Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Sprachlos

+++ 11:49 Bundesregierung will Wahl-Ausgang nicht kommentieren +++

Die Bundesregierung will den Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht kommentieren. Die Bundesregierung mache den Menschen Angebote, unter anderem Deutschland als erfolgreichen Wirtschaftsstandort zu erhalten und zukunftsfähige Sozialsysteme zu schaffen, sagt der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. „Das ist unser Weg.“ Im Übrigen mache die Bundesregierung keine Politik für ein einzelnes Bundesland, sondern für ganz Deutschland.

So ist es heute bei n-tv.de zu lesen. Der stellvertretende Regierungssprecher hätte auch sagen können: Die Bundesregierung steckt den Kopf in den Sand und macht weiter wie bisher, so als sei nichts gewesen.

Kabellos …. durch die Nacht


Die Ralley geht weiter. Vorige Woche war ich zum Blutabnehmen beim Hausarzt. Heute bekam ich ein Langzeit-EKG verpasst. Ich befürchtete schon, dass ich nun bis morgen mit dem Gebamsel von diversen Kabeln herumschlagen muss, was besonders in der Nacht hinderlich und störend sein kann. Gerne löst sich da auch mal ein Sensor von meiner behaarten Brust, was ein Ergebnis so gut wie unmöglich macht. Ich hatte mir schon die Frage zurechtgelegt, wo man das denn ausschalten könne falls ich schlaflos im Bett liege weil mich das Ding nervt, was das Ergebnis des EKG sicher negativ beeinflusst.

Überrascht war ich, als mir heute Morgen ein „Propeller“ aufgepappt wurde, ganz ohne Kabel. Ich bin begeistert. Auch die MTA findet das Teil toll, es sei viel besser als das olle Teil mit den Kabeln.

Die Daten werden in dem kleinen Kästchen in der Mitte gesammelt und von dort auch an die Software gesendet. Ein Test zeigte auf dem Bildschirm, dass alles einwandfrei funktionierte. Ich bekam noch ein „Patientenprotokoll“, in dem ich meine Tätigkeiten während des Tages eintragen soll, z.B. „leichte Hausarbeiten“, „lesen“, „PC-arbeiten“ usw.

Ich hoffe auf eine ungestörte Nachtruhe. Sollte ich des nachts mal eine Schlaflosphase haben, werde ich das nicht protokollieren, ich weigere mich nämlich, nachts auf den Wecker zu schauen und nachzusehen, wie spät es denn ist.

Wochenendausklang


Nach Tagen mit stürmischem und regnerischem Wetter verabschiedet sich der Sonntag versöhnlich. Die vorherigen Tage, besonders der gestrige Samstag, waren dramatisch, ich zitiere aus dem Blog von Maximilian Buddenbohm:
„So einen Tag, an dem es erst nieselte, dann schüttete und dann kübelte. Wonach es von einer Sekunde zur anderen aufriss, und zwar dergestalt blitzartig schnell, dass erstens die nasse Stadt auf einmal gleißend blendete und auch die Temperatur sofort wie unter einem Heizstrahler stieg, so dass man allgemein hektisch nach Sonnenbrillen suchte und auch die Jacken aufriss, nach oben sah und dabei an seinem Verstand zweifelte. Denn da mussten doch eben gerade noch Wolken gewesen sein? Wie geht das wieder zu, was stimmt denn mit dem Wetter nicht?

In der nächsten Sekunde wurde es aber schon wieder dunkler, viel dunkler, dramatisch dunkler. Die Wolken rückten wieder vor, stürmend wie eine über den Himmel walzende Invasionsarmee der fantastischen Art, und der Regen begann nicht etwa zögerlich, also mit ersten und eher zögerlichen Tropfen als Vorhut, wie es sich doch gehört, sondern indem eine Wasserwand vom Himmel fiel, die sich überzeugend anfühlte, als würde die komplette Septemberregenmenge am Stück geliefert werden.“

Und ähnlich geht es weiter. Und so war es nicht nur nebenan in der grossen Stadt an der Elbe, genau so habe ich es hier auch erlebt, wenn auch aus der gemütlichen Wohnung.

Aber heute am frühen Abend ist alles wieder chick, vielleicht schon als Vorbote des angekündigten sommerlichen Montags.

