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Das ist nicht das Ergebnis irgendes Sportwettkampfes, in welchem zwei Mannschaften gegeneinander antreten. Das ist das Ergebnis meiner Blutdruckmessung von heute morgen – trotz Einnahme eines blutdrucksenkenden Medikaments!

Mein Blutdruck war in den letzten Monaten ganz ok, ohne Medikamente einnehmen zu müssen. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass da was nicht ganz richtig ist. Blutdruck gemessen mit der Erkenntnis: Der ist zu hoch. Also griff ich wieder zur Pille. Das war vor etwa 2 Monaten als die Probleme mit meiner Mutter begannen. Der Blutdruck normalisierte sich wieder und war eigentlich auf einem erträglichen Level, wenn auch im oberen Bereich dessen, was man als normal ansieht.

Was ist also passiert, weshalb die Werte heute morgen „sky high“ sind?:
Wir bekamen gestern die überraschende Mitteilung, dass meine Mutter am Donnerstag aus der Rehaklinik entlassen werden soll. Und da gibt es einiges zu arrangieren. Dazu kommen 2 persönliche Termine meinerseits, nämlich Arztbesuche.

Von heute bis Samstag bin ich jeden Tag irgendwie unterwegs:
Heute, Dienstag –
Besuch bei meiner Mutter in der Reha mit einem ernsten Gespräch in welchen wir versuchen wollen, sie dazu zu bewegen, demnächst – vorerst – zu einer Kurzzeitpflege in ein Seniorenheim zu gehen. Einen Platz haben wir ohne ihr Wissen schon resveriert.

Morgen, Mittwoch –
Ein neues Rezept für, nein, gegen den Blutdruck holen. Die Hausärztin will ganz sicher selbst mal nachmessen.

Donnerstag –
Termin zur Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt in Hamburg / Mutter wird aus der Reha nach Hause (!!!) entlassen obwohl sie eigentlich ein Fall für ein Seniorenheim ist.

Freitag –
Morgens wird ein Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen meine Mutter aufsuchen um festzustellen, ob sie Pflegegeld bekommen und damit einer Pflegestufe zugeordnet werden kann. Ich werde also morgens nach Lübeck fahren um der Begutachtung beizuwohnen.

Samstag – ein kleines Familientreffen mit unserem Sohn und seiner Familie bei meiner Mutter in Lübeck.

Freitag nächster Woche –
Mutter wird für 4 Tage in der Uniklinik Lübeck aufgenommen zwecks intravenöser Behandlung ihres offenen Beines.

Ist es ein Wunder, dass mein Blutdruck in die Höhe schnellt?

Wir hoffen sehnlichst, dass sie sich von der Uniklinik direkt zur Kurzzeitpflege in das Seniorenheim bringen lässt.

Auf der Suche

So wie die Sache steht, wird es sich nicht umgehen lassen, dass meine Mutter demnächst einen Platz für eine stationäre Pflege benötigt. Für ca. 3 Wochen ist sie noch versorgt in der Reha und einem anschließenden Kurzaufenthalt zur weiteren Behandlung in der Uniklinik. Aber dann wird es ernst. Selbst wenn sie in der Reha Fortschritte bezüglich der Beinmuskulatur macht, was, wie wir heute leider sehen mussten, nach einer Woche noch nicht der Fall ist, würde sich der Zustand ohne entsprechende Therapie zu Hause wieder verschlechtern.

Karin und ich haben uns heute in Lübeck 5 Seniorenpflegeeinrichtungen angeschaut. Tja, was es da so alles gibt! Eine Einrichtung hat uns sehr gut gefallen. Jede Etage hat einen eigenen Essraum, die demenzkranken Patienten sind in einem eigenen Bereich untergebracht. Für dieses Heim (ein schreckliches Wort) habe ich bereits einen Aufnahmeantrag gestellt weil dort zurzeit was frei ist. Anfang März, wenn meine Mutter mit der Reha fertig ist, soll ich mich dort wieder melden, wie das nun aussieht.

In ein Heim sind wir nur kurz rein, haben uns angeschaut und bevor wir angesprochen wurden, sind wir wieder raus. Es war bedrückend und eng und enspricht wirklich nicht dem, wie ich meine Mutter untergebracht haben möchte. Eine Nachbarin von uns, die in der Pflege tätig ist, hatte mir mal den Rat gegeben, einfach mal in ein Heim zu gehen und es auf sich wirken lassen. Diese Wirkung war sehr sehr negativ. Abgehakt!

