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Ich schäme mich!

Ein Künstler aus dem Iran, Mahan Esfahani, trat in einem Konzert in der Kölner Philharmonie auf. Als er die Zugabe auf English ankündigt, wurde im Publikum gebrüllt, er solle gefälligst Deutsch reden. Mahan Esfahani ist ein Konzertcembalist, es soll der beste unserer Zeit sein. Man sollte annehmen, dass Konzertbesucher einen ensprechend guten und hohen Bildungsstand haben. Oder waren das etwa unverbesserliche, engstirnige alte Menschen?

Wie weit ist Deutschland gesunken, wenn ausländische Künstler auf so eine widerliche Art und Weise behandelt werden?! Es ist ein Skandal! Demnächst brennen wieder Synagogen oder wie geht es weiter?

Gelesen: Loving Silver

Es ist wohl das erste Mal, dass ich hier im Blog über ein Buch schreibe. Aber die Geschichte hat mich ziemlich gefesselt und beeindruckt, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass sowas im real life passieren kann. Aber wer weiss, möglich ist in Zeiten moderner Technik wohl alles.

Worum es geht:
Der schwule Architekt Michael lebt in einem kleinen Dorf ungeoutet auf einem von ihm renovierten Bauernhof. Sein Sexleben beschränkt sich weitgehenst darauf, Pornos mit dem amerikanischen Sexdarsteller „Silver“ anzuschauen. Über soziale Medien kommen sie in Kontakt, Michael unter dem Nick „Northman“. Eine Preisverleihung, für die Silver nominiert wurde, nimmt Northman zum Anlass, nach New York zu reisen, um zu versuchen, Silver näherzukommen, was er auch schafft. Es funkt zwischen den Beiden und schnell werden aus Silver und Northman Jamie und Mike. Ohne miteinander Sex zu haben, reist Mike zurück nach Deutschland. Wenig später steht Jamie bei ihm vor der Tür. Sie verbringen tolle 4 Wochen miteinander, sie verlieben sich, ohne sich gegenseitig ihre Liebe einzugestehen. Dank moderner Medien bleiben sie auch nach der Abreise von Jamie ständig in Kontakt – bis durch die Intrige eines Ex-Freundes von Jamie die Freundschaft seitens Mikes gelöst wird.

Mike leidet unter Liebeskummer und reist schließlich doch nach Amerika um die Chance zu nutzen, Jamie für sich zurückzugewinnen, was dann auch klappt. Und endlich gestehen sie sich ihre Liebe und planen eine gaymeinsame Zukunft auf 2 Kontinenten, was aber im Lauf der Geschichte noch richtig spannend wird.

Mein Eindruck:
Selten hat mich eine Geschichte so gefesselt wie „Loving Silver“. Die Liebe zweier Männer aus unterschiedlichen Verhältnissen wird wirklich toll dargestellt. Manchmal sagte ich zu mir: Ja, so ist das zwischen Bernd und mir auch. Selbst in den reichlich vorhandenen Sexszenen, wo die Autorin wirklich kein Feigenblatt vor den Mund nimmt, ist die Liebe zu spüren. Hier wird nicht ein Porno beschrieben. Porno ist oberflächlicher Sex ohne Gefühle. Sex wird oft mit „Liebe machen“ umschrieben. Und gaynau das ist es, was die Autorin M.S.Kelts ihren Lesern vermittelt: Michael und Jamie lieben sich, beim Sex und überhaupt.

„Loving Silver“ – eine Geschichte, in die ich mich fallenlassen konnte.

Das Coverbild wurde mir freundlicherweise von der Autorin M.S. Kelts zur Verfügung gestellt.

Ein Püppchen für Stockholm

escEigentlich heisst es ja „Ein Lied für Stockholm“, es ist gestern Abend gekürt worden, der Song, der Deutschland in diesem Jahr beim ESC in Stockholm repräsentieren soll. Ich frage mich heute morgen nur: Welches Lied? Zum einen Ohr rein- zum anderen wieder raus, obwohl ich es gestern Abend 3 x gehört habe. Nichts, absolut nichts, ist davon hängengeblieben. Ich glaube nicht, dass es das Lied unter die ersten 10 schaffen wird. Aber man weiss ja nie, der ESC war schon immer für Überraschungen gut. Also ich für meinen Teil fand „Black Smoke“ mit Ann Sophie, die im vorigen Jahr für Deutschland angetreten ist, um längen besser. Aber egal, das Deutsche Fernsehpublikum hat das kleinere Übel gewählt, Alex Diehl hätte ich nicht so gern in Stockholm gesehen.

