28. Februar 2024 – 1. Seetag
Heute fuhren wir durch die Strasse von Malakka, eine der meistbefahrenen Seeschifffahrtstrassen der Welt. Für Schiffe, die vom Suezkanal kommen und nach Asien und Australien wollen, ist dies der kürzeste Seeweg. Dementsprechend viele Schiffe waren um uns herum. Sie kamen uns entgegen oder wir überholten sie oder sie uns. Es gab immer was zu sehen. Interessiert schaute ich, was so los war. Die App Marinetraffic auf dem Handy zeigte mir, wie die Schiffe hiessen, wo sie herkamen und welches Ziel sie hatten.
- Tanker, 312.000 dwt
Containerschiffe erkennt wohl auch jeder Laie. Tanker von Massengutfrachtern zu unterscheiden ist schon etwas schwieriger. Tanker haben in der Mitte an Deck zwei Kräne, mit denen die dicken Schläuche für das Laden und Löschen des Öls bewegt werden. Massengutfrachter haben mehrere kleine Erhöhungen an Deck, das sind die Lukendeckel. Dann gibt es noch die schwimmenden „Garagen“, Autotransporter, sie sind auch leicht zu erkennen.
Nach dem Frühstück suchten wir vor der X-Lounge an Deck einen Schattenbereich auf. Sonne hatten wir gestern in Singapur reichlich. Wir wollten und sollten uns ein wenig schonen von der Sonne. Sogleich kam ein Steward zu uns: Champagner? Wer kann dazu schon nein sagen.
- Chillen im Schatten
- Chillen und Champagner
- Pooldeck? Nie nich!
An Seetagen ist das Pooldeck immer recht voll. Das Foto ist da nicht sehr aussagekräftig, es geht noch voller. Das ist ja nun gar nicht unser Bereich. Dicht an dicht lassen sich die Passagiere in der Sonne braten. Im grossen Pool und in den Whirlpools halten sich viele Menschen auf.
Wir suchen uns lieber Schattenplätze, wenn möglich auf dem Balkon. In diesem Teil der Erde ist das Klima ja feucht-warm. Es war immer um die 30 Grad. Da war der Aufenthalt in der X-Lounge auch recht angenehm. Champagner? Gerne, danke! Unsere E-Reader liessen keine Langeweile aufkommen.
- Fertig zum Abendessen
Bevor wir zum Abendessen gingen, zogen wir eine lange Hose an, das ist für uns selbstverständlich. Es gibt zwar keinen Dresscode, aber der Kreuzfahrtdirektor bat die Passagiere täglich in seinen Ansagen, die über die Bordlautsprecher auf dem ganzen Schiff zu hören sind, mit Rücksicht auf andere Gäste nicht in kurzen Hosen, Badebekleidung oder Tanktops zum Essen zu erscheinen.
1. März 2025 – Langkawi (Malaysia)
Langkawi ist eine Insel vor der Nordwestküste Malaysias. Unser schwimmendes Zuhause lag, umgeben von sanften grünen Hügeln, in türkisfarbenem Wasser am Kreuzfahrtterminal. Der Steg zum Festland war beschattet. Natürlich war es auf dem Weg zum Bus trotzdem warm. Für heute hatten wir unseren ersten Landausflug gebucht.
Ein „Tufftuff-Bus“ brachte uns zu unserem Ausflugsziel, der Sky-Bridge. Bernd prägte den Ausdruck für die Busse, die alle mit den plüschigen Schabracken ausgestattet sind.
- „Tuff-Tuff Bus“
- SkyCab
Zuerst ging es mit einer Seilbahn, der SkyCab, auf den Mount Machinchang. An der Einseilbahn hängen 53 Gondeln für je 6 Personen. Die Fahrt dauert ca. 15 Minuten.
Die Sky-Bridge, eine geschwungene Brücke, ist 125 Meter lang und hängt an Schrägseilen an einem einzigen Stahlpfeiler. In 700 Meter Höhe überspannt sie den grünen Dschungel.
Zur Brücke geht es dann über mehr als 100 unregelmässige Stufen wieder hinab. Einige Stufen sind nur wenige Zentimeter hoch, bei anderen bedarf es schon einen grossen Schritt, um die nächste Stufe zu erreichen. Menschenmassen klettern hinab und auf der Gegenseite wieder hinauf. Manchmal musste man kurz anhalten, um die anderen passieren zu lassen. Man wundert sich, mit welchem Schuhwerk die Asiaten unterwegs sind. Meist sind es ausgetretene Gummi- bzw. Plastiklatschen.
