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Die Reifenfrage

Morgens, wenn wir aufstehen, ist es noch nicht so richtig hell und abends wird es schon früh dunkel. Der erste Herbststurm zog über das Land hinweg. Und ich überlege seit Tagen, ob ich die Heizung anstellen soll oder noch nicht. Es ist unübersehbar, dass der Winter vor der Tür steht.

Zurzeit ist Hochsaison für Reifenwerbung, nämlich für Winterreifen. Bislang hatten wir noch keine Winterreifen für unseren Wagen. Aufgrund der neuen gesetzlichen Vorschriften ist es wohl angebracht, dass wir welche anschaffen. Ein Bussgeld, oder schlimmer noch, der Verlust des Versicherungsschutzes, wäre höchst ärgerlich.

Die Frage ist, ob wir Winterreifen kaufen, die auf die vorhandenen Felgen passen. Das scheint eine teure Tasse Tee zu werden. Einige Anbieter haben passende Reifen scheinbar gar nicht im Programm. Die Alternative wäre, Kompletträder zu kaufen, also Felgen mit passenden Reifen. Dann könnten wir eine kleinere Radgrösse nehmen und demzufolge wären die Reifen preiswertr. Wahrscheinlich wird das im Endeffekt genau so teuer wie passende Reifen, hätte aber den Vorteil, dass die Alufelgen im Winter geschont werden würden.

Da online nicht so viel über Reifen zu erfahren ist, werde ich in der kommenden Woche mal ein wenig rumtelefonieren und mich erkundigen.

50 Fragen zu meiner Person

Ich will mal nicht so sein und die mir bei Queer Moments angetragenen Fragen beantworten:

1.) Trägst Du Unterwäsche?
Bis auf seltene Ausnahmen ja

2.) Weißt Du, wie man die BH-Größe misst?
Nein – auch wenn ich mal verheiratet war

3.) Was ist Deine Lieblingseissorte?
Vanille

4.) Duschen oder baden?
Beides – alles zu seiner Zeit

5.) Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang
Sonnenuntergang – weil ich da noch wach bin

6.) Welche 3 Dinge hast Du immer bei Dir, wenn Du unterwegs bist?
Geld – Handy – Schlüssel

7.) Donald Duck oder Micky Maus?
Donald Duck

8.) Welche Zahnpasta benutzt Du?
Perladent

9.) Rechts- oder Linkshänder?
Rechtshänder

10.) Singst Du unter der Dusche?
Nein

11.) Redest Du mit Deinen Haustieren?
Wenn ich eins hätte bestimmt

12.) Kennst Du die richtigen Namen Deiner Email-Freunde?
Ja

13.) Hattest Du mal ein pinkfarbenes Kleidungsstück?
Ja

14.) Beisst Du Dir in die Lippe, wenn Du nervös bist?
Nein

15.) Frühaufsteher oder Nachteule?
Frühaufsteher und Nachteule

16.) Kannst Du einen BH mit nur einer Hand öffnen?
Nein (siehe 2.)

17.) Gummibärchen oder Kaugummi?
Egal

18.) Wie alt bist Du?
56

19.) Und wie alt möchtest Du sein?
30

20.) Loft, Villa, Bauernhaus oder einfach nur Wohnung?
Penthouse

21.) Was isst Du am liebsten auf der Pizza?
Alles, was aus dem Meer kommt

22.) Wie trinkst Du Deinen Kaffee?
Aus einer Tasse

23.) Hast Du schon mal für andere gekocht?
Mit Vergnügen

24.) Hast Du schon mal Austern gegessen?
Ja sicher – und sie haben mir auch geschmeckt

25.) Weißt Du Geburtstag und Alter Deiner Eltern?
Natürlich

26.) Titel Deines Lieblingsbuches?
Ich habe keinen Lieblingstitel

27.) Sind Deine Füße gleich groß?
Ich hab bisher keinen Unterschied bemerkt

28.) Magst Du Knoblauch?
Liebend gern

29.) Kannst Du mit Deinen Augen einzeln blinzeln?
Jo

30.) Liest Du Tabellen?
Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt

31.) Was wäre das erste, was Du tun würdest, wenn Du einen Millionenjackpot im Lotto gewinnst?
Den Kredit für das Penthouse auflösen

