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Noch soooo lange


300 Tage sind eine Marke, aber die Wartezeit ist mühsam. Aber was will man machen. Aus gesundheitlichen Gründen fällt die Kreuzfahrt in diesem Jahr ja aus. Ursprünglich wollte ich die OP ja nach der Reise durchführen lassen. Ich bin aber froh, dass ich die OP vorgezogen habe. Die gebuchte Kreuzfahrt drei Wochen nach der OP zu machen, davon riet der Arzt ab. Und ja, er hatte recht, leide ich zwei Monate nach der OP immer noch an den Nachwehen, mal mehr mal weniger.

Ich vermisse das Meer, da führt kein Weg dran vorbei. Stundenlang auf dem Balkon sitzen und bis zum Horizont zu schauen, das mag für manche Menschen langweilig sein. Für mich ist das Entspannung pur. Schon 1968, auf meiner ersten Reise auf einem Frachtschiff, stand ich den ganzen Tag auf der Brücke. Da passierte ja auch nichts. Das Schiff fährt, es gibt keine Manöver, man stand da so rum und ich unterhielt mich mit den jeweiligen wachhabenden Offizieren – und schaute auf das Meer.

Eine wichtige Sache wurden jeden Tag mittags um 12 Uhr durchgezogen: Es wurde die Sonne geschossen um die Position des Schiffes festzustellen. Mit einem Sextanten wurde das gemacht. Vereinfacht erklärt: Mit dem Sextanten wird der Höhenwinkel der Sonne über dem Horizont festgestellt. GPS und Satellitentelefon gab es noch nicht. Wollte man von See aus mit der Reederei sprechen, musste man über eine Küstenfunkstation ein Funktelefonat anmelden. Wenn man Glück hatte, hatte man eine störungsfreie Verbindung. Nun ja, lang lang ist’s her. Von dieser Reise brachte ich ein Rezept mit, Reis à la Hugo. Es ist ein Resteessen nach Seemannsart, was natürlich nicht so heisst. Ich habe es nach dem Schiff genannt, auf dem ich damals 4 Wochen unterwegs war. Dazu bei einer anderen Gelegenheit mal mehr.

Verrückte Nacht

Die letzte Nacht war ja ganz ok. Aber die davor, von Montag auf Dienstag, war der Hammer. Und sowas hab ich bei zunehmenden Mond noch nicht erlebt, beim letzten Mal, vor vier Wochen, hab ich kaum was gemerkt.

Was war los?: Unruhiger Schlaf, begleitet von mehrmaligem Aufwachen und langen Wachphasen. Das ist eine Sache. Aber diese Träume – unfassbar. Gefühlt ging ein Traum in den nächsten über, von einem Ort zu einem anderen. Es ging los mit einer Fahrt im ICE 1, der mit der langen Nase, nach Travemünde. Beim Ausstieg schüttete es wie aus Eimern, selbst unter dem Dach des Bahnsteigs wurde ich Nass bis auf die Haut.

Nächster Ort ein Karstadt-Kaufhaus mit einem riesigen Foyer rund um die Verkaufsetagen. Meine Mutter irrte dort mit ihrem Rollator umher weil sie einen Aufzug suchte. Endlich fand sie einen, ich immer hinter ihr her. Als sich die Türen öffneten war da eine grosse Aufzugkabine mit einer Sofalandschaft.

Und schon war ich in Polen, in Gdansk zur Adventszeit. Ich war noch nie in Polen, man kennt aber Bilder aus Gdansk, z.B. das berühmte Speicherhaus am Fluss, woran ich erkannte, dass ich Gdansk war. Ich spazierte durch die Stadt, die ich ja nicht kenne, durch eine Strasse mit Adventsbeleuchtung. Auf der anderen Strassenseite entdeckte ich eine Gruppe von vier Damen. Eine der Damen war Benedikte, die Schwester der Dänischen Königin Margrethe. Sie trug ein mittelblaues langes, schmalgeschnittenes Kleid und die trug ein Diadem im Haar. Die sie begleitenden Damen waren wohl Hofdamen und Zofen.

