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Früher war mehr Baum


Mehr Lametta war ja früher sowieso, wie wir seit Loriot alle wissen. Ich meine aber den Weihnachtsbaum, auch Tannenbaum genannt und besungen. Früher, in den 50er und 60er Jahren hatten wir einen Weihnachtsbaum, keinen Tannenbaum, denn es war eine Fichte. Andere Bäume kamen wohl erst später in Mode – oder meinen Eltern konnten sich nur eine Fichte leisten. Wir hatten ja nichts.

Wenn die Zeit kam, dass die Weihnachtsbäume abeholt wurden, lagen sie fast dicht an dicht am Strassenrand. Es gab wohl kaum eine Wohnung, in der nicht ein Weihnachtsbaum stand. Die Bäume waren meist schon sehr durchsichtig. Mit Wasser zu füllende Weihnachtsbaumständer kamen auch erst später in den Handel. Und die Fichten waren mit der trockenen Luft im Weihnachtszimmer gar nicht einverstanden. Man brauchte sie nur einmal kurz anschauen, und schon rieselten die Nadeln. Wenn der Baum abgeschmückt wurde, rieselte es ununterbrochen.

Wenn ich heute durch die Strassen gehe, liegen nurmehr recht wenige Weihnachtsbäume am Strassenrand. Auf dem Foto oben ist das zu sehen, was aus knapp 50 Wohnungen in dieser Wohnanlage gekommen ist. In anderen Wohnstrassen sieht es nicht anders aus.

OK, es wird unter den Bewohnern wohl einige geben, die einen künstlichen Baum in der Stube oder auf Terrasse/Balkon stehen hatten. Ist ja auch praktisch, so ein Baum nadelt nicht und spart, auf die Jahre gesehen, Geld. Und ganz ehrlich: Die Optik solcher Bäume unterscheidet sich kaum noch von einem echten Baum. Aber insgesamt gesehen glaube ich, dass Weihnachtsbäume auf dem absteigenden Ast sind.

Der Wind stand günstig


Mein Blick schweifte umher, man soll den Augen ja ab und zu eine Erholung gönnen und nicht immer nur auf den Monitor starren. Und da sah ich aus dem gegenüberliegenden Fenster eine schwarze Rauchwolke aufsteigen. Auf dem Foto sieht es so aus, als würde der Rauch aus dem weissen Gebäude kommen. Aber dahinter ist ein Abrissareal. Dort sollen weitere Wohnungen für die Hafencity in der kleinen Stadt an der Elbe gebaut werden. Auf dem Areal stehen ungenutzte Hallen, die dem Abriss entgegensehen. Ich vermute, dass dort das Feuer ausgebrochen ist.

Als ich den Rauch entdeckte, hatte ich noch kein Martinshorn gehört. Der Brand muss also erst ganz kurz vorher ausgebrochen sein. Es dauerte dann auch nicht lange bis mehrere Feuerwehrwagen zur Einsatzstelle fuhren.

Der Wind wehte die Rauchwolke hinüber zur Elbe. Wenn wir die normale hier vorherrschende Windrichtung aus NW gehabt hätten, hätte es hier geheissen: Halten sie Fenster und Türen geschlossen!

Nachtrag:Wie ich in den online inzwischen lesen konnte, hat sich meine Vermutung bestätigt. Das Feuer ist inzwischen gelöscht. Von hier aus gesehen, liegt alles wieder ruhig da.

Der Schleicher

Ich hatte im Keller zu tun, neue Regale aufstellen. Wir ziehen nämlich um, von einem Kellerraum in einen anderen. Wenn man Regale aufstellt, kommt auch ein Hammer zum Einsatz. Soll ja alles gut passen und die Regale sollen ja unter der Last nicht zusammenbrechen.

Zwei Regale wurden heute angeliefert, ziemlich schwere Pakete. Die „mit Rücken“ und durch eine Feuerhemmtür in den richtigen Raum zu bringen, ist nicht einfach. Das erste Paket stellte ich gegen die selbstschliessende Tür. Das zweite Paket brachte ich irgendwie so weiter, dass ich es öffnen und die jeweils benötigten Teile entnehmen konnte. So werkelte ich also vor mich hin ohne mir was dabei zu denken.