Schatz hatte sein Arbeitswochenende mit dem langen Samstag. Heute, am Sonntag, genossen wir unsere Gaymeinsamkeit. Nach dem Essen, das uns zwar gemundet hat, aber nicht zur Wiederholung neigt, begaben wir uns auf die spätsommerliche Terrasse und tranken unseren Digestif, eine Grappa. In dieser Zeit weiss man nie, ob es nicht vielleicht das letzte Mal in diesem Sommer ist, in der man das geniessen kann.

Morgen soll es ja nochmal warm werden und ich hoffe, dass ich ein paar Momente habe, auf der Terrase sitzen zu können. Die nächsten Monate verdammen mich dazu, nur noch drinnen sitzen zu können. Ich freue mich jetzt schon auf das erste Frühstück auf der Terrasse nach dem Winter.

Ein Kochbuch? Musste das sein?


Ja, das musste sein. Weil ich alles Bücher aus des Reihe „Lost in Fuseta“ gelesen habe. Es handelt sich um Krimis mit dem deutschen Komissar Alexander Lost, der aus Hamburg nach Portugal ausgeliehen wurde. Dort wurde er sesshaft.

Alexander leidet am Asperger Syndrom, eine leichte Form des Autismus. In Hamburg war er nicht sehr beliebt, man war froh, als man in loswar. Aber in Fuseta fühlt er sich wohl. Schliesslich heiratet er dort sogar.

Die Geschichten sind spannend, entbehren aber auch nicht einer gewissen Komik. Und es geht auch um das Essen. Bildhaft werden die spontanen Zusammenkünfte mit Familie und Nachbarn in den engen Gassen Fusetas beschrieben. Manches Mal wünschte ich mir, Teil dieser Menschen zu sein.

Als Krönung ist jetzt „Das Lost in Fuseta Kochbuch“ erschienen. Ich sage ja immer, dass man eigentlich kein Kochbuch braucht, man findet alles in tausend Variationen im Internet. Aber dieses Buch musste ich haben. Das Cover ist im Stil der typischen Azulejos aufgemacht. Ebenso einige Seiten im Inneren des Buches.

Einige Rezepte sind ergänzt mit Hinweisen, in welchem der Bücher dieses Gericht erwähnt wird. Illustriert ist das Buch mit einigen Impressionen aus Fuseta.

Mir war klar, dass es viele Rezepte mit Fisch geben würde. Fisch kommt bei uns ja nur als Klotzfisch auf den Tisch. Mir war auch klar, dass ich nicht jedes Rezept ohne Fisch kochen würde. Es gibt ja immer irgendwas, was man nicht so gerne isst. Aber beim ersten Durchblättern fand ich doch das eine oder andere Gericht, dass demnächst mal nachgekocht wird.

Natürlich darf ein Rezept für die leckeren Puddingtörchten Pastéis de Nata nicht fehlen. Ich habe sie früher schon mal selbstgemacht. Ich sollte es mal wieder angehen. Bei einem örtlichen Bäcker werden diese Törtchen als „Natas“ angeboten. Ich bin sicher, wenn ich den richtigen Namen ausspreche, weiss niemand, was ich meine. Ab und zu nehme ich mal 2 Stück mit. Aber am besten schmecken sie natürlich wenn man sie in Portugal selbst nascht.

Heute wäre es gewesen


Statt hier im herbstlichen Wetter zu sitzen, wären wir eigentlich auf dem Weg in den sonnigen Süden gewesen. Heute wäre unser Flug nach Palma de Mallorca gestartet, um dort auf das neueste Schiff der Flotte von TUICruises zu gehen, der „Mein Schiff Flow“. Es stellte sich dann heraus, dass es einen Denkfehler bei unserer Katzensitterin gab bezüglich des Termins und sie mit ihrem Mann eine Ferienwohnung auf Amrum gebucht hat. Wir haben die Reise dann umbuchen können und fahren nächstes Jahr im März stattdessen mit dem ältesten Schiff der Flotte, der „Mein Schiff 3“ entlang der norwegischen Küste bis zum Nordkapp, mit der Aussicht auf Nordlichter.

Aber manchmal weiss man vorher gar nicht, dass es wohl alles richtig ist, wie es gekommen ist. Denn ich habe ja seit längerem Probleme mit meinem einen linken Bein. Ausflüge und Spaziergänge in den Metropolen des westlichen Mittelmeeres wären für mich problematisch, wenn nicht gar unmöglich gewesen. Es sollte wohl alles so sein. Ich hoffe, und drückt mir bitte alle Daumen, dass ich in sechs Monaten fit für die Kreuzfahrt bin.

