Archiv der Kategorie: Kultur

Loriot

Victor von Bülow alias Loriot ist gestern im Alter von 87 gestorben.

War er ein Komiker? In gewisser Weise schon, aber ganz und gar nicht zu vergleichen mit denen, die sich heute Komiker nennen und auf der Bühne derbe Witze reissen. Loriot war ein Humorist.

Victor von Bülow besass einen sehr feinen, subtilen Humor. Unvergessen sind seine Sketche, sei es gezeichnet (Das Früstücksei / Szenen einer Ehe) oder als kleine Filme, bei denen er an der Seite der unvergessenen Evelyn Hamann vor der Kamera stand (Die Nudel / Der Kosakenzipfel). Viele seiner Szenen sind, fein beobachtet, aus dem Leben gegriffen und ein wenig überspitzt dargestellt. Viele seiner Charaktere können wir fast täglich beobachten.

Seine kurzen pointierten Inhaltsangaben von Opern anlässlich der jährlich stattfindenen Aidsgala in der Deutschen Oper Berlin waren unnachahmlich.

Wer seine Werke nicht versteht oder wer damit nichts anfangen kann, hat keinen Sinn für Humor. Ich werde mich an ihn und seine Werke immer gern erinnern und kann mich darüber immer wieder köstlich amüsieren.

„Ach!“ – „Warum sagen Sie ach?“ – „Ich hätte auch aha“ sagen können!“

Und jetzt werde ich auf die Terrasse gehen und „möchte einfach nur so da sitzen“!

Oh Alpenglühn!

Als ich gelesen hatte, dass dieses Stück im Schmitd Theater auf die Bühne gebracht werden soll, regte sich bei mir aufgrund der Kurzberschreibung erstes Interesse, es sich anzuschauen. Ich gebe zu, dass der eigentlich Magent eine der beiden Darsteller war, nämlich Carolin Fortenbacher, die wir in dem Musical Mamma Mia etliche Male als Donna auf der Bühne erleben durften. Sie ist ein grossartige Schauspielerin mit einer tollen Ausstrahlung. Für unseren ersten gaymeinsamen Urlaubstag organisierte ich 2 Karten. Und es stellte sich heraus, dass es kein Griff ins Klo war. Wir erlebten gestern Abend nämlich einen tollen Theaterabend.

Das Stück ist total auf Carolin Fortenbacher zugeschnitten, die teilweise sich selbst spielt, nämlich einen Musicalstar. Und so war es eigenlich ganz logisch, dass im ganzen Stück immer wieder kurz auf diverse Musicals eingangen wurde, oft auch nur so weit, dass dies nur für erfahrene Musicalbesucher sichtbar war.

Carolin Fortenbacher glänzte mit genialer Spielfreude, gespickt mit fast schon akrobatischen Tanzeinlagen, und natürlich mit ihrem Gesang, von dem ich schon arg überrascht war. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass sie sogar die Koloratur beherrst, die sie beim Singen des Frühlingsstimmenwalzers hervorragend einsetzte.

An ihrer Seite spielt Nik Breidenbach, der mir bis dato unbekannt war. Seine tolle Stimme in den Gesangseinlagen liess uns aufhorchen. Sein Schauspieltalent ist grossartig und tanzen kann er ebenso gut wie seine Partnerin auf der Bühne. Die im Stück geplante Interaktion mit dem Publikum wirkte nicht einstudiert sondern spontan. Allerdings geriet er ein wenig aus der Fassung als es einen Zwischenruf aus dem Publikum gab. Er rang mit sich auf der Bühne, nicht laut loslachen zu müssen. Beim Schlussapplaus ging er dann ganz spontan auf diese kleine Episode ein.

Im ersten Teil trieb es uns vor Lachen die Tränen in die Augen. Nach der Pause driftete das Stück in Richtung Klamotte ab, was aber durch die grossartige Leistung der beiden Darsteller aufgefangen wurde. Standig Ovations für Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach nach dem überraschenden Schluss des Stückes.

Wiederholungsgefahr eines weiteren Besuches dieses Stückes: Sehr sehr gross!

Hier der Link zur Seite mit der Stückbeschreibung des Theaters.

Rhytmisches Klatschen in der Oper?