Irgendwann bemerkte ich eine Person, die im Keller umherschlich. Ah, da will wohl mal jemand gucken, was da unten los ist. Ich möchte betonen, dass ich zwar nicht geräuschlos gearbeitet habe, aber auch nicht so, dass die Wände zitterten. Und dann hörte ich noch was. Sollte ja jemand das an der Feuerschutztür lehnende schwere Paket bewegt haben? Als ich um die Ecke schaute, stand das Paket neben der Tür an die Wand gelehnt. Ich sah gerade noch eine Person im bequemen Outfit (wer eine Jogginhose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren) durch die Tür verschwinden, bevor sich diese schloss.

OK, kann ja sein, dass sich jemand aus dem EG durch meine Arbeit gestört fühlte. Durch die offenstehende Tür mögen ja die Arbeitsgeräusche in den Vorkeller und in das Treppenhaus gelangt sein. Aber kann man dann nicht mal den Mund aufmachen und sagen: Hör mal, können wir die Tür zumachen damit es oben etwas leiser ist? Aber nein, da packt jemand, ich weiss, wer das war, das Paket an, stellt es beseite und verschwindet wieder. Wenn der Typ mich angesprochen hätte, hätte ich ihn gebeten, mit mir gemeinsam das schwere Paket ca. 2 Meter weiter zu tragen, dann hätte ich es leichter gehabt, es in meinen Kellerraum zu stellen, „wegen Rücken“. Aber so sind sie, die Mieter!

Ich war so überrascht über diese Aktion, dass ich nicht in der Lage war, den Typ anzusprechen, ob er es nicht für nötig befindet, mit mir mal kurz zu reden. Ich stand da mit offenen Mund und hab ihn ziehen lassen.

Hat Merz recht?

Ja, hat er wenn er von „kleinen Paschas“ redet. OK, er hätte das vielleicht auch anders formulieren können, weniger drastisch. Aber manchmal kann eine drastische Wortwahl aufrütteln. Und was ist passiert in Deutschland? Man regt sich darüber auf, dass er „kleine Paschas“ gesagt hat. Und genau das trifft es, und das nicht erst seit heute.

Ich erinnere mich daran, wie die Tochter eines Arbeitskollegen eingeschult wurde, was inzwischen wohl schon 20 Jahre her ist. Mein Kollege berichtete, dass die kleinen Türkenjungs die Mädchen auf dem Schulhof schubsten, die Lehrerinnen frech behandelten. Freunde von uns, deren Enkelin eingeschult worde, vor etwa 5 Jahren, berichteten von ähnlichen Vorfällen. Ich bin wahrlich kein Freund der CDU. Aber Herr Merz hat den Kern getroffen, weshalb ich die CDU trotzdem nicht wählen würde.

Das Problem sitzt tiefer, nämlich in der Familienstruktur der „Ausländer“, in denen die Frauen leider immer noch nicht viel, oder eher gar nichts, zu sagen haben. Die Männlichkeit dominiert und damit die Männer in der Familie. Selbst die Söhne haben haben mehr zu sagen als die Mutter, haben ein Auge auf ihre Schwester.

Mich treibt es schon ein paar Tage um, über die kleinen Paschas zu schreiben. Gerade habe ich von einer Lehrerin gelesen, die die kleinen Paschas selbst erlebt hat. Niemand wagt es, dagegen was zu tun, weil man dann gleich in die Ecke Rassismus und Islamophobie gestellt wird. „Entscheidend ist, dass Strafe auf dem Fuße folgt. Das hätte abschreckende Wirkung, weil ein belangter Randalierer es schwer hat, sich als „cool“ zu präsentieren.“ Aber vermutlich steht dann gleich der ganze Clan auf der Matte und die Lehrerin oder der Lehrer hat ein Messer in der Brust.

Ob es hilft?


Bernds Mutter ist fast 3 Jahre tot. Immer wieder bekommen wir Werbung, die an sie adressiert ist. Da mein Schatz seinen Namen bei unserer Heirat behalten hat, steht der Nachname am Briefkasten, den auch meine Schwiegermutter hatte.

Vielleicht hilft ja dieser drastische Kommentar auf dem Umschlag, die Dame endlich auch als Karteileiche zu tilgen. Hoffnung habe ich allerdings nicht.

