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Quälkram

Ab der 2. Wochenhälfte der letzte Woche ging es mir gut, sehr gut. Ich war sogar so frei, die Tabletten zu entsorgen. Dann, am Sonntag, ging es wieder los, zwar nicht so arg, aber ich hatte wieder Schmerzen. Montag war ich dann wieder im Büro. Es war auszuhalten. Immerhin würde ich zu Hause ja auch nur am Arbeitsplatz sitzen und ab und zu mal aufstehen für verschiedene leichte Verrichtungen. Tja, und da musste ich mir dann sagen lassen, dass man nicht verstehen könne, warum ein Arzt einen krankschreibt – Bewegung wäre doch sehr sinnvoll. Peng! Und das mir, der sich bislang noch mit jeder Erkältung ins Büro geschleppt hat, der jahrelang überhaupt keinen Zettel vom Arzt abgeliefert hat. Aber bei meiner Wirbelsäule hört der Spass auf! Und wenn der Arzt sagt, dass es besser sei, zu Hause zu bleiben, dann mach ich das.

Nun, seit gestern Abend sind die Schmerzen noch wieder stärker geworden. Tapfer fuhr ich heute ins Büro. Wie oben gesagt, zu Hause sitze ich ja auch am Arbeitsplatz. Da heute Nachmittag wieder Rendezvous mit 12 Nadeln bevorstand, war ich sehr positiv eingestellt. Ich merkte aber, dass aufgrund der nicht unerheblichen Schmerzen meine Konzentration stark vermindert war. Da kann man dann doch mal sehen, dass man einem Doc doch in gewissen Bereichen vertrauen kann. Am liebsten wäre ich bereits um 13:00 Uhr nach Hause gefahren um hier ganz entspannt auf meinen Termin zu warten.

Egal – wie man oben lesen kann, schlägt die Akupunktur wohl nicht an. Ich liess mir deshalb heute noch eine Spritze verpassen, um eine Linderung der Schmerzen zu erfahren, was aber nur teilweise gelang.

Ich habe aber heute Morgen einen Schritt in eine andere Richtung gemacht. Ich will zu einem anderen Arzt, den ich schon angerufen aber offensichtlich gestört hatte. Er wollte heute Nachmittag zurückrufen. Vermutlich hat er den Zettel, auf dem er meine Telefonnummer notiert hatte, vertrödelt. Morgen Vormittag mache ich einen 2. Versuch, einen Termin zu bekommen – trotz der Nachlässigkeit.

31. August 1997


Das war für viele Menschen sicher ein Sonntag wieder jeder andere auch. Für mich nicht. Es war Alstervergnügen, dass ich am Nachmittag allein besuchte und am Abend mit einem lieben Menschen Arm in Arm verließ. Dieser liebe Mensch ist Bernd, der heute, nach 14 Jahren immer noch an meiner Seite ist, mit dem ich aneinandergekuschelt einschlafe, an den ich mich kuscheln kann des nachts, wenn ich mal nicht schlafen kann. Und den ich unsagbar liebhabe!

Aber heute ist nicht der einzige wichtige Tag in unserem Leben.

An der Nadel

Nein, die Nadel war eher an mir. Genaugenommen waren es 12 Nadeln, mit denen ich heute Nachmittag gespickt war – und das freiwillig. Eine steckte in meiner Hand, jeweils ein paar im Fuss, Knie und Rücken. Dann wurde das Licht gelöscht. Ich lag entspannt auf der Seite und horchte und fühlte in mich rein.

Nach 25 Minuten wurden die Nadeln gezogen und ich musste weitere 20 Minuten ruhen. Ein schriller Wecker erinnerte mich dann daran, dass ich mich anziehen und gehen durfte. Zur Belohnung gönnte ich mir ein Eis.

Am Dienstag nächster Woche ist dann die 2. Sitzung.

Noch ’ne Woche

Unter normalen Umständen sässe ich jetzt wieder im Büro. Leider sind die Umstände nicht normal. Mein Arzt hat mich heute für eine Woche krankgeschrieben und ich muss zu Hause bleiben.

Die 2. Spritze, die ich heute verpasst bekam, hat scheinbar etwas Linderung gebracht. Ich werde versuchen, mich zusammenzureissen und nicht so viele Dinge machen, die eigentlich notwendig wären. Und vor allem: Immer mal ’ne kleine Pause einlegen.

Ich habe mich entschieden, begleitend zur normalen Therapie, Akupunktur machen zu lassen. Am Donnerstag Nachmittag habe ich die erste Sitzung.

