Archiv der Kategorie: Küche

Die Jungs

Ich fühle mich immer ziemlich geschmeichelt, wenn Astrid von Bernd und mir als „die Jungs“ redet. Immerhin bin ich schon Rentner – auch wenn ich mich nicht so fühle und nicht im typischen Renterbeige und Sandalen umherlaufe.

Kürzlich habe ich Jungs entdeckt, die man gut und gern noch so bezeichnen kann. Diese Jungs, Torsten und Sascha, kochen und backen. Deshalb heisst ihr Foodblog auch so, nämlich „Die Jungs kochen und backen“. Und was die alles kochen und backen – da kann man echt neidisch werden. Besonders wenn man sich anschaut, mit wieviel Liebe die Backwaren und Gerichte angerichtet und dekoriert und auch noch in Szene gesetzt werden.

OK, ich bemühe mich ja auch, mein Zeugs einigermaßen nett aussehen zu lassen. Doch, auch wenn ich mit Bernd allein bin und zu Tisch sitze wird nett gedeckt, Kerzen kommen auf den Tisch, die guten Gläser von Holmegaard werden hingestellt und nicht das Senfkristall aus dem Küchenschrank. Und wenn wir Gäste bewirten, werden die langstieligen Gläser genommen. Doch ja, ich gebe mir Mühe. Aber den letzten Schliff, den habe ich nicht drauf.

Die Jungs können das, die waren sogar schon im Fernsehen! Die probieren auch selbst was neues aus während ich immer nur nach Rezepten arbeite. Gut, die werden schon mal abgewandelt oder ergänzt. Aber das ist nicht zu vergleichen mit dem, was Torsten und Sascha auf die Beine stellen. Aber macht euch selbst ein Bild. Ab sofort sind sie mit ihrem Foodblog bei mir in der Rubrik „Foodblog“ zu finden. Viel Spaß beim Stöbern!

Schneegestöber

Der Winter hat uns in diesem Jahr wieder mal schmälich im Stich gelassen, bisher jedenfalls. Ich bin nicht traurig deswegen. Laut Wettervorhersage für die nächsten 2 Wochen ist auch weiterhin nicht mit einem Wintereinbruch zu rechnen. Trotzdem, die Schneegefahr ist noch nicht vorrüber. Von extremer Kälte werden wir aber bis zum meteorologischem Frühlingsanfang am 1. März verschont bleiben.

Wer aber gern mal ein Schneegestöber hätte, kann sich jenes leicht und schnell selbstmachen, und ausgesprochen lecker ist es noch dazu. Weiterlesen

Zeit für Eierlikör

Die Jahresendfeierlichkeiten sind Geschichte, der 1. Monat des neuen Jahres ist auch so gut wie Geschichte. Es wird Zeit, an Ostern zu denken.

Ostern ist in diesem Jahr besonders früh. Das hängt mit dem Frühlingsanfang und dem Vollmond zusammen. Ostern ist nämlich immer am ersten Wochenende nach dem Vollmond nach dem Frühlingsanfang. Irgendwas muss mit der christlichen Geschichte falsch gelaufen sein. Während die Geburt des Erlösers ein festes Datum hat, nämlich der 24.12., ist das Datum seines Todes variabel, das richtet sich nach Frühlingsanfang und Vollmond. Ich wusste ja schon immer, dass das mit dem Vollmond nicht so ganz geheuer ist. Weiterlesen

