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Mal den Mund aufmachen

Gestern haben wir uns ausgiebig mit dem Projekt Büro I beschäftigt. Eins kann ich euch sagen: Beim Projekt Büro II werden wir nicht selbst handanlegen, ich bin heute noch kaputt. Deshalb haben wir uns kurzfristig entschieden, bei unserem Lieblingsgriechen zu essen statt selbst zu kochen. Da wir keinen Covid19-Test hatten, nahmen wir auf der Terrasse platz.

Am Nebentisch saßen 2 Ehepaare „älteren Semesters“. Ab und zu bekam man ein paar Wortfetzen mit, was mich eigentlich nicht näher interessierte. Als es aber um die Gewalttat in Würzburg ging, hörte ich etwas genauer hin. Einer der Männer meinte nämlich, dass die Polizei nicht richtig gezielt hätte, das kostet nun doch alles unser Geld. Die Franzosen und Engländer hätten das besser hinbekommen. Die drei Begleiter nahmen das kommentarlos zur Kenntnis.

Mein erster Impuls war, zum Nebentisch zu gehen und ein paar Worte an den Herrn zu richten. Aber da ich mich kenne, wären diese Worte wohl sehr heftig ausgefallen. Ich entschied deshalb zu warten, bis wir beim Verlassen des Restaurants den besagten Tisch passieren mussten.

Ich blieb dann dort stehen, entschuldigte mich, dass ich kurz stören würde und sprach den Mann, der noch beim Essen war, direkt an, sinngemäß: Wenn Sie meinen, unsere Polizei wäre nicht in der Lage, so eine Situation entsprechend zu handhaben und es nun unser Geld kostet, und wenn Sie meinen, Franzosen und Engländer würden das besser hinbekommen haben, dann müssen Sie auswandern.

Seine Antwort war die Frage, ob ich ein Problem hätte. Worauf ich entgegnete: Ich nicht, Sie haben ein Problem. Ich wünsche Ihnen noch guten Appetit. Dann folgte ich meinem Mann.

Ich sehe nicht ein, in gewissen Situationen wegzuhören und zu schweigen. Es war mir ein dringendes Bedürfnis, dem Herrn mal meine Meinung zu sagen.

Gendern oder nicht gendern

In dem noch zu veröffentlichen Reisebericht zu unserer Kreuzfahrt habe ich das Wort „Herrschaften“ benutzt. Und flugs fragte ich mich, ob das denn noch politsch korrekt sei.

Gibt es auch „Damenschaften“ oder „Frauenschaften“? Müsste ich bei „Herrschaften“ irgendwo ein Sternchen einfügen? Könnte es auch „Herrschaftinnen“ heißen, mit einem Sternchen irgendwo in dem Wort oder sonstwie kenntlich gemacht, dass auch die Frauen dieser Welt angesprochen sind?

Gendern treibt seltsame Blüten und ich weigere mich nach wie vor, diesem Mist folge zu leisten.

Nur ganz kurz

Seit gestern 10 Uhr sind wir wieder zu Hause. Die erste Waschmaschine lief, die 2. läuft jetzt.

Die Katzen beäugten uns als wir die Wohnungstür aufschlossen. Und war bewusst, dass sie nicht freudig auf uns zuspringen würden, bei Hunden wäre das anders.

Alles ist heil geblieben während unserer Abwesenheit. Wir hatten aber auch ein paar Orte katzensicher gemacht.

Der Reisebericht ist so gut wie fertig. Jetzt kommt die eigentliche Arbeit: Fotos zusammensuchen, zurechtschneiden und in den Bericht einbauen. Wenn man in 4 Töpfen (mein Handy, meine kleine Kamera, meine große Kamera, Bernds Handy) suchen muss, geht das nicht so schnellt. Und wenn es Schatten auf der Terrasse gibt, möchte ich auch gern draußen sein.

Genug für heute, ich muss mich daransetzen und Fotos zusammensuchen.

To-Do-Liste

Als erfahrener Kreuzfahrer bei TUICruises kennt man sich nach 7 Kreuzfahren ja aus. Auf der Blauen Reise der nächsten Tage haben wir nicht viel Zeit. Deshalb haben wir schon überlegt, was wir auf jeden Fall machen wollen und das all inklusive:
Swimmingpool trinken
Piña Colada trinken
White Russian trinken
Champagner trinken
Kaviar essen
Cardenal Mendoza mit Cappu trinken – oder umgekehrt
Frisch gepressten Orangensaft trinken
Egg Benedikt zum Frühstück essen
Im Restaurant Osteria essen
Im Restaurant Gosch essen
Im Tag+Nacht-Bistro essen
Eis von Bruno Gelato essen
Tapas essen
Kuchen essen
Rosé Saint Jacques trinken

Hört sich nach Stress an – ist es aber nicht. Man soll ja viel trinken und Seeluft macht bekanntlich auch hungrig.