Lebensqualität


Diese letzte Urlaubswoche verbringe ich vormittags allein zu Hause. Irgendwann erscheint der kleine Hunger und ich brauch ein wenig was für den Magen: Ein Toastbrötchen, eine Hälfte mit Fleischsalat, die andere Hälfte mit selbstgemachter Marmelade, die wir für’s Blumengiessen und Briefkastenausnehmen von Nachbarn bekommen haben.

Ich bereite mir das kleine Frühstück in der Küche zu und setze mich dann anschliessend in den Wintergarten. Während ich dem Regen und den sich im Wind wiegenden Pappeln zuschaue, verzehre ich die beiden vorbereiteten Brötchenhälften. Das dauert zwar nur ein paar Minuten, aber ich geniesse es, dort zu sitzen anstatt so nebenbei mir die Hälften am Rechner sitzend reinzuschieben.

Ebenso gehört es zu meiner Lebensqualität, Getränke immer in ein Glas zu füllen anstatt aus der Flasche zu trinken. Es soll ja sogar Menschen geben, die trinken Milch aus der Verpackung, ein absolutes no go.

Es geht wieder los


Gestern spürte ich es schon: Die Bandscheibe meldet sich wieder. Mist. Na, vielleicht wird es ja nicht so schlimm und sie beruhigt sich wieder. Ich war noch guter Dinge obwohl ich schon Schmerzen im Bein hatte.

Dann kam die Nacht. Was für eine Nacht! Ja, ich habe wohl geschlafen, aber eher weniger. Wegen der Schmerzen. Mir wurde klar, dass ich heute Morgen gleich den Arzt aufsuchen müsste.

Ich schleppte mich mehr schlecht als recht zur Praxis. Kurz vor acht Uhr stand ich vor der Tür. Erster! Das war schon mal ein gutes Zeichen. Nach und nach versammelten sich mehr Patienten. Aber ich war Nr. 1, wissend, dass ich ganz sicher nicht als Nr. 1 zum Doc reinkommen würde.

Doch nach 30 Minuten (!) wurde ich schon aufgerufen. Ein kurzer Test des Docs (er hat mich irgendwie verbogen) verursachte den Schmerz, der bestätigte, dass es die Bandscheibe ist. Spritze, Rezept für Tabletten, neuer Termin (Montag).

Ich schleppte mich unter Schmerzen wieder nach Hause. Zum Glück sind es nur wenige Meter, die ich unter normalen Umständen in etwa 5 Minuten zurücklege. Heute brauchte ich die doppelte Zeit.

Es hat sich herausgestellt, dass die Wahl des Standortes unseres Domizils perfekt ist. Seinerzeit, als wir uns darüber Gedanken machten, diese schöne Wohnung zu kaufen, war eins meiner Argumente dafür: Das DorfStadtzentrum ist in wenigen Minuten mit dem Rollator zu erreichen – was ich vor 6 Jahren eher scherzhaft meinte.

Nacktscan

Über die sogenannten Nacktscanner, die die Sicherheit auf Deutschen Flughäfen fördern sollen, ist lang und breit diskutiert und sich aufgeregt worden. Ich musste mich heute völlig nackt machen und wurde von oben bis unten und von vorn und hinten gescannt – von meinem Hautarzt.

Im vorigen Jahr wurden mir ja kurz vor meinem Geburtstag 2 schwarze Flecken entfernt, die zum Glück nicht bösartig waren. Aber besser isses ja, nun regelmässig kontrollieren zu lassen, ob nicht doch irgendwo was entstanden ist, was da nicht hingehört. Das Ergebnis des heutigen Scans war negativ, also positiv weil nichts gefunden wurde.

Demnächst werde ich mich aber eines kleinen Eingriffs unterziehen lassen. Unter der Kopfhaut hat sich eine Talgansammlung gebildet, die eine unschöne Beule verursacht. Da ich die Haare ja sehr kurz trage, fällt das Ding auf. Deshalb muss es weg. Kostet auch nichts hat der Doc gesagt, also ist es keine Schönheits-OP.

Dekadent?


Ist es dekadent, eine Flasche Champagner zu öffnen um ein Glas Champagner zu trinken? Nein! Wenn ich gerade Lust darauf habe, mach ich das. Und heute Abend hatte ich Lust auf ein Glas Champagner.

Weiss ich, ob ich morgen noch Champagner trinken darf oder kann, ob ich dafür nicht eine Schnabeltasse benötige? Weiss ich, ob ich mir morgen noch Champagner leisten kann? Weiss ich, ob ich morgen überhaupt noch lebe?

Lebe heute und tu das, was du gerade möchtest und was du dir leisten kannst!


Bernd hatte Appetit auf ein Glas Pina Colada und ich auf ein Glas Champgner. Cheers!