Valentinstag


Vor nicht allzu langer Zeit, bei einem unserer wenigen Fernsehabende:
Werbung für irgendwas zum Valentinstag. Meine spontane Redaktion: Wir schenken uns doch nichts?! Aus der Reaktion meines Mannes konnte ich erkennen, dass er schon was für mich hat. Da ich nicht wieder ohne was dastehen wollte, wie im vorigen Jahr, wo ich das Triptichon bekommen habe, musste ich mir also was überlegen. Da Bernd gerne Thailändisch isst, bastelte ich ihm einen Gutschein für ein Essem im Restaurant SalaThai.

Von Bernd bekam ich den Bad Taste Bear „Freddie“. Wer nicht weiss, um wen es sich handelt, der schau sich doch mal dieses Video an:

Schnauze voll

Wie jeden Morgen ist der erste Gang nach dem Aufstehen ins Arbeitszimmer um dort das Radio anzustellen. Dabei ein erster Blick nach draussen um die Wetterlage zu checken. Und was sahen meine entzündeten Augen?: Schneefall!

Ich weiss, es ist erst Mitte Februar und es ist noch Winter. Aber es reicht jetzt wirklich!

Notfallbehandlung

Gestern Abend, ganz plötzlich ohne Vorankündigung war es wieder so weit: Mein linkes Gehörorgan gab seinen Geist auf aufgrund einer Verstopfung. Ich kenn das ja schon: Hören nur noch aus einer Richtung, Körpergeräusche im Kopf- und Nackenbereich sind plötzlich laut hörbar, ich beginne zu flüstern weil ich meine Stimme durch den Kopf überlaut höre, Druck auf dem Ohr – alles sehr unangenehm.

Ich könnte bis Montag warten und dann zum HNO meines Vertrauens gehen. Aber das ganze Wochenende mit eingeschränkter Hörfähigkeit zumhängen? Nein, das kann es doch nicht sein. Also fragte ich heute morgen die Nachbarin meines Vertrauens nach den Möglichkeiten, die Verstopfung zu entfernen. Ihr Vorschlag war, nach Winsen/Luhe (dort wo die Chinesen so gern hinfahren) ins Krankenhaus zu fahren. Dort gäbe es eine HNO-Abteilung. Während eines kurzen Anrufes dortselbst wurde mir bestätigt, dass ich gern vorbeikommen könne. Wenige Minuten späten sassen wir im Wagen und fuhren nach Winsen.

Die Klinik machte schon von aussen einen sehr freundlichen Eindruck. Das Personal war auch sehr nett. Die Räumlichkeiten modern-freundlich mit netten Drucken an den Wänden (ein Bild hätte ich am liebsten mitgenommen). Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass wir dort gefühlte 2 Stunden warten mussten. Da war nämlich ganz normaler Klinikbetrieb, d.h. Patienten wurden postoperativ versorgt. Endlich war ich an der Reihe. Ein netter Arzt fragte mich nach meinem Begehr. Er schaute in das Ohr, entdeckte die Verstopfung, die er sehr vorsichtig zu entfernen begann. Leider liess es sich nicht verhindern, dass es bei Berührungen des Saugers im Innenohr empfindlich wurde und unangenehm schmerzte. Deshalb entfernte er nicht alle Rückstände sondern gab mit noch 2 Lösungen mit auf den Weg, mit denen ich im Laufe des Tages spülen soll.

Nach etwa 10 Minuten konnte ich wieder einwandfrei hören. An der Kasse löhnte ich dann 10 Eur Praxisgebühr für eine Notfallbehandlung.