Aber wer oder was hätte sonst nach Stockholm fahren sollen? Wie erwähnt, Alex Diehl sicher nicht, aber es gab im Stechen nur 3 Möglichkeiten: Das Püppchen (wie heisst sie noch gleich?), Alex Diehl und Avantasia mit einem Rocktitel – für den ich dann am Ende auch angerufen habe.

In der Vorauswahl der 10 Titel/Interpreten fand ich Ella Endlich mit dem Schlagertitel Adrenalin sehr schön. Ihr optisch unterstützendes Ballett hätte bis zum 14. Mai aber noch viel üben müssen. Das wirkte ziemlich laienhaft. Da half es auch nicht, dass ein halbnackter Tänzer sich devot-lasziv zu ihren Füssen warf. Auch Gregorian mit gewaltigem Gesang und Musik gefiel uns, etwas, das ein wenig aus der Reihe tanzt aus dem üblichen ESC-Brei und doch Stil hat. Sowas ist für den größen internationalen Musikwettbewerb der Welt immer gut.

Aber gut, nun fährt ein Püppchen mit einem am Kopf angetackertem Phantasiegesteck nach Stockholm und wird gewiss als „unter ferner liefen“ wieder heimkehren.

Der Star des Abends stand allerdings ausser Konkurrenz auf der Bühne: Barbara Schöneberger! Ich mag die Frau ja mit ihren frechen Sprüchen, mit denen sie auch uns Schwule Männer nicht verschonte. Sie sorgte bei uns einige Lacher, so dass die Matratze wackelte, vom Lachen wohlgemerkt!

Pestizide im Grundnahrungsmittel

Es ist festgestellt worden, dass im Bier Rückstände von Pestiziden gefunden worden sind. Das muss man sich mal vorstellen, im Bier, des Deutschen liebstes Grundnahrungsmittel, ist Gift! Unfassbar! Na ja, meinetwegen könnten so einige Biertrinker daran zugrunde gehen. Werden sie wohl aber nicht. Es heisst ja, dass ein Biertrinker 2.000 Liter Bier am Stück trinken müsste, um eine bedenkliche Menge Pestizide aufnehmen zu können. Solchenfalls würde er wohl eher an einer Alkoholvergiftung dahinscheiden.

Zum Glück trinken mein Mann und ich lieber Wein. Aber weiss man, was da drin ist? Vor etwa 30 Jahren gab es ja mal den Glykolweinskandal. Einige Österreichische Winzer hatten ihrem Wein Glycol beigemischt um den Wein zu süssen. Als das ruchbar wurde, gab es sicher einen extremen Rückgang des Exports Österreichischer Weine im Allgemeinen. Seinerzeit trank man ja auch eher liebliche Weine. Davon ist man inzwischen ja so ziemlich weg. Liebliche Weine, seien es rote oder weiße, werden kaum angeboten, vielleicht eine Folge des Glykolweinskandals.

Der Valentinstag

Seit Wochen sind Schaufenster mit Herzchen dekoriert, bieten die Supermärkt Pralinen aller Art in Sonderverpackungen an und ist in der Radiowerbung immer irgendwas mit Bezug zum Valentinstag zu hören: Sonntag ist wieder Valentinstag.

Ich frage mich, wer diesen Tag denn braucht? Mein Mann und ich lieben uns 365 Tage im Jahr – 24 Stunden täglich. Um uns gegenseitig unsere Liebe zu zeigen benötigen wir keinen speziellen Tag. Bei uns ist jeder Tag ein Valentinstag.

Der Valentinstag ist so überflüssig wie ein Kropf und dient doch eigentlich nur dazu, dem Handel die Kassen zu füllen.

Die X-Akten

Sie sind wieder da: Special Agent Scully, Special Agent Mulder, Assistent Director Skinner und der geheimnisvolle Raucher, dem man für seine Nikotinsucht eine Zigarette in das Loch im Kehlkopf steckt. Mulder besichtigt mit Skinner sein altes Büro, in dem sogar noch die Bleistifte in der Decke stecken, die er mal in einem Anflug von Langeweile in die Luft geworfen hat.

Es war ein geheimnisvoller Start gestern Abend für vorerst 6 neue Folgen der X-Files. Am Ende blieb alles offen, ausser der Tatsache, dass die X-Akten wieder geöffnet worden sind, wie der Raucher am Ende der ersten Folge verkündete. Wir sind auf die 5 weiteren Episoden sehr gespannt.

The truth is out there!

Schwerhörig

Mutter ist schwerhörig, ganz stark schwerhörig. Vater war auch schwerhörig. Aber er hatte sich rechtzeitig dazu entschlossen, sich ein Hörgerät anzuschaffen – wie seine Schwester auch. Warum Mutter das versäumt hat – keine Ahnung. Vielleicht hat sie gedacht, dass sie es nicht mehr braucht weil so nicht so lange leben würde.

