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Grün ist mir lieber!

Nun hat es uns auch erwischt: Es schneit! Tja, was soll man da machen? Man kann nur hoffen, dass es ein schnell vorübergehendes Wetterphänomen ist. Zum Glück ist Wochenende, da ist es mir so ziemlich egal, wegen der Straßen und so. Aber wer weiss schon, was uns noch bevorsteht. Nützt ja nicht – wir müssen es nehmen wie es kommt.

Können sich die Vögel irren?

18. Januar anno 2015 – morgens um 07:45 Uhr: Ich stehe am offenen Fenster und lausche den Vögeln. Piep piep hier, zirp zirp dort, und in der Ferne singt eine Drossel! Mitten im Winter! Oder steht der Frühling vor der Tür? Gut, der grosse und laute Singsang wird noch auf sich warten lassen. Ist vielleicht doch noch ein wenig früh, auf Partnersuche zu gehen. Aber der frühe Vogel frisst den Wurm!

Die Wettervorhersage für den Raum Hamburg sagt für die nächsten Tage nachts leichten Frost. Danach steigen die Temperaturen wieder bis zu 8 Grad, plus wohlgemerkt. Bis Ende Januar ist diese Tabelle einzusehen.

Meine Prognose: Strenge Kälte werden wir in diesem Winter nicht mehr bekommen. Aber mit Schnee müssen wir wohl noch rechnen.

Unglaublich!

Das muss man sich mal vorstellen: Am 1. November kann man in kurzen Hosen und T-Shirt auf der Terrasse sitzen. Wann hat’s sowas schon mal gegeben. 17 Grad war die Temperatur, im Schatten. In der Sonne waren es bestimmt 20 Grad, wenn nicht sogar knapp darüber.

Da die „guten“ Gartenstühle bereits seit 2 Wochen im Keller stehen, hab ich einen von den 17 Jahre alten Stühlen rausgekramt, Kissen drauf, ich drauf und dann Espresso getrunken. Ich sag ja immer: So kann es bleiben bis Weihnachten und darüber hinaus.

Hitzepause

Nach vielen sonnigen Tagen, die zu einer extremen Wärme geführt haben, gab es heute mal Regen. Seit Tagen konnte ich mal nicht offen nach Hause fahren. Heute Mittag standen mein Chef und ich am Fenster und schauten zu, wie es regnete, gerade so, als hätten wir noch nie Regen gesehen, Regen – ein Naturwunder!

Nach dem ersten Schauer ging ich raus zur Mittagspause, man hat ja auch mal was zu besorgen. Wohlweislich hatte ich den Schirm mitgenommen. Und in weiser Voraussicht hatte ich heute nicht die leichten Sommerschühchen an sondern die festeren, derberen. Und damit hatte ich alles richtig gemacht. Als ich nämlich wieder ins Büro wollte, schüttete es recht heftig. Ich stellte mich ein paar Minuten irgendwo unter, bis ich das Gefühl hatte, es würde langsamer regnen. Ein paar Schritte schaffte ich, aber dann wurde es wieder heftiger und ich musste wieder Schutz suchen. Der Schirm hielt mich zwar obenrum trocken, aber untenrum wurde meine Hose schon feucht, von den Schuhen ganz zu schweigen. Auf diese Weise bewegte ich mich also langsam vorwärts zum Büro: Ein paar Meter gehen – mehr Regen – Schutz suchen usw. Mein Sommerschühchen hätten das Wetter wohl nicht überlebt.

Heute Abend zu Hause hab ich dann erstmal durchzug gemacht. Alle wurden aufgerissen und die Türen zur Terrasse. Endlich können wir wieder kuscheln wenn wir schlafengehen und nicht jeder auf Distanz nebeneinander im Bett liegen nach dem Motto: Fass mich ja nicht an.

Es herbstelt schon?

Von meinem häuslichen Arbeitsplatz entdeckte ich heute durch das gegenüberliegende Fenster gelbe Blätter. Und dabei haben wir vom Sommer doch kaum was gehabt, jedenfalls hier im Norden.