Eine andere Einrichtung liegt wie in einem Wald. Wir wurden herumgeführt, alles was sauber, aber: Durch die hohen Bäume drumherum war es selbst im Winter ziemlich dunkel. Wie soll das erst sein, wenn die Bäume belaubt sind? Meine Mutter liebt die Natur, aber sie braucht es hell. Abgehakt!

Die beiden anderen noch besichtigten Heime kämen gegebenenfalls in die engere Auswahl. Wobei Karin und ich eigentlich schon eine Entscheidung gefällt haben, jedenfalls, was die 5 heute besichtigten Häuser betrifft. Es gibt natürlich noch ein paar Häuser mehr in Lübeck. Bei einigen weiß man: Da bitte nicht!

Wenn der Fall für eine Pflegeunterbrinung tatsächlich eintreten sollte, haben wir im Moment einen Platz für meine Mutter, der uns zusagt. Das ist uns im Moment sehr wichtig und ein wenig beruhigend. Falls sich nämlich herausstellen sollte, dass sie ohne entsprechende Vorbereitung in eine Pflegeinstitution muss, kommt sie dahin, wo gerade Platz ist. Gut, das kann vorrübergehen sein, aber einen alten Menschen nochmal wieder einen Umzug zuzumuten, kann auch nicht das Gelbe vom Ei sein.

Die Luft ist raus

Meine Mutter wird im Mai 92 Jahre alt, ist im Kopf fit wie nur irgendwas, denkt an alle möglichen Kleinigkeiten und vergisst nicht, was man ihr kürzlich erzählt hat. Seit ein paar Jahren lässt aber die Kraft in den Beinen sehr zu wünschen übrig. Nach 3 Klinikaufenthalten innerhalb von 3 Monaten von je ca. 2 -3 Wochen ist dieser Zustand natürlich nicht besser geworden.

Anfang dieser Woche wurde meine Mutter aus der Uniklinik in eine Rehaklinik übergeleitet. Im Entlassungsbrief der Uniklinik wird nach der Reha die stationäre Aufnahme in einer Pflegeeinrichtung empfohlen. Mutter weiß um ihren Zustand und macht sich selbst Gedanken um ihre Zukunft. Gedanken macht sich auch Karin, die langjährige Freundin unserer Familie und natürlich ich. Und diese Gedanken zehren.
In schlaflosen Nächten kreisen bei Karin und bei mir die Gedanken im Kopf. Wir machen uns damit vertraut, dass es sich womöglich nicht vermeiden lässt, dass Mutter wirklich in ein Heim muss, so leid uns das auch tun würde. Wir haben einen Funken Hoffnung, dass sich das Thema hinausschieben lässt. In der Reha tut man nämlich was dafür, dass ihre Beine gekräftigt werden.

Während der Klinikaufenthalte bin ich 3 x in der Woche nach Lübeck gefahren, jeweils ca. 1 Stunde hin und ca. 1 Stunde wieder nach Hause. Im Haushalt wurde nur das gemacht, was wirklich notwendig war. Gebacken habe ich schon wochenlang nicht mehr. Gekocht wird nur noch das, was nicht viel Arbeit macht. So ein Krankenzimmer ist natürlich ziemlich öde und ich habe versucht, meiner Mutter ein wenig Abwechslung zu geben.

Ich habe jetzt für mich entschieden, dass ich nur noch 2 x in der Woche nach Lübeck fahre und Mutter in der Reha besuche. Als ich gestern zurückkam, war ich fix und fertig, müde und abgespannt. Abends um 21 Uhr habe ich mich schlafen gelegt. Dank eines Medikamentes habe ich auch relativ gut geschlafen. Aber das ist nicht das, was ich will, Medikamente nehmen. Das geht so nicht!

Ein Freund hat mir kürzlich erzählt, dass seine Mutter an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist und sie das Ende dieses Jahres wohl nicht mehr erleben wird. Was ihm nahegeht ist nicht die Tatsache, dass seine Mutter sterben muss, das müssen wir alle mal. Sein Problem ist, dass seine Mutter leidet. Und genau das ist es, was mir auch zu schaffen macht: Das meine Mutter womöglich aus ihrem Elternhaus gerissen wird und in ein Heim muss, das Leid, welches sie im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte erleidet – weil sie ihr Zuhause liebt. Weil sie dann weiß: Das ist meine letzte Station.