Wenn man(n) alt wird


An old man goes into a drug store to buy some Viagra.
‚Can I have 6 tablet cut into quarters?‘
‚I can cut them for you.‘ said Dan the pharmacist.
‚But a quarter tablet will not give you full erection.‘
‚I am 96.‘ said the old man. ‚I don’t want an erection.
I just want it sticking out far enough so that I don’t piss on my slippers!‘

Von Würmern

Jeder hatte wohl schon mal einen Ohrwurm, einen – meist banalen – Musiktitel, den man einfach nicht wieder loswird. In der vergangenen, recht schlaflosen, Nacht hatte ich sowas wie einen Gehirn- oder Gedankenwurm. Immer wenn ich wach wurde, musste ich an an Richard Mörtel Lugner denken. Ausgerechnet an diesen schrecklichen, stinkreichen Österreicher.

Verursacht wurde dieser Wurm vermutlich durch einen Fernsehbeitrag, den ich vor wenigen Wochen gesehen hatte, vertieft durch einen Artikel über den anstehenden Opernball in Wien, den ich gestern irgendwo gelesen habe.

In dem Fernsehbeitrag sass er mit einem jungen Ding, das seine Enkelin sein könnte, in einer Badewanne und füsselte ihr zwischen den Beinen rum. Widerlich! Und er fühlt sich so toll dabei. Furchtbar!

Für den Opernball kauft er für seine Loge ja immer Damen ein, die durch Klatsch, Film und Fernsehen eine gewisse Berühmtheit erlangt haben. Im vorgen Jahr hatte er z.B. Nicollette Sheridan, bekannt aus der Serie Desperate Houswives, eingekauft. Wie man hört, soll sie sich ziemlich gelangweilt haben. Auch Paris Hilton war bei ihm schon „zu Gast“. Sie soll sich eher dafür interessiert haben, SMS zu schreiben als für das Geschehen auf dem Ball.

Na ja, diese Bilder gingen mir eben nicht aus dem Kopf. Ausgerchnet so ein Schmarrn musste es sein. Hätte nicht was Schöneres in meinem Hirn rumspuken können?

Tschiep tschiep

Es liegt noch viel Schnee, es taut, es ist grau und ungemütlich. Nachts friert es. Und es gibt noch den einen oder anderen Schneeschauer. Und doch: In nicht mal mehr 7 Wochen ist Frühlingsanfang. Die Tage werden bereits länger. Es gibt Tage, an denen wir im Büro schon bis kurz vor Feierabend ohne Licht auskommen.

Vor dem Fenster ist ein kleiner Park. Im Gebüsch und in den Bäumen halten sich viele Vögel auf. Tschiep tschiep und anderes Vogelgezwitscher ist zu hören. Ich konnte auch die Balz der Krähen beobachten und Revierkämpfe zwischen den Drosseln.

Trotz winterlicher Unbilden – es geht bergauf!

Ich hasse Wartezimmer

Wenn es vermeidbar ist, gehe ich eher nicht zum Arzt und versuche, mir mit rezeptfreien Medikamenten oder mit Hausmitteln Linderung zu verschaffen. Leider lässt es sich manchmal nicht umgehen, doch einen Arzt aufzusuchen, und sei es nur der Vorsorge wegen.

Erblich vorbelastet mit Hautflecken aller Art suchte ich heute einen Hautarzt auf. Ich hatte einen Termin. Etwa 10 Minuten vor der Zeit war ich da. Karte einziehen, 10 Eurobezahlen – „Nehmen sie noch im Wartezimmer platz“. Ich steuerte das Wartezimmer an. Vier freie Plätze, immer zwischen 2 Personen, die zum Teil noch Mäntel bzw. Jacken trugen. Also kalt war es da nicht, die Heizung funktionierte gut.

Da ich einen Termin hatte, nahm ich mir keine alte Zeitschrift vom Tisch. Es musste ja bald losgehen. Einige Patienten wurden in Abständen herausgerufen. Endlich war auch ich an der Reihe, so ca. 20 Minuten nach meinem Termin. Ist wohl akzeptabel.

Frau Doktor betrachtete meine Haut von Kopf bis Fuss. Zwei kleine dunkle Flecken fand sie, die, wie sie meinte, besser entfernt werden sollten. Mitte März soll das dann gemacht werden. Dann sitze ich wohl wieder im Wartezimmer mit vielen Menschen, die in alten Zeitschriften blättern, blicklos vor sich hinstarren, mit ihren Kindern flüstern. Warum flüstern Menschen eigentlich in Wartezimmern? Man versteht doch eh alles.