Und mit dem Bild von Benedikte vor Augen erwachte ich in meinem Bett, nicht in Gdansk, nicht bei Karstadt im Lift und nicht in Travemünde bei Regen.

Übermorgen ist Vollmond, dann hat der Spuk ein Ende. Bis dahin habe ich noch zwei Nächte vor mir.

Was essen wir heute?


Die Speisenfindung für das Wochenende verläuft immer ziemlich einvernehmlich, meistens haben wir schon die selben Ideen. Es kommt auch vor, dass ich was neues Vorschlage und die Idee von meinem Schatz auch angenommen wird. Was wir am Wochenende essen wollen ist auch davon abhängig, ob mein Schatz am Samstag arbeiten muss. Dann gibt es etwas, was ich im Lauf des Tages gut vorbereiten und zum richtigen Zeitpunkt nur noch heiss machen muss.

Am vergangenen Samstag hatte der Gatte frei. Uns war nach Spargel. Spargel hat ja zurzeit Saison. Bislang war es so, dass ich Spargel immer mit einer Spargelschälmaschine schälen lassen konnte. In diesem Jahr wird die leider nicht aufgestellt. Der örtliche Spargelbauer besitzt zwar so ein Teil, aber dorthin zu fahren, passt nicht in unsere Tagungsplanung.

Ein örtlicher Supermarkt bot geschälten Spargel an, in 400 Gramm Schalen. 3 Stück würden wir brauchen. Vor Ort entdeckte ich nur Schalen zu 500 Gramm, ok, 2 davon gehen dann auch. Erst zuhause entdeckte ich, dass der Spargel nicht geschält war, ich hatte mal wieder nicht genau hingeschaut.

Aber zwei Mann – zwei Spargelschäler, das ging dann doch recht fix. Ich hab beim Schälen immer die Befürchtung, dass ich zu wenig schäle und wir dann auf der strohigen Schale rumkauen und sie dann aus dem Esszimmer ziehen. Zuviel will man ja auch nicht abschälen, wir wollen ja nicht Bleistifte auf dem Teller haben. Aber es war alles ok. Beim nächsten Spargelessen kaufen wir wieder ungeschälten Spargel.

Gestern gab es französischen Kartoffelauflauf Reblochon de Savoie, allerdings tranken wir deutschen Weisswein dazu. Nach dem recht üppigen Mahl musste es unbedingt ein Digestif sein. Wir fragten uns, was man in Frankreicht dazu kredenzt.

Ich lese viele Krimis, die u.a. auch in Frankreich spielen. Bei jeder Gelegenheit trinken die Kommissare Wein, auch tagsüber während sie Mittagspause in einem Restaurant machen. Aber ich habe noch nie gelesen, dass es einen Digestif gibt. Vielleicht nehmen die Pastis, ein Anisschnaps, ähnlich wie Ouzo oder Raki. Nach Ouzo war uns nicht, wir entschieden uns für eine Grappa. Aber ich werde mal versuchen herauszufinden, was die Franzosen nach dem Essen trinken.

St. Karch ist vorbei


Unsere Terrasse hat eine Grundfläche von ca. 24 qm. Die Grünalgenbildung beginnt schon im Spätsommer/Herbs, nämlich dann, wenn die Sonne die Terrasse nicht mehr erreicht. Wenn es denn endlich wieder wärmer wird, juckt es in den Fingern, die Platten wieder zu säubern. Wenn man denn schon mal draussen seinen Kaffee trinken kann, vom Grillen wollen wir noch gar nicht reden, möchte man es ja auch wieder schön haben.

Mit den entsprechenden Geräten eines namhaften Herstellers, ist das ja auch alles kein Problem und eigentlich recht schnell gemacht. Aber bei körperlichen Einschränkungen ist das nicht ganz einfach. Wenn dann auch noch das Wetter nicht durchgehend die Lust fördert, die Terrasse herzurichten, dauert das, wie in diesem Jahr, schon gern mal eine Woche.

