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Das Ende


Nach 112 Jahren gibt es ab heute keine Schlachterei Voss mehr. Gegründet wurde das Geschäft um 1910 vom Urgrossvater des jetzigen Inhabers in Hamburg. Jens Voss, der das Geschäft jetzt aufgegeben hat, übernahm 1990 das einzig noch in Geesthacht existierende Fleischereifachgeschäft von seinem Vater – heute ist Schluss.

Es ist keine Frage des Umsatzes warum das Geschäft nicht weitergeführt wird. Herr Voss hat sich jahrelang darum bemüht, einen Nachfolger zu finden. Aber niemand war bereit, ein gut eingeführtes Geschäft zu übernehmen.

Wir haben dort hauptsächlich die leckere Gyrospfanne gekauft. Ein Jammer, dass das jetzt vorbei ist. Ein letztes Mal kommt das Gericht heute Abend auf den Teller. Ich fragte die Angestellte nach den Zutaten. Ja, sie hat es mir in groben Zügen verraten. Die Hauptzutat ist natürlich Fleisch, Schweinefilet, Öl und eine Gewürzmischung. Ich werde ein wenig experimentieren.

Gyrospfanne ist nämlich ein schnelles Rezept für die Samstage, wenn mein Schatz arbeiten muss und erst gegen 20 Uhr nach Hause kommt. Am Tag vorher kann ich alles vorbereiten und das Fleisch marinieren. Wird schon klappen.

Wohlweislich habe ich die Gyrospfanne schon gestern gekauft. Es wird sicher heute am letzten Geschäftstag sehr serh voll dort werden. Samstags ist es eh immer schon sehr voll gewesen. Aber heute werden die Kunden wohl auf der Strasse stehen und warten müssen.

Das Foto wird alsbald einen historsichen Wert haben. Das Grundstück wurde verkauft. Dort wird ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet.

Leute gucken


Mehrmals am Tag schau ich mir bei BBC live die Übertragung an, wie die Menschenmassen am aufgebahrten Sarg der Queen in der Westminster Hall vorbeidefilieren und ihr die letzte Ehre erweisen. Grundsätzlich ist das ja langweilig. Der Sarg steht da ziemmlich erhöht, darin, hoffentlich, die sterblichen Überreste der Monarchin. Drumherum ein paar Wachen, die in Abständen in einer Zeremonie abgelöst werden. Kürzlich ist ja einer der Wachleute vom Podest gekippt, ohnmächtig geworden isser.

Leute gucken mach ich immer wieder gern, in diesem Fall die trauernden oder neugierigen Menschen beobachten. Auf unseren Kreuzfahrten sitzen wir gern an der Bar und gucken wie die anderen gucken. Es gibt immer was zu lästern.

Was mir in London aufgefallen ist sind die Frauen bzw. deren Frisur. Eigentlich hat fast gar keine eine Frisur. Keine trägt eine Dauerwelle, wie wir sie von der Queen kennen. Fast alle Frauen tragen ihre Haare einfach so runterbaumelnd, meist schulter- oder brustlang, mit Mittelscheitel. Da ist kein frecher Kurzhaarschnitt dazwischen, das maximum an Frechheit im Haar sind locker gebundene Dutts oder Pferdeschwänze. Auch eine fesche Föhnfrisur sucht man vergebens. Heute habe ich eine Frau gesehen, die hatte ihre Haare pink gefärbt. Die war wohl aus Magdeburg.

Es müssen ja nun nicht alle Frauen die Betonfrisur ihrer ehemaligen Landesmutter tragen, das ist ja auch viel zu aufwendig. Wer hat denn schon einen eigenen Hausfigaro?! Es ist aber auffällig, dass fast alle Frauen diese Einheitsfrisur tragen, welche ich absolut nicht als Frisur bezeichnen kann.

Ich werde in den nächsten Tagen, wenn ich wieder einkaufen gehe, mal darauf achten, wie hier im Dorf die Damen aussehen.