Wohungssitter-Essen


Freunde fahren zwei Wochen in Urlaub. Für deren Abwesenheit haben wir Schlüsselgewalt über deren Wohnung. Es ist ja wichtig, mal nach dem Rechten zu gucken, den Briefkasten zu leeren und auf der Terrasse die Blumen und Kräuter zu versorgen. Letzteres wird wohl kaum nötig sein, hochsommerliches Wetter ist nicht mehr zu erwarten. Für die erste Woche ist jeden Tag Regen vorhergesagt, trotzdem mag ich es nicht, wenn die Fauna leiden muss. Und wer will schon verwelkte Pflanzen sehen wenn er nach Hause kommt.

Als vorauseilenden Dank waren wir gestern Abend zu einem Restaurantbesuch eingeladen. Unser Tisch am Fenster erlaubte einen unverstellten Blick auf den grossen Strom, der in der Sonne glitzerte und blinkte wie Diamanten.

Es geht los


Es war eher zufällig dass ich gestern im Supermarkt das erste Weihnachtsgebäck entdeckt habe. Noch steht die Ware ganz verschämt im unteren Bereich, man wird nicht mit der Nase draufgestossen. Wenn man es nicht zufällig entdeckt, so wie ich, geht man ahnungslos dran vorbei.

Obwohl ich es zu früh finde, solche Waren schon im August zu präsentieren, ist der Ort, an dem ich es entdeckt habe, halbwegs akzeptabel.

Weihnachtskalender werden im grossen Netz ja schon seit ein paar Wochen beworben. Ich wisch dann immer ganz schnell weiter. Ich will nicht mitten im Sommer an Weihnachten erinnert werden, der Winter ist für mich noch lang genug, viel zu lang.

Langsam wird es

Am 2. April hatte ich, ausser einer Hexe, auch ein neues Projekt erwähnt. Es ist an der Zeit, dass ich das mal fortführe: An jenem Tag haben wir, bzw. mein Schatz, die Unterschrift unter einen Vertrag für ein neues Auto geleistet. Da der hauptsächliche Nutzer des neuen Wagens mein lieber Mann sein wird, hatte ich ihn gebeten, sich ein Auto im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten auszusuchen und zusammenzustellen. Wie es in einer gutfunktionierenden Ehe üblich ist, haben wir dann gemeinsam entschieden: Es wird ein Skoda Elroq, ein E-Auto.

Als wir in der Ausstellungshalle vor so einem Modell standen, war meine spontane Reaktion: Damit fahre ich nicht! Das Auto wirkte riesig. Wie sich dann herausstellte, ist es nur wenige Zentimeter breiter als unser jetziges Auto. Eine Probefahrt relativierte die Grösse, das Fahrzeug fährt sich wirklich toll.

Wie heute üblich, gibt es für alles eine App. Wir pflegten unser neues Auto mit den spärlich vorhandenen Daten ein und erfuhren jetzt auf diesem Weg, dass der Elroq sich jetzt in der Produktion befindet, Auslieferung an den Händler voraussichtlich 1.9. bis 31.10. Logisch, dass man erstmal einen Sammeltransport nach Hamburg zusammenstellen wird und nicht ein einzelnes Auto auf die Reise schickt.

Wenn das Fahrzeug beim Händler eingetroffen ist, wird es erstmal aufbereitet, d.h. gewienert, poliert und geputzt und was sonst noch notwendig sein wird. Ausgeliefert wird der Wagen mit Sommerreifen. Da wir uns für Ganzjahresreifen entschieden haben, wird auch noch der Reifenwechsel vorgenommen.

Ein Zulassungskennzeichen haben wir auch schon reserviert. Leider gibt es nichts passendes mit unseren Initialen. Das neue Kennzeichen ist dann eine Abkürzung unserer Wohnanschrift, kurz und zackig und leicht zu behalten.

Wie weiter oben schon erwähnt, wird Bernd der Hauptnutzer des Autos sein. Ich werde mich auf ein paar innörtliche Einkausfahrten beschränken. Um im Alltag unabhängig von einer Ladestation zu sein, lassen wir in unserem Carport eine Wallbox installieren.

