Stolpersteine

Vielleicht ist jeder von uns schon mal über einen oder mehrere Stolpersteine gestolpert, und zwar nicht so, dass er ins stolpern kam sondern derart, dass wir daran erinnert wurden, dass in gerade dem Haus, vor dem wir den Stolperstein entdeckt haben – oder manchmal auch mehrere – der letzte freigewählte Wohnort einer oder mehrerer Personen war, bevor sie in ein Konzentrationslager deportiert wurden.

Stolpersteine ist eine Aktion des Künstlers Gunter Demnig. Er stellt die Stolpersteine aus Messing her. Eingraviert werden Angaben zu den Personen, denen die Stolpersteine gewidment sind.

Stolpersteine gibt es mittlerweile in vielen Städten Deutschlands und in anderen Ländern Europas. Nur in München nicht. Dort weigert sich der Stadtrat, Genehmigungen zur Verlegung von Stolpersteinen zu erteilen. Bereits verlegte Stolpersteine mussten wieder entfernt werden. München hat scheinbar ein recht merkwürdiges Verhältnis zur Erinnerung an deportierte unliebsame Personen in der NS-Zeit.

Anfangs sträubte sich auch Hamburg, die Verlegung von Stolpersteinen zuzulassen. Es war die Zeit, als Ronald Schill Innensenator in Hamburg war! Inzwischen sehe ich sehr viele dieser Erinnerungssteine auf den Gehwegen in Hamburg. Manchmal stolper ich auch und bleibe ich stehen und lese die Inschriften.

6 Gedanken zu „Stolpersteine

  1. Miss zwopi

    Hallo Hans-Georg, hier meldet sich eine meist stille, aber regelmäßige Leserin. Ich habe noch etwas merkwürdiges zu den Stolpersteinen im Fernsehen gesehen: das Finanzamt hat gemeint, es wäre keine Kunst, sondern reines Metallhandwerk und hat daher Umsatzsteuer in großer Höhe nachgefordert. Auch ein Weg, um Kunst und Gedenken zu beseitigen…
    LG aus Thüringen
    Miss Zwopi

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  2. Hans-Georg

    Hi Miss zwopi. Schön, dass du dich mal meldest.
    Ja, das mit der Steuer hatte ich auf der Homepage über die Stolpersteine gelesen. Die Sache ist aber in den Urstand zurückgesetzt worden. Die Stolpersteine sind als Gesamtkunstwerk anerkannt worden.

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  3. Frau Momo

    Alleine vor dem Haus meiner Mutter sind 7 Steine in den Gehweg eingelassen. Das ist schon manchmal ein eigenartiges Gefühl.
    Sie hat auch an den jeweiligen Büchern mitgewirkt, die es inzwischen für viele Stadtteile in Hamburg gibt und wo die Einzelschicksale noch mal genauer nachzulesen sind. Das ist eine Menge Biographiearbeit und eine Menge Recherche.
    Die Isestraße hat ein ganzes Buch alleine….
    München verhindert nach wie vor das Verlegen der Stolpersteine, was ich ein Unding finde. Es ist eine Art des Mahnens und des Nicht Vergessen, die ich sehr würdevoll finde.

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  4. Rona

    Letzthin an der Glan (einem Bach) in Salzach Richtung Fürstenbrunn ‘stolperten’ wir über diese Steine.

    Kinder waren es, von 3 Monaten bis zwei Jahre.
    Ganz, ganz viele.

    Und wir wurden still und leise und wanderten nachdenklich weiter.

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