Kiel statt Hamburg

Nach ein paar Irritationen, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, ist nun klar, dass wir am Montag eine Kurzreise antreten werden. Dazu müssen wir allerdings nach Kiel fahren. Die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein liegt ja nun nicht gerade nebenan.

Der Parkplatz ist gebucht, die Testtermine sind gebucht, es kann also losgehen – hoffentlich.

??????????? im Kopf


Der Screenschot ist ein Ausschnitt der Startseite von ntv-online. Ist es Zufall, dass beide Schlagzeilen direkt untereinander stehen oder hatte da ein Redakteur seine Finger im Spiel?

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Corona schreiben. Und ich gebe zu, dass ich beide dazugehörigen Artikel auch nicht gelesen habe. Dann würden vielleicht die Fragezeichen aus meinem Kopf verschwinden, die diese Kombination hinterlassen haben.

Im Grunde ist das ein Sinnbild der vergangenen ca. 18 Monate. Einer sagt so, einer sagt so. Viele wollen sich profilieren. Kaum hat man sich auf einen Impfmodus geeinigt, der noch nicht mal abgearbeitet werden konnte, kommt schon wieder einer aus dem Loch und verlangt, dass die Kinder doch auch geimpft werden müssen.

In den letzten Monaten tauchte ab und zu der Begriff „Impfpflicht“ auf. Vermutlich wäre das heute nicht mehr durchzusetzen. Aber es gab schon mal eine Impfpflicht in Deutschland, sie wurde erst 1976 vom Deutschen Bundestag aufgehoben: Die Impfung gegen Pocken. Das Ergebnis dieser Impflicht ist, dass die Pocken heute als ausgerottet gelten, was wohl bisher bei keiner anderen Krankheit gelungen ist.

Auch wenn meine Meinung dazu eventuell einen Aufschrei in Deutschland verursachen würde, wenn denn mein Blog deutschlandweit viele Leser hätte – ich bin für eine Impfpflicht gegen Corona!

Der Ordnung halber hier Links zu den beiden im Screenshot erwähnten Beiträge:
Kinder jetzt noch nicht impfen
Impfziel nur mit Kindern erreichbar

Wie oben erwähnt, ich habe beide Meinungen nicht gelesen. Vielleicht sind sie gar nicht so konträr, wie die Überschriften auf den ersten Blick aussehen und die Fragezeichen in meinem Kopf würden verschwinden.

Das tat gut


Unserer Griechenwirtin Nicole haben wir die ganzen Monate die Treue gehalten während denen es nicht erlaubt war, im Restaurant zu speisen. Außerhausverkauf war möglich und haben wir auch mindestens 1 x im Monat in Anspruch genommen. Aber dann kommt man mit diversen Kunststoffbehältnissen nach Hause, die Pommes und Kartoffeln nach Art des Hauses sind nicht mehr kross. Wenn man die Vorspeise genossen hat, ist die Hauptspeise nicht mehr richtig warm. OK, Nicole legte immer noch ein Stückchen selbstgebackenen Kuchen und 2 Miniflaschen Ouzo bei. Aber zu Hause essen, auch wenn wir versucht haben, die Speisen halbwegs vernünftig und ansehnlich zu präsentieren, ist nicht das Gleiche, als sie im Restaurant zu verzehren.

In Schleswig-Holstein sind Restaurantbesuche unter Auflagen wieder erlaubt. Bernd und ich haben uns heute Morgen einem Schnelltest unterzogen. Als die Dame mir den Stab in den Hals schob, „sie müssen ahhh sagen“, hätte ich sie fast mit meinem Mageninneren übergossen. Immerhin besser, als sich den Stab ins Gehirn bohren zu lassen. Natürlich waren wir beide negativ. Wir sind immer negativ (ein Wortspiel).

Beim Eintritt ins Restaurant checkten wir mit der LUCA-App ein und präsentierten dem Personal das Testergebnis. Wir nahmen Platz und bestellten die Getränke. Nach 7 Monaten, Ende Oktober waren wir zuletzt im Restaurant, wusste man noch, was wir trinken. Chapeau! Wie man das auf Griechisch sagt, weiß ich nicht.

