Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Mamma Mia

Wie nicht anders zu erwarten war es wieder eine rasante und witzige Show – verfolgt aus aus der 2. Reihe. Da die Bühne nicht sehr gross und das Bühnenbild nicht sehr gewaltig ist, kann man dieses Musical sehr gut aus den ersten Reihen anschauen. 2 bekannte Gesichter von der unvergessenen „Titanic“ waren dabei: Ulli Talle und Wolfgang Höltzel. Laut Besetzungsliste spielte noch Daniela Wildprad von „Titanic“ mit, aber sie haben wir nicht erkannt.

Mamma Mia lebt im 1. Teil von den rhythmischen schnellen Abba-Stücken. Die Handlung ist dementsprechend flott und witzig. Im 2. Teil werden die langsamen Songs gebracht, ebenfalls der Handlung angemessen. Die Emotionen der vor 20 Jahren von ihrer grossen Liebe sitzen gelassenen Donna wurden glaubwürdig und mit Bravour auf die Bühne gebracht. Erstaunt war ich, dass ich einen sehr wichtigen Teil meines eigenen Lebens vorgespielt bekam und mich in einer der Rollen wiederfand. Am Ende dann ein Happyend, dass so nicht von Anfang erwartet wurde. Die Zugaben als Abbaparty rissen fast alle Zuschauer von ihren Plätzen. Alles in Allem ist Mamma Mia ein fetziges, mitreissendes Stück mit ein paar besinnlichen Momenten. Wiederkommen lohnt sich.

Für die Pause hatten wir uns zum Glück vor dem Beginn der Aufführung unsere Getränke bestellt. Das Operettenhaus ist ein altes Theater mit engen Gängen. Menschenmassen drängten ins Foyer. Als wir endlich dort eintrafen herrschte an der Gastronomie bereits ein fürchterliches Gedränge. Der für uns reservierte Tisch war bereits von einigen Damen belagert, die dort ihre Getränke und ein Tablett mit Brezeln abgestellt hatten. Ich musste erst mal sorgfältig schauen, welche denn unsere Gläser waren. Das Tablett war fast abgegessen und ich stellte mein Glas darauf ab (ich kann ganz schön frech sein). Prompt wurde ich angezickt: „Das ist aber unser Tablett“. Ich zickte zurück: „Das ist unser Tisch, wir haben den reserviert“. – „Ach“. Zum Glück war ein Reserviert-Schild, sogar mit meinem Namen drauf, auf dem Tisch aufgestellt, was offensichtlich die Zicken nicht beeindruckt hatte. Wir beiläufig reichte Bernd mir das Schild, aber so, dass sie es sehen musste. Na, irgendwann verzogen sich die Frauen (Damen waren das sicher nicht!). Kurz darauf machten wir uns auf den Weg zu unseren Plätzen, und zwar bevor der Gong das nahe Ende der Pause verkündete. So vermieden wir es, mit den Menschenmassen durch den engen Gang gepfercht zu werden.

TCM / Tchibo

Regelmässing besuche ich die Tchibofiliale in der Mönckebergstrasse. Nicht, um dort Kaffee zu kaufen, nein, ich informiere mich da über die wöchentlichen Aktionsangebote. Das ist zwar auch im Internet möglich, doch manchmal ist es besser, sich vor Ort einen Eindruck von den angebotenen Artikeln zu machen. Es vergeht kaum eine Woche, in der es nicht irgendetwas gibt, was ich kaufen könnte. Aber erstens haben wir nicht so viel Platz, zweitens kostet es Geld und drittens muss man sich fragen: Brauchen wir das überhaupt.

Seit Anfang des Jahres bin ich Tchibo Privatkunde: Für 10 Euro Jahresbeitrag habe ich 4 Gutscheine zu je 3 Euro erhalten. Jeder Gutschein ist für je ein Quartal gültig und kann im Geschäft oder beim Interneteinkauf eingelöst werden. Ausserdem gibt es für Tchiboprivatkunden einen kleinen Rabatt beim Interneteinkauf, 2 % bis 6 %, abhängig von der Höhe des Warenwertes.

