Archiv der Kategorie: gay

Von einer verlorenen Tasse und einem schwulen Ritter

Am vergangenen Wochenende wurden Weihnachtsgeschenke einglöst: Oliver und seine Freundin sowie Bernd hatten von mir Karten für das Musical Spamalot bekommen, das zurzeit in Köln im Musicaldome aufgeführt wird.

Unser neues Spielzeug hat auf dieser Fahrt die Feuertaufe bestanden. Es führte uns am Samstag problemlos nach Mönchengladbach zu unserem Hotel. Oliver und Sabrina holten uns dort ab. Bei den Beiden zu Hause stärkten wir uns bei Kaffee und Kuchen.

Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Köln. In der Tiefgarage am Bahnhof wurde der Wagen abgestellt. Dann ging es in die City, wo wir uns ein Restaurant zum Essen suchen wollten. Ich hatte zwar von April ein paar Tipps bekommen. Aber aufgrund der Menschenfülle in den Strassen der Fussgängerzone hatten wir es bald satt, noch lange zu suchen und wir kehrten in einem Chinarestaurant ein, in dem Bernd und ich vor ein paar Jahren schon mal ganz zufriedenstellend gespeist hatten und das wir rein zufällig wiederentdeckten.

Wir sind immer gern recht früh am Ort des Geschehens um uns dort ein wenig zumzusehen. Architektur und Interieur von Theatern interessieren uns sehr. Wirkte der Zeltbau von aussen auf uns eher sachlich kühl, aber doch durch entsprechende Beleuchtung ins rechte Licht gesetzt, umfing uns das Foyer dagegen mir warmen Rottönen. Kugellampen verbreiteten fast eine nostalgische Atmosphäre.

Um halb acht wurder der Saal geöffnet und wir suchten unsere Plätze. Wir waren sehr gespannt, was uns an diesem Abend erwarten würde. Wir kennen zwar die Filme von Monty Python, aber wie setzt man die Ritter der Kokosnuss als Musical um?

Humorvoll waren bereits die vor Muscialaufführungen obligatorischen Hinweise, dass Handys nicht benutzt werden sollen und Ton- und Filmaufnahmen nicht gestattet sind. Hier gab es bereits erste Lacher.

Über das Stück selbst könnte ich eine ganze Inhaltsangabe machen, die aber diesen Rahmen sprengen würde. Nur soviel sei gesagt: Es sieht total bescheuert aus, wenn King Arthur, souverän in Szene gesetzt von Michael Flöth (ihn kennen wir als Kapitän aus dem Musical Titanic), ohne Pferd im Galoppschritt über die Bühne „reitet“, akustisch unterstützt vom Geräusch aneinandergeschlagener Kokosnusshälften seines Begleiters Patsy.

Mein absolutes Highlight des ersten Aktes war eine Diskussion der tumben Ritter: King Arthur erhält von Gott den Auftrag, den heiligen Gral zu suchen. Die Ritter wissen nicht so recht, was ein Gral ist, haben nur eine vage Vorstellung davon und bezeichnen das Ding dann als Tasse, die Gott verloren oder gar verschluckt haben müsse und wieso es überhaupt nur eine Tasse im Himmel gibt. Als dann einer meinte, der Kaffeepot sein so eine Art Phantom, wurden dazu ein paar Töne aus dem Musical Phantom der Oper intoniert. Die ganze Szene ist total blöd, total bescheuert – und über so total blöde Dinge kann ich mich königlich amüsieren und lauthals lachen.

Nach der Pause ging es bunt und humorvoll weiter. Mehrere Broadwayshowstücke machen einen grossen Teil des Musicals aus. So outet sich Sir Lancelot in einer mitreissenden Tanzshow als schwul. Er hätte sich gern noch etwas mehr ausziehen können!

Zum Schluss finden sich zwei Paare, u.a. dabei der schwule Sir Lancelot. Happy End – und aus. Wie? Schon zu Ende? Die Zeit verging wie im Flug und es war wirklich schade, dass der Spass schon vorrüber war. Wer es humorvoll mag, wer schrägen Humor mag, sollte sich dieses Musical unbeding ansehen.

