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Sängerfest

Für „Neuleser“ möchte ich kurz erklären, wie unsere Verbundenheit zu Schola Cantorosa entstanden ist:
Bernd war jahrelang aktiver Sänger und Mitglied der Kreativgruppe des Chores, die für die Programmgestaltung, Texte und Choreographien verantwortlich ist. Ich war einige Jahre verantwortlich für Beleuchtung und Toneinspielungen während der Aufführungen. Nach dem Austritt von Bernd aus dem Chor habe ich dieses Amt niedergelegt, bin aber immer noch Fördermitglied.

In diesem Jahr feiert der Schwule Männerchor Hamburg Schola Cantorosa sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat der Chor 4 schwule Chöre zu einem kleinen Chorfestival eingeladen:
Die Tollkirschen aus Leipzig
Homomannenkoor Zangzaad aus Groningen
Philhomoniker aus München
Zauberflöten aus Köln

Für uns begann das Wochenende am Mittwoch Abend. Bernd hatte unseren Übernachtungsgast Frank von Flughafen abgeholt. Er traf mit der letzten Maschine aus München ein. Als Frank um halb zwölf nachts bei uns in der Tür stand war es kein Gast. Frank ist Frank und gehört zur Familie und ist für uns nicht Besuch. Wer unsere kleine Wohnung kennt wird wissen, was das bedeutet.

Natürlich wurde in der Nacht noch lange geredet. Es war wohl erst 1 Uhr als wir schlafen gingen, Frank in „seinem“ Zimmer – unser Schlafzimmer, Bernd und ich auf dem Schlafsofa im Wohnzimmer.

Nach einem ausgedehnten Frühstück am Donnerstag Morgen machten wir uns auf den Weg nach Geesthacht um Frank den aktuellen Zustand des Elbe-Penthouse zu zeigen. Der Einladung zum Kaffee bei Familie G. schloss sich ein Spaziergang entlang der Elbe an. Dabei bekamen wir Appetit auf eine herzhafte Kleinigkeit. Wo anders als in der Alten Försterei bekommt man gutes und preiswerters Essen in Geesthacht? Zu einer Zeit, während der andere Leute bei Kaffee und Torte sitzen, verdrückten wir Försterinnenpfanne und Schnitzel, was viel zu viel und mindestens die dreifache Portion einer Kleinigkeit war. Trotzdem musste noch ein Nachtisch her. Danach waren wir pappsatt.

Wir machten uns auf den direkten Weg in den P.I.T.-Club in Hamburg, eine schwule Bar, in der die Akkreditierung für das Chorfestival stattfand. Frank als aktiver Sänger musste sowieso dort hin. Da Bernd und ich Festivalkarten bestellt hatten, mussten wir uns dort auch unser Ausweise abholen, die uns berechtigten, an allen Veranstaltungen inklusive der Proben teilzunehmen. Im P.I.T.-Club trafen wir alte Bekannte von frühreren Chorveranstaltungen und neue Gesichter. Auf neudeutsch nennt man so einen Abend wohl get-together. Ob es Chorschwestern gab, die dies allzuwörtlich genommen haben, entzieht sich unserer Kenntnis.

Für Freitag Mittag hatte Schola Cantorosa ein Fahrgastschiff für eine 2-stündige Hafenrundfahrt gechartert. Aufgrund des tollen Wetters drängten sich fast alle Teilnehmer auf den Freidecks. Von den Landungsbrücken ging es elbabwärts bis nach Blankenese. Auf der Rückfahrt wurden noch 2 Hafenbecken angesteuert, in denen grosse und kleine Containerschiffe lagen, sicher ein Erlebnis für die Landratten aus München und Leipzig. Und ich muss gestehen, dass auch ich ziemlich beeindruckt war.

Jedes vorrüberfahrende Schiff wurde mit einem vielstimmigen und hochtönigen „huhu“ begrüsst. Eine Ente, die sich während der Fahrt auf dem Dach der Barkasse niedergelassen hatte, wunderte sich sehr über den Unsinn und schaute erst mal über die Kante um zu begutachten, welche illustre Truppe an Bord rumkreischt.