Normalerweise gehen wir 1 x im Monat zusammen mit 4 Freunden in die Taverne. 5 Personen aus 2 Haushalten sind derzeit nur erlaubt. Wir hatten beschlossen, dass wir ausnahmsweise mal zu zweit dem Genuss Griechischer speisen fröhnen. Aber Nicole, die Wirtin, erzählte uns, dass ab nächster Woche auch wohl wieder mehr Personen an einem Tisch sitzen dürfen, draußen im Biergarten – oder Ouzogarten – sowieso. Haben wir wohl Nachholbedarf? Eigentlich nicht, aber wie oben erwähnt – es ist eben doch schöner, vom netten Personal umsorgt zu werden als sich das Essen zu Hause auf den Teller zu füllen. Ich habe nie verstanden, warum Leute sich telefonisch was bestellen, ihr Essen dann abholen und zu Hause mampfen. Wenn ich eh losmuss um das Essen abzuholen, kann ich mich auch ins Restaurant setzen und dort gemütlich speisen. Wir haben das gemacht, um unsere Lieblingswirtin zu unterstützen, und aus Bequemlichkeit, das gebe ich zu.

In der nächsten Woche soll es bei uns in S-H weitere Lockerungen geben. Mal gucken, wann wir wieder mit 6 Personen Ouzo trinken können. Ich trinke Ouzo – und was trinkst du so? Ich trinke immer 1/2 Liter Domestos, äh, Domestica weiß. Mein Schatz indessen 1/2 Liter Imiglykos. Wenn ich mal trockenen Rosé für mich bestelle, dann bringe ich den ganzen Service durcheinander, daran sind die nicht gewöhnt.

In diesem Sinn sag ich gia mas!

Gendersprache

Es heißt wohl eher „gendergerechte Sprache“. Ich muss zugeben, ich tu mich schwer damit. Vielleicht liegt es an meinem Alter. Wer 1957 eingeschult wurde, so wie ich, hat eben eine andere Sprache gelernt, als die, die heute in Teilen üblich ist. Aber muss ich das auf Anordnung von Behörden oder gar Ministerien mitmachen? Nein!

Für mich ist ein Negerkuss immer noch ein Negerkuss. Ein Neger war für mich nicht das Sinnbild eines fremdartigen Menschen. Ich sage auch noch Zigeunerschnitzel oder Zigeneuersauce. Ich bin in einer Zeit, und in einer Familie aufgewachsen, in der Neger und Zigeuner keine minderwertigen Personen waren. Es waren Menschen wie du und ich! Und ja, im öffentlichen Geschreibsel hier im Blog, bemühe ich mich, das N-Wort und das Z-Wort nicht zu benutzen. Aber wer will mir das verbieten? Wenn mich jemand im privaten Kreis schief anschaut, weil ich z.B. Negerkuss gesagt habe, dann muss er damit leben.

Es geht aber um gendergerecht. Als wir 2018 auf einer Kreuzfahrt zum Nordkap waren, hatten wir in Aalesund einen Guide, eine Dame, die aus Deutschland kam. Sie erzählte uns auf der Busfahrt auch aus ihrem privaten Bereich, u.a. sagte sie „Meine Tochter lernt Koch, ja, Koch! Wir haben es hier nicht so mit Sternchen usw.“ Hach, ich hätte die Frau umarmen können.

Es gibt derzeit wichtigere Dinge in Deutschland, als darüber nachzudenken, gendergerecht zu schreiben oder zu sprechen. Damit meine ich nicht nur dieaktuellesituation. Im sozialen Bereich gibt es genügend Probleme, die wichtiger sind als Sternchen oder „innen“ oder sonstwelche sprachlichen Verrenkungen.

Schon gar nicht sollte man versuchen, eine neue Deutsche Sprache per Gesetz oder behördlicher Anweisung zu generieren. Ebenso finde ich es sinnlos, gendergerechte Sprache zu verbieten.

Eine Sprache verändert sich ständig, ohne dass Einfluss genommen wird. Lass uns doch alle reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist. In einer nach mir folgenden Generation mag man ja so schreiben oder sprechen, wie jetzt zwanghaft versucht wird, uns einzureden, dass man jetzt „das Salzstreuende“ zu sagen hat und nicht mehr „der Salzstreuer“. Ich sage es klipp und klar: Ich will mich nicht mehr umgewöhnen. Widder halt!