Coffee Table Book I


Wo wohnst du eigentlich?! – Eine Frage die man gern anderen Menschen stellt, die irgendwas nicht richtig begriffen haben, die nicht wissen, was läuft, die nicht wissen, was Sache ist. Wir wohnen seit etwas mehr als 15 in Geesthacht, der grössten Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Als ehemaliger Lübecker, und danach Hamburger, Städte, die sich eine Grenze mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg teilen, weiss man ein paar Dinge über den Kreis. Da gibt es die Städte Ratzeburg und Mölln. Man weiss, dass Ratzeburg die Kreissstadt ist und dem Kreis das Autokennzeichen RZ verdankt. Autos mit diesem Kennzeichen sind in den beiden Grossstädten verpönt für ihre oftmals übervorsichtige und unkonventionelle Fahrweise. Wenn die vom Land schon mal in die Stadt fahren … Die Insassen werden deshalb als RübenZüchter verschrieen. Wogegen diese Menschen sich selbst RosenZüchter nennen.

Ich habe kürzlich zwei Bücher über den Kreis Herzogtum Lauenburg entdeckt. Heute will ich ein wenig über das erste Buch schreiben, welches zurzeit auf dem Coffee Table im Wintergarten liegt, an welchem ich am späten Vormittag Espresso trinke.

„Fast alles über das Herzogtum Lauenburg“ – Ein charmantes Sammelsurium, so Titel und Untertitel des Buches, zusammengetragen von Franz Lerchenmüller. In alphabetischer Reihenfolge von A wie Agroforst bis W wie Woods Art Institute beschreibt Franz Lerchenmüller in kleinen Kapiteln, was es in unserem Kreis zu sehen und erleben gibt, welche Personen irgendwann in ihrem Leben mit dem Herzogtum zu tun hatten (z.B. George Berrnhard Shaw, Vicky Leandors, Alfred Nobel, Uwe Barschel, Bismarck), welche Naturschutzgebiete es gibt. Museen werden erwähnt, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt und zu denen man auch mal mit Gästen von ausserhalb fahren kann.

Franz Lerchenmüller versteht es, dem Interessenten auf kurzweilige Weise das Herzogum Lauenburg näher zu bringen und neues Wissen zu vermitteln. Lauenburg, die Nachbarstadt von Geesthacht und Namensgeberin des Kreises sollten wir nun wirklich mal besuchen. Beide Städte sind nur einen Katzensprung voneinander entfernt.

Als Schlusswort greife ich einen Satz einer Buchbeschreibung der Lübeckischen Blätter auf: „Ein echtes Überraschungspaket, dieses Herzogtum“! Dem kann ich nur zustimmen. Und ich weiss jetzt mehr darüber, wo wir überhaupt wohnen.

Koks gefunden

In Hamburg sind ca. 3 Tonnen Koks gefunden worden. Ich frage mich, wer denn heute noch mit Koks heizt? Wer hat denn noch Ofenheizung?

Früher hatten wir zu Hause einen Kacheloffen, da wurde Koks verheizt, und Eierkoks, auch Eierbriketts genannt. Das wurde gemischt und mit so einem Kohlenschütter in den Ofen geschüttet. Aber wer hat denn heute noch Platz, Koks einzulagern?

Alles sehr merkwürdig.

Früher war mehr Papier


Lang lang ist’s her, da wurde Vorweihnachten mit der ganzen Familie gefeiert. Grosseltern, Eltern, Onkels und Tanten, Kinder, Nichten, Neffen, nickende Fichten usw. Wann ist Bescherung? Eine Frage, die heute noch zum Standardrepertoire zu Weihnachten gehört.

Geschenke wurde ausgetauscht, jeder hatte was für jeden, besonders für die Kinder bzw. Enkel- oder Urenkelkinder. Alle wurden bedacht. Tantchen verschenkte Wein vom Weingut ihres Vertrauens. Der Karton beinhaltete eine Auswahl guter Weine, zusammengehalten mit alten Strumpfhosen. Nun ja, sie war sehr sparsam.

