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Ausklang

Ab 11.00 Uhr trafen sich beide Chöre zum Brunch im Café Feelgood. Erstaunlicher Weise waren alle relativ pünktlich. Einigen sah man die „Strapazen“ der Nacht an, aber alle waren guter Dinge. Traditionell singen beide Chöre noch ein oder zwei Lieder aus ihrem Repertoire, so auch heute. Ein gemeinsames Lied „Every time we say good bye“ machte uns deutlich, dass die Zeit des Abschiednehmens gekommen war. Eine erste Gruppe der Kölner musste zum Bahnhof. Peter, Bernd und ich unternahmen mit zwei anderen Kölnern bei herrlichem Frühlingswetter noch einen Spaziergang durch den nahen Stadtpark. Dann rückte auch für uns die Stunde des Abschieds näher und wir brachten sie zum Bahnhof.

Ende Mai werden wir uns auf dem Chorfestival in Zürich wiedersehen. Wir freuen uns schon darauf, dort neue Freunde zu treffen.

Zauberflöten und Schola 2

Pünktlich wie immer wenn Termine anstehen trafen Bernd und ich vor 17.00 Uhr in der Markthalle ein um die Vorbereitungen für das heutige Konzert zu treffen. Wir waren zwar nicht die Ersten aber die Zweiten. Nie, aber auch wirklich nie, sind alle Chormitglieder zum vereinbarten Termin bereit. Es sind immer die Selben, die pünktlich sind und ebenso immer die Selben, die zuletzt kommen. Nachdem endlich die Meisten anwesen waren gab es eine kurze Nachbetrachtung des gestrigen Abends. Die einhellige Meinung war positiv, trotz nur 170 verkaufter Karten. Allerdings zeigte der Vorverkauf für den heutigen Abend, dass das Interesse grösser sein würde. Es mussten also noch zusätzlich Bänke aufgestellt werden. Den Anfang des heutigen Konzerts würden, wie üblich, die Gäste machen.

Holger brachte sein Laptop mit, das im Backstagebereich aufgestellt wurde. 4 kleine Videos und eine Bilderserie vermittelten uns Eindrücke von der gestrigen Aufführung. Sobald mir die Videos zur Verfügung stehen, werde ich versuchen, ein oder zwei auf meiner Homepage einzubauen.

Der Zuschauerraum füllte sich sehr schnell. Weitere Bänke wurden aufgestellt. Wir waren zwar nicht ausverkauft, ich denke aber, dass 300 bis 400 Zuschauer anwesend waren, als die Zauberflöten den Abend mit ihrem Programm eröffneten.

Gegenüber gestern waren sie viel lockerer, der berühmte Funke sprang sofort auf das Publikum über, das sehr begeistert war. Die Zauberflöten hatten sich beachtlich gesteigert und waren viel besser als bei ihrem gestrigen Auftritt. Am Schluss bekamen sie tosenden Beifall und Fusstrampeln. Das Publikum verlangte nach Zugaben.

Nach der Pause waren wir dann dran. Auch wir hatten das Publikum sofort im Griff. Routiniert und doch voller Spielfreude wurde das Programm auf die Bühne gebracht. Woran es lag, dass der Beifall für uns jubelnder und stärker war, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht liegt es an der Art unseres Programms oder es ist ein gewisser Lokalpatriotismus. Tatsache ist, dass die Leistung der Zauberflöten der von Schola Cantorosa in nichts nachsteht.

Nach dem gemeinsamen Lied „Somewhere“ wurde die Bestuhlung aus dem Saal entfernt und die Technik für die Aftershowparty eingerichtet. Holger und Bernd gelang es, mit ihrer Musikauswahl die Menschenmassen auf die Tanzfläche zu holen. Es war wieder mal eine schöne Party mit toller Stimmung. Leider musste gegen 02.30 Uhr die Party mit „Thank you for the music“ beendet werden. Die Zeit war abgelaufen. Vielleicht waren noch 50 Leute anwesend, mit denen die Feier noch 1 Stunde länger gedauert hätte. Aber das Personal von der Markthalle wollte gerne Feierabend machen.

Erschöpft, aber zufrieden, lagen Bernd und ich um 03.20 Uhr im Bett und schliefen sofort ein.