Leer und kalt

Wider besseren Wissens trank ich nach meiner Rückkehr von der Krankenhausodyssee am späten Nachmittag bei unseren Nachbarn 2 Tassen Kaffe. Ich wollte dort Bericht erstatten. Wider besseren Wissens deshalb, weil ich Kaffee ab einem Punkt X am Nachmittag nicht mehr vertrage, will heissen, ich kann nicht gut einschlafen und schlafe danach generell schlecht. Eine Folge des Koffeins. Ich weiss das, aber gestern wollte ich einfach nur Kaffee. Und da die erste Tasse gut mundete, nahm ich eine zweite.

Die Folgen hatte ich dann zu tragen: Obwohl ich müde und abgespannt war, konnte ich nicht einschlafen. Eine Hälfte des Bettes war leer. Da war niemand, an den ich mich ankuscheln konnte. Und deshalb war es unter der Decke auch kalt. Gefühlt habe ich stundenlang wach gelegen. Aber irgendwann muss ich doch eingeschlafen sein. Aber ich wachte wieder auf, wohl mitten in der Nacht und im Kopf war ein Gewitter von Gedanken, hauptsächlich wegen meiner Mutter.

Und mein Bett war leer und kalt. Ich vermisse meinen Kuschelschatz!

Die Unterschrift

Hallo Dad!
Seit ein paar Tagen suchte ich ein Dokument, auf dem deine Unterschrift zu finden ist. Durch Zufall fiel es mir gestern in die Hände. Es war schon merkwürdig, den vertrauten Schriftzug zu sehen.

Heute wäre dein 92. Geburtstag! Wir werden einen Schnaps auf dich trinken! Und ich verspreche dir: Wenn ich das nächste Mal vor dem Familiengrab stehe, trinken wir einen zusammen. Es macht mir überhaupt nichts aus, aus einer Plastiktüte eine Flasche zu nehmen und ein Glas, oder auch 2 (mal sehen, wer noch dabei ist), einzuschenken und dir einen Schluck zu gönnen indem ich ihn in die geweihte Erde kippe. Mögen mich andere Friedhofsbesucher doch als Penner ansehen. Mag ja sein, dass deine Schwester sich dann im Grab umdreht. Deine Mutter würde es aber sicherlich mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen.

Und dann kam es anders

Die Vorweihnachts- bzw. Adventszeit verlief etwas anders als gedacht: Zwei Tage vor dem 1. Advent kam meine Mutter ja ins Krankenhaus. Jeden 2. Tag fuhr ich nach Lübeck um sie dort in der Klinik zu besuchen. Morgen wird sie nun endlich entlassen, vorerst (dazu ein anderes Mal mehr). Die Fahrerei war nicht besonders toll. Ca. 1 Stunde dauert eine Fahrt, etwa 1 Stunde war ich bei ihr. Ab und zu bin ich in Lübeck noch zu ihrer Wohnung gefahren. Mindestens 3 Stunden, manchmal 4, gingen an den Besuchstagen drauf.

Wenn ich nach Hause kam, war ich erstmal ein wenig geschafft. Eine 91-jährige Mutter kann anstregend sein, zumal sie sehr schlecht hört. Wenn man dann lauter spricht heisst es, ich hätte wohl schlechte Laune. Es ist halt alles nicht so einfach. Autofahren strengt auch an, obwohl man das nicht so merkt. Jedenfalls hatte ich keine große Lust, nach der Rückkehr aus Lübeck noch großartig den Haushalt zu machen. Nur das, was wirklich notwendig war, wurde angepackt.

Am „freien“ Tag wurde dann ein wenig mehr gemacht und natürlich musste auch mal was eingekauft werden. Aber mein ganzer Tagesablauf war eben durcheinander. Zumba? Da bin ich ausgestiegen, inzwischen komplett. Feste Zeiten für irgendwas liegen mir nicht.

