Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Fix und alle!


Heute war die dritte und vorerst letzte Therapiestunde bei den Faszien-Helden in Hamburg.

Vor der Therapie gab es erstmal ein Gespräch darüber, wie es mir geht, wie es nach der letzten Stunde war und wie es bis heute weiterging. Dazu muss ich sagen, dass es keine Linie gibt. Mal tut es hier weh, mal da. Es gibt Tage, da ist alles gut. Am nächsten Tag ist alles wieder Mist. Vorgenommen hatte ich mir, Paul, den Therapeuten, danach zu fragen, ob noch eine Behandlung nötig sei. Das wollte er mir nach der heutigen Stunde beantworten.

Es gibt am linken Oberschenkel halbaussen einen Punkt, der mir manchmal zu schaffen macht. Ich wollte heute Morgen dort ein Zeichen hinmalen. Tja, heute war natürlich nichts. Aber ich konnte Paul so ungefähr zeigen, wo das Problem sitzt. Anhand einer Grafik wurde mir erklärt, wie der Muskel arbeitet und einiges mehr. Ich konnte dem nur zustimmen, genau so ist es – manchmal.

Danach ging es an die eigentliche Therapie, hauptsächlich wurde die linke Seite bearbeitet. Wenn ich genau „hinfühle“ kann ich mir vorstellen, wie die Faszien hin- und hergeschoben werden – faszinierend.

Dann sollte ich ein paar Schritte gehen. Währenddessen griff mir Paul mittig am unteren Rücken in die Hautschicht und arbeitete sich dort ab, im Gehen! Tricks und Griffe kennen die Therapeuten, unfassbar. Ich bot an, ihn zu engagieren, das zu tun, was er dort machte, während ich spazieren gehe.

Nach der Therapiestunde sprachen wir darüber, wie es weitergehen könnte. Ich hatte mir schon was ausgedacht, was ich auch vorschlug: Erstmal eine Behandlungspause zu machen und ich mach währenddessen weiter meine Übungen. Gegebenenfalls würde ich mir einen weiteren Termin für Ende November holen. Die Idee fand anklang.

Ich befürchte, dass ich morgen nicht dazu in der Lage sein werde, mich zu ungewöhnlichen Bewegungen hinreissen zu lassen. Aber wer weiss das schon, vielleicht hat es ja heute gut was gebracht.

Heute habe ich Teile des Treppenhauses dieses Hauses fotografiert. Hamburg wurde während des 2. Weltkrieges ja ziemlich durch Bomben zerstört, aber dieser kleinen Strassenzug, Colonnaden, wurde glücklicherweise verschont. Er Bauherr dieses Hauses muss mal viel Geld gehabt haben.

Mich interessiert ja die Geschichte hinter solchen mondänen Häusern. Wer mag darin gelebt haben, wer hat es bauen lassen. Herausgefunden habe ich, dass es zwischen 1979 und 1880 erbaut wurde. Der Architekt war Wilhelm Hauers.

Auf meiner Suche nach diesem Haus fand ich folgendes, Zitat aus dem Hamburger Abendblatt vom 2.11.2004:
„Sie nannte sich Gloria, war blonder als die Bardot, steuerte in einer Leopardenpelzjacke ein mit Leopardenfell gepolstertes Cabrio, die beide eigentlich nicht in das Nachkriegstrümmer-Deutschland von 1954 paßten, und war die beste Frauenflüsterin ihrer Zeit: Im Oktober 1954 eröffnete Irmentraut Schramm, geborene Hanz, aus Zoppot im Souterrain des Hauses Colonnaden 5 ein Modegeschäft, das sie „Gloria’s boutique“ (später: „bei Gloria“) nannte. Laut Experten war es „Deutschlands erste Boutique“ – und ein Knüller dazu.

Hier kauften Kaiserin Soraya und Aristoteles Onassis, gingen Stars und Starlets wie Luise Ulrich, Marika Rökk, Grethe Weiser, Anja Silja, Grace Bumbry, Mireille Mathieu, Ruth Maria Kubitschek, Dagmar Koller und Heidi Brühl ein und aus.