Zauberflöten und Schola

Heute war unser erstes gemeinsames Konzert. Aus Köln reisten mehr als 30 Zauberflöten an. Wie üblich erfolgt die Unterbringung privat bei den Gastgebern, also bei den Mitgliedern von Schola Cantorosa. Auch wir hatten uns bereiterklärt, einen Gast aufzunehmen. Seit Mittwoch waren wir mit den Vorbereitungen beschäftigt, d.h. Mittwoch Abend haben wir erst Mal einen Grosseinkauf gemacht um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Gestern Abend wurde dann begonnen, die Wohnung auf Vordermann zu bringen, Bernd hat heute die Feinarbeit erledigt. Es tauchten zwar schon Gerüchte auf, dass wir keinen Gast bekommen würden – aber sicher ist sicher. Man will ja nicht als Schlampe dastehen.

Für Schola Cantorosa war des Treffen in der Markthalle zu um 15.30 Uhr angesetzt, ein Termin, der für mich aus beruflichen Gründen nicht zu machen war weil Steffi heute einen Urlaubstag hat. Zum Glück habe ich einen Assistenten „rekrutiert“, Werner. Ihm habe ich alles Notwendige aufgeschrieben, was für unsere Lichttechnik notwendig ist.

Um 16.30 Uhr sass ich noch immer im Büro und wartete auf eine endgültige Abschlussbestätigung für die nächste Reise eines unserer Schiffe, dass heute Nacht in Agadir entlöscht sein würde und noch keine Anschlussladung hatte. Da ich weiter nichts mehr zu tun hatte, bereitete ich alle notwendigen Meldungen vor, so dass ich sie nur noch per Knopfdruck rausschicken musste. Um 16.37 Uhr kam die telefonische Bestätigung. In wenigen Minuten war alles erledigt und um 17.00 Uhr konnte ich das Büro verlassen. 10 Minuten später traf ich in der Markthalle ein.

Die Chorschwestern standen gerade zur Probe auf der Bühne, Werner hatte mit den Technikern alles bestens vorbereitet. Ich wollte mich gerade ein wenig akklimatisieren als Sebastian auf mich zukam und mich bat, im Eingangsbereich die Reste einer heruntergefallenen Sektflasche zu entsorgen und den Sektsee aufzufeudeln. Nun habe ich nichts dagegen, hilfreich zuzupacken. Aber wenn man ein wenig gefrustet von der Arbeit kommt (die Anspannung, ob ich denn pünktlich gehen kann, war doch ein wenig nervig) und bevor man richtig da ist mit einem etwas angespanntem Ton zu so einer Arbeit aufgefordert wird, ist es der persönlichen Stimmung nicht gerade förderlich. Als dann auch noch die Reste der Flasche aus dem mittlerweile durchgeweichten Karton fielen als ich diesen aufheben wollte, stieg bei mir die Wut hoch. Ich stapfte auf die Bühne und beschwerte mich bei Sebastian, dass man wenigstens den Karton hätte gleich beseitigen können. 30 Augenpaare waren auf uns gerichtet und das war mir scheissegal. Ich bin nicht Mädchen für alles und muss das ausbügeln, was andere verbockt haben nur weil ich nicht mitsinge. Die Sache musste aber erledigt werden. Die Kölner wurden erwartet und die müssen nicht gleich mit Scherben und Sektdunst empfangen werden. Also machte ich mich an die Arbeit und entfernte das Malheur wobei ich mir auch noch eine kleine Schnittwunde zugezogen habe. Ein toller Auftakt für den heutigen Abend!

Nach der Probe wurde ich dann allerdings von einigen lieben Leuten herzlichst umsorgt, inzwischen war meine Wut auch verflogen. So was dauert bei mir nicht immer lange an und nachtragend bin ich auch nicht. Was raus ist ist erledigt und vorbei.

Die Zauberflöten trafen in 2 Gruppen verhältnismässig spät ein. Deshalb war vereinbart, dass entgegen der üblichen Gepflogenheit nicht die Gäste den Abend mit ihrem Programm eröffnen sollten sondern wir. Gekonnt und präzise brachten wir „Die Piraten“ auf die Bühne mit 3 Zugaben am Schluss und mit begeistertem Applaus der Zuschauer.