Ein neuer Toaster

Wir hatten ein soooo tollen Toaster: Edelstahl gebürstet, tolles Design, wie für uns gemacht. Und mit einer tollen Technik: Das Toastgut brauchte man nicht manuell mittels Hebel in den Toaster befördern, nein, sobald man die Toastscheiben in den Schlitz gesteckt hatte, wurden diese automatisch eingezogen. Nach der Beendigung des Toastvorgangs wurden die Scheiben nicht ausgeworfen, sie wurden sanft wieder in die Höhe gehoben. Von einem Abend bis zum nächsten gab dieser geniale Toaster seinen Geist auf, also teilweise. Die Toastscheiben wurden zwar noch eingezogen aber die Heizelemente blieben kalt. Am Vorabend deutete nichts auf einen Defekt hin. Die Brotscheiben wurden zufriedenstellend gebräunt, es gab keinen Kurzschluss, der Toaster mutierte nicht zum Flammenwerfer. Nach dem Gebrauch verschwand dieses Edelstück im Schrank und hauchte dort in der Dunkelheit sein Leben aus, nach gefühlten 2 Jahren. Tatsächlich hatten wir das Teil vielleicht 5 Jahre in Gebrauch, man weiss es nicht mehr genau. Es wurde auch nicht jeden Tag benutzt, manchmal monatelang gar nicht.

Nun musste ein neuer Toaster her. Und was macht der moderne Konsument: Er informiert sich im Internet und liest über gefühlte 1000 Toaster die Erfahrungsberichte anderer Toastfreunde. Die Bewertungen eines einzigen Toasters reichen von 1 bis 5 Sterne. Man weiß gar nicht, was man glauben soll.

Um überhaupt weiterzukommen, habe ich die Anzahl der Toaster erstmal nach der Optik eingegrenzt. Das Auge toastet, äh, isst bekanntlich mit. Man will ja nicht so ein Unding in der Küche stehen haben, auch wenn es nur für ein paar Minuten ist. Der Brötchenaufsatz war auch ein Auswahlpunkt. Wir brauchen so ein Teil nicht. Es würde nur im Küchenschrank dahinvegetieren. Es müsste also ein Toaster mit integriertem Brötchenaufsatz sein. Und dann habe ich gelesen und gelesen und war danach auch nicht schlauer als vorher. Wie schon erwähnt, von 1 Stern bis 5 war immer alles dabei.

Wie einfach war das doch früher: Man ging in das Elektrokaufhaus seines Vertrauens, welches es inzwischen leider nicht mehr gibt (Lehmensiek und Warter in Lübeck, Brinkmann in Hamburg), schaute sich die 5 vorhandenen Geräte an, ließ sich eventuell noch beraten und verließ mit dem Karton unter dem Arm das Geschäft.

Heute wird man nur noch verwirrt je länger man sich damit beschäftigt. Irgendwann muss man sich entscheiden, man möchte ja wieder frischgebräuntes Brot zum Abendessen haben und nicht auf labberigen Scheiben rumkauen. Eigentlich kann man es nur so machen: Die Augen zu und mit dem Finger irgendwo hintippen und dann das Teil kaufen, worauf der Finger zeigt.

Ich habe mich dann nach der Optik und dem Fabrikat entschieden – und dem integrierten Brötchenaufsatz. Von der Firma Graef haben wir nämlich seit fast 2 Jahren einen Allesschneider in Betrieb, mit dem wir äußerst zufrieden sind.

Der neue Toaster von Graef tut das was er soll: Er toastet. Wenn ich die Scheiben hineinstecke, warte ich allerdings immer noch darauf, dass diese automatisch in den Tiefen des Toasters verschwinden. Da muss ich jetzt, so wie man das eben kennt, nachhelfen und seitlich den Schieber betätigen. Aber daran werde ich mich auch wieder gewöhnen.

Mal so nebenbei bemerkt: Es ist erstaunlich, wieviel Zeit man damit verbringen kann, ein halbwegsvernünftiges Foto von einem banalen, schwarzen, blitzblanken Toaster zu machen. Irgendwas spiegelt sich immer darin.

Eine neue Kuh im Dorf

Da wird wieder mal eine neue Kuh durch’s Dorf getrieben – und „Kuh“ passt in diesem Zusammenhang ganz besonders gut. Man könnte auch sagen: Da wird eine neue Sau durch’s Dorf gejagt. Worum es geht? Es geht um Fleisch. Fleisch ist Gift, Fleisch verursacht Krebs. Fleisch ist ganz schlimm, vergleichbar mit Nikotin, Alkohol und anderen Drogen. Vermutlich ist Fleisch auch für alle anderen Krankheiten dieser Welt verantwortlich.