Ich habe mir die Arbeit auf drei Tage eingeteilt, also drei Mal ca. 8 qm. Das hört sich nicht nach viel an. Und die notwendigen Gerätschaften sind auch leicht zu handlen. Aber ungewohnte Haltung und Bewegung lassen mich nach jeweils 8 qm einhalten.

Aber jetzt ist alles wieder schick, die Fliesen sind nicht mehr grün sondern wieder sauber und grau.

Und jetzt gehe ich in die Wanne und pflege meinen Rücken.

Nur so am Rande: Günter Netzer ist Grossvater geworden! Das ist den Nachrichtenmedien eine Schlagzeile wert. Ob das jemanden interessiert?

Ein Film-Klassiker auf der Bühne


Gestern wurde der erste Teil meines Geburtstagsgeschenkes eingelöst: Eine Vorstellung im Stage Operettenhaus des Musicals „Zurück in die Zukunft“. Der Titel des Films war mir bekannt, ich habe ihn aber nie gesehen und wusste deshalb auch nicht, um was es da eigentlich wirklich geht. Für mich war das sozusagen ein Blind Date. Ganz unbeleckt und nicht wissend, was auf mich zukommt, freute ich mich doch, mal wieder ins Theater zu gehen.

Wie seit vielen Jahren üblich, hatte mein Schatz für die Vorstellung „open bar“ zusätzlich gebucht. Für diese Nutzer gibt es einen separaten Eingang, der zuerst geöffnet wird bevor der Einlass für die anderen Gäste gewährt wird. Am Servicepoint bekommt man ein Bändchen für das Handgelenk, mit dem man jetzt an jeder Bar in den Foyers Getränke bekommen kann.

Kurz vor dem Beginn der Vorstellung nahmen wir unsere Plätze ein, Platz 1 links und Platz 1 rechts, exakt die Mitte von Reihe 4. Das Parkett war schon gut gefüllt. Unsere Reihe war bereits voll besetzt, bis auf die beiden Mittelplätze, wir mussten da also jetzt durch.

Eine kurze Inhaltsangabe, die für Kenner des Films wohl überflüssig ist:
Der Jungedliche Marty McFly wird mit der Zeitmaschine DeLorean des Doc Brown aus dem Jahr 1985 in das Jahr 1955 katapultiert. Marty trifft dort auf seine zukünftigen Eltern. Seine Mutter verliebt sich in Marty. Dadurch verändern sich die Zeitlinien. Marty muss versuchen, dass sich seine Eltern ineinander verlieben, was auch gelingt. Nun muss Marty zurück in das Jahr 1985, jedoch hat die Zeitmaschine, die in einem Auto, DeLorean, steckt, nicht mehr genügend Energie. Durch einen Blitzschlag in die Rahthausuhr soll die Maschine wieder aufgeladen werden, was dann auch klappt. Soweit eine minimalistische Kurzfassung des Inhalts.

Mehr zu erzählen, würde diesen Rahmen sprengen. Die ganze Geschichte ist natürlich begleiten von allerlei Irrungen und Wirrungen. Es gibt viele grossartige Tanzszenen. Das opening des 2. Aktes ist besonders erwähnenswert.

Es kommt keine Langeweile auf. Ehe man sich versieht ist Pause, fast 90 Minuten waren vergangen, ohne dass man das merkte. Eine rasante Story, fetzige Musik, ein tolles Bühnbild, was sich immer wieder schnell verwandelt – toll. Anfangs hatte ich ein wenig Mühe, mich hineinzufinden, aber sehr schnell war ich mitgerissen.

Ein besinnlicher Song darf aber auch nicht fehlen: Doc Brown besingt die Genies vergangener Zeiten, die Ideen hatten und nie aufgegeben haben, diese zu verfolgen, auch wenn es Rückschläge gab.