Mit dem Besuch des Opernlofts haben wir gestern Abend Neuland betreten. „CSI Opera“ heisst die neue Produktion, die wie uns angschaut haben, dargeboten von zwei Sängerinnen (Sopran und Mezzosopran) in Polizeiuniform. Dazu trugen sie knallrote Pumps und die unerlässliche Pilotenformsonnenbrille. Musikalisch wurden die Damen vom Kriminalorchester (Klavier, Bass und Fagott bzw. Klarinette) begleitet. Die drei Herren trugen ebenfalls eine Polizeiuniform.

In etwa 90 Minuten Spielzeit wurden uns 4 Opern präsentiert: Rigoletto, Tosca, Don Giovanni und Carmen. Gespielt, gesprochen, gesungen und musiziert wurde auf einer kleinen Bühne ohne jedwede Kulisse oder Dekoration. Die benötigten Requisiten lagen scheinbar wahllos auf den Brettern, die die Welt bedeuten, verteilt, wobei die beiden Akteurinnen natürlich genau wussten, wo was liegt. Die Damen sangen auch die Arien, die sonst von Männern auf der Bühne dargeboten werden. Dazu hielten sie dann jeweils Schilder hoch, wie z.B. „Herzog“. Sie agieren auch mitten im und mit dem Puplikum, vor dessen Augen der Kreideumriss der totaufgefundenen Tosca zu sehen ist.

Im Hintergrund werden auf einer Vidoewand die, zu den in Originalsprache gesungenen Arien, deutschen Texte gezeigt. Dort werden auch begleitende kleine Videos gezeigt. Jede der 4 Opern wurde nur durch 3, maximal 4 Arien präsentiert und auf Art eines Kriminalfalles mit begleitetenden Worten erklärt.

Es war ein vergnüglicher Abend an dessen Ende das Publikum zu den Klängen des Torreromarsches aus der Oper Carmen in rhytmisches Klatschen verfiel. Die Zuschauer dankten den beiden hervorragenden Sängerinnen und dem Kriminalorchester mit langanhaltendem Beifall.

Wer ins Opernloft geht, darf keine ernsthaft dargebotene Oper erwarten. Das zeigt schon die Art des Werbeposters. Mit Sakko und Krawatte ist der Herr schon overdressed. Im Foyer stehen rotangemalte Bierzeltgarnituren und Sitzpolster, bei denen selbst ich schon Schwierigkeiten hätte, dort pünklich zum Beginn der Vorstellung wieder herauszukommen. Eine junge Frau im kurzen Rock hatte arge Probleme, diesen züchtig zurechtzuzupfen.


Da die Gefahr besteht, im Gebäude, in dem das Opernloft untergebracht ist, die Orientierung zu verlieren, gibt es im Eingangsbereich einen netten kleinen Hinweis.

Wiederholungsgefahr für einen weiteren Besuch im Opernloft ist durchaus vorhanden.

Für alle Interssierten:
Es lohnt sich übrigens, sich auf der Hompage des Opernlofts etwas ausführlicher umzuschauen. Allein das ist schon ein grosser Spass und regt euch vielleicht dazu an, einmal eine Vorstellung im Opernloft zu besuchen. Die schulterfreie Abendhose und den Smoking könnt ihr getrost im Kleiderschrank hängenlassen!

Bis die Madonna wackelt


Sister Act – das Geburtstagsgeschenk für unsere Mütter – stand heute in einer Nachmittagsvorstellung auf unserem Programm. Unsere Mütter waren begeistert – wie wir auch. Am liebsten hätten wir uns das Musical in der Abendvorstellung gleich nochmal angeschaut. Sowas haben wir ja schon mal gemacht, in Stuttgart mit Wicked – die Hexen von Oz.

Jedenfalls ist das Musical wirklich einen Besuch wert. Wer es humorvoll mag, gepart mit schwungvoller Musik, Tanz, tollen Kostümen und einem grandiosen Bühnenbild mit zum Teil überraschenden Effekten, ist hier gut aufgehoben. Im Finale tanzen die Nonnen in der Queen of Angels Kathedrale und im Hintergrund wackelt die grosse Madonnenstatue.

Dieses war unser 2. Besuch und es war sicher nicht der letzte. Wir hätten das sicher nicht verschenkt, wenn uns das Stück nicht schon beim ersten Mal so gut gefallen hätte.

