
Brückensegler – so werden in Wassersportkreisen die Menschen genannt, die eine schicke Yacht ihr Eigen nennen und anstatt damit bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu segeln lieber festvertäut im sicheren Hafen an der Brücke die Yacht zum repräsentieren nutzen. Die Brückensegler sitzen gebräunt in stylischen Klamotten, die Sonnenbrille in die Haare geschoben (das ist ja hipp), bei hochprozentigen Getränken im Cockpit ihrer Yacht und gucken wie die Anderen gucken.

Gestern waren wir bei Freunden eingeladen zum Segeln. Aber segeln war nicht. Wir haben sozusagen brückengesegelt, im Schatten der Viermastbark Passat. Das lag aber nicht an der Unlust oder Repräsentiersucht unserer Gastgeber sondern am bescheidenen Wetter. Es hat den ganzen Tag gesaut, mal richtiger Regen, mal Niesel. Selbst die Enten am Ufer hockten zusammengekuschelt beisammen.

Trotzdem war es ein sehr gemütlicher Tag. Wir haben nette Gespräche geführt und gut zu Essen bekommen. Mehr als 10 Stunden haben wir unter Deck zusammengesessen, von ein paar Toilettengängen abgesehen. Denn im Hafen darf die bordeigene Toilette nicht benutzt werden.
Trotz des schlechten Wetters war es ein schöner Tag. Nur segeln, das war nichts.
Übrigens liebe Hamburger: Wenn ihr mal ein stolzes Segelschiff sehen wollt, dann fahrt nach Travemünde und schaut euch die „Passat“ an. Dagegen ist eure „Rickmer Rickmers“ ein Beiboot!
Nachtrag für alle Hamburger, die sich damit nicht abfinden können, dass die Rickmer Rickmers nur ein Beiboot ist:
Die Hansestädter an der Trave haben das, wovon die Elb-Hanseaten nur träumen können: Einen echten „Hamburger Veermaster“, die Viermastbark Passat.