Raphael Groß spielte den Jugendlichen Marty McFly mit jungenhaftem Charme, da wo es angemessen war, mit glaubhaftem Zeifel als es so aus so, als könnte er im Jahr 1955 gefangen bleiben, mit gerade noch pubertärer Angst als er von seiner zukünftigen Mutter bedrängt wurde, in deren Bett er, nur noch mit T-Shirt und Slip bekleidet aufwachte.

Jan Kersjes begeisterte als verschrobener und exzentrischer Wissenschaftler Doc Brown. Jan war in der Lage, die Figur des Doc Brown stark zu überzeichnen, ohne dass es Klamauk wurde. Jan und Raphael bzw. Marty und Doc Brown sind zusammen das Herzstück dieser verdrehten Kommödie.

Als George McFly, der Vater von Marty, stand Terence van der Loo auf der Bühne. Mit seiner schüchternen, steifen und verklemmten Persönlichkeit konnte man fast Mitleid mit George haben.

Es ist unmöglich für mich, hier jeden einzelnen Charakter zu würdigen. Alle Darsteller waren mit Herzblut und Freude bei der Sache und gaben der Inszenierung ein positives Gesamtbild.

Die Szenerie wurde unterschützt durch diverse Videoprojektionen. Herausragend ist die Kletterszene, in der Doc Brown zur Rathausuhr hinaufklettert. Erwähnenswert ist auch die Illusion des über die Bühne rasenden DeLorean. Keine Illusion ist, als sich Marty und Doc Brown sich mit DeLorean auf den Weg zurück in die Zukunft machen und das Auto sich über den Bühnenboden erhebt und sich über die ersten beiden Zuschauerreihen schiebt.

Das Theater war fast ausverkauft, auf einem Donnerstagabend! Im Gedränge in den Foyers in der Pause und am Ende hörte man ja so einige Stimmen. Unter den Zuschauern waren einige Fans des Kultfilms, die im Grossen und Ganzen auch sehr angetan von der Bühnenversion waren. OK, wer den Film kennt und ihn womöglich mehrere Male gesehen hat, vermisst vielleicht ein paar Szenen. Nicht alles lässt sich auf einer Bühne umsetzen. Aber reine Kritik war nicht zu hören. Ich war jedenfalls begeistert, und mein Schatz war es auch.

Osterfeuer


Wir haben uns mal aufgerafft, die wenigen Meter zur Elbe zu überwinden, um uns das Osterfeuer anzuschauen.

Irgendwie was das deprimierend: Da lagen aufeinandergestapelte Paletten, welche die Nahrung für das Feuer waren. Unter Osterfeuer verstehe ich hochaufgetürmte Zweige, Reisig, was auch immer, aber keine Paletten. Ein paar lagen noch an der Seite, um das Feuer am feuern zu halten.

Wir hatten uns nicht zu vielen anderen Menschen in die Nähe des Feuers gestellt. Die Szenerie aus der Entfernung zu betrachten, ist doch viel interessanter, als auf die lodernden Flammen zu starren. Unser Standort, mit dem Rücken zum Anleger, bot mir eine gute Stütze an einer Mauer, das war perfekt.

Von dort konnten wir auch die Menschen beobachten, was ich ja immer gern mache. Nun ja, es lohnte sich nicht. Auf unseren Kreuzfahrten haben wir den Begriff „Holzklasse“ für eine gewisse Klientel gebildet. Heute, am Osterfeuer, gab es viel Holzklasse. Der Eindruck wurde verstärkt durch billiges Toilettenwasser, sorry, Eau de Toilette.

Auf dem Heimweg waren wir, wie immer, einer Meinung: Wir müssen nächstes Jahr da nicht wieder hin.

Die böse Hexe und ein grosses Ding

Die Hexe hat geschossen, nicht bei mir, das fehlte mir gerade noch. Den Gatten hat sie getroffen, als er sich bückte, den Zengarten für die Katzen neu zu arrangieren.