Es erübrigt sich, zu diesem Thema einen Link zu setzen. Überall kann man darüber lesen. Sogar in den Radionachrichten wurde darüber berichtet, was eine Studie der WHO herausgefunden haben will. Dass man möglichst vermeiden soll, rohes Fleisch zu essen, war ja schon allgemein bekannt. Bekannt ist auch, dass man kein geräuchertes Fleisch noch auf den Grill packen soll. Das ist eh nicht notwendig denn geräuchertes Fleisch ist ja nicht mehr roh, also es ist schon gar und verzehrbar und man kann genussvoll in den Schinken oder die Wurst beißen.

Wenn ich mich täglich nur von Fleisch ernähren würde, z.B. 1/2 Kilo Mett zum Frühstück, ein 400-Gramm-Steak zum Mittagessen und ’ne halbe Salami zum Abendessen – da kann man sich vorstellen, dass das nicht gesund sein kann, ebensowenig wie 90 Zigaretten am Tag oder eine Kiste Bier usw.

Ich frage mich, was wir dann überhaupt noch essen sollen bzw. dürfen? Fleisch fällt also schon mal aus. Getreide, Gemüse, Obst – alles ist doch irgendwie chemisch behandelt um vor Ungeziefer zu schützen, um es haltbar zu machen. Wie anders sollte auch die Weltbevölkerung ernährt werden? Nur von Biozeugs werden mehr als 7 Millarden Menschen nicht satt.

Und von der wenigen Petersilie, die ich auf der Terrasse angebaut habe, werden mein Mann und ich nicht satt, nichtmal zum Frühstück. Die 4 Chilischoten sind was für den hohlen Zahn. Ich könnte mich jetzt auf die Lauer legen und ein paar Meisen erlegen, die gerade die vermutlich chemisch behandelten Sonnenblumenkerne wegpicken. Wieviele Meisen bräuchte es, um 2 Personen einen Tag zu ernähren? Ach, die Frage erübrigt sich sowieso, Meisen sind ja auch Fleisch.

Demnächst wird in irgendwelchen Fragebögen, z.B. beim Arzt oder in Aufnahmeanträgen für Versicherungen, nicht nur danach gefragt, ob man Raucher ist. Demnächst steht da auch die Frage: Essen Sie Fleisch? Oder vielleicht stehen da sogar nur die 2 Worte: Essen Sie?

Was essen wir heute?

Diese Frage hat sich wohl jeder schon mal gestellt.

Bei uns wird in der Regel nur samstags gekocht. Und wenn wir die Regel gerade nicht haben, dann auch. Es sei denn, wir haben Urlaub, dann wird auch während der Woche gekocht. Urlaub haben wir erst in der übernächsten Woche.

Heute musste also was auf den Tisch. Meistens ist es so, dass Bernd oder ich eine Idee haben, ein Gericht aus unserem Standardrepertoire. Das ist wohl überall das Gleiche, wir kochen doch meistens das, was wir kennen und schon mal gemacht haben. Aber heute fiel uns absolut nichts ein. Kochbücher zu wälzen hatte ich keine Lust. Mein persönliches Kochbuch auf der Festplatte gab auch nichts her, was ich zubereiten wollte. Entweder war es zu aufwändig oder der Jahreszeit nicht angemessen, oder oder oder.

Aber wozu haben wir den Rezepteblock?! Also hab ich da mal „durchgeblättert“, bei Geflügel. Wir lieben Geflügel. Und da fand ich ein Gericht, welches wir erst einmal gegessen haben. Es muss uns gefallen haben, sonst hätte ich das da nicht eingestellt: Hähnchen mit Curry, Senf und Kokosmilch. Dafür haben wir uns dann entschieden. Unter dem Rezept steht, dass ich es von Egon habe. Ich weiss heute nicht mehr, wer Egon ist. Egal, lecker war’s. Dazu passte eine Flasche Weisser Burgunder.