Mit der Technik, mit der dieser Wagen ausgestattet ist, habe ich mich bisher nur am Rande beschäftigt. Und da ist einiges, zu was die Technik in der Lage ist, unglaublich. Was für mich wichtig und notwendig ist, wird sich aus dem Betrieb des Autos ergeben.

In aller Frühe

Schon vor halb 7 stand ich heute Morgen an der Bushaltestelle und wartete auf den Bus, der mich als Teilstrecke in die grosse Stadt an der Elbe bringen sollte. Für den arbeitenden Bürger ist das wohl eine normale Zeit, aber als Rentner drehe ich mich da nochmal in den Pfühlen um.

Als ich da so stand und meinen müden Blick durch die Häuserschlucht schweifen liess, fiel dieser auf eine Nebelwolke am Geesthang. Schnell zückte ich das neue fogfarbene mobile Datengerät und machte das erste Foto, passend zur Farbe vom Nebel. Es lässt sich nicht verleugnen: Der Herbst naht – leider.

Der Bus war widererwarten recht leer. Die S-Bahn ab Bergedorf füllte sich auf dem Weg nach Hamburg. Aber ich hatte meinen Sitzplatz, bedrängt durch arbeitendes Volk, welches nach Hamburg strebte, wurde ich aber nicht, es war eine entspannte Fahrt.

Am Bahnhof Dammtor, dem Paradebahnhof für Staatsbesuche, stieg ich aus und machte mich auf in die nahe Praxis für Neurochirurgie, wo ich um 8 Uhr einen Termin hatte. Ich war natürlich viel zu früh, das war aber so von mir kalkuliert. Denn ich weiss gerade morgens nie, wie mein Bewegungsapparat in der Lage ist, mich zu transportieren. Ich setzte mich im denkmalgeschützten Treppenhaus auf die Stufen und machte das 2. Foto mit dem neuen Datengerät, nämlich von dieser Leuchte, die im Treppenhaus unter der stuckverzierten Decke hängt.

Kurz vor 8 Uhr erschien der MTA der Praxis und liess mich in die herrschaftlichen Räume ein. Der Grund meiner Anreise nach Hamburg war nicht, wie ihr schon vermutet habt, die Bewunderung des alten Kaiserbahnhofs und denkmalgschützter Praxisräume. Ich wollte endlich wissen, was das für Schmerzen sind, die plagen wenn ich aus dem Bett steige.

Ich erklärte dem Doc, welche Schmerzen ich etragen muss und wo sich der Schmerzpunkt befindet. Was ich schon telefonisch erfahren hatte, wurde heute bestätigt: Das MRT vom letzten Montag lassen sich die Schmerzen nicht ableiten, die OP von Ende Februar war erfolgreich. Es könnte sich um eine Schleimbeutelentzündung handeln. Das muss aber ein Orthopäde abklären. Ich bekam ein Rezept für ein anderes Schmerzmittel, welches ich in Kombination mit Novalgin nehmen soll, Etoricoxib heisst es. Und ich soll mir einen Termin bei einem Orthopäden geben lassen … Ich gehe mit dem Gedanken schwanger, mich mit dem Problem an meinen Homöopathen zu wenden. Der befasst sich auch mit dem menschlichen Bewegungsapparat.

Gehofft hatte ich ja, dass der Doc zu mir sagt, ich soll mal blankziehen und er mir dann eine Spritze verpasst. Aber wenn das nicht seine Baustelle ist, kann man nichts machen – leider. Immerhin weiss ich, dass mein Rücken in Ordnung ist.

Der Mond nimmt wieder zu


Es ist wieder soweit, nächste Woche ist Vollmond. Es beginnt wieder die Zeit meiner skurrilen Träume.

In der letzten Nacht war es ein sehr kurzer Traum. Ich stand vor dem Marina Bay Sands Hotel in Singapur, es stürmte ganz fürchterlich. Und plötzlich platschte ein riesiger Wasserfall auf das linke Standbein des Hotels, dort, wo sich oben auf dem Deck der grosse Pool befindet. Eine besonders starke Bö hatte dort Wasser herausgeweht. Sachen gibt’s.

Nach unserer Reise durch Süd-Ost-Asien gab es ja ein starkes Erdbeeben. In Bangkok platschte Wasser aus den Pools der Hochhäuser. Mein Unterbewusssein muss da irgendwas zusammengewürfelt haben.