Erst dachte er noch, dass es nicht so schlimm sei. Doch dann fiel ihm ein, er könne ja den Nichtmeinkanzler Merz ärgern und einen Arzt aufsuchen. Dadurch liessen sich vielleicht ein paar Urlaubstage sparen, denn wie man weiss, zählen Krankentage im Urlaub nicht als Urlaubstage.

Leider hat das nicht funktioniert. Unser Hausarztzentrum hatte wegen eines Softwareupdates geschlossen. Die Hausärztin ein paar Häuser weiter hatte auch geschlossen, was bei ihr generell mittwochs der Fall ist. Beim neuen Orthopäden standen die Patienten schlange auf dem Hof.

Als mein Schatz nach Hause kam, war ich hocherfreut darüber, wie schnell das gegangen war. Na ja, die Freude hielt nicht lange an als ich hörte, was alles nicht möglich war. Er sich dann mit einem Kirschkernkissen und einem heissen Wannenbad beholfen. Wir sind immer noch sehr glücklich darüber, dass wir bei der Planung der Wohnung eine Badewanne berücksichtigt haben.

Der nachfolgende Text dient zur späteren Erinnerung was wann war:
Heute morgen waren wir in der grossen Stadt an der Elbe und haben dort ein neues Projekt eingetütet. Mehr will für die Blogöffentlichkeit heute nicht sagen. Zu gegebener Zeit, was wohl erst in einigen Monaten sein wird, werde ich über das Projekt berichten. Farben spielen eine Rolle. Heute ist zwar Gründonnerstag, aber grün gefiel uns nicht. Es wird Bleistift. Möge sich meine kleine Bloggerwelt in den Kommentaren darüber ergehen, es wird meinerseits aber nicht Stellung dazu bezogen werden.

Es geht bergauf

Und das kann man sogar wörtlich nehmen.

Bisher war es so, dass ich nach einen Stadtgang ziemlich fertig war und ich mit dem Lift in die 3. Etage fuhr statt die Treppe zu nehmen.

Heute morgen hatte ich in der Stadt zu tun, ohne Termin, ich konnte mir also Zeit lassen, ich konnte flanieren ohne Druck. Der Heimweg gestaltete sich nicht anders. In dem Strassenbereich, an dem ich sonst immer dachte „Na ja, wird jetzt auch Zeit, dass du dich mal wieder ausruhen kannst“, passierte nichts dergleichen. Gemütlich schlenderte ich weiter gen unserem schönen Zuhause. Ich überlegte schon, ob ich es heute wohl schaffen würden, den Lift links liegen zu lassen und die Treppe nehmen zu können. Taraaa! Tusch! Es hat funktioniert! Ich bin soooooo happy.

Gegen Mittag musste ich dann nochmal los zur Krankengymnistik. Der Rücken plagte auf dem Hinweg. Erstmal durfte ich wieder 20 Minuten auf dem Wärmekissen entspannen. Aber dann ging es ans Eingemachte. Hab das aber alles super hinbekommen. Danach musste ich nochmal in die Einkaufsstrasse für ein paar Besorgungen. Ging auch alles wunderbar, nur jetzt musste ich den Lift nehmen zu Hause. Und dann musste ich mich erstmal ne Weile hinlegen. Aber ich bin stolz darauf, heute viel geschafft zu haben.

Der Rücken braucht das

Wie es aussieht, habe ich die OP an der LWS unterschätzt. War ich nach der OP, bei der es sich um die Beseitigung eines Bandscheibenvorfalls handelte, komplett Beschwerde- und Schmerzfrei, ist es dieses Mal nicht ganz so einfach. Die Probleme, welche die OP notwendig machten, sind zwar weg, aber hin und wieder meldet sich der Rücken und signalisiert mir mit leichten Schmerzen: Achtung! An manchen Tagen merke ich gar nicht, an anderen Tagen geht es ohne Schmerzmittel, aber nach Tagen mit wenig Bewegung und viel Sitzen greife ich doch zu den Schmerztropfen.