In der Pause trafen wir Elke und Andreas, Joachim und seine Frau (wie heisst sie doch noch gleich?), Susanne mit ihrer Freundin und Nina, sowie meine Kolleginnen Britta und Jelena mit einem grossen Freundeskreis. Es gab ein kleines Fotoshooting im Foyer. Die Fotos werden nachgereicht. Alle äusserten sich begeistert zu unserem Auftritt. Andreas und Joachim mit ihren Damen hatten uns zum ersten Mal überhaupt gesehen. Wir mussten ihnen erklären, dass alles, was wir auf der Bühne machen, selbst geplant, ausgedacht und getextet ist. Es gibt keine professionelle Unterstützung von ausserhalb. Sie konnten es kaum glauben. Na ja, wir stellen eben hohe Ansprüche an uns selbst.

Nach der Pause kamen die Zauberflöten mit ihrem Programm „Willkommen in Neurosia“ auf die Bühne. Gesanglich perfekt konnte mich das Programm selbst aber nicht überzeugen. Für meinen Geschmack ist es zu problembeladen und die Musikauswahl entsprechend melancholisch. Allerdings ist das Programm noch nicht komplett. Es wurde uns ein 40 Minuten langer Ausschnitt aus einem abendfüllendem Programm präsentiert, das erst ein einigen Wochen Premiere haben wird. Das Publikum war dennoch begeistert, wenn auch der Applaus nicht so stark ausfiel wie bei uns.

Den Abschluss des Abends bildete das von beiden Chören gemeinsam gesungene Lied „Somewhere“, dass das Publikum noch mal zu einem Sturm der Begeisterung veranlasste.

Bernd und ich fuhren „leidergottseidank“ ohne Gast nach Hause. Leider deshalb, weil man doch leichter zu den Leuten Kontakt bekommt, wenn man selbst Gastgeber ist. Ausserdem scheinen die Zauberflöten alle ganz nett zu sein. Gottseidank weil unsere Wohnung doch recht klein ist und es mit einem Übernachtungsgast, besonders wenn man ihn nicht kennt, ein wenig problematisch ist bzw. werden könnte.

Zürich

Unsere Reiseplanung ist abgeschlossen. Ich habe mich heute nach ein paar günstigen Hotels erkundigt und dabei festgestellt, dass es in Zürich ein Etap-Hotel gibt. Das sind ganz einfache, aber saubere Hotels mit einem Minimum an Service. Die Zimmer sind zweckmässig eingerichtet. Das Doppelzimmer soll pro Nacht 79,00 Schweizer Franken kosten, das sind etwa 57,00 Euro. Alles zusammen, also Flugkosten und Unterbringung, bezahlen wir jetzt etwa so viel, wie die Bahnreise alleine kostet, die der „Reiseleiter“ vom Chor arrangiert hat.

Chorfestival

Vom 29. Mai bis zum 1. Juni findet in Zürich ein schwules Chorfestival statt. Die Kosten für die Bahnfahrt nach Zürich und zurück sollen Euro 220,00 pro Person betragen. Das war uns dann doch etwas zu teuer. Wir haben nun den ganzen Abend im Internet nach preisgünstigeren Möglichkeiten gesucht – und auch gefunden. Bei Flugboerse.de hat Bernd gebucht: Wir fliegen jetzt für 130 Euro pro Person von Berlin und von Zürich auch wieder zurück. Nach Berlin fahren wir mit dem Wagen. Da Harald sich entschlossen hat, sich uns anzuschliessen, werden die Kosten für die Autofahrt noch ein wenig günstiger.

Bärenparty

Bären und Bärenliebhaber gibt es wohl fast überall in Deutschland und auf der Welt. In grösseren Städten sind sie organisiert. Köln hat wohl „bärenmässig“, wie bei anderen schwulen Veranstaltungen auch, eine Vorreiterrolle. In Hamburg sind die Bären bei den Nordbären organisiert. Diese Gruppe gibt es erst seit 1998. Der Höhepunkt jedes Bärenclubs ist das jährliche Bärentreffen. An diesem Wochenende fand es in Hamburg statt. Heute Abend war die grosse Party im MHC.

