Archiv der Kategorie: Allgemein

Das Ende ist nah!


Nein, ich bin nicht zu den Zeugen Jehovas konvertiert. Und bei dem oben abgebildeten blauen Tor handelt es sich auch nicht um den Eingang zum Paradies, in dem 12 Jungfrauen warten (mit denen kann ich eh nichts anfangen) und auch nicht um den Eingang zur Hölle. Es ist eins von vielen blue goals, die hier in Hamburg anlässlich der Fussballweltmeisterschaft als Kunstwerk aufgestellt worden sind.

Am kommenden Wochenende werden die Tore abgeschaltet und dann wieder abgebaut. Leider! Wie ich heute gehört habe, muss das aus Sicherheitsgründen wegen des bevorstehenden Winters geschehen.

Am Samstag findet hier eine Schlussveranstaltung mit einem Feuerwerk über der Binnenalster statt. Wer also die Hamburger Sykline mit den leuchtenden blue goals noch mal sehen will, muss sich beeilen.

Ich persönlich finde es schade, dass die Dinger jetzt abgebaut werden müssen, besonders auch deshalb, weil sie in den kommenden dunklen Monaten ein Lichtblick über Hamburgs Dächern gewesen wären. Ich habe sie geliebt. Ich konnte einige von meinem Arbeitsplatz sehen. Und wenn man in Hamburg unterwegs war, gab es kaum eine Stelle, von der aus man kein blue goal sehen konnte.

Mir hat’s gefallen.

Die Oetker-Gruppe


Wie ich erst heute gelesen habe, feierte der Enkel des Firmengründers, Rudolf August Oetker, bereits am letzten Mittwoch seinen 90. Geburtstag.

Wer den Namen Oetker hört, denkt ganz bestimmt zuerst an Pudding, Backpulver oder Pizza. Dass die Oetkers auch in der Schifffahrt tätig sind, ist den meisten Deutschen wahrscheinlich unbekannt. So nennen sie Deutschlands grösste Reederei in Privatbesitz ihr Eigen, die Linienreederei Hamburg-Süd. Zu dieser Reederei gehörte einst die „Cap San Diego“, die heute als Museumsschiff an den Hamburger Landungsbrücken zu besichtigen ist.

Welche Firmen noch zur Oetker-Gruppe gehören, kann sich hier einen Überblick verschaffen. Ich bin überrascht, welche Produkte dazugehören.

Und was ganz wichtig ist: Die Oetker-Gruppe ist im Familienbesitz!!! Da werden nicht mit Rücksicht auf die Dividenden von Aktionären mal eben ein paar Tausend Leute entlassen obwohl eh schon Milliardengewinne gemacht wurden. Das ist doch ein guter Grund, Produkte von Oetker zu kaufen.

Die Pamir

Heute vor 49 Jahren geschah im Atlantik ein schreckliches Unglück: Ca. 600 Seemeilen südwestlich der Azoren sank in einem Orkan das Segelschiff „Pamir“. 80 Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben, nur 6 Seeleute konnten gerettet werden. Die Viermastbark war mit einer Ladung Gerste unterwegs. Aufgrund des Orkans ist die Ladung übergegangen, das Schiff bekam Schlagseite und kenterte.

Zum Gedenken an die auf See gebliebenen Besatzungsmitglieder der „Pamir“ wurde in der St.-Jakobi-Kirche in Lübeck, die dortige Seemannskirche, in einer Seitenkapelle ein geborgenes Rettungsboot aufgestellt. Auf einer Holztafel sind die Namen derer eingeschnitzt, die 1957 auf See ihr Leben verloren haben.

Kurze Zeit nach dem Untergang der „Pamir“ geriet der zweite noch unter Deutscher Flagge fahrende Frachtensegler, die „Passat“ ebenfalls durch einen schweren Sturm in Seenot. Es gelang aber, das Schiff zu retten. Nach dieser Reise wurde die Viermastbark aus dem aktiven Dienst genommen. Die „Passat“ liegt heute als Museumsschiff in Travemünde und kann dort besichtigt werden.