Tja, ich hatte noch ein paar Pläne für die Vorweihnachszeit. Ich wollte z.B. noch ein paar Kekse backen und auch welche verschicken. Eine Dose hatte ich schon gekauft. Der Stollen bräuchte auch Nachschub. Nee, Backen war nicht mehr drin, ich brauche auch mal etwas Zeit für mich. Für unseren persönlichen Bedarf wurde das Backwerk aus dem Regal im Supermarkt ergänzt. Schmeckt ja auch nicht schlecht.

Heute war dann vorerst der letzte Besuchstag. Morgen wird mein Fräulein Mutter entlassen. Zu Hause ist für sie gesorgt, da habe ich keine Bedenken. Ich habe ihr aber verboten, mit Kerzen zu hantieren. Wenn sie mit einem brennenden Streichholz ins Straucheln kommt, fackelt die ganze Hütte ab. Sie wohnt ja in ihrem Elternhaus, ein 3-Familienhaus Baujahr 1900. Das geht dann ganz schnell und der Schuppen liegt in Schutt und Asche und meine Mutter mittendrin.

Als sie, in meinem Beisein, heute erfuhr, dass sie morgen entlassen wird, war die Freude natürlich groß. Aufgrund ihrer enormen Schwerhörigkeit hat sie die Untertöne leidergottseidank nicht gehört. Als ich mich von ihr verabschiedete, fragte sie nur: Wann sehen wir uns wieder? – Heiligabend! Da fiel dann erstmal ihre Kinnlade runter. Die Freunde, die im Haus wohnen, kümmern sie um sie. 2 x in der Woche kommt ihre Zugehfrau. Meine Mutter ist nicht totkrank, es besteht keine Veranlassung, den Besuchsrhytmus beizubehalten. Für den Fall, dass sie da nochmal draufrumhackt, was ich nicht glaube, habe ich mir schon eine passende Antwort zurechtgelegt.

Ich habe Angst

Das Flüchtlingsproblem ist in aller Munde, was sicher nicht ungewöhnlich ist. Hier, in der kleinen Stadt an der Elbe hört, sieht und liest man nichts darüber. Als ich gestern in Hamburg war, musste ich auch durch den Haupbahnhof gehen. Und da waren die Flüchtlinge nicht zu übersehen. Dass bei dem Ansturm die Origanisatoren an ihre Grenzen kommen, ist wohl klar. Wohncontainer, Betten, Stellwände und geeignete Unterkünfte für die Erstaufnahme lassen sich nicht mal eben aus dem Boden stampfen. Das müssen auch die Flüchtlinge einsehen. Deutschland scheint für viele ja das Land zu sein, in dem alles möglich ist. Aber auch Deutschland kommt irgendwann an seine Grenzen. Da nützen auch Demos nichts vor dem Rathaus nichts.

Die vielen Menschen, die derzeit zu uns kommen und von vielen Helfern betreut und so gut es eben geht versorgt werden, machen mir keine Angst. Angst machen mir Demonstrationen, Übergriffe und andere Aktionen von Menschen, die nicht wollen, dass Flüchtlinge von Deutschland aufgenommen und in ihrer Nachbarschaft untergebracht werden:

Häuser, die gerade für die Aufnahme von Flüchtlingen hergerichtet werden, werden in Brand gesteckt.

In Dresden gingen am Montag 9.000 Menschen auf die Straße und demonstrierten gegen die Flüchtlingspolitik. Sie führten einen Galgen mit, an dem symbolisch Sigmar Gabriel und Angela Merkel hingen.

Und wieweit ist es gekommen, dass in Deutschland bereits 2 Bürgermeister zurückgetreten sind?! Sie und ihre Familie wurden bedroht weil sie sich für die Aufnahme von Flüchtlingen in ihrer Gemeinde stark gemacht haben.

Die AfD würde, wenn jetzt Bundestagswahl wäre, mit 7 Prozent in den Bundestag einziehen. Die Partei käme in Bayern auf 9 und in Ostdeutschland auf 13 Prozent!

All das zusammen ist es, was mir Angst macht!

Seit 6 Monaten zu Hause!

Seit 6 Monaten bin ich nun zu Hause, bin Rentner. Und es gefällt mir! Ich vermisse nichts, ausser ein wenig Kleingeld. Ich bin die meiste Zeit in meinem Berufsleben gern zur Arbeit gegangen, hatte immer nette Kollegen – ok, ab und zu war auch mal jemand dabei …, aber was ist schon perfekt! Nein, ernsthaft, ich hatte es immer gut.