Bernd und ich waren seit Monaten nicht mehr aus. Da wir wussten, dass ein paar Freunde von uns dort sein würden, hatten wir uns entschlossen, an der Bärenparty teilzunehmen.

Kurz nach 20.00 Uhr waren wir dort. Es waren schon ein paar Bären und Bärenliebhaber versammelt. Wir wurden mehr oder weniger verstohlen beäugt, wie das eben bei Neuankömmlingen so üblich ist. Nach und nach trafen auch unsere Freunde ein. Wir unterhielten uns eine Weile und landeten irgendwann auf der Tanzfläche. Der DJ legte einen guten Mix für jeden Geschmack auf. Volker wollte unbedingt „Divas“ hören, ein Grand-Prix-Beitrag aus Israel von vor ein paar Jahren, und bestellte dieses Stück beim DJ. Unser Chor hat zu diesem Song eine nette Choreographie entworfen, die wir auf jeder unserer Partys tanzen. Da ein paar unserer Chorschwestern anwesend waren, war es kein Problem, zu diesem Song zu tanzen – leicht tuckig unter Kerlen und Bären – aber immer wieder ein Erfolg.

„It’s raining men“, dieser Titel darf wohl auf keiner schwulen Veranstaltung fehlen und wurde auch hier gespielt. Dazu drehte der DJ die Regler voll auf. Aus den Boxen kam nur noch ein Kreischen und die Ohren schmerzten. Warum muss Disco immer gleichgesetzt werden mit laut? Es geht auch ein bisschen leiser, ein wenig nur, das reicht auch. Und man kann sich dann auch noch unterhalten. Ich verzog mich aus dem direkten Schallbereich der Boxen an die Seite und schaute dem Treiben zu. Auf die Tanzfläche setzte ich keinen Fuss mehr.

Kurz nach 01.00 Uhr verliessen wir die Party. Peter und Ralf waren dankbar, dass wir sie im Wagen mitgenommen haben. Ralf wohnt bei uns sozusagen um die Ecke.

Unser Fazit dieses Abends: Es war schön, mal wieder auszugehen, Freunde zu treffen und mit ihnen Spass zu haben, ein wenig zu tanzen und Männer gucken! Appetit holen wir uns ausserhalb, aber gegessen wird zu Hause! Und ich habe wieder Jemanden persönlich getroffen, den ich aus dem Internet kenne: Stefan, kein Bär, aber ein netter Bärenliebhaber.

Es wird wieder geprobt

Unsere nächsten beiden Aufführungen sind am 14. und 15. März. Gäste sind dieses Mal die Zauberflöten aus Köln.

Heute Abend war unsere erste Probe. Beim ersten Lied war es den Jungs anzumerken, dass sie etwas unsicher waren. Doch nach und nach kam die Sicherheit zurück und die Spielfreude gewann die Oberhand. Ein neues Stück soll noch eingebaut werden, aus dem Ballett Romeo und Julia von Sergej Prokofiev – natürlich mit einem für unser Stück passenden Text versehen. Es gibt also noch einiges zu tun.

Für unseren Auftrittsort, die Markthalle, ist es zweckmässig, dass ich einen Assistenten für die Technik habe. Licht- und Tonpult sind nicht nebeneinander angeordnet sondern hintereinander, dazu noch auf unterschiedlichen Ebenen. Da ich im richtigen Moment die Geräusche von CD einspielen muss (der Tontechniker kennt das Stück ja nicht), gleichzeitig aber dem Beleuchter sagen soll, an welchen Stellen welche Lichtstimmung gewünscht wird, ist es schwierig, beide Plätze mit entsprechender Aufmerksamkeit zu bedienen. Und so kam es bei der letzten Vorstellung in der Markthalle zu einer kleinen Beleuchtungspanne, obwohl dem Beleuchter ein sehr detaillierter Plan vorliegt.

Als meinen Assistenten habe ich Werner angeworben. Er ist seit ein paar Monaten Fördermitglied im Chor. Werner hat sich heute Abend die Probe angesehen. Ich habe ihm erklärt, worauf es bei den Lichtstimmungen und Toneinspielungen ankommt.