Frank, Bernd und ich brauchten nach der Fahrt wieder mal eine Kleinigkeit, und diesmal war es auch eine. In einem Imbiss im Bahnhof bestellten wir uns Currywurst bzw. Baguette. Leider konnte ich mit der Currywurst nicht umgehen und kleckerte den Curryketchup auf mein weisses Poloshirt. Zum Glück konnte ich die Flecken mit meinem Festivalausweis gut verdecken. Trotzdem musste ein neues Hemd her. Frank fuhr zu uns nach Hause, er wollte ein Mittagschläfchen halten. Bernd und ich gingen shoppen: Ein neues Poloshirt und Zutaten für unser Currygericht, dass es später geben sollte.

Abends fand in der Markthalle das erste Jubiläumskonzert dieses Wochenende statt. Als erster Chor stand Schola Cantorosa auf der Bühne und präsentierte eine Kurzversion des neuen Programms „Die letzten Jahren – die erste Abschiedstournee“. Das Stück enthält 17 Lieder aus 8 Programmen der Jahre 1992 bis 2005, geschickt zusammengefügt in einer Geschichte, die im Seniorenwohnheim spielt. Die Jungs von Schola Cantorosa trugen auf der Bühne Sandalen, langweilige Pullunder, graue Perücken, Brille und stützen sich auf Krückstöcke – die Klischees schlechthin für ein Leben im Altersheim. Das Kurzprogramm war witzig inszeniert und machte Lust darauf, am nächsten Abend die ganze Version zu hören.

Als nächster Chor standen die Gäste aus Groningen auf der Bühne. Sie brachten deutsches Liedgut zu gehör, neu arrangiert und mit Witz inszeniert. Die Sänger hatten sich kostümiert, was keinen Bezug zum Gesang hatte. Jeder hatte ein orangefarbenes Asseccoir dabei, ein Tuch, eine Brille, einen Gürtel usw. Was wären Holländer ohne die Farbe orange.

Nach der Pause kam das absolute Highlight des Abends, und wie sich herausstellen sollte, DAS Highlight aller Aufführungen: Die Kölner Zauberflöten präsentierten ein perfektes Programm, das erst vor einer Woche in ihrer Heimatstadt Premiere hatte: „Starshine“. Vom Statisten zum Star – so lässt sich diese Geschichte kurz beschreiben. Tolle Choreographien, mit Witz und Esprit inszeniert, gesanglich voll auf der Höhe – ein Augen- und Ohrenschmaus. Standing ovations am Schluss waren der verdiente Lohn.

Ich kann nur jedem empfehlen, der in Köln oder Umgebung wohnt, sich auf der Hompage zu informieren, wann und wo das nächste Konzert stattfindet um sich rechtzeitig Karten zu sichern.

Der Samstag stand bei uns im Zeichen der Erholung: Auschlafen, frühstücken, reden. Bernd wollte noch mal in die City und sich neu mit Jeans und Hemden eindecken. Frank bereitete sich währenddessen auf den Auftritt mit seinem Chor am Abend vor.

Am späten Nachmittag fuhren wir gemeinsam zur Markthalle. Frank musste zu den Proben, Bernd und ich nahmen die Gelegenheit wahr, uns die Proben anzusehen bzw. anzuhören. Wir hatten bereits am Vortag gehört, dass dieser Abend ausverkauft ist. Da es keine nummerierte Plätze in der Markthalle gibt, bedeutet das frühes Erscheinen und Anstellen an der Einlasstür, wo wir bereits kurz vor 19.00 Uhr warteten – und das war auch gut so. Denn als um 19.30 Uhr die Türen geöffnet wurden, drängten sich Hunderte in den Saal. Nach wenigen Minuten waren tatsächlich alle Plätze besetzt.

Den Auftakt dieses Abends bildeteten die Philhomoniker aus München mit einem Aussschnitt aus ihrem Programm „Werbe-Wahn“. Leider waren die wackeren Sänger sehr schlecht zu verstehen, was einerseits an der schwierigen Akustik in der Markthalle liegt, anderseits wohl aber auch an mangelnder Artikulation. Denn selbst gesprochene Zwischensequenzen waren leider kaum zu verstehen.

Danach standen die Tollkirschen aus Leipzig mit ihrem Programm „(F)Lachbildschirm“ auf der Bühne. Evergreens, die Jeder kennt, der etwas Älter ist, wurden mit einem roten Faden rund um das Fernsehen verknüpft. U.a. Gerichtsshow, Sport und Sandmännchen waren Bestandteile dieses mit Spannung erwarteten Auftritts. Die angereisteten 9 Sänger des eh schon kleinen Chores und ihre musikalische Leiterin brauchten sich hinter den alteingessenen und wesentlich grösseren Chören ganz gewiss nicht zu verstecken.