Auf dem Weg zum Wagen wurde ich von einer Dame angesprochen. Es war die Empfangsdame von meinem Zahnarzt. Demnächst habe ich dort wieder einen Termin. Wir werden ganz bestimmt ein wenig über das Musical sprechen.

Oliver brachte uns zurück nach Mönchengladbach ins Hotel Vision. Am Sonntag morgen hatten wir dort ein gemeinsames Frühstück mit Oliver, Sabrina und Sabrinas Eltern. Ich hatte alle dorthin eingeladen. Es war eine lustige kleine Runde und wir hatten viel Spass miteinander.

Gegen Mittag machten wir uns auf den Heimweg.

Unser Kultursommer geht am 2. Mai in die Fortsetzung. Es geht nach Berlin ins Theater des Westens zum Schuh des Manitou, ein Geschenk von Bernd. Danach folgen noch Turandot an der Staatsoper Hamburg und Titanic in Magdeburg.

Jesus – schwarz und schwul?

In den Niederlanden hatte kürzlich das Musical „The Beastly Bombing“ Europapremiere. Jesus wird in diesem Sartirestück als schwarz und schwul dargestellt. Extremistische Juden, die katholische Kirche und George Bush werden durch den Kakao gezogen. In Amerika wurde das Stück 2007 von der Los Angeles Times als „Bestes Musical des Jahres“ ausgezeichnet.

Nach diesem Bericht wage ich es zu bezweifeln, dass jemand das Stück in Deutschland auf die Bühne bringen wird.

100.000 Dollar

Brad Pitt hat einer Institution, die sich in Amerika für die Homo-Ehe einsetzt, 100.000 Dollar gespendet. Wahrscheinlich werden in Kürze Aufrufe von erzkonservativen Amerikanern zu hören sein, seine Filme zu boykottieren.

Nachzulesen bei n-tv.de.

Sexsucht

David Duchovny, bekannt geworden als Agent Fox Mulder in der Serie Akte X, meint, dass er sexsüchtig sei. Deshalb hat er sich selbst zur Behandlung in eine Klinik eingwiesen.

Ich frage mich, woran man merkt, dass man sexsüchtig ist. Fummelt man ununterbrochen an seinem Geschlechtsteil rum oder hat man eine Dauererrektion? Kann man mehrmals täglich?

Also ich weiss nicht, ob ich es als sexsüchtig bezeichnen würde, wenn ich dauernd andere Männer anbaggern oder meinen Mann mehrmals täglich flachlegen würde. Sex empfinde ich als eine ganz normale menschliche Funktion. Einer mag/kann öfter, einem anderen reicht es einmal im Monat (was wohl etwas wenig ist). Der Trieb muss schon sehr extrem sein, wenn man meint, man sei sexsüchtig.

Vermutlich würde ich nie auf die Idee kommen, dass ich sexsüchtig bin – weil eben Sex für mich die normalste Sache der Welt ist. Aber indem ich das so schreibe, bin ich vielleicht gar schon sexsüchtig. Und wenn schon – behandeln lassen würde ich das nicht. Da müsste mein Mann durch!

CSD-Parade 2008

Der Wettergott hatte wieder mal ein Einsehen mit Schwulen und Lesben bei der Pride Parade in Hamburg. Es war nicht zu heiss, frieren musste man auch nicht und es hat auch nicht geregnet. So gab es viel nacktes Fleisch zu sehen. Ob das immer ansehnlich war, lassen wir mal dahingestellt sein.

Wir verbrachten den Tag mit mehr oder weniger zufällig getroffenen lieben Menschen. In der langen Reihe namen wir die Parade ab. Danach ging es ins Restaurat Sala Thai, wo es scharfe Speisen gab, so dass Bernd die Tränen kamen. Von dort war es nicht weit zum Strassenfest auf dem Ballindamm und Jungfernstieg. Ein mal durch und zurück reichte uns, bis wir uns am Stand vom Willie’s festquatschten und von dort das bunte, schwul-lesbische Treiben anschauten.

Hier ein paar Impressionen.




















CSD 2008


Da hängt sie nun am altehrwürdigen Hamburger Rathaus, die Regenbogenflagge. Es gab ja wieder mal ein paar Diskussionen darüber, ob sie denn anlässlich des CSD am Rathaus gehisst werden soll oder darf. Schön, dass die Entscheidung in diesem Jahr endlich positiv ausgefallen ist.