Es ist sehr wichtig, dass man sich während der Proben mit dem Stück vertraut macht. Lichteffekte machen einen Grossteil der Dramaturgie aus und unterstreichen die unterschiedlichen Stimmungen und Aussagen. Es ist möglich, eigene Ideen und Empfindungen einfliessen zu lassen. Diese werden dann in den Plan übertragen, der am Abend der Aufführung dem Beleuchter des Aufführungsortes zur Verfügung gestellt wird. Da er aber die einzelnen Musikstücke nicht kennt, bekommt er während der Aufführung Hinweise und Anweisungen. Beleuchtungsproben vor den Aufführungen sind leider nicht möglich. Wir sind eben nicht professionell, obwohl wir sehr hohe Ansprüche an uns selbst stellen.

Verlust

Heute Nachmittag hab ich im Chat von GayRoyal einen Jungen angesprochen, und zwar auf Grund des ungewöhnlichen Usernamens. Das einzige was ich von ihm wusste war sein Alter (23 Jahre) und dass er aus Hamburg kommt. Es ist für mich nicht ungewöhnlich, dass ich von jungen Schwulen, besonders von so jungen Schwulen gar keine Antwort bekomme. Die vermuten in den meisten Fällen doch, dass ich sie anbaggern will. Alle die mich kennen, wissen, dass das nicht der Fall ist, lebe ich doch zufrieden und glücklich mit meinem Schatz.

Ich war dann doch erstaunt, dass ich von M. eine Reaktion erhielt. Wir unterhielten uns einige Zeit. Wir fragten uns gegenseitig verschiedene Dinge um uns ein Bild über unseren jeweiligen Gesprächspartner zu machen. Seine Antwort auf meine Frage nach einem Freund verursachte bei mir eine Gänsehaut:
Am Sylvestertag 2001, also vor fast einem Jahr, ist sein Freund bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Er wohnte in München und wollte M. hier in Hamburg besuchen. Auf dem Weg zum Flugplatz geschah der Unfall.

M. hat noch keinen neuen Freund, er weiss nicht, ob er zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt in er Lage wäre, eine neue Partnerschaft einzugehen. „Ich weiss eigentlich gar nicht was ich will“ sagte er mir.

Ich hatte das Gefühl, er war froh mit jemandem über die Sache zu sprechen, der ihm zuhörte. Ich werde den Kontakt aufrechterhalten wenn er es wünscht, ihn vielleicht mal zu einem persönlichen Gespräch treffen.

Auftritt in Münster I

Um 1030 Uhr trafen sich alle zum Brunch im „Luf“, direkt am Dortmund-Ems-Kanal und am Hafen von Münster. Ein orkanartiger Sturm wehte durch das Hafenbecken. Gischt wurde aufgewirbelt und wehte über das Wasser. Eine Möwe versuchte in den Wellen gegen den Wind zu schwimmen, sie verschwand rückwärts aus unserem Blick. Es war beeindruckend, der Kraft der Natur zuzusehen. Und es passte zu unserem Stück „Piraten“. Sie gehen mit ihrem Schiff unter (Es gibt aber ein Happyend).

Es wurde Zeit, zum Bahnhof aufzubrechen. In der Bahnhofshalle wurden Abschiedslieder gesungen. Über uns zeigte die Anzeigentafel für alle Züge Verspätungen an. Der Orkan und bestimmt auch „schlüpfrige Schienen“ waren die Gründe dafür. Die Wartezeit auf dem Bahnsteig wurde mit weiteren Liedern verkürzt. Ansage: „Der IC nach Hamburg fährt heute abweichend von Gleis 2!“ Menschenmassen machten sich auf den Weg von Gleis 12 nach Gleis 2. Planmässig 25 Minuten verspätet traf unser Zug ein und machte sich nach kurzem Stopp auf den Weg nach Hamburg mit Halt in Osnabrück und Bremen. Die Ansagen im Zug vor der jeweiligen Ankunft machte uns klar, dass es draussen ziemlich ungemütlich war. Unsere Verspätung betrug vor Bremen inzwischen 70 Minuten. Teile des Streckennetzes waren unterbrochen.