Heute ist mir wieder bewusst geworden, warum ich es vermeide, zum Arzt zu gehen: Weil ich Wartezimmer hasse!

Nochmal Winterbilder

Eigentlich mag ich keine Winterbilder mehr sehen. In vielen Blogs sind zurzeit zu sehen. „Grün wäre mir jetzt lieber!“ – ein Zitat aus einem Blog, welches weiss ich leider nicht mehr.

Der Winter ist noch nicht vorbei und ich befürchte, dass es bei der Vielfalt des diesjähren Winters noch mehr Winterbilder geben wird, auch bei mir. Nun könnte ich mich natürlich weigern, Winterbilder in mein Blog zu stellen. Da ein Weblog aber nicht nur der Erbauung der Leser dient sondern auch – jedenfalls ist es bei mir so – als eine Art von Tagebuch, gibt es eben bei mir noch ein paar Impressionen des diesjährigen Winters. Da es sich um Fotos von der Terrasse und der unmittelbaren Umgebung des ElbePenthouse aufgenommen wurden, sind sie auch eben dort zu sehen.

Eine runde Sache

Geld, welches einem in die Finger bzw. aufs Konto gerät, kann man entweder einfach so ausgeben, z.B. für einen neuen Wagen oder für Reisen. Man kann es auch anlegen, was zurzeit eher nicht so gewinnbringend ist. Man kann auch was dafür kaufen, was eine Wertanlage ist und wofür man sogar neues Geld bekommt. Und das haben wir gemacht, zumindest mit einem Teil des mir zustehenden Verkaufserlöses aus unserem Familienhaus in Lübec, der hoffentlich in der kommenden Woche auf meinem Konto landet. Wir haben eine Wohnung gekauft, die vermietet werden soll. Eigentlich habe ich sie gekauft weil der Verkaufserlös rein rechtlich gesehen mir zusteht. Da aber meine Mutter involviert ist (hierauf näher einzugehen würde diesen Rahmen sprengen), gehört die Wohnung moralisch ihr.

Der Kaufvertrag wurde am Freitag Mittag in der kleinen verschneiten Stadt an der Elbe unterschrieben. Meine Mutter war dabei weil sie und ich anschliessend einen notariellen Vertrag schliessen mussten bzw. weil ich das gerne wollte. Alles in einem Abwasch sozusagen.

Am Rande sei erwähnt, dass ich Mutter Freitag vormittag vom Hamburger Hauptbahnhof abgeholt habe. Ein Schneeproblem gab es nicht. Die Autobahn nach Hamburg war gut befahrbar. Auch in Hamburg und hier in Geesthacht gab es keine Probleme.

Meine Mutter hatte kürzlich erwähnt, dass sie noch nie in der Hamburgischen Staatsoper gewesen ist. Spontan hatte ich die Idee, ob wir anlässlich des Notartermins einen Opernbesuch machen sollten. Ein Blick in den Spielplan ergab, dass an diesem Abend die Oper Madama Butterfly gegeben werden würde, eine Oper, die wir im letzten Jahr in einer überaus schönen Inszenierung im Lübecker Stadttheater gesehen hatten.

Bereits Freitag Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Hamburg. Unsere Mägen mussten vor der Aufführung gefüllt werden sollte nicht ihr Knurren die leisen Töne der Musik übertönen. Zusammen mit Bernds Mutter waren wir im Restaurant Franziskaner ganz in der Nähe der Staatsoper. Alte Damen sind nämlich nicht mehr so gut zu Fuss.
Die Erfahrungen mit dem Franziskaner waren eher zwiespältig. Das Essen war nicht optimal, jedenfalls die Gemüsebeilagen. Sie kamen ganz eindeutig aus der Tiefkühltruhe. So war z.B. mein Rosenkohl von einer merkwürdigen Konsistenz und geschmacklich ein Reinfall. Mutters Blumenkohl war zu hart. Aber ansonsten hat’s geschmeckt. Für ein gemütliches Essen zu viert ist das Restaurant auch nicht geeignet. Es ist zu eng und zu laut. Na ja, es ist ja auch sehr rustikal dort.