Zur Entlastung des Rückens lege ich mich zwischendurch mal auf das Bett und lese den E-Reader leer – was niemals passieren wird. Gestern bekam ich Gesellschaft, Elphie legte sich zu mir. Zuerst lag sie an meinen Beinen, später kam sie weiter rauf und schmiegte sich an meinen Arm. Es ist so praktisch, dass ich den Kindle einhändig halten und bedienen kann, dann störe ich die Katzen nicht, wenn die mir im Bett mal gesellschaft leisten.

Ich geniesse es sehr, wenn eine der beiden Samtpfoten sich an mich kuschelt. Wenn die Blase sich meldet, vesuche ich, die Erleichterung so lange wie möglich hinauszuzögern. Als ich das gestern erledigt hatte und zurück ins Schlafzimmer kam, war Elphie vom Bett runter. Das hatte ich ja befürchtet, aber so sind sie, da kann man nichts machen.

Ein Testessen


In zweifacher Hinsicht war das gestern ein Testessen:
Seit Wochen waren wir das erste Mal in einem Restaurant. Es gibt ein neues Asiarestaurant in der kleinen Stadt an der Elbe, welches es zu testen galt.

Das Ambiente des BE Geesthacht ist gemütlich mit einem Hauch Asiadeko. Als wir um 17 Uhr ankamen, war noch nicht viel los, wir konnten uns einen Tisch von zwei reservierten aussuchen. Im Verlauf der nächsten Stunde wurde es voller – und lauter. Die Aukustik ist verbesserungswürdig. Das fällt besonders dann auf, wenn man zu zweit ist und sich nicht so viel zu erzählen hat.

Die Speisekarte ist sehr umfangreich, jeder Asiafan wird dort was finden. Wir lieben ja die Kokossuppe mit Huhn, Koriander und Zitronengras. Sie wurde heiss serviert, was uns gut tat. Auf dem kleinen Fussweg war es recht unangenehm frisch und unwarm gewesen.

Als Hauptgericht nahm ich „Flying Singapore“. Als Beilage hat man die Auswahl zwischen jeweils 2 Geflügelsorten und Garneelen sowie 3 veganen Beilagen. Ich entschied mich für knusprige Ente. Passend zu meiner Speise bestellte ich Tiger Bier aus Singapore.

Das Gericht war genau so arrangiert wie das Bild auf der Speisekarte, es schmeckte vorzüglich, nur war es etwas kompliziert das zu essen. Beim nächsten Mal also ein normales Tellergericht ohne flying noodels.

Bernd hatte sich Vientiane Style bestellt, ein Tellergericht mit Gemüse, Reis. Als Beilage hatte er auch die knusprige Ente gewählt. Vientiane, hört sich nach Vietnam an, deshalb trank Bernd ein Bier aus Vietnam. Aber man lernt ja nie aus. Ich schaute zu Hause erstmal nach, was denn Vientiane sei: Es ist die Hauptstadt von Laos.

Wir waren beide sehr zufrieden mit unseren Speisen und ziemlich satt. Ein Dessert passte nicht mehr. Aber wir hatten den Cocktail Singapore Sling auf der Karte entdeckt, den wir zum Dessert orderten.

Wir hatten nun 1-1/2 Stunden im BE zugebracht. So lange sollte ich eigentlich gar nicht sitzen. Das Gestühl war für mich nicht sehr rückenfreundlich. Mit den Folgen hatte ich heute morgen zu kämpfen: Rückenschmerzen! 40 Tropfen Novalgin waren notwendig, um die Schmerzen zu bekämpfen. Heute ist also ein absoluter Schontag.

Vor einem Jahr waren wir ja auf Kreuzfahrt in Asien. In der Erinnerung müsste die Reise in diesen Tagen beendet worden sein. Wozu ein Blog doch gut ist: Am 14.3.2025 sind wir, aus Singapore kommend, in Hamburg gelandet. Welch ein Zufall.