Aus das Kaufhaus Alsterhaus hat seine Fassade mit Regenbogenflaggen geschmückt, wie schon im Vorjahr. Eine schöne Geste und ein Beweis dafür, dass man keine Angst hat, Kunden zu verlieren weil man dort „gayfriendly“ ist.

Cruisedays

Was ist denn das nun wieder? Cruisedays! Könnte was schwules sein, isses aber nich – obwohl die Cruisedays, die seit heute in Hamburg stattfinden, mit dem diesjährigen CSD zusammenfallen. Und der ist ja nun mal schwul.

Die offiziellen Cruisdays finden in Hamburg von heute bis Sonntag statt anlässlich des Besuches mehrerer Kreuzfahrtschiffe. Eröffnet werden sie mit dem Aufenthalt der „QM2“, die bereits zum 10. Mal in Hamburg weilt. Sie machte heute in den allerfrühestens Morgenstunden am Cruiseterminal fest und wird Hamburg nach 24 Stunden wieder verlassen.

Am Samstag morgen laufen die Passagierschiffe „Deutschland“, „Astor“ und „Aidaaura“ in den Hamburger Hafen ein und fahren abends im Geleitzug wieder ab. Die Abfahrt wird begleitet von einer blauen Illumination einiger Hamburger Gebäude sowie eines Feuerwerks entlang der Elbe.

Sonntag morgen kommt das Passagierschiff „Columbus“, das abends ebenfalls mit einem Feuerwerk verabschiedet wird.

Rund um die Cruisedays finden diverse Veranstaltungen in der Innenstadt sowie in der Hafencity statt – und der CSD. Da wird sicher mancher Teilnehmer oder Besucher auch cruisen. Aber der sucht dann keine dicken Passagierschiffe, aber wohl was anderes, was dick ist.

Eine Liebesgeschichte

Es gibt viele Möglichkeiten, einen Partner/eine Partnerin kennenzulernen. Das Internet z.B., oder auf einer privaten Feier, auf einer Veranstaltung – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Tom und Stoeps haben sich auf der Autobahn kennengelernt. Es lohnt sich wirklich, die Geschichte von Tom und Stoeps mal nachzulesen. Und sie zeigt wieder mal, dass es auch Schwule gibt, die zu langjährigen Beziehungen fähig sind.

Ich werde das zum Anlass nehmen, darüber zu schreiben, wie Bernd und ich uns kenenngelernt haben.

30-jähriges


Heute vor 30 Jahren, am 25. Juni 1978, wurde zum ersten Mal öffentlich die Regenbogenflagge, das internationale Symbole für Schwule und Lesben gezeigt. Anlässlich der Gay Freedom Parade in San Francisco wurde die Regenbogenflagge durch die Strassen getragen. Heute fehlt sie auf kaum einer schwulen Veranstaltung.

Es gibt sie auch als Aufkleber, der auch von Geschäften, Bars und Cafés benutzt wird als Zeichen dafür, dass Schwule und Lesben dort willkommen sind. Zahlreiche Autos fahren mit einem Aufkleber über die Strassen, so auch unser Wagen.

Kreirt wurde die Flagge 1978 von Gilbert Baker. Bis dahin war das einzige Symbol für Homosexualität das Rosa Dreieck, das von den Nazis eingeführt wurde und das jeder Schwule, der als solcher bekannt war, auf seiner Kleidung tragen musste.

Ganz langsam setzt sich auch durch, dass die Flagge anlässlich der Bundesweit stattfindenen CSD-Veranstaltungen auch an öffentlichen Gebäuden gehisst wird.

Gilbert Baker lebt heute noch in San Francisco. Anlässlich des Geburtstages seiner Flagge kann man hier einige Erinnerungen von ihm lesen.

Nachtrag:
Die Regenbogenflagge wurde gestern, am 25. Juni 1978, das erste Mal öffentlich präsentiert. Mir ist da zeitlich ein kleiner Fehler unterlaufen. Wenn man Urlaub hat, weiss man manchmal nicht, welcher Tag eigentlich ist.