Kein Glück mit Nektarinen


Ich liebe Nektarinen! Am besten ist es, wenn ich reinbeisse und dabei der Saft raustropft. Früher, als ich noch gearbeitet habe, habe ich mir während der Saison immer eine Nektarine zum Frühstück mitgenommen. Gegessen haben ich sie, indem ich mir einen Papierkorb zwischen die Beine gestellt und dann reingebissen habe, in die Nektarine, nicht in den Papierkorb. So konnte der Saft aufgefangen werden, ohne dass der Boden verunreinigt wurde. Zu Hause esse ich Mandarinen immer über der Spüle, aus dem gleichen Grund wie die Sache mit dem Papierkorb.

In diesem Jahr habe ich kaum eine Nektarine bekommen, die so saftig war. Entweder sie waren noch nicht reif. Dann wollte ich sie nachreifen lassen. Als sie beim Drucktest leicht nachgaben, waren sie zwar leicht saftig, aber von innen wurden sie gammelig. Ähnliches ist mir bei Nektarinen von 3 verschiedenen Verkaufsstellen passiert.

Die Saison ist ja nun bald vorbei. Am Samstag werde ich mich mal auf dem Wochenmarkt umschauen, ob es da noch Nektarinen gibt. Vielleicht habe ich da ja noch eine Chance. Wenn das auch wieder ein Reinfall wird, vorausgesetzt, es gibt da noch Nektarinen, steige ich um auf Trauben für mein Frühstück.

London Bridge is down


Das sind angeblich die banalen Worte, mit denen ein Mitglied der Royals der Premierministerin telefonisch den Tod der Queen ankündigen sollte. Das ist gestern geschehen, mit welchen Worten auch immer. „London Brigde“ ist der Codename der Akte, in der drinsteht, was nach dem Tod der Queen zu geschehen hat. Die Akte wurde vor ein paar Jahren geleakt. Vielleicht wurden danach auch die o.g. Worte geändert. Könnte ja jeder kommen und in der Downing Street anrufen um zu erzählen „Nu isse hin!“.

Wie dem auch sei, Elizabeth II., die ehemalige Königin des Vereinigten Königreichs ist gestern im Alter von 96 Jahren dahingeschieden. Ich habe diese Dame verehrt, ungeachtet der menschlichen Fehler, die ihr unterlaufen sind. Vielleicht war sie zusehr der Tradition verhaftet anstatt das Königshaus vorsichtig zu öffnen. Als Oberhaupt der Anklikansichen Kirche waren ihr möglicherweise auch die Hände gebunden, um menschlicher zu entscheiden, ihre Familie betreffend. Vielleicht hat sie im Herzen ganz anders entschieden. Man weiss es nicht.

Ihre letzten öffentlichen Handlungen waren die, Boris Johnson zu verabschieden und Liz Truss zur neuen Regierungschefin zu ernennen. Das war 2 Tage vor dem Tod der Queen. Ich könnte mir vorstellen, dass Lizzy sich gesagt hat: „Ich will es noch schaffen, dem Clown Boris den Tritt in den Hintern zu verpassen und seine Nachfolgerin willkommen zu heissen. Dann lege ich mich hin und warte darauf, dass es vorbei ist.“ Meine Mutter starb auch mit 96 Jahren, an ihrem Geburtstag. Da hatte ich eine ähnliche Idee: „Ich bin jetzt 96, es reicht jetzt.“

Mit 96 Jahren muss man schon mal damit rechnen, dass ein Mensch stirbt. Der Tod von Elizabeth II. kam dann aber doch überraschend. Auch das ist eine Parallele zu meiner Mutter.

Die Ironie des Schicksals: Der alte Premierminister und die neue Premierministerin mussten nach Schottland reisen um von der Queen einen warmen Händedruck zu bekommen. Ausgerechnet Schottland, wo es dort doch Unabhängigkeitsbestrebungen gibt.

In den nächsten Tagen werde ich wohl mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen um die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten zu verfolgen. Ich bin ja so ein Royalist!

Mit dem letzten Atemzug seiner Mutter wurde Charles König. Das Vereinigte Königreich hat jetzt einen King, Charles III. Daran muss man sich nun erstmal gewöhnen.