- Sky-Bridge
- Zugang zur Brücke
- Sky-Bridge
Der Zugang zur Brücke war reglementiert, es durften immer nur so viele Menschen die Brücke betreten wie sie verliessen. Es gab aber keine langen Wartezeiten. Der Aufenthalt auf der Brücke war zeitlich nicht begrenzt. Es herrschte kein dichtes Gedränge, aber hin und wieder stockte es weil fotografiert wurde. Man wollte ja nicht stören. Eine Gruppe Asiaten, wir denken, es waren Inder, namen darauf keine Rücksicht. Das haben wir im weiteren Verlauf unserer Reise immer wieder feststellen müssen. Sie gingen einfach weiter, es war ihnen egal, ob sie die Aufnahme störten oder nicht. Oder sie stellten sich direkt davor um das selbe Objekt zu fotografieren.
Die Brücke schwankte leicht, was aber nicht beängstigend war. Der Ausblick über die Wipfel des Dschungels und die Adamanensee war beeindruckend. Hat man genug ausgeblickt, geht es über die Brücke zurück und man klettert die Treppe wieder hinauf. Es gibt auch die Möglichkeit, sich mit einer kleinen Bahn zur Bergstation der Seilbahn bringen zu lassen. Die Warteschlange war sehr lang. Ich überlegte kurz, mich da anzustellen, Der Aufstieg über die Treppe schien mir doch recht anstrengend zu sein. Ich war aber mutig und entschied mich für den Aufstieg. An einer Zwischenstation konnte ich keine kleine Pause machen und mich auf Steinen sitzend ein wenig erholen. Nach kurzer Zeit ging es dann weiter und ich war stolz auf mich, dass ich das geschafft hatte.
- Oriental Village
- Oriental Village
- Oriental Village
Auf und unter dem Zugang zur Seilbahn tummelten sich ein paar Affen, sie nahmen von den vielen Menschen keine Notiz. Unten, im Oriental Village, an der Talstation der Bahn, leben auch Affen, sogar mit Jungen, die sich an den Bauch der Mutter klammern. Wir hatten noch ein wenig Zeit, durch das künstliche Dorf zu schlendern. Hauptsächlich waren dort Souveniergschäfte. Ich wollte mir in Asien ja eine Winkekatze kaufen, die gab es dort aber nicht. Na ja, Kualar Lumpur und Bangkok standen ja noch auf unserem Programm.
Wir waren froh als wir wieder an Bord waren. Kaum waren wir in der X-Lounge, wurde uns schon Champagner angereicht. Wir wurden nicht mal mehr gefragt. So eine Erfrischung kam uns gerade recht. In entspannter Atmosphäre nahmen wir dort unser Abendessen nahmen ein.
- We love pink
Auf dem Pooldeck gab es noch einen Absacker. Die Bistrotische waren mit kleinen Lampen in verschiedenen Farben dekoriert. Auf unserem Tisch stand eine blaue Lampe. Ein süsser Barkeeper kam vorbei. Bernd fragte ihn, ob er die Lampe pink einstellen könne, „I love pink“. Der Typ war schlagfertig und sagte „I love pink too“. Bernd reagierte mit „I love you“. Die Reaktion kam prompt: „I love you more!“ Hach, so ein nettes Geplänkel zeigt, dass die Crew gute Laune hat.
2. März 2025 – Kuala Lumpur (Malaysia)
Heute hatte die Mein Schiff 6 am Kreuzfahrtterminal von Port Klang festgemacht, dem grössten Hafen von Malaysia. Da die Schiffe aus Gründen des Tiefgangs nicht dicht am Ufer festmachen können, hatte man einen langen Steg gebaut, der mit einem Sonnenschutz versehen ist. Von hier aus ging es mit dem Bus in die Hauptstadt Kuala Lumpur.
Interessant waren für uns die Petronas Towers, Zwillingstürme, die seit der Fertigstellung im Jahr 1998 mit einer Höhe von 452 Metern als das höchste Gebäude der Welt galten. Erst 2004 wurde der Rekord eingestellt.
- Alter Bahnhof
- Neuer Bahnhof
- Moschee
- Independence Square
- Kuala Lumpur
- Kuala Lumpur
Bevor wir die Twintowers erreichten, wurde uns noch ein alter Bahnhof gezeigt, jedenfalls die Fassade. Der neue Bahnhof auf der anderen Strassenseite war viel interessanter, wurde aber nicht beachtet. Eine Moschee lag am Weg und wurde erwähnt, von der nicht viel zu sehen war. Einziger Hinweis: Es haben 5.000 Gläubige darin Platz. Danach mussten wir auch noch den langweiligen Independence Square anschauen. Ein paar Minuten weiter standen wir auf einer Brücke und schauten auf einen Wasserlauf, hübsch.