32.) Pepsi oder Coca Cola?
Das ist mir ziemlich egal

33.) Wann hast Du das letzte Mal gelacht?
Heute – als ich bei Queer Moments meinen Namen entdeckte

34.) Schau nach rechts, was siehst Du?
Das Wohnzimmer durch die offene Tür

35.) Und links?
Einen halbnackten Kerl auf einem Pferd

36.) Bist du ordentlich?
Nicht ganz

37.) Kaust Du auf Bleistiften oder Kulis rum?
Nein

38.) Wenn auf einer Tür steht ‘ziehen’, drückst Du trotzdem?
Manchmal

39.) Wenn Du einen Tag in Deinem Leben wiederholen könntest, welcher wäre das dann?
Der Tag, an dem mein Sohn geboren wurde

40.) Tequila, Mojito, Caipirinha oder alkoholfrei?
Caipi

41.) Pommes oder Bratkartoffeln?
Egal

42.) Hast Du schon mal eine Waffe abgefeuert?
Ja

43.) Winnie the Pooh, Tigger, Kanga, Roo, Piglet, Eeyore, Rabbit oder Owl?
Nichts davon

44.) Warst Du schonmal in Disneyland, -world oder -resort?
Ja – in Orlando und in Paris

45.) Was ist Dein größtes Ziel?
Ein sorgenfreies Leben

46.) Schlagsahne oder Caramelsirup?
Caramelsirup

47.) Riechst Du an anderen Menschen?
Nur an meinem Mann

48.) Isst Du Hauptgericht und Beilagen abwechselnd oder nacheinander?
Abwechselnd

49.) Deine Lieblingsserie im TV?
Da gibt’s mehrere

50.) Spielst Du ein Instrument?
Flöte *hihi*

Der Segen eines modernen Telefons

Unser Telefon hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, erweist sich aber immer wieder als Glückskauf. Wahrscheinlich gehört diese Funktion aber heute schon zum Standard:
Im Display des Telefons wird die Nummer des Anrufers angzeigt bzw sogar der Name, wenn wir den Teilnehmer abgespeichert haben. Manchmal steht dort auch „Nummer unterdrück“ oder „Anruf“.

Im Lauf der Zeit haben wir gelernt, die Bedeutung der Anzeige zu verstehen. Es hat sich herausgstellt, dass hinter „Nummer unterdrückt“ oder „Anruf“ in mehr als 90 Prozent aller Fälle ein Callcenter steckt. Wenn eine von beiden Anzeigen erscheint, nehmen wir den Hörer erst gar nicht mehr auf. Wir haben nämlich keine Lust, uns mit irgendwelchen Umfrage- oder Werbeanrufen abzusabbeln.

Der neueste Trend ist wohl eine automatische Telefonumfrage, wie es vor ein paar Minuten geschah. „Nummer unterdrückt“ erschien im Display, also ging ich nicht ran. Die Maschine muss ich die Ansage auf dem AB in ruhe angehört haben, bevor sie mit der Umfrage begann, die wir über den Lautsprecher mithören konnten. Der AB wurde also aufgefordert, zur Beantworung einer Frage eine Taste zu drücken, was er natürlich nicht konnte. Die Frage wurde wiederholt. Als wieder kein Impuls ausglöst wurde, verabschiedete sich die Maschine höflich. Grinsend sassen wir daneben. War ja nicht unser Geld, was da zum Fenster rausgeworfen wurde.

Sollte hier Jemand lesen, der die Rufnummernanzeige unterdrück hat – sprecht einfach auf den AB. Wenn wir zu Hause sind, nehmen wir ab wenn wir wir wissen, wer da gerade anruft.

Zweisamkeit mit Cabrio, Kuchen, Pflanzen und einer Exministerin


Eine Familie zu haben ist schön.
Mit der Familie zusammen zu sein ist schön (jedenfalls bei uns ist es so).
Freunde zu haben ist schön.
Mit Freunden was zu unternehmen ist schön.
Gäste zu haben ist schön.
Zu Gast sein zu dürfen ist schön.

Wunderbar ist es, wenn man allein zu zweit mit seinem Partner was unternimmt. Wenn dazu das Wetter toll ist, man mit offenem Verdeck durch die Gegend fahren kann, ohne Zeitdruck – gibt es was schöneres? Vielleicht. Aber für uns war heute ein so wunderbarer Tag.