Zur Zeit des Untergangs war ich 7 Jahre alt. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass das Unglück wochenlang Thema in der Tageszeitung war. (Fernsehen hatten wir damals noch nicht). Ich weiss noch, dass ich ziemlich betroffen war. Das Thema „See“ hat mich auch nie wieder losgelassen – auch wenn ich nie selbst zur See gefahren bin. Wenn ich Zeit und Gelegenheit habe, besuche sehr gern die Gedenkstätte in Lübeck. Wenn ich das kleine, teilweise zerstörte, Rettungsboot sehe, kann ich mir sehr gut vorstellen, was damals im Atlantik passiert ist, wie die Seemänner mit dem Leben gerungen haben, versucht haben, sich am Boot festzuhalten uns schliesslich doch vor Schwäche in den Fluten versunken sind.

Es werde Licht

Seit einigen Wochen hatten wir in unserem Kellerraum kein Licht mehr. Da eine Leuchtstoffröhre auch nicht ewig hält, haben wir dann kurzerhand eine neue gekauft. Trotzdem hatten wir kein Licht im Keller. Ich muss dazu sagen, dass unser Kellerraum der einzige ist, er eine separate Lichtquelle hat, die intern geschaltet werden kann. Ich verfolgte also das vom Schalter abgehende Kabel durch die ganzen Kellergänge und landete dann an einem kleinen Sicherungskasten, der über den Stromzählern hängt. In dem Sicherungkasten befand sich aber keine Sicherung mehr. Ich war mir allerdings auch nicht ganz sicher, ob es sich da um den Kasten handelt, der für unseren Keller zuständig ist. Um nicht irgendeine ungewollte Reaktion hervorzurufen, liess ich alles so wie ich es vorgefunden hatte. Unser Keller blieb also weitgehenst dunkel – nur schwach erleuchtet vom einer Funzel im Kellergang.

Heute nahm ich allen Mut zusammen. Aus einem anderen öffentlich hängenden Kasten schraubte ich die Sicherung heraus und schraubte sie in den Kasten, von dem ich annahm, es wäre der für unseren Keller. Und tatsächlich hatten wir wieder einen gut erhellten Kellerraum. Hatte man uns offensichtlich die Sicherung geklaut. Nun ist irgendein Raum oder irgendwas anderes ohne Stromversorgung. Bin mal gespannt, wie lange die Sicherung in unserem Kasten drin bleibt.

Feuerwerk über der Aussenalster

Anlässlich der heutigen Eröffnung der Chinatime hier in Hamburg, wurde ein grosses Chinesisches Feuerwerk über der Aussenalster angekündigt. 30 Minuten würde es dauern. Klar doch, dass mein Herz gleich höher schlug, als ich das gelesen hatte. Und da wir nur wenige Minuten von der Alster entfernt wohnen, konnte ich Bernd überreden, mit mir zum Feuerwerk zu gehen.

Auf dem Weg dorthin meldete sich Tim bei mir auf dem Handy. Er weilt zurzeit aus beruflichen Gründen in Hamburg. Tim wollte wissen, von wo aus wir das Feuerwerk ansehen wollen und ob wir uns dort treffen können. Ein Treffen war schon seit längerem geplant und ist auch für den kommenden Freitag verabredet. Aber warum sollte man sich nicht schon vorher ein wenig beschnuppern? Tasächlich ist es uns gelungen, uns in der Dunkelheit an der Alster zu finden.

Gemeinsam schauten wir das bunte und laute Spektakel an. Aussergewönliche Effekte wurden nicht gezeigt. Insgesamt gesehen hätte man das Feuerwerk auch in 15 Minuten abbrennen können weil es in sich viele Wiederholungen gab. Allein das Finale war ein fulminanter Anblick und jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken. In schneller Folge wurden die Rakten gezündet und in die Luft gejagt. Am sommerlichen dunklen Hamburger Himmel entfalteten sie ihre funkelnde und farbenprächtige Ladung. Meinetwegen kann ein Feuerwerk nur aus Finale bestehen – weil es einfach am schönsten ist.