Anfang der Woche habe ich im Internet eine Bohrmaschine bestellt – hab auch schon 2 Löcher damit gebohrt! Für den normalen Hausgebrauch ist sie sicherlich ausreichend.

Meine neueste Errungenschaft ist ein Wannenkissen. Als ich damit gestern nach Hause kam wurde ich erst mal ausgelacht. Na ja, Bernd muss es ja nicht benutzen. Aber wenn ich in der Wanne liege ist es immer ein wenig unbequem an Kopf und Hals. Ich mag es nämlich gerne, wenn meine Schultern auch mit schön wohlig warmen Wasser bedeckt sind. Dann liegt der Kopf auf dem Badewannenrand auf. So ein Kissen macht es sicher viel angenehmer. Und für die Massage nach dem Bad kaufte ich gleich das Massageöl mit 6 ätherischen Ölen.

Oh, gerade kommt Bernd mit der Post. Mit dabei die neue Vorschau von Tchibo für die nächsten Wochen. Na, „Dessous, die Sie ins rechte Licht rücken“ sind nicht mein Ding. Und ob ich einen elektrischen Reiskocher haben muss? Nein, Reis im Topf gegart geht auch. Und den Ananas-Schneider haben wir schon. Das Ding ist aber auch wirklich unheimlich praktisch. Da fällt mir ein: Ich könnte mal wieder eine Ananas kaufen.

Frühlingsgefühle

Nein, hier ist nicht von mir die Rede. Ich benötige dazu keinen Frühling.

Bei einem kleinen Rundgang auf unserem Balkon zwischen 2 Regenschauern stellte ich fest, dass ich nicht so nahe an die Rosen kommen darf, sie schlagen nämlich aus. Der Waldmeister zeigt auch schon ein paar kleine grüne Triebe.

Stille

1300 Uhr – es ist völlig windstill, der Regen fällt senkrecht vom Himmel, was hier ziemlich selten ist. Es regt sich kein Blatt am Baum – na gut, es sind auch noch keine dran. Kaum vorstellbar, dass es heute Nacht so stürmisch war. Ab und zu hört man mal den einen oder anderen Vogel piepen oder zwitschern. Ich stehe in der offenen Balkontür, höre zu und wünsche mir, dass es bald wärmer wird. Vor 2 Jahren habe ich Anfang Februar auf dem Balkon in der Sonne gesessen (wozu ein Weblog doch gut ist). Davon kann in diesem Jahr keine Rede von sein.

Alles ist wieder weg

Bereits gestern zeichnete sich ab, dass es nicht lange dauern würde bis der Schnee weg sein würde. Heute Morgen ist tatsächlich nichts mehr davon zu sehen. Viel Regen und Plustemperaturen haben das erledigt. Es liegt nicht mal mehr irgendwo noch ein winzig kleiner Rest. Wenigstens gibt es morgen keinen Matsch mehr auf den Gehwegen und ich kann mich wieder normal bewegen.

Auch der Sturm, der in der Nacht über Hamburg hinweg fegte, ist vorbei. Es war so laut, dass ich davon aufgewacht bin. Hab dann erst mal die Lüftungsklappe in der Balkontür geschlossen. Auf dem Dach muss etwas lose sein. Besonders im Badezimmer waren die Geräusche zu hören. Vielleicht ist es ja auch eine der Lüftungsklappen in den Luftschächten. Wenn sich in den nächsten Tagen ein nasser Fleck irgendwo an der Decke bildet, wird es doch auf dem Dach sein.

Heute Morgen ist alles wieder ruhig. Der Himmel ist zwar grau, aber es regnet nicht, nur ein wenig windig ist es noch, aber das ist normal.