Und was essen wir morgen? Morgen ist hier Marktsonntag und Bernd muss am Nachmittag arbeiten. Und wenn er nach Hause kommt, wird der Lieferservice bemüht.

Elektrisch geschnitten

Kürzlich hatte ich ja darüber geklagt, dass der Einzelhandel nicht genügend Auswahl anbietet und man doch gezwungen ist, sich das Objekt seiner Begierde im Internet zu bestellen. Der Versandriese war aber nicht in der Lage, das Objekt, nämlich eine elekrische Schneidemaschine im angekündigten Zeitraum zu liefern. Schlimmer noch, ich wurde auf Lieferung im März vertröstet.

Nachdem ich bei der Bestellung ja schon auf eine relativ lange Lieferzeit hingewiesen worden war, hatte ich versucht, das Stück zum etwa gleichen Preis woanders zu bekommen. Leider war das nicht möglich. Nach der Verzögerungsmeldung schaute ich mich nochmal um, und siehe da, die Schneidemaschine war woanders vorrätig und auch zum gleichen Preis. Und innerhalb von 3 Tagen stand das Teil, ein Allesschneider von Graef, in unserer Küche.

Wichtig für uns ist, dass ein Allesschneider Brot schneiden kann, welches frisch und noch warm aus dem Brotbackautomat kommt. Inzwischen haben wir Erfahrungen gesammelt. Und ja, er kann. Gleichmässige Scheiben werden vom noch feuchten Brot abgeschnitten, und natürlich auch vom Brot, welches einen Tag oder älter ist. Das Brot wird nicht zusammengedrück, es klebt nichts. Das Ding ist toll. Die vergleichsweise teure Investition hat sich gelohnt. Heute habe ich von einem grösseren Stück Käse Scheiben damit abgeschnitten. Auch das funktioniert problemlos.

Tuntengespräche

curry
Vor kurzem kam ich im schwulen Portal mit einem netten Mann ins Gespräch. Er ist Biker und macht auch sonst einen recht kerligen Eindruck. Nach dem Austausch von ein paar persönlichen Informationen kamen wir zum Thema Küche und Rezepte. Irgendwann sagte Egon zu mir: „Man, das hier ist ein schwules Portal und wir unterhalten uns über Kochrezepte!“ Ich muss dazu sagen, dass es mir völlig fern liegt, mich über Dinge zu unterhalten, die unterhalb der Gürtellinie liegen.

Zum Thema schwul und Küche noch eine kleine Anekdote:
Vor vielen Jahren, als Bernd und ich ab und zu noch mal in die sogenannte Szene gingen, unterhielten wir uns in einer Lederbar mit einem Gast über Brotbackautomaten während in der Nähe reger Verkehr zum Darkroom herrschte.

Das Ergebnis meiner Unterhaltung mit Egon ist ein Rezept, welches wir gestern Abend ausprobiert haben. Es ist ein Gericht mit Hähnchenbrustfilet und Curry, eine Grundkombinantion, die wir lieben. Dazu kommen noch Senf und Kokosmilch. Sehr sehr lecker! Das Rezept gibt es hier im Rezepteblock.

Auf Wunsch

Heute ist ja Freitag, Fischtag! Da steht natürlich der Fischwagen von Fisch-Hinrichs vor dem Supermarkt, in dem ich heute ein paar Einkäufe tätigen musste. Bei Fisch-Hinrichs gibt es ja den von mir so hochgelobten Trolldip. Und so ergab sich heute schon die Gelegenheit, mal nachzufragen, woraus der Trolldip denn hergestellt wird. Damit der Wolfgang endlich nicht mehr so wuggi im Kopf ist, hier die Ingredenzien, die nämlich sogar auf dem Preisschild stehen, welches in der Schale mit dem Trolldip steckt:

Joghurt, Dill, Schnittlauch, Sellerie und – man höre und staune: vegetarischer Kaviarersatz. Und ich dachte, das sei Forellenkaviar. Wie man sich doch täuschen kann.

Übrigens: Wer die Homepage von Fisch-Hinrichs anklickt, sollte auch gern mal die Lautsprecher anstellen.