Um 17.45 Uhr waren wir endlich in Hamburg, 90 Minuten später als geplant. Nach einer kurzen Verabschiedung ging jeder seiner Wege. Wir waren froh, wieder zu Hause zu sein, besonders Bernd. Sein Auftritt gestern Abend war dem Genesungsprozess sicher nicht förderlich, er sah ziemlich mitgenommen aus und war entsprechend müde und abgespannt. Das Wochenende klang aus als Sofa-Kuschel-Fernsehabend – müde und zufrieden. Mein letzter Gedanke für dem Einschlafen: Morgen hast du noch frei!

Aufritt in Münster II

Unser erster Auswärtsauftritt mit dem Programm „Piraten“ fand an diesem Wochenende in Münster statt.

Bernd hat seit 2 Tagen eine Erkältung mit Halsschmerzen, heute morgen kommt noch ein Husten dazu. Er weiss noch nicht, ob er heute Abend auftreten kann. Ich packe alles mit ein, was unsere Hausapotheke hergibt.

Samstag Mittag Abfahrt mit dem Zug nach Münster. Mit einer Verspätung von 10 Minuten verlassen wir den Hamburger Hauptbahnhof. Die Fahrt verläuft eher ruhig, was wohl daran liegt, dass keine Sektflasche die Runde macht: Vor einem Auftritt herrscht absolutes Alkoholverbot! Ja, so ernst nehmen wir das. Bis Münster vergrössert sich die Verspätung auf ca. 30 Minuten, hervorgerufen durch „schlüpfrige Schienen“ (Originalton einer Durchsage auf dem Bahnhof in Münster). Es ist ja wohl klar, dass dieser Begriff uns das ganze Wochenende begleitete und der Anlass zu allerlei Albernheiten war.

Unsere Gastgeber, „Homophon – Erster schwuler Männerchor Münster“, hatten für das Konzert die Aula der Freien Waldorfschule Münster gemietet. Na ja, Aula ist ja wohl leicht untertrieben. Es ist fast schon ein kleines Theater mit einer Kapazität von ca. 500 Plätzen, ausgestattet mit einer grossen Bühne. Ein grosses, selbsterstelltes Buffet wartete auf uns zur Stärkung. Leider mussten wir uns vorerst zurückhalten: Mit vollem Magen zu singen und zu spielen kann sich auch negativ auf Leistung und Konzentration auswirken.

Es ist üblich, dass der jeweilige Gastchor – in diesem Fall also wir – den ersten Teil der Konzerte bestreitet. Heute Abend war es aber anders: Homophon feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen und hat sich „Schola Cantorosa“ zum Geburtstag geschenkt. Die Akteure wollten sich einen entspannten Abend machen und zuerst auftreten um sich danach an unserer
Darbietung zu erfreuen.

Da im Zuschauerraum nicht ausreichend Platz für uns vorhanden war, um das Programm unserer Gäste zu verfolgen, verbrachten wir die Zeit im Backstagebereich. So gab es genügend Zeit für unsere Jungs, sich in Ruhe umzuziehen und sich schminken zu lassen (Ja, einen Stuckateur haben wir auch!)
Bernd hat sich entschlossen aufzutreten.

Nach der Pause brachten wir „Die Piraten“ auf die Bühne. Ich war fast so nervös wie bei der Premiere im Juli. Zum Glück hatte ich Torsten an meiner Seite. Er ist neu im Chor und konnte deshalb noch nicht mit auftreten. Während ich mich auf die Toneinspielungen konzentrierte kümmerte sich Torsten um die Beleuchtung.

Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen, ging diese Vorstellung hervorragend über die Bühne. Langanhaltender Beifall belohnte unsere Sänger. Der Ruf nach Zugaben verhallte nicht unbeachtet. „Theater“ und „Divas“ aus unserem vorherigen Programm begeisterten das Publikum. Ein besonderes Lob verdient Dirk, unser Ersatzpianist. Er hatte nur 2 Proben Zeit, um sich auf uns und das Stück einzustellen. Bravo! Als er nach der Vorstellung in unsere Garderobe kam, wurde er mit dem Beifall der Truppe empfangen.

Unsere Gastgeber servierten Sekt und eine Geburtstagstorte. Als alle abgeschminkt und umgezogen waren, ging es zum „Ballhaus“ in die Stadt um dort die Geburtstagsparty zu feiern. Morgens um 0300 Uhr fielen wir müde ins Bett.