Hamburg im Wintermärchen

Gestern Abend hat es in Hamburg geschneit, nicht lange, aber seht effektiv, ca. 12 – 15 cm Schnee kamen vom Himmel. Der Wetterbericht sagte für heute bereits wieder Tauwetter voraus. Bernd hat heute Morgen ein paar Aufnahmen gemacht bevor die weisse Pracht wieder weg ist:




Bereits am Vormittag setzte Tauwetter ein. Mittags war die City ein einziges Matschfeld.

Vaterstolz

Oliver hatte heute seinen letzten Arbeitstag bei Daimler Chrysler in Mannheim im Rahmen des Praktikumssemesters. Seine Beurteilung ist so positiv wie es besser kaum sein kann. Herausragend, ideenreich, effizient, aktiv, motiviert sind nur einige der Attribute, die ihm bescheinigt werden. Ausserdem wurde Oliver in Anerkennung seiner besonderen Leistungen eine einmalige Sonderzahlung ausgezahlt. Einen bessere Empfehlung für sein späteres Berufsleben gibt es wohl kaum. Bewertung von praktischer Arbeit sagt meist mehr aus als Noten in einem Zeugnis. Oliver – ich bin sehr sehr stolz auf Dich!

(Die sichtbaren Eintragungsdaten der Kommentare entsprechend nicht der tatsächlichen Veröffentlichungszeit)

Kunst oder Aprilscherz?

Also ein verfrühter Aprilscherz ist es sicher nicht, ob es allerdings Kunst ist? Das ist wohl Ansichtssache. Im Hamburger Abendblatt stand folgendes zu lesen:

Einmaliges Konzert: 4 Minuten und 33 Sekunden Stille

Von Joachim Mischke

Hamburg –

„Musik wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden“, hat schon Wilhelm Busch gekalauert. Doch was es bedeutet, wenn man diesen Scherz für 4 Minuten und 33 Sekunden ernst nimmt, weiß die Musikwelt seit dem 19. August 1952. Damals setzte sich der Pianist David Tudor in Harvard an ein Klavier und tat 273 Sekunden lang: nichts. Und die Zuhörer hörten: nichts. Zumindest nichts, was man im klassischen Sinn für Musik halten würde, von wegen Dur oder Moll, Melodie, Rhythmus und so. Dafür hörten sie alles, was in einem Konzertsaal passiert, wenn dort sonst nichts passiert.

John Cages „4’33“, ein Stück in drei Sätzen mit je einem Pausenzeichen in den Noten, ist eines der radikalsten Meisterwerke der Moderne, denn hier wird der Sound der Stille als Kunst verstanden und zugelassen. Enorm praktisch an „4’33“ ist, dass es in vielen Varianten aufführbar ist: Man kann es auf Blockflöte nicht spielen oder auf einer Ukulele, und falls kein Instrument zur Hand ist, kann man es auch auf einem Regenschirm nicht spielen.

Morgen wird Cages Klassiker erstmals von einem kompletten Orchester interpretiert, die BBC überträgt das Stück live aus London. Eigens dafür muss der Sender seine Technik ausbremsen, die normalerweise hinter einem Sendeloch einen Blackout wittern und Alarm auslösen würde.

Doch es geht auch einfacher, denn jeder kann mit Cage zum Künstler werden. Einfach viereinhalb Minuten nichts sagen. Nichts spielen. Nur sein. Der Rest findet sich. Klingt gut, oder? Na bitte. Einzige Bedingung: Sehen Sie bloß genau auf die Uhr – der Pop-Produzent Mike Batt wurde kürzlich von Cages Musikverlag wegen Copyright- Verletzung mit einer Klage bedroht, weil er auf eine seiner Platten lediglich eine Minute Stille packte und sowohl sich als auch Cage als Autor angegeben hatte. Man einigte sich damals außergerichtlich auf eine Zahlung von rund 160 000 Euro. Schweigegeld, sozusagen.

Erschienen am 15. Jan 2004

Die URL zum Artikel:

http://www.abendblatt.de./daten/2004/01/15/251465.html