Dann endlich ging es mit dem Bus weiter zu den Petronas Towers.
Der örtliche Reiseleiter war mit der Organisation total überfordert.
Wir mussten erstmal eine Stunde warten, bis wir hinauf konnten. Ein Lift brachte uns auf zuerst zur Skybridge in 172 m Höhe (41. Etage), die die beiden Türme verbindet. Die Aufenthaltsdauer dort war beschränkt. Von einem Angestellten erhielten wir Instruktionen, wie es danach weitergeht. Ganz offensichtlich war der Mann schwul. Offen schwule Männer erhalten also auch einen Job in Malaysia, ein Land, in dem Homosexualtität strafbar ist und mit drastischen Strafen geahndet wird.
Weiter ging es zu einer Aussichtsplattform in der 86. Etage des Turmes in 367 m Höhe. Der Ausblick war überwältigend. Man konnte sehen, dass es zwischen modernen Bürotürmen noch Gebiete mit alten Wohnhäuser gibt – Moderne und Tradition nebeneinander.
- Petronas Towers
- Petronas Towers
- Moderne und Tradition
- Petronas Towers Park
Als wir wieder unten waren, hatten wir wieder eine Stunde Zeit, vertane Zeit, denn ausser Geschäften und einer Etage mit diversen Imbissmöglichkeiten, gab es dort nichts. Wir schauten uns einen kleinen Park mit Wasserspielen an, flüchteten aber alsbald wieder in das Innere des Gebäudes. Wir fanden ein Sitzmöbel zum Ausruhen. Dort entdeckte uns einer der Stewards aus der X-Lounge. Er war auf einem Ausflug mit der Crew. Er ist Inder und kommt aus Mumbai. Wir unterhielten uns ein wenig über einen Tempel und er erzählte uns, dass er römisch-katholischen Glaubens sei. Für uns war das eine Überraschung.
- Batu Caves
- Batu Caves
- Batu Caves
Die Tour ging weiter zu den Batu Caves, Kalksteinhöhlen, die ca. 15 km ausserhalb Kula Lumpurs liegen. Der Anblick der Anlage ist atemberaubend. Sie wird dominiert von einer fast 43 Meter hohen Statue des Gottes Murugan und der bunten Treppe, bestehend aus 272 Stufen, die zur grossen Höhle hinaufführt, in der ein Hindutempel errichtet wurde.
Mutig wagte ich den Aufstieg, doch nach wenigen Metern kapitulierte ich. Die Stufenhöhe war zwar gleichmässig, doch die Stufen waren sehr kurz, so dass man nicht mit dem ganzen Fuss auftreten konnte. Mir kamen Leute entgegen, die seitwärts gingen, um sicher den Abstieg zu bewältigen. Meinem Rücken wäre das ganz sicher nicht zuträglich gewesen.
- Batu Caves
- Batu Caves
- Batu Caves
Bernd stieg allein die Treppe weiter empor bis zur Höhle und schaute sich dort um. Affen, Langschwanzmakaken, lassen sich gern von Gläubigen und Touristen füttern. Doch man soll vorsichtig sein, schnell greifen sie in die Taschen und flüchten mir ihrer Beute.
- Batu Caves
- Batu Caves
- Batu Caves
Ich schaute mich derweil auf dem weitläufigen Gelände um und bewunderte die vielen bunten Gottheiten. In den Souvenierläden entdeckte ich leider auch keine Winkekatze. Bernd hatte oben in der Höhle eine richtige Katze entdeckt.
- Batu Caves
- Batu Caves
- Batu Caves
- Batu Caves
Wenn man nach so einem langen und anstrengenden Tag an Bord zurückkommt, ist man froh, zum Abendessen einen schönen Platz zu haben, ohne lange suchen zu müssen und ohne sich anzustellen. Wir hatten wieder in der X-Lounge reserviert. Inzwischen wusste man dort schon, welchen Wein wir bevorzugen. Wir waren ziemlich kaputt und freuten uns, freundlich umsorgt zu werden.
- Geschafft vom Tag
- Lieblingswein
Bevor wir in Pho My, dem Hafen von Ho-Chi-Minh-City (ehemals Saigon) anlegen sollten, lagen zwei entspannte Seetage vor uns. Wir kamen am Abend aber zu dem Entschluss, die gebuchte Tour zu stornieren. Die schlechte Organisation heute in Kuala Lumpur und das warme und feuchte Klima waren der Anlass. Eigentlich schade, aber wir wollen uns während des Urlaubs auch keinem Stress aussetzen.