Die Vegetation war in diesem Frühling ja, vergleichbar mit anderen Jahren, ihrer Zeit weit vorraus. Damals hatte ich schon die Befürchtung, dass der Herbst in diesem Jahr dementsprechend auch früher eintritt. Dass das mit den gelben Blättern aber schon Mitte Juli losgeht – wer hätte das gedacht.

Wüstensand?

In der vorigen Woche war es fast täglich in den Medien zu lesen: Wüstensand aus der Sahara wurde in extrem grosser Höhe in den Norden Deutschlands geweht und sorgte hier für einen recht dunstigen Himmel. Es hiess, der Dunst wäre von dem feinen Wüstensand verursacht worden. Ich hielt es anfangs für einen Aprilscherz. Dem war aber wohl nicht so.

In den letzten Tagen hat es geregnet. Unsere Terrasse ist jetzt langsam wieder abgetrocknet. Und was sehe ich?: An eingetrockneten Rändern gelblich-rötliche Ablagerungen. Ich kenne das sonst nur von heftigem Pollenflug, aber dann sind die Ränder nach dem Regen grünlich-gelblich.

Es hiess ja, dass der Wüstenstaub durch Regen ausgewaschen wird. Es könnte also durchaus sein, dass es sich bei den heute entdeckten Rändern um Wüstenstaub handelt.

Kommt er doch noch?

Wir haben die zweite Januarhälfte erreicht und bislang hat uns der Winter in Ruhe gelassen, was ich total in Ordnung finde. Schnee und Eis – ich brauche das nicht. Man darf aber eben nicht vergessen, dass wir Winter haben. Und da muss man eben damit rechnen, dass es auch anders gehen kann als bisher.

Die Vorhersage der letzten Tage bei Wetteronline war nie so konstant, dass davon auszugehen war, dass der Winter in kürze kommen würde. In den letzten Tagen war es ein ständiges Auf und Ab der Temperaturen und der Aussicht auf Schnee oder doch kein Schnee.

Heute mittag zeigt die Temperaturkurve für die nächsten Tage beständig nach unten. Der derzeitige starke Ostwind deutet darauf hin, dass mit Kälte zu rechnen ist. Die Kälte kam schon immer aus dem Osten, auch politisch.

Gut, es bleibt abzuwarten, ob die Vorhersage, so wie sie auf der Grafik dargestellt wird, eintrifft. Ich hoffe, dass sich eine Westströmung durchsetzt und die Kälte, und damit den Winter, wieder zurückdrängt. Die Grafik (aus der Homepage von Wetteronline) bietet Anlass zur Hoffnung. Ich werde aber trotzdem endlich die Wasserleitung nach aussen absperren.

War’s das?

Xaver, der Sturm wurde angesagt. Und was ist?: Nicht mehr als ein ganz normaler kräftiger Wintersturm. Hab den Reissverschluss meiner Jacke etwas höher gezogen und gut war’s. Nun ja, man weiss ja nicht, was da noch kommen könnte.

Und besser, da wird im Vorwege ordentlich Wind um den Wind gemacht, als dass man nichts sagt und es kommt ganz schlimm und es passieren unangenehme Dinge.

Schnee am Mittelmeer

Montpellier, Marseille, Aix-en-Provence – blumige Namen, die man mit Sommer, Sonne, Wein und Lavendel verbindet. Gleich nebenan von Marseille liegt der Hafen Fos sur Mer, in welchem seit gestern ein Schiff von uns liegt, um dort eine Ladung Stahlprodukte zu löschen. Leider konnte heute nicht gearbeitet werden, Stahl rostet nämlich wenn er nass wird, Schnee ist nämlich, wie wir alle wissen, auch nass.

Als ich heute morgen mit dem Kapitän telefonierte, berichtete er mir von ca. 2 cm Schnee, die an Deck liegen sowie einer Temperatur von 0 Grad! Und das in Südfrankreich, direkt am Mittelmeer. Das Foto hat uns der Hafenagent geschickt.