Geschenkpapier wurde zerrissen, alles, was mühsam und sorgfältigt eingepackt wurde, lag in Sekunden bloss vor den Beschenkten. Das Papier türmte sich auf dem Fussboden. Mittendrin sassen die Kleinen und die Alten sassen drumherum und freuten sich.

Heute haben die Kleinen selbst Kinder, die damals Alten weilen schon lange nicht mehr unter uns. Aus beruflichen Gründen ist die kleine Familie, die noch übriggeblieben ist, nicht mehr an einem Ort konzentriert. Das ist halt heute so. Da kann man nichts machen, das muss man so akzeptieren, der Lauf der Zeit.

Aber Geschenke gibt es immer noch, in trauter Zweisamkeit. Und das Papier landet immer noch auf dem Boden, so will es die Tradition. Statt kleiner Kinder sitzen die Katzen im kleinen Papierhügel. Da, wo die Kinder sind, sitzen die immer noch auf dem Boden und packen ihre Geschenke aus – so wie früher, vor vielen Jahren. Und da gibt es auch mehr Papier.

Überraschung

Vorher

Oh what a night. Na ja, es war eher ein früher Abend als wir mit einem Glas Sekt angestossen, uns „Frohe Weihnachten“ gewünscht, und ein Küsschen gegeben haben. Und dann war Bescherung.

Mein Schatz brach in Freudentränen aus als er sein Geschenk ausgepackt hatte. Mit einem Google 7 pro Handy hatte er nicht gerechnet. Er meinte dann, ich wäre verrückt. Mit der Äusserung hatte ich gerechnet. Aber ich bin gern verrückt wenn es um meinen Schatz geht, und auch sonst so. Für mich kann ich ja geizig sein. Brauch ich nicht, hab ich ja noch, was soll das denn, blödsinn. Aber ich wusste, dass das eine Überraschung für Bernd sein würde. Und weil er sich so freute, freute ich mich gleich mit und hatte auch feuchte Augen.

Und dann bekam ich mein Geschenk, also gleich 2. Das erste Paket, was ich auspackte, waren 2 kg Schokokugeln von Lind. Hach, ich liebe Lindschokolade. Das ist kein Vergleich mit dem, was man sonst so aus dem Regal klaubt. Ich sagte, dass wir uns das natürlich teilen müssten. OK, da sind auch ein paar Kugeln mit Nuss drin. Na ja, also Nuss ist ja eher nicht so mein Geschmack. Die mit Nuss kriegt dann der Gatte.

Und dann war da noch ein Paket. Hm, was mag da denn drin sein? Und da war was drin, worüber ich mich gerade kürzlich wieder informiert hatte. Brauch man ja eigentlich nicht, ist aber toll, nice to have: Ein Pastatopf von myolav! Grrrrr, genial. Ich hatte das Teil ja vor monaten mal im Gespräch erwähnt. Ich hatte auch nachgemessen, ob es in die Topfschublade passen würde. Das Ergebnis war positiv, was ja nicht immer negativ ist. OK, braucht man ja nicht unbedingt, ein Sieb tut es ja auch aber …
Und nun lag das edle Teil auf dem Gabentisch. Ich bin begeistert.

Eigentlich hatten wir uns heute entschieden, am 2. Weihnachtstag Pizza zu machen. Nun ja, mal gucken, vielleicht gibt es ja auch Pasta.

Nachher

Natürlich haben wir auch ein Foddo von unserem Gabentisch nach dem Auspacken gemacht. Kartons und Papier liegt jetzt auf dem Boden im Wohnzimmer rum, das muss so, das war schon immer so. Ihr wollt eine Foddo? Nö, heute nicht mehr. Und ein Foddo vom Pastatopf wird es demnächst auch mal ohne Karton geben. Ja ja, ich weiss, so ein Teil ist unnötig. Wie gesagt, ein Sieb tut es auch. Aber Pasta, die in so einem tollen Topf zubereitet wurden, schmecken sicher um Längen besser, als Pasta, die durch ein schnödes Sieb abgegossen wurden. Der Kupferkern im Topf wird sicher keinen Einfluss auf den Geschmack der Pasta haben. Aber allein das Wissen, dass die Nudeln in einem edlen Topf mit Kupferkern erwärmt wurden, macht das Gericht doch viel edler.