In dem düsteren, etwas kramigen, aber mit den unglaublichsten textilen Delikatessen überladenen „Mode-Tempel“ (so der Filmstar Hans Söhnker) wurde nicht nur Hamburger Modegeschichte geschrieben: „Kein Trip nach Hamburg ist komplett ohne Gloria“, jubelte Hildegard Knef. „Gloria hat das Neueste und Ausgefallenste, was man sich denken kann. Sie ist der Mode immer um ein paar Nasenlängen voraus“, sagte Liselotte Pulver.“

Heute ist das Souterrain ein Nichts, jedenfalls äusserlich. Wer weiss, was sich hinter den düsteren Fenstern verbirgt.

Janosch ist tot


Janosch, nicht ein Autor und Künstler meiner Jugend, aber der Jugend unseres Sohnes. „Bär und Tiger“, „Oh wie schön ist Panama“, Dr. Brausefrosch, Tante Gans, der Hase mit den schnellen Schuhen, die Tigerente, „Ich mach dich gesund“ sagte der Bär – viele Male habe ich unserem Sohn aus den reich illustrierten Büchern vorgelesen. Und wenn man es recht bedenkt, sind diese Bücher nicht nur Kinderbücher, man kann auch als Erwachsener Mensch über die „zwischenmenschlichen“ Dialoge und Geschichten von Bär und Tiger ein wenig nachdenken und sich sagen: Ja, das stimmt!

Es gab sogar eine kleine Fernsehserie mit kleinen Geschichten von Janosch, Sonntagvormittag war die im Fernsehen zu sehen. Zwei Sprüche haben sich unvergessen bei mir festgebrannt: „Es tut mir in der Seele weh wenn ich das Reh im Schnee steh’n seh‘!“ und „In der ganzen Hunderunde sassen nicht als runde Hunde!“ Unser Sohn wird bald 46. Es muss etwas länger als 40 Jahre her sein, als ich ihm die Geschichten vorgelesen und wir gemeinsam vor dem Fernseher gesessen haben.

Eine Tigerente besitze ich auch seit vielen Jahren, als Lesezeichen. Es war ein kleines Geschenk von einem lieben Freund. Heute benötige ich sie nicht mehr. Für die elektronischen Bücher ist es schwierig, ein analoges Lesezeichen zu benutzen, es ist sogar unmöglich. Aber die Tigerente besitze ich noch, und ich gebe sie auch nicht mehr her.

Die Tigerente habe ich jetzt aus der Schublade geholt, sie hat einen Ehrenplatz im Bücherregal bekommen.

Janosch wurde 95 Jahre alt, er starb gestern in seinem Domizil auf Teneriffa.

In der Werft

Gestern hat die „Mein Schiff 3“ in Bremerhaven zur Lloyd Werft verholt. Die Verholung erfolgte während einer Dockschleusung durch die Kaiserschleuse. Dockschleusung bedeutet, dass beide Schleusentore offen sind, was für Schiffe dieser Grösse notwendig ist. Dafür muss der Wasserstand der Weser die selbe Höhe haben wie der, der innerhalb des sonst abgeschotteten Hafenbeckens herrscht. Logisch, denn sonst würde der Hafen ja leerlaufen bzw. volllaufen. Auf dem obigen Foto ist zu erkennen, dass beide Schleusentore offen sind.

Die geschrotteten Rettungsboote wurden zwischenzeitlich mit Planen abgedeckt. Der Schaden an der Backbordbrückennock ist deutlich zu erkennen. Ich gehe mal davon aus, dass auch einige Stahlplatten der Aussenhaut erneuert werden müssen, vielleicht auch einige Spanten.

Jetzt warten viele Kreuzfahrtpassagiere, wir eingeschlossen, auf die nächsten Informationen von TUICruises, wie es weitergehen wird, welche weiteren Reisen ggf. annulliert werden müssen.

