Seit kurzem merkte ich, dass es unter einer Brücke ein wenig rumorte. Da ich sowieso mit der Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt dran war, erzählte ich ihm davon. Eine Röntgenaufnahme zeigte, dass der Pfeiler, an dem die Brücke hängt „kariös“ ist. Auch die Wurzel ist angegriffen. Na, das bedeutet erstens, dass es Geld kostet für eine neue Brücke, und zweitens, dass es eine längere Behandlung wird.
Heute war der erste Termin, für den 1 Stunde eingeplant war. Ich bekam eine Betäubungsspritze. Nach einer kleinen Wartezeit machte sich der Doc daran, die Brücke zu entfernen. Na ja, so ganz schmerzfrei war ich nicht und ich machte ihn darauf aufmerksam. Also gab es eine zweite Spritze und dann konnte die Brücke weg. Bei der weiteren Behandlung merkte ich aber, dass da immer noch was ziepte am Pfeiler. Die nächste Spritze wurde dann direkt an der Wurzel angesetzt – und dann war endlich Ruhe unter der Brücke und der Doc konnte da rumwursteln wie er wollte: Wurzelkanal aufbohren und ein Medikament rein zur Heilung einer Entzündung. Danach wurde der Pfeiler provisorisch abgedeckt.
Nächste Woche Freitag gibt es eine Wurzelfüllung und dann wird der Pfeiler langsam wieder aufgebaut damit er als Lager für eine neue Brücke dienen kann. Ich will ja nicht einen Becher im Bad stehen haben, in welchem jeden Abend ein Teil meines Esszimmers gebadet wird.
Das hört sich alles ziemlich kompliziert an, aber ich bin dabei ganz entspannt
Das Gold der alten Brücke wird demnächst verkauft. Der Erlös fliesst dann in die Finanzierung des neuen Teils. Dann gibt es kein Gold mehr im Mund sondern Porzellan. Ich darf dann nur nicht auf die Fresse fallen.