3. März 2024 – 2. Seetag
Mein Frühstück bestand heute aus einem Kräuteromelett. Dazu nahm ich mir vom Buffet Räucherlachs. Das ist eine gute Kombination. Manchmal nehme ich auch marinierte Heringe dazu.
Nach dem Frühstück gingen wir zur Ausflugsabteilung und stornierten die für Übermorgen vorgesehene Tour. Uns wurde gesagt, dass wir da auch nichts versäumen würden, Ho-Chi-Minh-City s eine asiatische Grossstadt und dann doch eher langweilig. Der Mitarbeiterin erzählten wir, wie das in Kuala Lumpur abgelaufen war. Wir betonten, dass das keine Beschwerde sei, sondern dass wir den Ablauf gern mal widergeben würden. Man war sehr erstaunt denn über die anvisierten Besichtigungsobjekte, wie der alte Bahnhof und die Moschee und über die langen Pausenzeiten war nichts bekannt. Man war dankbar über unser Feedback und man würde das bei der Beschreibung dieser Tour berücksichtigen.
- Singapur
Am Nachmittag fuhren wir durch die Strasse von Singapur. An Backbord war die imposante Skyline dieser Stadt zu sehen, herausrangend das Hotel Marina Bay Sands mit den drei Türmen und obendrauf die 350 Meter lange Plattform mit dem Pool.
- X-Lounge
- X-Lounge
Den Tag verbrachten wir mit unserem üblichen Seetagprogramm: Lesen, Essen und trinken. Wenn man den ganzen Tag am Buffet zugreifen kann, tut man das eigentlich nur deshalb, weil es da ist. Hunger hat man nicht wirklich, eher Appetit auf irgendwelche köstlichen kleinen Speisen – und Kuchen nicht zu vergessen. Denn wie jeder weiss: Kein Kuchen ist auch keine Lösung!
- Promenadendeck
- Am Bug
Ein Abendspaziergang vor dem Schlafengehen rundete den Tag ab. Inzwischen waren wir dazu übergegangen, die Balkontür nachts geschlossen zu halten. Die extreme Luftfeuchtigkeit drang so nicht in die Kabine ein. Die Klimaanlage hatten wir auf 22 Grad gestellt, was nicht allzu extrem zur Aussentemperatur war. Die Luftfeuchtigkeit wird von der Klimaanlage ja auch eleminiert, so dass wir zum Schlafen ein angenehmes Klima hatten.
4. März 2025 – 3. Seetag
Durch das Südchinesische Meer fuhren wir Vietnam entgegen. Der Tag verlief ähnlich wie der vorherige. Für uns ist das überhaupt nicht langweilig. So viel Meer kann uns überhaupt nicht langweilig werden. Und man kann ja lesen, Eis essen, rumgammeln, gucken wie die anderen gucken, essen und trinken nicht vergessen, Schiffe gucken.
Und was kann man sonst noch so an einem Seetag machen?: Man bucht eine Kreuzfahrt. TUICruises hat ja in diesem Jahr ein neues Schiff in Dienst gestellt, die Mein Schiff Relax der InTUItion-Klasse, ein total anderes Schiff als die bisher bekannten, welches ich gern mal kennenlernen würde. Im nächsen Jahr folgt die Mein Schiff Flow. Bernd schaute im Internet, auf welchem Schiff im nächsten Jahr eine Juniorsuite zur Verfügung stehen würde. Es gab zwei Reisen. Die eine interessierte uns weniger weil wir die Häfen alle schon kannten. Die zweite Reise war interessanter, wenn auch mit weniger Seetagen. Diese Reise würde die dann brandneue Mein Schiff Flow durchführen.

Route 2026
Wir gingen runter zur Reiseleitung auf Deck 5. Wir trugen unser Anliegen vor. Zwei Juniorsuiten waren für die Reise noch frei. Da viel die Entscheidung leicht, welches es werden sollte. Schnell waren die Formalitäten erledigt. Da wir noch ein wenig über das Schiff bummeln wollten, würde uns die Buchungsbestätigung auf die Kabine geschickt werden.

Davon abgesehen, dass es bei der Buchung an Bord 3 Prozent Rabatt auf den Reisepreis gibt, gab es an diesem Tag eine Aktion: Wer heute eine Reise bucht, hat die Chance einen Restaurantgutschein für das Restaurant Schmankerl zu gewinnen.

Am Abend gab es endlich mal einen Sonnenuntergang bis zum Ende. An den anderen Tagen verschwand die Sonne in einer Dunstwand bevor sie im Meer unterging.
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