Schon zugegriffen


Wir schreiben den 3. September 2022 – und schon wird Weihnachtsgebäck angeboten. Wie man sieht, wurde da auch schon zugegriffen. Könnte ja sein, dass es zum 1. Advent Ende November keinen Stollen mehr gibt. Wo kämen wir denn da hin? Da muss doch Stollen auf der Kaffeetafel stehen! Also landet schon mal der eine oder andere Stollen im Einkaufswagen. Und sicher auch diverses andere Weihnachtsgebäck.

Wir waren das nicht! Am liebsten hätte ich mich auf diesen Tisch geworfen und alles mit meinem Gewicht plattgedrückt.

Ich habe gerade 2 Stunden ohne Hemd in der Spätsommersonne gesessen und die Leute kaufen Weihnachtsgebäck. Unfassbar.

Über das Gendern und political correctness

Ich muss das ja nicht mitmachen. Wenn z.B. über Fussgänger geschrieben wird, schliesse ich alle Personen damit ein. Es gibt viele andere Bereiche, wo das für mich normal ist, z.B. Salzstreuer. Muss das jetzt Salzstreuende heissen? Gib mir mal bitte das Salzstreuende!

Heute las ich über „Zufussgehende“. Gibt es eigentlich eigen Artikel dazu? Der Zufussgehende, die Zufussgehende, das Zufessgehende? Hat sich darüber schon mal jemand Gedanken gemacht. Im Plural ist das ja kein Problem, dann sind das DIE Zufussgehenden. Aber was ist mit mir? Bin ich der Zufussgehende, der die Strasse überquert? Oder bleib ich einfach ein Fussgänger? Fragen über Fragen mit denen ich mich in meinem Alter nicht mehr auseinadersetzen möchte – auch wenn ich jetzt gerade darüber geschrieben habe.

Ich schreibe und spreche weiterhin so, wie ich das möchte und wie ich das mal gelernt habe. Mir ist bewusst, dass sich Sprache auch verändert, aus welchen Gründen auch immer.

Zum nächsten Grillabend muss ich mal wieder Zigeunersauce kaufen und zum Dessert gibt es Negerküsse. Als Gruss aus der Küche gibt es zuvor Matjes in Hausfrauensauce.

Reduzierte Draussenzeit

Der Sommer ist vorbei, das lässt sich nicht verleugnen. Der September ist der erste meteorologische Herbstmonat. Die Sonne steht bereits tiefer, geht abends früher unter und geht morgens später auf.

Auf unserer Terrasse ist die Sonnenzeit nur noch kurz, vielleicht 2 Stunden, ich habe nicht genau darauf geachtet. Wenn die hohen Pappeln nicht wären, hätten wir längere Sonnenstunden. Aber im Hochsommer spenden sie uns Schatten. Wir können uns also nicht beklagen. Alles hat zwei Seiten.

Zur Zeit haben wir eine Wetterperiode mit kräftigem Ostwind, der sehr frisch daherkommt. Wenn die Sonne dann hinter den Pappeln verschwindet und nur noch wenige Lücken durch das Laub findet, kann man dort nicht mehr sitzen. Na ja, ich könnte mir vielleicht etwas langärmeliges Überwerfen. Aber das ist für mich nicht das Gefühl für draussen.

Ich habe jetzt aber die Zeit, mich mal um die Steuererklärung zu kümmern und auch um die Grundsteuererklärung. Dabei werde ich auch den Stapel des Grauens mal wieder durchforsten und die Ablage machen bzw. Belege der Vernichtung zuführen, die überflüssig sind.

Viel lieber würde ich natürlich draussen sitzen, lesen, dabei einen Cappuccino trinken und die Katzen beobachten, die sich zum Dösen in meine Nähe gelegt haben.

Spanisches Wochenende

Ich liebe Spanien, seine Kultur und seine tollen Gerichte. 1968 habe ich mir in der Plaza de toros von Barcelona eine Corrida angeschaut. Einer der Torreros war der legendäre El Cordobes.

Freitagabend gab es ja Paella mit Hindernissen. Heute hatten wir Geflügelleber in Sherrysauce. Danach gönnten wir uns Sangria – natürlich selbst angesetzt und nicht aus dem Supermarktregal.