In den letzten Wochen ist das immer schlimmer geworden mit der Schwerhörigkeit. Da sie körperlich ziemlich eingeschränkt ist, scheut sie auch davor zurück, einen HNO aufzusuchen. Alles, was außer Haus ist, ist beschwerlich für sie. Und es führt wohl kein Weg daran vorbei, dass sie zu einem Facharzt muss bevor sie zu einem Hörgeräteakustiker geht um sich ein Gerät auszusuchen und anpassen zu lassen.

Im Moment ist Mutter ja das dritte Mal in der Klinik wegen ihres Beines. Telefonieren ist ein Drama weil sie nichts versteht und dauernd nachfragt. Morgen soll sie in eine Rehaklinik verlegt werden. Diese Klinik hat 2 Häuser von denen eins an der Wakenitz liegt, ein Nebenfluss der Trave, der zum Teil wie ein See ist, ähnlich wie die Alster in Hamburg. Das andere Haus liegt am Stadtpark. Mutter weiß das.

Ich rief Mutter also heute an und sagte mit einfachen Worten: Du kommst an die Wakenitz! – Wie??? – Du kommst an die Wakenitz! – Ich komm auf die Warteliste? – Nein, du kommst an die Wakenitz!!! – Ach, ich komm an die Wakenitz!

Puh, geschafft!

Ich hatte ja im Job oft mit Kapitänen zu tun, die aus Russland oder benachbarten Staaten kommen, z.B. aus der Urkaine. Diese Kapitäne können nicht immer gut englisch sprechen bzw. verstehen. Wenn man mit denen telefoniert merkt man, ob sie eine Anweisung oder Information verstanden haben oder nicht. In der verbalen Kommunikation mit diesen Kapitänen habe ich gelernt, mit einfachen und präzisen Worten etwas zu sagen. Genau so mach ich es mit meiner Mutter. Nur kommt sie nicht aus Russland, sie ist einfach ziemlich schwerhörig.

Kleine Überraschung


Heute war Markttag in der kleinen Stadt an der Elbe. Ich musste unbedingt ein paar Farbflecken für unsere Terrasse haben, Hornveilchen, Primeln und eine Mininarzisse. Grau war lange genug, jetzt kommt bunt und hoffentlich bald grün. Am Waldmeister und an der Minze sind schon kleine grüne neue Triebe zu sehen.

Für unseren Arbeitsplatz entdeckte ich Tulpen in einer Farbe, die mir gefiel. Sobald ich sie in die Vase gestellt und diese auf dem Arbeitsplatz dekoriert hatte, öffneten sich die Blüten. Man weiss ja, wie Tulpen innen aussehen, aber der Kontrast der orangefarbenen Blütenblätter mit den schwarzen Staubblättern war dann doch überraschend anzusehen.

Mafiatorte mit Tante Fanny


Mein Mann ist zu Hause und nach der langen Zeit, in welcher er darben musste, darf er sich wünschen, was wir essen wollen. Ich mache zwar Vorschläge, doch wenn er mit einem Vorschlag kommt, den ich gutheiße und der praktikabel ist, kommt das auf den Tisch des Hauses.

Heute war Besuchstag bei Muttern in der Klinik. Da ist keine Zeit – und auch keine Lust – großartig zu kochen wenn der halbe Tag schon rum ist wenn man nach Hause kommt. Bernd machte den Vorschlag, Pizza zu essen. Da haben wir dann gleich 2 Tage was von. Die schmeckt morgen auch kalt, sogar noch etwas besser.

Auf dem Rückweg von Lübeck fix im Supermarkt eingekehrt, eine XXL-Rolle Tante Fanny Pizzateig gekauft sowie die persönlichen Zutaten für jeden von uns. Lässt sich ja gut machen bei einem Blech, eine Hälfte für Bernd und eine Hälfte für mich. Dann noch Streukäse obendrauf und und rein damit in den Ofen. Wein mussten wir leider noch weglassen wegen der Medis, die mein Mann noch schlucken muss. Aber zum Wochenende ist er damit durch, dann können wir wieder alles trinken. Und ich trink doch nicht allein Wein oder Bier wenn mein Mann zugucken muss, nee, sowas geht nicht!

Wieder komplett

Unser kleiner Haushalt ist wieder komplett: Heute Mittag konnte ich meinen Mann aus dem Krankenhaus abholen. Bei einigen Bewegungen zwackt es noch im Bauch, auch wenn er mal husten muss. Aber das wird schon noch, da habe ich keine Bedenken. Jedenfalls können wir jetzt unbesorgt im August die nächste Kreuzfahrt machen ohne befürchten zu müssen, dass Bernd eine Gallenkolik bekommt.

Wir sind beide sehr froh, dass wir wieder zusammen sind!