Mittags machten wir uns auf den Weg über die A1 in Richtung Ostsee. Unser Ziel war das Palmenhaus-Café in Sierhagen in der Nähe von Neustadt/Holstein. Ich hatte vor mehr als einem Jahr durch Zufall davon in einer Sendung des N3-Fernsehens erfahren. Seither war es ein Wunsch von mir, das Café zu besuchen, das wegen seiner hausgmachten Torten und Kuchen viel gerühmt wird, u.a. von der Zeitschrift „Der Feinschmecker“.

Es war nicht ganz einfach, die kleine Ortschaft zu finden. In unserem Navisystem ist sie nämlich nicht enthalten. Zum Glück hatte ich mir die Wegbeschreibung ausgedruckt, die leider nicht ganz eindeutig ist. Nachdem wir zuerst die falsche Autobahnabfahrt genommen hatten, zwei mal am Hansapark vorbeigefahren und dann wieder auf die Autobahn gefahren sind, diese an einer anderen Abfahrt verlassen hatten, kamen wir endlich in die gewünschte Richtung. Doch bevor wir in Sierhagen ankamen, landeten wir erst mal auf Gut Hasselburg.

Sind wir hier richtig? Vor dem Torhaus stellten wir den Wagen ab und schauten uns um. Nein, vom Palmenhaus war nichts zu entdecken. Trotzdem war es schön, hier kurz angehalten zu haben und diese alte Gutshofanlage ein wenig zu besichtigen.

Über eine äusserst enge und kurvenreiche Strasse machten wir uns weiter auf die Suche. Endlich waren wir in Sierhagen. Ein Hinweisschild leitete uns zum Parkplatz. Wenig später standen wir vor dem langersehnten Palmenhaus-Café. Die Aussenplätze waren bei dem schönen Wetter alle belegt. Deshalb suchten wir uns einen Platz im Palmenhaus, das durch die grossen Fenster lichtdurchflutet ist.

Die Kuchenauswahl war schnell getroffen: Für Bernd ein Stück Eierlikörtorte, für mich ein Stück Himbeer-Käsesahne-Torte, dazu jeweils ein Kännchen Schokolade mit Sahne. Wir bekamen grosse Augen als der Kuchen serviert wurde. Es lagen nämlich riesige Stücke auf dem Teller. Sowas gibt’s es sonst wohl kaum. Nicht nur optisch, nein, auch geschmacklich war der Kuchen ein Genuss. Leider waren unsere Mägen ziemlich voll nachdem wir die Leckerei verzehrt hatten. Viellicht hätten wir sonst noch einen Eisbecher bestellt.

Direkt neben dem Café befindet sich die Gärtnerei von Gut Sierhagen. Ich bin ja nicht nur begeisterter Kuchenfan sondern auch sehr interessiert an allem, was mit Gärten und Pflanzen zu tun hat. War ja klar, wie Bernd richtig vermutete, dass ich mich da noch umsehen wollte.


In zwei Gewächshäusern werden Pflanzen und Geschenkartikel angeboten. Der Aussenbereich macht einen sehr urwüchsigen Eindruck, nicht alles so akkurat wie im Gartencenter, was im ersten Moment etwas unordentlichen aussieht. Auch die Pflanzen sehen nicht so frisch und stark aus wie im Gartencenter. Allerdings muss man sein Wahrnehmungsvermögen etwas umstellen, weg vom Gartencenter, weg von schneller Aufzucht. Wenn man hier länger verweilt merkt man, dass es hier wunderbar duftet, sieht man, dass hier Kräuter angeboten werden, die es im Gartencenter in dieser Vielfalt nicht gibt. Es ist eben noch – oder wieder so? – wie es früher war.