Nach dem letzten Böller machten wir uns mit Tim auf den Heimweg (er wohnt bei uns um die Ecke). Wir freuen uns darauf, ihn am Freitag bei uns zu Hause begrüssen zu dürfen.

Geschmacksache


I WANT OUT, das ist der Name der neuesten Kreation von Aussiebum aus Australien. Es handelt sich um Herrenunterwäsche – nicht um Schlübber für Sechsjährige.

Ich glaube, wenn bei mir ein Typ im Bett landen würde, der solche Dinger anhätte – ich würd‘ mich schlapplachen. Wenn ich mit der bunten Kinderwäsche ankommen würde, wäre das sicher ein Scheidungsgrund. Zum Glück haben mein Mann und ich so ziemlich den gleichen Geschmack, was das Darunter angeht.

Zu früh gekauft?

Im Mai war ich ja noch ganz stolz, mit dem Kauf unseres neuen Fernsehers ein Schnäppchen gemacht zu haben. Heute Mittag wurde ich eines Besseren belehrt: Das gleiche Gerät wird jetzt für Eur 999,00 angeboten. Zum Glück sind es nur Eur 200,00, die wir mehr bezahlt haben. Ärgerlicher wäre es gewesen, wenn ich damals den richtigen Preis hätte bezahlen müssen, dann wäre der Unterschied Eur 700,00 gewesen.

Aber so ist es ja mit fast allen elektronischen Artikeln: Man kauft immer zu früh weil die Preise laufend weiter fallen.

Alstervergnügen 2006


Es ist ja immer dasselbe: Schwenkgrill, Fischbrötchen, Pommes, Crepes – dazu Bier, Cocktails, Caipi. Jedes Strassenfest ist ähnlich, egal ob es auf der Langen Reihe stattfindet oder sich Hafengeburtstag nennt oder Alstervergnügen. Sicher sieht es in anderen Städten ähnlich aus. Aber Strassenfeste üben nun mal eine magische Anziehungskraft auf die Menschenmassen aus.

Das Alstervergnügen ist nach meiner Meinung das schönste Fest hier in Hamburg, und nicht nur deshalb, weil Bernd und ich uns dort kennen gelernt haben. So sind die grossen alten Gebäude mit ihren von der Patina grünen Dächern – dazu noch durch Effektbeleuchtung gut in Szene gesetzt – an drei Seiten der Binnenalster eine wunderbare Kulisse. Die beleuchtete Lombardsbrücke an der vierten Seite passt sich wunderbar in das Gesamtbild ein. Die Besucher des Festes können sozusagen im Kreisverkehr endlos um die Alster gehen und brauchen nicht an einem Ende umkehren. Die Lichter der Stände und der umliegenden Häuser spiegeln sich im Wasser. Ich frage mich, ob es in Deutschland eine ähnlich schöne Stätte für so eine Veranstaltung gibt.

Traditionell mache ich am Donnerstag in meiner Mittagspause einen Rundgang um zu sehen, ob etwas gravierend Neues angeboten wird, das es sich lohnt zu essen oder zu trinken. Wie schon oben erwähnt – auch in diesem Jahr war es wie immer. Es würde sich also nicht lohnen, sich an den Abenden mit den Menschenmassen in den Kreisverkehr einzureihen. Es würde reichen, sich beim Bierstand vom Willi’s auf der Lombardsbrücke zum Feuerwerk einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Und dort fanden wir uns am Donnerstag Abend zum Autaktfeuerwerk rechtzeitig ein.