Nach der Pause wurde die Aufführungsserie mit dem Auftritt von Schola Cantorosa beendet. Leider reichte die Performance nicht an die Hoffnungen vom Abend vorher heran. Auffallende Textschwächen, teilweise emotionslos gesungene Lieder aus den früheren Programmen, die seinerzeit immer das Gänsehautfeeling bei mir verusacht hatten, waren enttäuschend. Nun muss man dem Chor vielleicht zu Gute halten, dass von der Idee bis zur Aufführung nur 9 Monate vergangen sind. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei allen Chören um Hobbysänger handelt, die sich ein Mal in der Woche zur Probe treffen. Zum Vergleich: Die Kölner Zauberflöten haben weit mehr als 2 Jahre an ihrem Programm gefeilt, bevor sie es auf die Bühne brachten.

Den Abschluss der Aufführungen bildete eine von allen Chören gemeinsam vorgetragene Hymne, die von Sebastian de Domenico, dem langjährigen Pianisten von Schola Cantorosa und jetzigem musikalischen Leiter am Operettenhaus Hamburg, komponiert und getextet und dem Chor zum Geburtstag geschenkt wurde.

Gegen Mitternacht war es endlich so weit, dass die Aftershowparty beginnen konnte. In bewährter Manier legte DJ Holger einen guten Mix aus alten und neuen Hits auf, die die Gäste in Scharen auf die Tanzfläche strömen liessen.

Die Parties von Schola Cantarosa sind legendär, es herrscht immer eine tolle Stimmung, die dieses Mal von dem diesjähigen Zweitplatzierten des Eurovision Songcontest bereichert wurde: Sieben, Sieben Ai lyu lyu riss die Tänzer und Tänzerinnen zwei Mal in dieser Nacht zu wahren Zappelorgien hin. Sowas hat bisher nicht mal Madonna geschafft, die ja als schwule Ikone schlechthin gilt – was ich ganz und gar nicht verstehen kann.

Die Nacht endete für uns als wir um halb fünf Uhr morgens in den Schlaf fielen.

Am Sonntagmorgen brauchten wir für uns und unseren Gast nicht für Frühstück sorgen. Als Abschluss dieses Wochenendes hatte Schola Cantorosa für alle Teilnehmer ein Brunch arrangiert. „Halle 13“ – ein ehemaliges Bus- oder Bahndepot des Hamburger Nahverkehrrs, liegt in der Nähe des Stadtparks idyllisch an einem Alsterkanal. Hier gab es ein sehr gutes kaltes/warmes Buffet – und zwar reichlich. Ständig wurden neue Platten bereitgestellt.

Nachdem jeder Chor sein obligatorisches Abschiedständchen zum Besten gegeben hatte und die Dankesworte gesagt waren, war das Festival offiziell beendet. Der Bus der Kölner stand bereit, und brachte diese wieder in ihre Heimatstadt. Ein paar Grüppchen hatten sich noch zusammengefunden und tauschten ihre Eindrücke der vergangenen Tage aus.

Frank kam mit uns wieder nach Hause. Sein Flieger nach München ging erst abends um neun. Auch wir 3 liessen die vergangenen Tage noch mal Revue passieren bevor Bernd unser Familienmitglied aus München wieder zum Flughafen brachte.

Tage wie diese sind schön und auch schön anstrengend. Jeden Abend spät schlafen gehen und Tage angefüllt mit Aktivitäten fordern ihren Tribut. Wir hatten nur einen Gast, dem wir ein Bett zur Verfügung gestellt haben. Die Mitglieder von Schola Cantorosa hatten die Planung und Vorbereitung für diese Veranstaltung UND auch 1 – 2 Übernachtungsgäste von den Gastchören. Ich glaube, die sind alle ziemlich fertig. Und sie gönnen sich keine Pause: Heute Abend ist für Schola Cantoroas Probe angesetzt, d.h. Nachbereitung der vergangen Tage und ihres Auftritts.

Danke Schola Cantorosa für eure Mühe!

Sandalenzeit


Jetzt sieht man sie wieder allenthalben: Sandalen! Barfuss oder mit Socken, eher konservativ oder im Trekkinglook, zu kurzen oder zu langen Hosen – bei diesem Wetter werden sie wieder aus der Veresenkung geholt. Meinetwegen hätten sie auch in der Versenkung bleiben können. Ich finde die Dinger einfach nur scheissehässlich. In meiner Kindheit musste ich im Sonner sowas auch tragen, bis ich alt genug war, mich dagegen zu wehren.

