Freigang

Mein netter Bettnachbar wurde heute aus der Anstalt entlassen. Schade, wir haben uns gut verstanden.

Nun, allein im Zimmer ist das doof. Immer nur liegen ist auch doof wenn man sich fit fühlt. Des alb drehte ich ein paar Runden auf dem Anstaltsflur. Eine Dame in Strassenkleidung sprach mich an, die ebenfalls eine Insassin war. Sie verschwand durch einen Nebenausgang.

Meine Gedanken machten Sprünge. Ich hatte nur noch ein Ziel: Ich will hier raus! Eine Schwester bestätigte mir, dass das erlaubt sei. Schnell war ich umgezogen und kurz darauf stand ich in der Fußgängerzone und konnte durchatmen.

Eine Stunde war ich unterwegs.Bei Butlers habe ich ein wenig Baumbehang gekauft. Wow, das tat gut. Statt des Anstaltslifts bin ich sogar die Treppen runter- und wieder raufgegangen.

Und jetzt liege ich auf dem Bett, schreibe diesen Post und warte auf das Mittagessen sowie auf meinen neuen Zellengenossen. Er soll eine Schnarchnase sein. Na, ich habe ja nur noch eine Nacht.

Mein Doc hat mir schon angekündigt, dass sei Stellvertreter morgen früh um etwa 7 Uhr hier ist und die Entlassungspapiere biringt, d.h dass ich mir den Wecker stellen muss. Als Plegeleichter darf man nämlich ausschlafen!

müde

Ich fühle mich gut – nur müde bin ich. Rückenlage bin ich ja nun gar nicht gewohnt. Nachdem ich gefühlte etliche Stunden gar nicht geschlafen hatte, habe ich mich doch auf die Seite gedreht, worauf ich dann auch eingeschlafen bin und ich nicht bemerkt habe, dass die biologische Nachtschwester min Wundpflaster kontolliert hat.

Nach dem Frühstück, welches im Stehen eingenommen wurde, sind mein netter Bettnachbar und ich wie die Tiger im Käfig im Zimmer hin- und hergegangen. Danach wurde ich noch müder und ich hab mich im Bett erholt.

Demnächst weiteres aus der Anstalt – ich muss jetzt ruhen.

Mittagessen fällt aus

Ich hab da mal was vorbereitet:
Wenn diese Notiz veröffentlicht wird, werde ich auf dem Weg nach Bergedorf zur Prasixklinik sein, wo ich mich um 10:00 Uhr einfinden soll.

Nachdem ich gestern recht entspannt war, habe ich heute morgen Pudding in den Beinen und in den Armen.

Nach der Vorbereitung für die OP werde ich die Narkose bekommen. Anschliessend werde ich auf den Bauch gedreht und mein Rücken wird ein Stückchen aufgeschnitten. Von einem Lendenwirbel wird was weggefräst, ein Muskel wird abgetrennt. Dann wird die Masse, die aus der Bandscheibe ausgetreten ist, entfernt und die, die sich noch in der Bandscheibe befindet, ausgeräumt. Danach werde ich wieder zugenäht, verpflastert und in den Aufwachraum geschoben. Die OP soll ca. 1 Stunde dauern.

Etwa 2 Stunden später dürfte ich aufstehen und am Freitag würde ich entlassen werden, wenn dann alles in Ordnung ist.

Ich melde mich wieder, sobald ich dazu in der Lage bin.

Neue Nachbarn


Die Zeitumstellung birgt kleine Überraschungen:
Als wir heute morgen im Wintergarten unseren täglichen Morgenkakao zu uns nahmen, krabbelte an der Pappel gegenüber ein Eichhörnchen runter. Das Nest, auch Kobel genannt, hatte ich schon gestern entdeckt. Nur wusste ich nicht, ob es bewohnt ist.

Wie es scheint, war der kleine Geselle auch gerade aufgestanden und machte sich nun auf die Suche nach seinem Frühstück.

Ein weiterer Kobel befindet sich in unmittelbarer Nähe. Den Einwohner haben wir beim Frühsport beobachtet wie er gerade zum nächsten Baum sprang.