Cruise Prep II

Ab heute kann man die Landausflüge für unsere Norwegenkreuzfahrt buchen. Gleich nach den üblichen morgendlichen Verrichtungen fuhr ich den PC hoch und öffnete die entsprechende Homepage des Kreuzfahrtveranstalters. Man glaubt es kaum, aber da waren schon einige Ausflüge ausgebucht, zum Glück aber noch nicht die, für die wir uns entschieden haben.

Ob die Reise überhaupt stattfinden wird, ist noch nicht ganz sicher. Morgen, am Sonntag, soll die „Mein Schiff 3“ für die Reparatur, die durch die Havarie entstanden sind, von der Columbuskaje zur Werft in Bremerhaven verholen. Dort sollen die Schäden am Schiff repariert werden.

Die Stahlarbeiten sind sicher nicht das Problem. Das Schiff muss aber mit neuen Rettungsbooten ausgerüstet werden. Die liegen aber nicht auf Halde und warten auf Abruf. Die neuen Boote müssen zum Schiff und zu den vorgegebenen Abmessungen passen. Vielleicht, und hoffentlich, wird die Bootswerft es schaffen, schnellstmöglich neue Boote zu bauen. Wir werden sehen.

Der nächste Punkt für mich ist, ein paar Wellnessangebote auszuzuschen und zu buchen. Ich plane drei Massagen, gleichmässig verteilt auf zwei Wochen. Oder vier Anwendungen? Ich werde mir das Angebot täglich anschauen und dann entscheiden.

Ein alter Mann


Heute hatte ich meine zweite Behandlung bei den Faszien-Helden. Paul, mein Held und Therapeut, fragte mich anfangs, wie es mir nach der ersten Behandlung, und dazwischen bis heute, gegangen ist. Ich erzählte ihm von den Problemzonen und was so war. Und dann ging es auf die Liege, Bank, oder wie immer das heisst.

Paul hatte mich fest im Griff, teilweise sehr fest. Aber ich war tapfer und hielt das aus. Na ja, eine Sache war noch „gerade so. Hauptsache es hilft dachte ich mir und ertrug das Leiden.

Als ich in der kleinen Stadt an der Elbe aus dem Bus stieg, merkte ich, was Paul mir angetan hatte. Ich machte mich auf den Heimweg und dachte mir, dass der heute sehr lang war. Ich fühlte mich wie ein alter Mann. OK, ich bin alt und manchmal denke ich, wenn ich in den Spiegel schaue, hoffentlich werder ich so alt wie ich aussehe. Zuhause liess ich mich nur noch auf einen Stuhl fallen und war erledigt.

Während der Behandlung hatte ich Gelegenheit, Paul auf die Räumlichkeiten anzusprechen. In der Tat war das früher mal eine Wohnung, EINE Wohnung. Ich weiss nicht, wieviele Behandlungszimmer es gibt. Aber überall ist reichhaltiger Stuck zu finden. Wo ich gerade über die bel etage schreibe, habe ich den Gedanken, dass ein Teil der Wohnung in früheren Zeiten mal Personal beherbergte. Man kennt das aus Romanen und Krimis: Man wird vom Butler oder der Hausdame empfangen und in den Salon gebeten. Nach einer angemessenen Wartezeit erscheint dann der Hausherr oder die Hausherrin und fragt nach dem Begehr. Vielleicht gibt es Tee, bestenfalls ein Glas Port, dazu hausgebackenes Gebäck der Köchin.

Das Personal wohnte in Wohnung. Man brauchte nur zu läuten und jemand erschien, um zu servieren. Mit einem Handwedeln wurde der gute Geist aus dem Salon entlassen, „danke Trude“. Und Trude verliess den Salon, vermutlich um hinter den herrschaftlichen Türen darauf zu warten, bis sie wieder erwünscht war.