Ziemlich krass war vor ein paar Jahren der Besuch in einer Hamburger Szenedisco, die seinerzeit eher der Leder- und Uniformszene zuzurechnen war. Kam da nicht ein Typ mit PickstrulliStrickpulli und Sandalen rein?! Reingelassen haben sie ihn. Aber er machte sich in seinem Outfit zum Gesprächsthema des Abends.

Koran gegen Regenbogen

Moslems gegen Schwule – so lautet ein Artikel in der Mopo vom vergangenen Samstag. Online ist diese brisante Geschichte hier nachzulesen.

Da sind Menschen hier ins Land gekommen, leben hier freiwillig und geniessen unsere Gastfreundschaft. Und die wollen über uns richten und bestimmen, wie wir uns hier, in unserem Land, in unserer Stadt, in unserem Stadteil, zu verhalten haben? Müssen wir uns das gefallen lassen?

Die Regierung und die Parteien reden von Integration. Wie soll man diese Menschen integerieren wenn sie nicht bereit sind, sich unseren Lebensvorstellungen anzupassen? Und sie werden NIE bereit dazu sein.

Wenn wir uns denen unterordnen ist der nächste Schritt vielleicht, dass Einwohnerinnen unserer Stadt in sichtweite der Moschee ein Kopftuch tragen müssen. Ich schlage vor, dass die nächste Pride-Parade durch die Strassen von St. Georg zieht, vorbei an der Moschee und die angrenzenden Strassen, in denen man sich als Schwuler lieber nicht blicken lässt. Wir könnten ja auch ein Kopftuchverbot in sichtweite christlicher Kirchen veranlassen.

Wenn sich diese Islamisten mit ihrem religiösen Gedankengut hier immer mehr breit machen, dann gnade uns Gott. Aber wir nehmen ja alles auf, was keine Lust mehr hat, im eigenen Land ihr Dasein zu fristen. Es lebt sich hier ja so gut mit Geld vom Staat, fliessend Warm- und Kaltwasser und Heizung. Da kann man ja schon mal auf den Putz hauen – es fliegt ja eh keiner raus deswegen.

Ich hatte die Idee, über diesen Artikel nebeneinander ein Bild der Regenbogenflagge und des Koran zu setzen. Aber ich wage das nicht. Und es macht mich wütend, dass diese Rücksicht nehme.

sympatisch

Hornbach – die TV-Werbung für diesen Baumarkt hat wohl ein Jeder schon mal gesehen. Ich finde die eher schlecht. Aber sie prägt sich irgendwie ein.

Hornbach hat sich jetzt entschlossen, eine Werbekampagne zu starten, in der es um Toleranz geht. Sie nennt sich „Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deuschland!“. In dieser Kampagne geht es nicht allein um Homosxeualtität. Es werden auch andere Bevölkerungsschichten eingebunden, u.A. alte Menschen, Ausländer und Behinderte.

Vielleicht wird Hornbach den einen oder anderen Kunden verlieren, Aber er wird auch Zuspruch finden und neue Kunden gewinnen.

Geht’s noch?

Gibt es eine Möglichkeit, diesen Menschen Einhalt zu gebieten?:

Polen fällt derzeit ins tiefste Mittelalter, nein, noch schlimmer: Polen ist auf dem besten Wege, die Nachfolge der Nazizeit in Deutschland anzutreten, wenn es nicht sogar schon so weit ist. Mitten in Europa entsteht derzeit ein zweites 3. Reich:

Es soll bei Strafe verboten werden, aufklärende Informationen über Homesexualität zu verbreiten.

Pornografie soll unter Strafe gestellt werden, selbst der private Besitz von pornografischen Werken.

Finanzieller Zuschuss für Hospize, in denen krebskranke Kinder betreut werden, soll gekürzt werden. „Polish health care don’t have money to waste on moribund children.“ hat der polinische Gesundheitsminister Boleslaw Piecha erklärt

Es gibt die Idee, eine Liste mit Berufen zu erstellen, die Homosexuelle nicht ausüben dürfen.

Es ist ein Skandal, dass so etwas in einem Mitgliedstaat der EU möglich ist. Und Europa sieht zu und schweigt!!!

Ted Fusby

Was ist Schönheit? Kann man Schönheit überhaupt beschreiben? Ist Schönheit greifbar? Ich glaube nicht – hat doch sicher jeder Mensch eine andere Vorstellung von dem, was Schönheit bedeutet.