Nur sollte man sich überlegen, ob man eine Nachmittagsvorstellung buchen will. Wir sassen umgeben von „Landfrauen“, wie überhaupt der Frauenanteil sehr hoch war. Ich hatte allerdings das Glück, neben zwei Schwestern – also keine Nonnen – sitzen zu können.

Schwanensee anders


Das Leben besteht nicht nur aus Bandscheibe und ESC, es gibt auch noch andere Dinge, nämlich höchstkulturelle:
Ein Ballettabend in der Hamburgischen Staatsoper, den wir uns am Freitagabend angeschaut haben. John Neumeier erzählt die Geschichte des Balletts in einer anderen Form und transferiert sie dazu noch in die Zeit des Bayernkönigs Ludwig II. Dies lässt schon der Vorhang erahnen, der extra für diese Inszenierung angefertig wurde.

Anfangs waren wir enttäuscht von der Inszenierung und der Leistung des Corps de Ballett. Herrn Neumeier gelingt es nicht, auch nur 3 Paare synchron tanzen zu lassen. Die Solisten hatten im ersten Teil noch nicht so viel zu tun, besonders die Herren nicht. Es gab keine Sprünge. Sie beschränkten sich darauf, die Damen über die Bühne zu tragen.

In der Pause fragte Bernd mich: „Und?“ – Ich: „Ich weiss nicht.“ – Bernd: „Ich auch nicht.“

Nach der Pause wurde es dann qualitativ besser, auch wenn wir noch nicht hunderprozentig überzeugt waren.

Nach der zweiten Pause hatten dann die Solisten ihre grossen Auftritte und liessen uns die negativen Eindrücke fast vergessen. Das Ende des Balletts war wirklich grossartig inszeniert, das muss man wirklich zugestehen.

Die Mitwirkenden nahmen am Ende den jubelnden Applaus des Publikums entgegen, es flogen sogar Blumensträusse auf die Bühne.

Trotzdem bin ich der Meinung: John Neumeier wird überbewertet. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass das Ballett der Semperoper qualitativ besser ist.

Einen kleinen Eindruck von dieser Inszenierung gibt es auf einem Video bei Theater-TV

Wir sind nicht Lena


Der diesjährige ESC – European Song Contest – Grand Prix ist Geschichte. Lena, die ihren Titel vom vorigen Jahr verteidigen sollte/wollte, kam auf Platz 10, also immerhin unter die erhofften Top Ten. Gewonnen hat in diesem Jahr Aserbaidschan mit dem Titel „Running Scared“, dargeboten von Ell und Nikki.


Traditionell haben wir den Abend mit Freunden vor dem Fernseher verbracht, dieses Mal bei unseren Nachbarfreunden. Vor der TV-Übertragung gab es noch ein paar leckere Kleinigkeiten. Der Käseigel wurde pünktlich zum Beginn der Übertragung aus Düsseldorf serviert. Eigentlich waren wir ja alle satt, aber ….. Na, wir haben es dann nicht geschafft, ihn ganz zu plündern.

Mit Hilfe der Stimmzettel von Oskar haben wir unsere kleine interne Abstimmung gemacht. Allerdings hielten wir es so, dass wir auch für Lena abstimmen durften. Wir wollten ja einen Vergleich mit dem tatsächlichen Endergebnis haben. Jeder machte sich während der Darbietungen schon ein paar Notizen auf seinem Stimmzettel.


Allgemein waren wir der Meinung, dass die ins Finale gelangten Titel durchweg von guter Qualtität waren. Manchmal war es schwer zu entscheiden, welcher Teilnehmer nun welche Punktzahl erhalten sollte. Am Ende wurden alle vergebenen Punkte von Peter und Bernd addiert und das Ergebnis dann verkündet.