Die Musik war, wie in jedem Jahr, schauderhaft. Schlager der 70er Jahre wird dort immer gespielt, egal auf welchen Fest das Willi’s vertreten ist. Wir hofften jedoch, dort ein paar Leute zu treffen, die wir lange nicht gesehen haben. Das war leider nicht der Fall und die Musik wurde im Laufe des Abends auch nicht besser. Die Tunten flippten zu den Tönen von Marianne Rosenberg fast aus – wie immer. Und so machten wir uns nach dem Feuerwerk recht schnell auf den Heimweg. Zu Hause mussten wir erst mal duschen. Der Wind hatte die Rauchwolken und Raketenreste direkt auf uns zu getrieben. Wir stanken nach Schwefel und in den Haaren hatten wir Russ- und Papierkrümel.

In der Hoffnung, dass am Freitag Abend bessere Musik gespielt werden würde, hatten wir uns am gleichen Platz mit Bernds Mutter verabredet. Als wir mit Melli am Bierstand eintrafen, lief die gleiche Platte wie am Abend vorher. Genervt suchten wir uns von der Brücke aus einen anderen Platz. Als Bernds Mutter eintraf, machten wir uns sofort auf den Weg. Wenige Meter weiter direkt am Wasser unterhalb der Brücke (nicht unter der Brücke) war noch Platz in der ersten Reihe. Von dort aus konnten wir das zweite Feuerwerk aus nächster Nähe beobachten. Wie es aussieht, haben wir einen neuen Lieblingsplatz gefunden, um Feuerwerk zu gucken.

Gestern Abend gingen wir gleich dort hin. Auf dem Weg mussten wir am Willi’s vorbei. Ich muss wohl nicht erst erwähnen, was dort gerade aus den Boxen schallte. Wir waren froh, als wir unseren neuen Platz erreicht hatten. Die Musik dort ist recht angenehm, das Publikum auch. Was zu trinken kann man dort auch bekommen, damit man sich, während man auf den Beginn des Feuerwerks wartet, am Becher festhalten kann.

Um die Wartezeit zu verkürzen, gab es auf der Alster Vorführungen mit fackeltragenden Wasserskiern. Der rote Feuerschein spiegelte sich in den Fenstern der umliegenden Häusern. Es sah aus, als würden die Räumlichkeiten in Brand stehen. Ein Fahrgastschiff der Alsterflotte kam von der Aussenalster durch die Lombardsbrücke und veranlasste ein paar Alsterschwäne zur Flucht, die auf dem Weg in ihr Schlafquartier waren. Kurz nach 21.00 Uhr liess uns ein lauter Knall erschrecken: An der Lombardsbrücke wurde ein pyrotechnischer Wasserfall gezündet. Als der versiegt war, kamen illuminierte Kanus und etliche Schwimmer mit Fackeln zu den Klängen der Musik aus dem Film Titanic durch die Brücke geschwommen, die sich auf der Alster verteilten. Es war wunderschön anzusehen.




Inzwischen hatten die Akkus für meine Kamera den Geist aufgegeben. Ich hatte extra ein Paar frisch geladen. Scheinbar ist ein Akku oder beide defekt. Deshalb konnte ich das grandiose Abschlussfeuerwerk geniessen, ohne mich um Fotos kümmern zu müssen. Nach dem Spektakel gesellte sich André noch zu uns. Nach einem gaymeinsamen Absacker machten wir uns auf den Heimweg.

Feuerwerk üben eine grosse Anziehungskraft auf mich aus. Näher als auf dem Alstervergnügen kommt man wohl niergends an ein Feuerwerk heran. Bei einigen Effekten ist es so, als würde man unter einer Feuerkuppel stehen. In den Häusern rund um die Binnenalster und auf dem Wasser spiegelt sich das Feuerwerk. Dazu die lauten Böller beim Zünden der Rakten, deren Echo von den Häusern zurückgeworfen wird – es gibt wohl kaum einen geigneteren Platz, ein Feuerwerk abzubrennen

Heute geht das Alstervergnügen nach vier Tagen zu Ende. Den Sonntag kann man als Familientag bezeichnen: Mit Kindern in Kinderwagen und Karren sowie mit Hunden ziehen die Völkerscharen rund um die Alster. Aber man kann am Sonntag Nachmittag auch den Mann für’s Leben treffen. Und der kann auch ein Feuerwerk auslösen.