Morgen gibt es zum Frühstück Schinken gebraten auf dem Cerranfeld, den berühmten Cerranoschinken. Hm, was war denn heute in der Sangria?

Sehr frühzeitig


Gestern haben wir festgestellt, dass die Flugzeiten für die An- und Abreisezeiten unserer nächsten Kreuzfahrt schon feststehen, 3 Monate vor dem Reisebeginn! Die Abflugzeiten sind sehr angenehm, morgens um 10 Uhr ab Hamburg und nachmittags um 15:10 Uhr ab Santa Cruz de Tenerife.

Wir haben uns sofort um die Sitzplatzreservierungen gekümmert und dabei festgestellt, dass man ein upgrade für die Business Class buchen kann. Bei jeweils 5 Stunden Flugdauer möchte man das gern bequem haben. Also haben wir in die Tasche gegriffen und das gebucht. Viele Plätze gibt es in der Klasse nicht, da muss man schon rechtzeitig zugreifen. Auf den ersten Blick schien es, dass die Plätze schon nicht mehr verfügbar wären. Wir haben dann herausgefunden, dass man das online nicht buchen kann sondern nur telefonisch. Hat alles geklappt.

Es gibt dort nur Reihen mit 2 Plätzen – sehr praktisch, wenn man während der 5 Stunden mal zur Toilette muss.

Unseren Transfer zum Flughafen und nach der Reise nach Hause haben wir auch schon gebucht. Da im November keine Hauptreisezeit ist, sollte es ausreichend sein, 2 Stunden vor dem Abflug am Flughafen zu sein.

Ende September sind die Landausflüge buchbar. Da wir nur 2 Häfen haben werden, ist das Angebot einfach zu prüfen. Demnächst werde ich mich mal mit den Welllnessangeboten beschäftigen. Da ist eine sehr interessante Sache dabei.

Hamburg Hauptbahnhof


Ich hatte heute in der grossen Stadt an der Elbe zu tun. Mein Zahnrzt hatte zur viermonatigen Kontrolle gerufen. Die Praxis befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof, ebenso zur Bushaltestelle des Expressbusses, der mich ohne umzusteigen von der kleinen in die grosse Stadt fährt.

„Der Bus ist aber voll heute“ – dachte ich so bei mir. Na ja, Feitagmittag, Wochenende! Und dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, äh von den Augen: Das 9-Euro-Ticket!

Der Aufenthalt auf dem Zahnarztstuhl war nur kurz, trotz der Entfernung von Zahnstein. Ich hatte mich schon vorab informiert, wann denn der Bus zurückfährt. Normalerweise ist es kein Problem, auch mit der S-Bahn bis nach HH-Bergedorf zu fahren. Aber wegen einer Brückenerneuerung fährt die nicht vom Hauptbahnhof sondern vom Bahnhof Berliner Tor. Desweiteren wird in Hamburg-Bergedorf der Asphaltbelag des ZOB erneuert, d.h. die Bushaltestellen der diversen Linien sind rund um den Bahnhof bzw. ZOB verteilt. Die bequemste Art, die Heimreise anzutreiten wäre also mit dem Expressbus.

Auf dem Weg zur Haltestelle überquerte ich eine Brücke über die Gleise des Hauptbahnofes. Mit blieb fast der frischgeputzte Mund offen stehen als ich die Menschenmassen auf dem Bahnsteig dort unten sah. Und das ist nur ein Teilstück des Bahnsteigs, der sich unter der Brücke hindurch bis in die grosse Bahnhofshalle fortsetzt.

Man hat ja in den Medien schon Bilder aus Bahnhöfen gesehen. Es ging da um besagtes 9-Euro-Ticket. Aber wenn man das dann mit eigenen Augen sieht, ist man doch überrascht.

Ich selbst habe das Ticket heute benutzt. Es ist ein wenig preisgünstiger als ein Tagesticket. Und als Rentner muss man ja sehen, wie man zu was kommt. Da wir in der nächsten Woche noch zu einem Theaterbesuch nach Hamburg fahren, habe ich es dann noch ein wenig besser ausgenutzt.