Unsere interne Abstimmung ergab diese Platzierungen (ohne Gewähr für die Richtigkeit):
1. Deutschland
2. Schweden
3. Spanien
4. Österreich
5. Irland/Ungarn
6. Rumänien
7. Estland
8. Aserbaidschan
9. Finnland
10. Bosnien & Herzegowina

Dass Italien es in der offiziellen Wertung so hoch geschafft hat, ist uns völlig unverständlich. Meine persönliche Wertung:
1. Schweden, 2. Spanien, 3. Deutschland – Österreich hatte ich auf Platz 9. gesetzt (ich höre jetzt schon die Buhrufe der mitlesenden Ösiblogger). Trotzdem ist Österreich bei uns intern ja auf Platz 4 gelandet. Österreich war übrigens von der Deutschen Jury an die 1. Stelle gesetzt worden. Diese Information wurde während der Liveübertragung der Aftershowparty vom Spielbudenplatz Hamburg bekanntgegeben.

Die Show selbst war genial. Wir waren jedenalls total begeistert. Besonders das Opening hatte es uns angetan. Da ging ja richtig die Post ab. Wow! Die Veranstalter haben sich sehr viel Mühe gegeben.

Lena hat ja verkündet, dass sie nicht noch einmal antreten wird. Es wird im nächsten Jahr also wieder eine vielseitigere Entscheidungsfindung geben, wer Deutschland in Aserbaidschan vertreten soll. Wir freuen uns schon drauf.

Wer nicht vor dem Fernseher gesessen und mitgefiebert hat, kann sich hier, hier und hier informieren und sich dann selbst ein Bild von der Veranstaltung machen.

ESC

Wir sind gerüstet für heute Abend. Wenn es so nett wird, wie im vorigen Jahr, sind wir zufrieden – egal wer heute im Finale das Rennen macht. Dieses Mal sind wir zu sechst, also ein kleiner Teil der geschätzten 120 Millionen Menschen, die sich dieses Spektakel ansehen, die grösste Musikveranstaltung der Welt.

Dank Oskar Welzl haben wir auch Stimmzettel, die wir privat für uns ausfüllen werden. Auf einem siebten Zettel werden die abgegebenen Punkte addiert und dann wollen wir mal sehen, für welchen Siegertitel wir uns im kleinen intimen Kreis wir uns entschieden haben.

Und wer es wagt, sich per Kommentar negativ über den Eurovision Song Contest an sich zu äussern, wird sowas von niedergemacht, aber sowas von!

Wir sind ganz heiss auf heute Abend. Den ganzen Tag schon werden im lokalen privaten Radiosender die Titel der am Finale teilnehmenden Länder gespielt.

ESC – 1. Halbfinale

Sensation: Die Türkei ist draussen und macht seit Jahren das erste Mal nicht mit.

Schade: Norwegen ausgeschieden. Ist ein schöner Cabrio- und Sommerhit.

Ungarn ist weiter, sowie Russland und Griechenland. Das waren, wie Norwegen, meine Favoriten für’s Weiterkommen.

Alles andere – na ja. Nicht schade drum – für meinen Geschmack.

Die Griechen haben übrigens den schönsten Mann heute Abend aufgeboten. Sehr sexy!

Dresden


Es war uns ja schon im vorigen Jahr nach unserem ersten Besuch in Dresden klar, dass es nicht der letzte sein würde. Kurz nach unserer Rückkehr entschlossen wir uns, unseren Müttern ein Fahrt nach Dresden mit einer Aufführung des Ballets La Bayadère in der Semper Oper zu Weihnachten zu schenken. Fix wurden die Karten gekauft und das Hotel gebucht. Wie wir gerade feststellten, war das 1 Jahr im Vorraus. Für uns dauerte die Vorfreude also ein ganzes Jahr während sich unsere Mütter 4 Monate auf den kleinen Tripp freuen konnten. Weiterlesen

Für den grossen Einkauf


An der Kunsthalle ist derzeit eine Freilichtausstellung. Gezeigt werden überdimensionale Einkaufstaschen wie man sie in guten Geschäften bekommt um die gekaufte Ware zu transportieren.

Leider hatte ich nicht genügend Zeit, mich mit der Hinweistafel zu beschäftigen und noch mehr Aufnahmen zu machen. Ich hatte aber gelesen, dass die Taschen von Künstlern für die Firma Montblanc gemacht wurden. In den nächsten Tagen werde ich mich noch etwas intensiver dort umschauen. Unser Büro ist ja fast gleich nebenan.

Nachtrag (27.04.):
Die Tüten sind schon wieder entfernt, sehr schade. Es gibt also leider keine weiteren Fotos.