In der schwulen Welt geht es fast immer um Schönheit und Jugend. Auf einschlägigen Seiten im Internet werden doch nur Männer bis zu einem bestimmten Alter gezeigt. Wer jenseits der 40 ist, wird schon als alt bezeichnet. Fotos von reifen, markanten Männern zu finden, ist schier unmöglich. Selbst Künstler haben sich für ihre gemalten Bilder das Schönheitsideal auf ihre Fahne geschrieben, wie z.B. Micheal Breyette.

Jetzt habe ich einen Künstler entdeckt, der mit seinen Bildern und Zeichnungen total aus dem Rahmen fällt: Ted Fusby.

Seine Aktdarstellungen zeigen Männer, die nicht unbedingt dem schwulen Schönheitswahn entsprechen, aber doch ein markantes Äusseres haben. Beim Betrachten der Bilder muss „Mann“ nicht neidisch sein, wenn es die Schöpfung nicht ganz so gut mit ihm gemeint hat. „Mann“ kann selbst noch ganz entspannt in den Spiegel schauen und muss sich nicht mit Schönlingen vergleichen.

Ted Fusby scheut sich nicht, Männer mit Segelohren, Brille und Glatze darzustellen. Natürlichkeit ist seine Devise, auch wenn die Bilder leicht an naive Malerei erinnern. Mit gefällt’s.

Geschmacksache


I WANT OUT, das ist der Name der neuesten Kreation von Aussiebum aus Australien. Es handelt sich um Herrenunterwäsche – nicht um Schlübber für Sechsjährige.

Ich glaube, wenn bei mir ein Typ im Bett landen würde, der solche Dinger anhätte – ich würd‘ mich schlapplachen. Wenn ich mit der bunten Kinderwäsche ankommen würde, wäre das sicher ein Scheidungsgrund. Zum Glück haben mein Mann und ich so ziemlich den gleichen Geschmack, was das Darunter angeht.

redheads


Im Lauf der Jahre wird der Mensch – egal ob Mann oder Frau – gewahr, dass er eine gewisse Vorliebe für verschiedene Dinge des Lebens entwickelt hat. So hat z.B. jeder eine Lieblingsfarbe, ein Lieblingsgetränk oder ein Lieblingsessen. Ähnlich verhält es sich mit der Vorliebe für den Typ Mensch, mit dem er gemeinsam durch das Leben gehen möchte. Es lässt sich immer wieder beobachten, dass ein Mann nach der Trennung von seiner einst geliebten Partnerin allzu gern zu einer neuen Frau findet, die der Verflossenen in vielerlei Hinsicht recht ähnlich ist – rein äusserlich betrachtet. Ein Prominentes Beispiel ist Boris Becker, der eine Vorliebe für leicht farbige Frauen hat. Aus meinem persönlichen Umfeld ist mir ein weiteres Beispiel bekannt: Er – einst verheiratet mit einer kleinen zierlichen Italienerin – nahm sich nach der Scheidung eine kleine zierliche Dänin. Der einzige äussere Unterschied bestand in der Haarfarbe: Die Italienerin war dunkelhaarig, die Dänin war blond.

Im Lauf meines eigenen Lebens, speziell während meines schwulen Lebens, ist bei mir selbst aufgefallen, dass ich eine Vorliebe für rothaarige Männer habe. Zuerst ist mir das gar nicht bewusst geworden. Irgendwann merkte ich dann beim surfen durch das Internet und bei dem dabei nicht unvermeidlichen Betrachten von Männerbildern, dass mir blonde Männer besonders gut gefallen, mein Herz aber noch höher schlug, wenn es sich um rot-blonde bzw. rothaarige Männer handelte. Prominentester redhead – wie Männer mit so einer Haarfarbe in Insiderkreisen genannt werden – ist wohl Prinz Harry, Sohn von Prinzessin Diana und Prinz Charles. Da er auch noch recht gut aussieht, taucht sein Abbild auch immer wieder auf schwulen Webseiten auf.