Da ich eine Frage zum Lavendel auf unserem Balkon hatte, begab ich mich in eins der Gewächshäuser um eine dort tätige Dame um einen Rat zu bitten. Neben mir stand eine Dame, die mir irgendwie bekannt vorkam. He, das ist doch die, wie heisst sie noch, unsere ehemalige Verbraucherschutzministerin! So sehr ich mich auch anstrengte, ich kam nicht auf ihren Namen. Da sie gerade ihre Einkäufe bezahlte, was etwas Zeit in Anspruch nahm, ging ich raus zu Bernd um ihm zu erzählen, wer da drin steht. Er hatte es bereits registriert, kam aber auch nicht auf ihren Namen. Ich ging wieder hinein. In dem Moment nahm Frau Künast einen Topf mit Basilikum und stellte ihn zu den anderen Waren. Und in dem Moment wurde mir bewusst, in was für einer Gärtnerei ich mich befand: Ich habe noch nie einen so intensiv riechenden Basilikum bemerkt. Hier wird alles noch so angebaut, wie man es früher gemacht hat und nicht auf die Schnelle in Substrat hochgezogen.

Das nahm ich zum Anlass, eine kleine Bemerkung in den Raum zu werfen. Und schon waren wir drei, Frau Künast, die Mitarbeiterin der Gärtnerei und ich, in ein kleines Gespräch verwickelt. Ich bedauerte sehr, dass mir der Name immer noch nicht eingefallen war. Wenige Augenblicke später war unsere Exministerin mit ihren Einkäufen verschwunden und ich bekam eine Beratung bezüglich unseres Lavendels, woraufhin ich natürlich noch eine Lavendelpflanze kaufte.

Wir machten uns langsam auch auf den Heimweg. Über Neustadt nach Haffkrug, auf der Strandstrasse entlang nach Scharbeutz, was mit enem Cabrio doppelt so viel Spass macht als mit einem geschlossenen Auto. Dann nach Timmendorfer Strand und weiter nach Niendorf/Ostsee.

In Niendorf zeigte ich Bernd die kleine Siedlung, in der ich in den 60ern zusammen mit meiner Cousine bei unserer Grossmutter viele Ferientage verbrachte. Sie hatte sich dort ein kleines Ferienhaus gekauft. Es steht immer noch so da wie damals. Nach dem Tod von Oma hat die Familie es verkauft. Erinnerungen an die damalige Zeit wurden wach, von denen ich Bernd während der Weiterfahrt über die Landstrasse nach Warnsdorf, am Hemmelsdorfer See entlang zum Waldhusener Forst bei Lübeck erzählte. Kurz darauf saugte uns die Autobahn Richtung Hamburg auf.

Usprünglich hatte ich geplant, heute etwas aus unserem neuen Kochbuch zu kochen bzw. zu backen („Backen mit Olivenöl). Da das Wetter aber so spätsommerlich schön war, hatten wir uns entschlossen, noch mal zu grillen. Wer weiss – vielleicht war es das letzte Mal in diesem Jahr. In den nächsten Monaten werde ich noch genügend Gelegenheiten haben, neue Rezepte auszuprobieren.

Zweisam klang dieser wunderbare Tag vor dem Fernseher auf dem Sofa aus, wo mir alsbald die Augen zufielen.

Ein runder Abend

Es ist immer spannend, wenn man Jemanden kennen lernt, mit dem man zwar schon mal telefonischen Kontakt hatte, den man aber im „real life“ noch nie getroffen hat. Na, ganz so war es ja nicht – hatten wir Tim doch schon anlässlich des Feuerwerks an der Alster getroffen. Unser erster Eindruck vom Mittwoch Abend wurde heute positiv vertieft: Tim ist ein ganz Netter.

Das spätsommerliche Wetter machte es möglich, dass wir auf unserem Balkon noch mal grillen konnten. Aufgrund des stürmischen Ostwindes war es leider unmöglich, mittels Öllampen und Teelichtern für eine gemütliche Atmosphäre zu sorgen. Eine Windboe machte den Versuch zunichte und wir sassen wieder im Dunkeln. Nachdem der letzte Bissen verzehrt war, mussten wir unser Treffen im Wohnzimmer fortsetzen weil der starke Wind uns ein wenig frösteln liess. Nach 6 Stunden und 3 Flaschen Wein waren wir uns einig: Wir treffen uns wieder – und dann ist Christoph hoffentlich auch dabei!

Feuerwerk über der Aussenalster

Anlässlich der heutigen Eröffnung der Chinatime hier in Hamburg, wurde ein grosses Chinesisches Feuerwerk über der Aussenalster angekündigt. 30 Minuten würde es dauern. Klar doch, dass mein Herz gleich höher schlug, als ich das gelesen hatte. Und da wir nur wenige Minuten von der Alster entfernt wohnen, konnte ich Bernd überreden, mit mir zum Feuerwerk zu gehen.

