Carmen – die wohl populärste Oper überhaupt, so sagt man. Woran mag das liegen? An der Geschichte, die auf die Bühne gebracht wird? Das glaub ich nicht. Eifersucht findet man in der Opernwelt genug. Es muss die Musik sein. Sie kommt teilweise leicht daher und ist nicht so schwer wie bei Verdi oder gar Wagner. Es sind Melodien, bei denen man versucht ist, mitzusummen und mit den Füßen zu wippen.
Am Mittwoch sendete Arte eine Aufzeichnung der Oper aus der Arena di Verona. Meine Mutter machte mich darauf aufmerksam. Und so genoss ich diese phantastische Opernaufführung mit tollen Protagonisten. Ekaterina Semenchuck brillierte in der Titelrolle, nicht nur stimmlich. Es schien, als sei ihr die Rolle der Carmen auf den üppigen Leib geschrieben.
Auf der Homepage von Arte kann man die ganze Aufführung ansehen und natürlich auch hören..
Gestern Abend telefonierte ich mit meiner Mutter und wir sprachen über die Aufführung. Sie war ebenso begeistert wie ich. Na ja, sie ist ja auch ein Opernfan und hatte viele Jahre, genau wie ich, ein Abo am Theater Lübeck, wo wir viele tolle Inszenierungen gesehen haben, die sich vor den grossen Opernhäusern nicht zu verstecken brauchen.
Vor 17 Jahren war ich mit Oliver in Verona. Eigentlich wollten wir zu dritt reisen, aber das ist eine andere Geschichte. Das Arrangement behinhaltete die Anreise ber Bahn, Hotelunterkunft mit Halbpension und 2 Aufführungen in der Arena: Carmen und Aida.
Da wir Plätze hatten, ganz oben auf den Steinquadern, die nicht nummeriert sind, mussten wir uns recht früh an dem für uns zuständigen Aufgang einfinden. Ich glaube, wir sassen dann noch ca. 1 Stunde in der Arena, bevor die Aufführungen begannen.
Um eine Vorstellung von der Dimmension der Arena zu bekommen: Kurz vor dem Ende der Opa Aida machte sich eine etwas merwürdige Unruhe breit. Die Musiker packten ihre Instrumente und rannten davon während die beiden Sänger noch sangen und der Dirigent noch dirigierte. Was war geschehen?: Es hatte angefangen zu regnen und die Musiker brachten ihre Instrumente in Sicherheit. Nur auf unseren Plätzen fiel kein Tropfen. An dem Abend vor 17 Jahren gab es Aida mit Happy End, nämlich ohne Bühnentod. Die Vorstellung war dann nämlich zu Ende.
Oper in Verona – das ist wie ein kleines Abenteuer, ein Abenteuer, an das ich mich immer gern erinnere.