Heute vor neun Jahren lernte ich Bernd kennen. Wir erblickten uns auf einem Sonntagnachmittag auf Hamburgs grösster Party, dem Alstervergnügen, an einem schwulen Bierstand. Bernd fiel mir auf, weil er so gross ist und sehr offen und nett lachte. Alles andere war Nebensache. Später bemerkte ich auch seine rotblonden Haare, die ich einfach so hinnahm, sie sind ja ein Teil von ihm und waren für mich zu dem Zeitpunkt nicht weiter von Bedeutung (ich war ja auch noch ganz frisch schwul). Wahrscheinlich hat mein Unterbewusstsein damals diese Vorliebe bereits signalisiert. Erst einige Jahre später bemerkte ich meine Vorliebe für rothaarige Männer. Noch heute ist es so, dass mein Herz schneller zu schlagen beginnt, wenn ich einen entdecke. Doch mein allerliebster und attraktivster readhead ist und bleibt Bernd.


Danke für 9 wundervolle Jahre mit Dir!

CSD Strassenfest

Der CSD-Parade hatten wir uns nicht angeschlossen sondern haben uns für unser Essen ein paar Zutaten besorgt und dann den Nachmittag gemütlich zu Hause verbracht.

Gehen wir oder gehen wir nicht? Das war dann die grosse Frage, ob wir noch auf das Strassenfest wollen. Nach einem Blick auf das Fernsehprogramm und das Wetter entschieden wir uns, noch zum Jungfernstieg zu fahren. Die Regenbogenbeflaggung am Anleger war leider in diesem Jahr nicht vorhanden. Aber am Alsterhaus war die Fassade mit langen Regenbogenbannern geschmückt.

Nach einem kleinen Rundgang suchten wir uns einen Tresenplatz beim Will’s Bierstand, wo wir dann auch noch den einen oder anderen Bekannten trafen. Es wurden auch Personen gesichtet, die in ihren „Pömps“ Grösse 45 im Laufe des Tages dicke Füsse bekommen hatten. Nach drei Alsterwassern und einem weiteren Rundgang machten wir uns auf den Heimweg durch das nächtliche Hamburg. Hier ein paar fotografische Eindrücke.

Pride Parade in Hamburg

Heute fand in Hamburg die alljährliche politische Demonstration der Lesben und Schwulen statt. Wieder ein Mal war die Vielfalt der schwulen Welt sichtbar: Dragqueens (die bekannteste ist wohl Olivia Jones), Lederkerle, Bären, „Normalos“ und Menschen, die Freude daran haben, sich zu produzieren und mehr oder wenige nackte Haut zu Markte tragen.

Verschiedene Instutionen und Gruppen mit ihren Trucks beteilitgen sich an dem Demonstrationszug, wie z.B. FDP, GAL, SPD, Deutsche Bank und die Nordbären. Olivia Jones war unmotorisiert und liess sich von halbnackten jungen Männern durch die Strassen schieben, in der Hand ein Gläschen Prossecco. Auf einem Doppeldeckerbus wurde Lilo Wanders gesichtet, die huldvoll in die Menge grüsste. Aus phonstarken Boxen schallte Musik für fast jeden Geschmack durch die Lange Reihe, in der Bernd und ich Position bezogen hatten, um die Parade an uns vorbeiziehen zu lassen.



Bemerkenswert einfallslos waren die Trucks geschmückt, auf denen mit künstlicher guter Laune versucht wurde, die am Strassenrand stehenden Schwulen, Lesben und Heten zum feiern zu animieren.

Doch was gibt es auf dieser Parade zu feiern? Nichts! Nach meiner Meinung müsste die politische Aussage bei dieser Demonstration mehr im Vordergrund stehen, was der bunten und schillernden Vielfalt der Teilnehmer nicht im Wege stehen muss. Gerade die letzten Tage haben gezeigt, dass trozt aller Toleranz, die sich uns gegenüber in den letzten Jahren herauskristallisiert hat, noch viel getan werden muss, um der Diskriminierung in Teilbereichen unseres Lebens endgültig den Garaus zu machen. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf diesen und diesen Artikel sowie auch auf diesen Beitrag und den Kommentar von „karakan“ zu diesem Beitrag. Ausserdem solltet ihr mal die Diskussion um die öffentliche Petition von Rudi Eifert ansehen – oder auch lieber nicht, sonst müsst ihr noch ein Beruhigungsmittel nehmen.

Es sieht mir fast so aus, als seien wir von Vielen nur geduldet, aber noch lange nicht akzpetiert als normale Menschen, die lieben und geliebt werden, die leben, arbeiten sowie Steuern und Sozialbeiträge zahlen. Die weltweiten CSDs sind noch lange nicht überflüssig geworden.

Nachtrag vom 29.01.09
Die Links gibt es inzwischen leider nicht mehr.