Auf dem Weg dorthin meldete sich Tim bei mir auf dem Handy. Er weilt zurzeit aus beruflichen Gründen in Hamburg. Tim wollte wissen, von wo aus wir das Feuerwerk ansehen wollen und ob wir uns dort treffen können. Ein Treffen war schon seit längerem geplant und ist auch für den kommenden Freitag verabredet. Aber warum sollte man sich nicht schon vorher ein wenig beschnuppern? Tasächlich ist es uns gelungen, uns in der Dunkelheit an der Alster zu finden.

Gemeinsam schauten wir das bunte und laute Spektakel an. Aussergewönliche Effekte wurden nicht gezeigt. Insgesamt gesehen hätte man das Feuerwerk auch in 15 Minuten abbrennen können weil es in sich viele Wiederholungen gab. Allein das Finale war ein fulminanter Anblick und jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken. In schneller Folge wurden die Rakten gezündet und in die Luft gejagt. Am sommerlichen dunklen Hamburger Himmel entfalteten sie ihre funkelnde und farbenprächtige Ladung. Meinetwegen kann ein Feuerwerk nur aus Finale bestehen – weil es einfach am schönsten ist.

Nach dem letzten Böller machten wir uns mit Tim auf den Heimweg (er wohnt bei uns um die Ecke). Wir freuen uns darauf, ihn am Freitag bei uns zu Hause begrüssen zu dürfen.

Zu früh gekauft?

Im Mai war ich ja noch ganz stolz, mit dem Kauf unseres neuen Fernsehers ein Schnäppchen gemacht zu haben. Heute Mittag wurde ich eines Besseren belehrt: Das gleiche Gerät wird jetzt für Eur 999,00 angeboten. Zum Glück sind es nur Eur 200,00, die wir mehr bezahlt haben. Ärgerlicher wäre es gewesen, wenn ich damals den richtigen Preis hätte bezahlen müssen, dann wäre der Unterschied Eur 700,00 gewesen.

Aber so ist es ja mit fast allen elektronischen Artikeln: Man kauft immer zu früh weil die Preise laufend weiter fallen.

Alstervergnügen 2006


Es ist ja immer dasselbe: Schwenkgrill, Fischbrötchen, Pommes, Crepes – dazu Bier, Cocktails, Caipi. Jedes Strassenfest ist ähnlich, egal ob es auf der Langen Reihe stattfindet oder sich Hafengeburtstag nennt oder Alstervergnügen. Sicher sieht es in anderen Städten ähnlich aus. Aber Strassenfeste üben nun mal eine magische Anziehungskraft auf die Menschenmassen aus.

Das Alstervergnügen ist nach meiner Meinung das schönste Fest hier in Hamburg, und nicht nur deshalb, weil Bernd und ich uns dort kennen gelernt haben. So sind die grossen alten Gebäude mit ihren von der Patina grünen Dächern – dazu noch durch Effektbeleuchtung gut in Szene gesetzt – an drei Seiten der Binnenalster eine wunderbare Kulisse. Die beleuchtete Lombardsbrücke an der vierten Seite passt sich wunderbar in das Gesamtbild ein. Die Besucher des Festes können sozusagen im Kreisverkehr endlos um die Alster gehen und brauchen nicht an einem Ende umkehren. Die Lichter der Stände und der umliegenden Häuser spiegeln sich im Wasser. Ich frage mich, ob es in Deutschland eine ähnlich schöne Stätte für so eine Veranstaltung gibt.

Traditionell mache ich am Donnerstag in meiner Mittagspause einen Rundgang um zu sehen, ob etwas gravierend Neues angeboten wird, das es sich lohnt zu essen oder zu trinken. Wie schon oben erwähnt – auch in diesem Jahr war es wie immer. Es würde sich also nicht lohnen, sich an den Abenden mit den Menschenmassen in den Kreisverkehr einzureihen. Es würde reichen, sich beim Bierstand vom Willi’s auf der Lombardsbrücke zum Feuerwerk einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Und dort fanden wir uns am Donnerstag Abend zum Autaktfeuerwerk rechtzeitig ein.