Seit Mitte letzten Jahres wusste ich, dass es dann am 31. März 2015 so weit ist, den letzten Arbeitstag zu haben. Hatte ich Pläne gemacht, was ich danach machen werde? Ja, so ein paar, wovon ich bis jetzt wenig erledigt habe. Aber ich habe alle Zeit der Welt, ich kann meine Zeit einteilen. Ich kann Pläne über den Haufen werfen weil das Wetter gerade mal gut ist. So kann ich das, was noch ansteht, besser im Winter machen wenn es eh schwierig ist, draussen was zu unternehmen.

Das wichtigste, was ich umgesetzt habe, war das Schwimmen im Freibad von Mai bis September. Und jetzt leide ich, weil das Schwimmbad geschlossen ist während der Winterzeit. Zumba ist jetzt etwas, was ich versuchen will. Zwei Probestunden habe ich gehabt, die mir gut gefallen haben. Eine weitere Probestunde habe ich am kommenden Samstag in einem anderen Institut. Danach werde ich entscheiden, welches es werden wird.

Wichtig ist, dass ich mit meinem Leben zufrieden bin. Und das bin ich hundertzwanzigprozentig, besonders wenn ich in den letzten Monaten die Verkehrsnachrichten hörte. Die Fahrerei nach Hamburg hat mir nie was ausgemacht. Nur wenn es über Wochen oder gar Monate zu Behinderungen durch Baustellen kommt, kann das schon nervig sein. Morgens mal ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit und zu spät zur Arbeit kommen – kann ja mal passieren und war nie ein Problem. Auf „chronische Verstopfung“ auf den Straßen muss man sich natürlich einstellen. Und des öfteren habe ich in den letzen Monaten zu Bernd gesagt: Bin ich froh, dass ich das nicht mehr mitmachen muss.

Ich bin jetzt unabhängig von Wind und Wetter und kann mich in die Sonne setzen wann immer sie scheint. Ich kann die Dinge des täglichen Bedarfs zu der Zeit kaufen, wann die Geschäfte noch leer sind und muss mich nicht mit ungeduldigen Berufstätigen an der Kasse anstellen. Ich kann mir aussuchen, ob ich den Wagen nehme und dort einkaufe oder ob ich den Wagen stehen lasse und kauf woanders ein. Angebote kann ich berücksichtigen – als Renter hat man es ja nicht so dick. Es ist alles einfacher und entspannter geworden.

Was mich stört ist das Wort „Rentner“. Das hört sich so alt ein, so alt bin ich nicht, das bin ich nicht. Ich trage keine beigen Klamotten oder Sandalen und Socken. Ich behaupte mal, dass ich noch ziemlich fesch in Zeug bin. An der Kasse zücke ich meine Geldbörse rechtzeitig und krame sie nicht erst hervor, wenn ich alles im Einkaufswagen verstaut habe. Wenn ich mit EC-Karte bezahle, habe ich diese ebenfalls rechtzeitig in der Hand und tippe zügig meine PIN ein (noch). Ich reiche der Kassiererin nicht mein Portemonnaie damit sie sich das Kleingeld selbst rausgrabbeln kann. Vor dem Ausgang bleibe ich nicht erstmal stehen und blockiere diesen weil ich nicht mehr weiß, wo denn nun mein Wagen steht.

Ach, es gäbe noch viele andere Dinge, die ich bei diesen Rentern immer wieder beobachte. Aber weiß ich, wie ich noch werde? Wann ich zum klischeehaften Renter werde? Ich hoffe, dass mein Mann, der ja um einiges jünger ist, und meine Mitmenschen dann Geduld mit mir haben werden.

Wäre ich Beamter gewesen, wäre ich jetzt Pensionist. Das hört sich für mich nicht so alt an. Aber ich beziehe keine Pension, ich beziehe Rente von der Rentenkasse. Pfff, Rente, Renter – ich bin jetzt Privatier! So! Ich könnte auch Rentier sagen. Aber gib das mal in eine Suchmaschine ein. Dann wäre ich ein äsendes Etwas auf 4 Beinen, dass seine Losung auf einer Wiese fallen lässt desöfteren Straßen blockiert. Das erinnert ich irgendwie an Rentner. Privatier – das ist wesentlich eleganter. Das trifft mich eher. Das bin ich! Rentner kann ich immer noch werden, später mal, wenn ich alt bin.

