euro. Für ein Dessert hatten wir leider keinen Platz mehr im Magen.

Der Chef des Restaurants bediente selbst und wuselte nett anzusehen um die Tische herum. Hach, richtig knuffig ist der – ein Typ, an dem Bernd und ich gleichermaßen Gefallen finden – was recht selten ist.

Am Sonntag nach dem Frühstück traten wir dann die Heimreise an. Umsteigebahnhof war dieses Mal Wuppertal. Auch hier sollten wir 10 Minuten Zeit haben, zum Glück sollte der Zug nach Hamburg vom gleichen Gleis abfahren. Merkwürdig war, dass unser Zug gar nicht angezeigt wurde. Bei der Aufsicht erfuhr ich, dass er 30 Minuten später fahren sollte. Der Aufsichtsbeamte deute auf einen Aushang. Ich beschwerte mich darüber, dass es weder eine Lautsprecheransage noch einen Hinweis am Zuganzeiger gab. In Wuppertal hatten wir früher schon mal Probleme mit der Bahn beim Umsteigen. Es scheint dort wohl an der Leitung zu liegen, dass man in Wuppertal nicht so kundenfreundlich ist.

Die Heimfahrt verlief dann normal und pünktlich mit der geplanten Verspätung traf der Zug in Hamburg ein. Mutter gelüstete es noch nach einem gemeinsamen Essen, welches wir im Restaurant Schifferbörse gegenüber dem Hauptbahnhof einnahmen. Ich finde ja, dass das Restaurant eher was für Turis ist denn ein Restaurant mit qualitativ gutem Essen. Aber gut, es soll für Mutter gut zu erreichen sein und Italienisch hatten wir gerade am Abend vorher. Und wer bezahlt bestimmt was gespielt wird.

Ja, nun ist Oma zufrieden. Sie hat das Haus ihres Enkels und seiner Frau für gut befunden und sich dort wohlgefühlt. Vermutlich wird sie die Strapazen nicht noch einmal aufsich nehmen. Für sie sind es wirklich Strapazen.

Und Maastricht werden wir 4 uns noch mal allein anschauen. Es hat uns dort sehr gut gefallen. Und dann weiss Oma auch wovon wir reden wenn wir ihr von unserem Ausflug berichten.

Erinnerung


Manchmal ist es so – und das haben wir alle schon mal erlebt – dass alltägliche Kleinigkeiten uns an etwas erinnern, sei es an ein besonderes Erlebnis oder an eine bestimmte Person.

Bei den Damen in unserer Buchhaltung steht fast immer eine kleine Schale mit was zum Naschen. So im Vorbeigehen greift man da gern schon mal zu. Dazu ist das auch gedacht.

Heute steht da eine Schale voll mit Minidaim. Und Daim erinnert mich an einen Menschen, zu dem ich ein inniges Verhältnis hatte und der mein späteres Leben nachhaltig beeinflusst hat. Er liebte Daim. Daim, eigentlich etwas ganz banales. Aber es erinnert mich halt an diesen einen Menschen, der inzwischen nicht mehr unter uns weilt.

Vor einigen Jahren, ich lebte noch in Lübeck, erhielt ich von seinem Freund die Nachricht, dass er an Krebs gestorben ist. Wir hatten zu dem Zeitpunkt keinen Kontakt mehr. Aber aus meiner Erinnerung ist dieser Mensch nicht mehr wegzudenken. Und ich erinnere mich gern an ihn – und sei es auch nur durch Daim.

Unter Senioren


Vater würde am kommenden Montag Geburtstag haben. Meine Mutter ist zum Glück nicht so verbissen, dass sie genau an seinem Geburstag zum Friedhof muss und nimmt Rücksicht auf uns, nämlich wann wir Zeit und Lust haben, mit ihr zum Friedhof zu fahren. Zeitnah sollte es natürlich schon sein, dass ist auch unser Anliegen. Zwei Tage vor dem Tag – das ist schon in Ordnung. Also ging es heute nach Lübeck.

Mutter lässt es sich nicht nehmen, uns anlässlich dieser Besuche zum Essen einzuladen. Für heute Mittag hatte sie sich das Restaurant Rathaushof ausgesucht und dort einen Tisch reserviert. Als wir dort eintrafen, so kurz nach 12.00 Uhr, war es voll, sehr voll. Und fast überall sassen nur Seniorinnen und Senioren am Tisch. Graugelockte, dauergewellte Damen, graukopfbehaarte Herren – Bernd und ich senkten beim Betreten des Restaurants das Durschnittsalter erheblich.

Da wir spät erschienen waren, waren wir dementsprechend auch später mit dem Essen fertig und konnten viele Gäste beim Verlassen des Lokals beobachten. Fast jeder benötigte dazu eine Gehhilfe.

Das Essen selbst ist übrigens sehr gut, also in Richtung Hausmannskost/gutbürgerliche Küche. Ich habe seit vielen Jahren keinen Karpfen mehr gegessen und nutzte die Gelegenheit, mir Karpfen, 2 x gereicht, zu bestellen. Leider war der Meerrettich (für mitlesende Österreicher: Kren) recht milde, obwohl ich auf die separat gereichte Sahne verzichtete.

Bis auf die Tatsache, dass wir uns vorkamen, wie im Speisesaal einer Altenresidenz, war es ein gutes Mittagessen. Selbst meiner Mutter -sie wird immerhin im Mai 87! – war aufgefallen, dass überwiegend „alte Leute“ das Restaurant aufsuchen.

Morgen geht’s los

Das neue Jahr ist nun schon 5 Tage alt. Für mich beginnt es aber erst morgen. Ich hatte nämlich von Montag bis einschliesslich heute Urlaub – was man halt so Urlaub nennt: Der Wagen musste zur HU, AU und Inspektion. Ausserdem waren ein paar andere Dinge zu reparieren. Heute haben wir den ganzen Weihnachtsklimbim wieder eingepackt. Der Weihnachtsbaum steht jetzt nackt wie Gott in schuf im Wohnzimmer und wartet darauf, dass er Freitagabend fliegen lernt, nämlich von der Terrasse. Ein paar Dinge mehr waren zu erledigen.

Urlaub? Na ja, nicht so ganz. Man kennt das ja.

Tja, und morgen geht’s dann wieder an den Schreibtisch. Zum Glück sind es nur 2 Tage zum eingewöhnen, dann ist wieder Wochenende.