Die Opernaufführung wurde getragen von der Hauptdarstellerin, der farbigen Sopranistin Latonia Moore. Figürlich ist sie zwar eher einer Wagnersängerin zuzuordnen. Aber das wurde wettgemacht durch ihre phantastische Stimme und ihre Spielfreude. Sogesehen eine Augen- und Ohrenweide. Ihr ebenbürtig agierte auf der Bühne der Rumäne George Petean in der Rolle des Konsul. Der eigentliche Gegenpart von Cio-Cio-San, der sie zum eigenenen Vergnügen und nur so zum Spass heiratende B.F. Pinkerton, gesungen vom Italiener Massimilano Pisapia, passte zwar figürlich zu Latonia Moore, aber gesanglich konnte er ihr nicht das Wasser reichen. Vielleicht war er an diesem Abend nicht so gut drauf.

Am Ende des 2. Aktes beginnt sich das Drama um Madama Butterfly zuzuspitzen. Sehnsüchtigt wartet sie mit ihrer Dienerin und ihem Sohn, der von Pinkerton gezeugt worden war, auf die Ankunft ihres vermeintlichen Mannes, der inzwischen in Amerika eine andere Frau ehelichte. Zu den Klängen des Summchores bricht die Nacht über die drei wartenden Personen herein – und bei mir rollten die Tränen.

Am Ende jubelnder Applaus für Latonia Moore. Ein dramaturgisch sehr sehr schöner Opernabend war zu Ende. Es war die 269. Vorstellung einer Inszenierung aus dem Jahr 1963.

Gestern, am Samstag stand wieder Kultur auf dem Programm. Unsere Mütter hatten zu Weihnachten ja von uns Karten für die Nachmittagsvorstellung von „Best of Musical Gala 2010“ bekommen, ein Weihnachtsgeschenk, dass wir bereits Mitte Januar vergangenen Jahres gekauft hatten. Nur das Beste ist gut genug für unsere Mütter. Unsere Plätze hatten wir in der 6. Reihe genau in der Mitte der grossen Bühne.

Im ersten Teil gab es jeweils kurze Ausschnitte aus Musicals, die Stage Holding derzeit nicht im Programm in Deutschland hat. Im zweiten Teil wurden dann die aktuellen Renner gebracht: König der Löwen, Wicked – die Hexen von Oz (unser derzeitiger Favorit), Der Schuh des Manitou, Tarzan und andere. Am Ende gab es einen kleinen Ausblick auf das im Herbst startende Musical Sister Act.

Aufgetreten sind die wohl zurzeit bekantesten Musicalstars in Deutschland: Pia Douwes, Patrick Stanke, Elisabeth Hübert, Anton Zetterholm und Frank Seibert. Patrick Stanke spielte beim glücklosen Musical Titanic den Heizer. Frank Seibert haben wir in Berlin als Ranger im Der Schuh des Manitou auf der Bühne erlebt.

Pia Douwes kann man ohne weiteres als Grand Dame des Musicals bezeichnen. Mit ihrem Alter von 46 Jahren ist sie nicht mehr die jüngste unter den Musicaldarstellern. Aber was hat die Frau für eine Ausstrahlung! Das erlangt man wohl erst in reiferen Lebensjahren. Und tanzen kann sie – das hätte ich nie gedacht. Die Frau ist Spitze!

Auch an diesem Abend gab es bei Bernd und mir feuchte Augen und mehrmals lief uns die Gänsehaut über den Rücken. Ein toller Abend, der auch unseren Müttern gefiel.

Am Hauptbahnhof in Hamburg verabschiedeten wir unsere Mütter. Zwei runde und schöne Tage fanden ihr Ende.