Schweißtreibend

Gestern abend habe ich die verschärfte Zumbaversion kennengelernt, Zumba Fitness. Ich muss da mal ein „puh“ loswerden. Bereits nach 10 Minuten fing ich an zu schwitzen. Am Ende der Stunde konnte man meine Klamotten fast auswringen. Aber ich muss mich mal loben: Das Tempo habe ICH durchgehalten! Zwei jüngere Frauen stellten sich dann ab und zu doch mal beiseite und pausierten.

Das Problem ist nur, mit der Schrittfolge mitzukommen. Man denkt, jetzt hast du’s – und prompt kommt wieder ein anderer Schritt dran, wobei ich dann ab und zu mal etwas hinterherhinke. Wie man mir sagt, kennt man nach 2 – 3 Stunden die Schritte weil meist immer die gleichen Songs gespielt werden. Damit es aber nicht langweilig wird, wird hin und wieder mal ein Song gegen einen anderen ausgetauscht. Mit der dazugehörigen Choreo müssen dann alle anderen auch erst wieder klarkommen.

Als ich von der Tanzschule losfuhr war mit klar, dass ich zu Hause den Lift nehmen würde um in die 3. Etage zu kommen. Pah – ich war wieder fit und nahm dann doch die Treppen. Bin ich nicht gut?!

Heute habe ich Muskelkater in den Oberschenkeln, bei den Übungen war mir das schon gestern klar. Aber irgendwie ist das auch ein tolles Gefühl, zeigt es doch, dass ich mich wirklich angstrengt habe.

Wat nu?

Blogge ich jetzt auf chinesisch? Nee, die Frage ist: Was soll ich jetzt machen? Die Schwimmsaison ist nämlich vorbei. Das Freibad ist morgen das letzte Mal geöffnet.

Mit dem Schwimmen angefangen hatte ich Anfang Mai. Von 800 m hatte ich mich in ziemlich kurzer Zeit auf 2.500 m hochgearbeitet. Letzendlich hatte ich mich auf 2.000 m eingestellt, und das 5 x in der Woche, unterbrochen von einer Bronchitis kurz vor dem Urlaub, vom Urlaub selbst und von der Bronchitis, mit welcher ich aus dem Urlaub zurückgekehrt war.

Die schönsten Schwimmtage waren die mit dem schlechtesten Wetter, wie z.B. am letzten Samstag. Bei starkem Regen war ich zeitweise nur mit 2 anderen Mitschwimmern im Becken. Herrlich. Man schwimmt seine Bahn ohne dass man schauen muss, ob Gegenverkehr ist oder ob man jemanden überholen muss. Es ist einfach entspannter, bei schlechtem Wetter zu schwimmen weil eben nicht so viel los ist.

Als Kunde der Stadtwerke Geesthacht bezahlte ich für die Saisonkarte nur 65 Euro gegenüber dem Normalpreis von 80 Euro. Die 65 Euro waren gut angelegtes Geld und habe ich ganz gewiss „abgeschwommen“.

Jetzt ist es vorbei, leider!!! Und jetzt kommt wieder der Chinese und fragt: Wat nu? Was mach ich jetzt? Joggen, radfahren – beides ist nicht mein Ding. Wasser ist nun mal mein Element, sei es, darin zu schwimmen oder darauf Urlaub zu machen. Im Umkreis von ca. 20 – 30 km gibt es 5 Schwimmhallen, eine, die Alsterschwimmhalle in Hamburg, sogar mit Bahnen, die 50 m lang sind. In allen anderen Hallen sind die Bahnen nur 25 m lang.

2 – 3 Mal in der Woche würde ich gern weiterschwimmen. Ich befürchte allerdings, dass es wegen der dafür notwendigen Benutzung des Autos nichts wird. Vorgenommen habe ich mir, alle 5 Schwimmhallen erstmal zu testen.

Am 1. Mai nächsten Jahres wird das Freibad in der kleinen Stadt an der Elbe wieder geöffnet. Ich freue mich jetzt schon drauf. Es würde mich interessieren, wieviele Kilometer ich im Lauf einer Saison zurürcklege. Ich sollte das vielleicht dann täglich mal aufschreiben.