Genau so sieht es aus, wenn ich in der Dependance Collonaden 5 der Faszien-Helden auf meine Behandlung warte. Decken mit Stuck, Säulen, hohe Decken und Türen – es ist ein Traum. Grossbürgerliches Flair, diesen Ausdruck entdeckte ich heute auf einem Immo-Portal. Und ja, so wird es gewesen sein, damals, früher, ganz früher, als noch Tee und Port serviert wurde.

Einen Termin habe ich noch, nächste Woche. Dann werde ich mal versuchen, Fotos von dem hochherrschaftlichen Treppenhaus zu machen.

Cruise Prep

Überall liest man von „meal prep“ wenn es um Rezepte und um das Kochen geht. Früher nannte man das „vorkochen“, wie eine „bowl“ auch nur ein Salat ist.

In 4 Monaten soll es für uns ja wieder auf Grosse Fahrt gehen, dieses Mal nach Norwegen, rauf bis zum Nordkapp, im Winter! Dafür braucht es ein paar Vorbereitungen, nämlich die richtigen Textilien anzuschaffen. Denn für solche Winter, besonders für Schnee, sind wir nicht ausgestattet. Wir haben schon mal klein angefangen, cruise prep sozusagen. Gestern habe ich Thermokniestrümpfe bestellt. Allein schon Kniestrümpfe, sowas hab ich wohl mehr als 60 Jahre nicht getragen. Aber wat mut dat mut.

Bernd bestellte sich ein paar Winterstiefel. Diesbezüglich muss ich meine mal anschauen, die auch schon mehrere Jahre unbenutzt im Schrank stehen. Meine dicke Daunenjacke muss ich auch mal kontrollieren. Vielleicht fällt die schon auseinander wenn ich sie aus dem Schrank nehme.

Bleibt zu hoffen, dass „unser“ Schiff, die „Mein Schiff 3“ bis dahin wieder einsatzbereit ist. Gestern Abend beim Ablegen von der Columbus Kaje in Bremerhaven kam es zu einer Kollision mit einem oder zwei Containerschiffen. Starke Boen hatten das Schiff gegen die festvertäuten Frachtschiffe gedrückt, trotz Schlepperassistenz. Mehrere Rettungsboote auf der „Mein Schiff 3“ wurden zerstört, auch die Nock wurde beschädigt. Zum Glück kamen keine Personen zu schaden.

Rettungsboote kann man bestellen, Schäden am Schiff lassen sich reparieren. Ich befürchte allerdings, dass die geplante Karibikkreuzfahrt abgesagt wird. Ein Schiff mit eingeschränkter Anzahl an Rettungsmitteln im Winter über den Atlantik zu schicken, ist wohl nicht ratsam. Aber bis zum 28. Februar wird die „Mein Schiff 3“ ihren Fahrplan wieder aufgenommen haben.

Geschafft!


Es ist jedes Jahr ein Angang für mich, die Steuererklärungen für die Steuerberaterin vorzubereiten. OK, ich habe für alle Bereiche eine Excel-Tabelle, ich bräuchte die aktuellen Daten nur einzutragen. Aber ich muss die Belege ja auch noch zusammensuchen, die als Loseblattsammlung in einer Sammelmappe liegen.

Im vorigen Jahr war ich schon im Sommer fertig und habe den ganzen Kram abgegeben. Nun ist also Oktober. Wir erwarten nicht, dass wir die Steuerbscheide noch in diesem Jahr erhalten. Ich muss sowieso, trotz vierteljährlicher Vorauszahlungen, nachzahlen, während mein Schatz immer Geld zurückbekommt.

Heute war nun der Entspurt. Ich habe alle Tabellen fertig, alle Belege zugeordnet. Morgen rufe ich die Steuerberaterin an und frage nach, wann ich ihr das alles in die Hand drücken kann.

Das Wetter war heute ideal für das private Homeoffice. Ich hatte das gestern schon vorhergesehen und notwendige Einkäufe erledigt. Heute brauchte ich also gar nicht raus. Selbst die Katzen, die sonst immer sofort auf die Terrasse laufen wenn ich die Tür öffne, blieben entsetzt stehen und schauten sich das nasse Wetter an.