Die Musik war, wie in jedem Jahr, schauderhaft. Schlager der 70er Jahre wird dort immer gespielt, egal auf welchen Fest das Willi’s vertreten ist. Wir hofften jedoch, dort ein paar Leute zu treffen, die wir lange nicht gesehen haben. Das war leider nicht der Fall und die Musik wurde im Laufe des Abends auch nicht besser. Die Tunten flippten zu den Tönen von Marianne Rosenberg fast aus – wie immer. Und so machten wir uns nach dem Feuerwerk recht schnell auf den Heimweg. Zu Hause mussten wir erst mal duschen. Der Wind hatte die Rauchwolken und Raketenreste direkt auf uns zu getrieben. Wir stanken nach Schwefel und in den Haaren hatten wir Russ- und Papierkrümel.

In der Hoffnung, dass am Freitag Abend bessere Musik gespielt werden würde, hatten wir uns am gleichen Platz mit Bernds Mutter verabredet. Als wir mit Melli am Bierstand eintrafen, lief die gleiche Platte wie am Abend vorher. Genervt suchten wir uns von der Brücke aus einen anderen Platz. Als Bernds Mutter eintraf, machten wir uns sofort auf den Weg. Wenige Meter weiter direkt am Wasser unterhalb der Brücke (nicht unter der Brücke) war noch Platz in der ersten Reihe. Von dort aus konnten wir das zweite Feuerwerk aus nächster Nähe beobachten. Wie es aussieht, haben wir einen neuen Lieblingsplatz gefunden, um Feuerwerk zu gucken.

Gestern Abend gingen wir gleich dort hin. Auf dem Weg mussten wir am Willi’s vorbei. Ich muss wohl nicht erst erwähnen, was dort gerade aus den Boxen schallte. Wir waren froh, als wir unseren neuen Platz erreicht hatten. Die Musik dort ist recht angenehm, das Publikum auch. Was zu trinken kann man dort auch bekommen, damit man sich, während man auf den Beginn des Feuerwerks wartet, am Becher festhalten kann.

Um die Wartezeit zu verkürzen, gab es auf der Alster Vorführungen mit fackeltragenden Wasserskiern. Der rote Feuerschein spiegelte sich in den Fenstern der umliegenden Häusern. Es sah aus, als würden die Räumlichkeiten in Brand stehen. Ein Fahrgastschiff der Alsterflotte kam von der Aussenalster durch die Lombardsbrücke und veranlasste ein paar Alsterschwäne zur Flucht, die auf dem Weg in ihr Schlafquartier waren. Kurz nach 21.00 Uhr liess uns ein lauter Knall erschrecken: An der Lombardsbrücke wurde ein pyrotechnischer Wasserfall gezündet. Als der versiegt war, kamen illuminierte Kanus und etliche Schwimmer mit Fackeln zu den Klängen der Musik aus dem Film Titanic durch die Brücke geschwommen, die sich auf der Alster verteilten. Es war wunderschön anzusehen.




Inzwischen hatten die Akkus für meine Kamera den Geist aufgegeben. Ich hatte extra ein Paar frisch geladen. Scheinbar ist ein Akku oder beide defekt. Deshalb konnte ich das grandiose Abschlussfeuerwerk geniessen, ohne mich um Fotos kümmern zu müssen. Nach dem Spektakel gesellte sich André noch zu uns. Nach einem gaymeinsamen Absacker machten wir uns auf den Heimweg.

Feuerwerk üben eine grosse Anziehungskraft auf mich aus. Näher als auf dem Alstervergnügen kommt man wohl niergends an ein Feuerwerk heran. Bei einigen Effekten ist es so, als würde man unter einer Feuerkuppel stehen. In den Häusern rund um die Binnenalster und auf dem Wasser spiegelt sich das Feuerwerk. Dazu die lauten Böller beim Zünden der Rakten, deren Echo von den Häusern zurückgeworfen wird – es gibt wohl kaum einen geigneteren Platz, ein Feuerwerk abzubrennen

Heute geht das Alstervergnügen nach vier Tagen zu Ende. Den Sonntag kann man als Familientag bezeichnen: Mit Kindern in Kinderwagen und Karren sowie mit Hunden ziehen die Völkerscharen rund um die Alster. Aber man kann am Sonntag Nachmittag auch den Mann für’s Leben treffen. Und der kann auch ein Feuerwerk auslösen.