Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Vorarbeiten

Schifffahrt findet rund um die Uhr statt und nimmt auch keine Rücksicht auf Wochenenden und Feiertage. Dazu kommt, dass nicht alle Länder die gleichen Feiertage haben. Z.B. heute, Ostermontag, ist in einigen Ländern kein Feiertag. In Spanien gibt es Regionen, in denen heute Feiertag ist, in anderen wieder nicht.

Um morgen früh einem Wust von Schiffspositionen, Faxen, Telexen usw., gesammelt von 5 Tagen, aus dem Weg zu gehen, habe ich mich bereiterklärt, heute Vormittag ins Büro zu fahren und einen Teil schon Mal abzuarbeiten, besonders auch deshalb weil meine Kollegin Steffi ab morgen Urlaub hat und ich ganz alleine vor der Arbeit sitzen würde.

Gegen 09.00 Uhr machte ich mich auf den Weg. Die Sonne schien vom blauen Himmel. Die Strassen waren noch fast leer. An der Alster drehten ein paar Jogger ihre Runden. 10 Minuten später stellte ich den Wagen in der Tiefgarage der Firma ab. Bevor ich mit der Arbeit beginnen konnte musste ich mich beim Sicherheitsdienst anmelden. Unser Büro wird komplett fernüberwacht. An Wochenenden, Feiertagen und nach Feierabend wird das Betreten des Hauses registriert. Deshalb muss man sich sofort beim Sicherheitsdienst mit seinem Namen und dem Passwort melden.

Da ich erwartete, einen ziemlichen Stapel Papier ausdrucken zu müssen fütterte ich den Drucker bevor ich mich an den Schreibtisch setzte und mich an die Arbeit machte. Ca. 30 Minuten dauerte es, bis alle Eingänge geprüft und gedruckt waren. Einiges konnte gleich in die entsprechenden Akten geheftet werden, anderes musste bearbeitet bzw. weitergeleitet werden. Nach ca. 2 Stunden konnte ich mich beim Sicherheitsdienst wieder abmelden und nach Hause fahren. Jetzt kann ich morgen den Arbeitstag viel entspannter beginnen.

Besuch in Lübeck

Heute waren wir bei den Eltern von Melli zum Kaffee eingeladen. Verbunden haben wir die Fahrt nach Lübeck mit einem Besuch bei meinen Eltern um die Mittagszeit. Mutter hatte natürlich eine Kleinigkeit vorbereitet: Soljanka, Schinken- und Käsebrot – eine Kleinigkeit eben!

Halina und Reiner, Mellis Eltern, wohnen am Stadtrand von Lübeck, nahe der ehemaligen Grenze zur DDR. Herzlich wurden wir empfangen und wir fühlten uns gleich sehr wohl. Der Kaffeetisch war gedeckt und es ging auch gleich zur Sache mit einer Quark-Streuseltorte, gebacken von Melli und erfrischendem Zitronenkuchen. Hat da jemand geplaudert oder war es Zufall mit dem Zitronenkuchen? Er ist nämlich mein Lieblingskuchen. Ich wollte noch fragen, hab das dann aber doch vergessen.

Im Wohnzimmer sass ein weisses Zwergkaninchen. Die meiste Zeit hat es geschlafen und dabei geschnarcht. Reiner meinte, dass es normaler Weise agiler ist und durch die Stube hoppelt. Nur ab und zu stupste es einen Ball umher. Es schien, als sei es von der Frühjahrsmüdigkeit übermannt.

Schnell ging der Nachmittag in gemütlicher Runde vorbei. Aus der Küche kamen plötzlich pikante Düfte. Es wurde ein Hackfleischkuchen aufgetischt, dazu gab es einen leckeren Salat und eine kalte Quark-Sahne-Sauce. Melli muss mir unbedingt die Rezepte schicken. Nach dem Essen sassen wir noch eine Weile zusammen bevor wir kurz gegen 21.30 Uhr nach Hause fuhren.

Wir haben uns bei Halina und Reiner sehr wohl gefühlt und wir freuen uns schon auf unser nächstes Treffen – vielleicht am 4. Mai bei „Titanic“?

Ein kleiner Gast

Morgens um halb zehn. Es ist noch zu kalt um draussen zu sein aber die Balkontür ist auf. Bernd und ich sitzen am Computer. „Piep piep“, das ist nicht ungewöhnlich aber es war anders. Ich ging in die Stube. Zuerst sah ich einen flatternden Schatten auf dem Teppichboden. Und dann sah ich die kleine Meise. Sie hatte sich ins Grüne verkrochen und sass im Benjamini. Unsere Anwesenheit machte sie offensichtlich ein wenig nervös. Sie versuchte durch das grosse Fenster zu entkommen. Zum Glück hielt sie sich so dicht vor der Scheibe auf, dass eine Verletzung so gut wie unmöglich war. Die Meise machte mehrere Versuche, den richtigen Weg zu finden. Die Pflanzen vor dem Fenster machten es sicher nicht leichter. Zum Glück fand sie nach wenigen Minuten den Weg ins Freie durch die Balkontür.

Schutz

Endlich haben wir einen Garagenstellplatz. Er ist zwar nicht optimal, es handelt sich um einen Duplex-Platz. Zum Glück steht unser Auto oben, d.h. es kann ein Schmutz auf unseren Wagen fallen. Jetzt hat die Parkplatzsuche aber endlich ein Ende.

Bernd hat mich heute vom Büro abgeholt. Als wir nach Hause kamen, haben wir den Wagen gleich in der Garage abgestellt. Es war spannend: Bleibt zwischen Autodach und Garagendecke genügend Platz wenn die Rampe mit unserem Wagen drauf hochgefahren wird? Ja, es geht, wenn man weit genug nach vorne fährt. Auf der Rampe befinden sich 2 Stopper, die muss der Hausmeister noch ein wenig versetzen, dann ist es fast perfekt.

Die beste Lösung ist so ein Duplex-Platz nicht, aber auf jeden Fall besser als im Sommer den Wagen wieder von den Linden einsauen lassen.

Fitness

Nun steht er da, mitten im Wohnzimmer auf einer Gabbeh-Brücke damit es keine Druckstellen im Teppichboden gibt. Wir haben jetzt einen Stepper! Er zählt unter anderem die Schritte, die verbrauchten Kalorien und er misst sogar den Puls. Das Ding ist riesig, in der Höhe reicht es mir bis an die Schultern. Zusammenklappen kann man ihn auch. Er kann da auch nicht so stehen bleiben. Mal sehen, wo wir ihn unterbringen können. Uns wird schon was einfallen.

Trainiert hab ich auch schon: Umwerfende 60 Kalorien hab ich verbraucht und ich fühlte mich, als seien es mindestens 200 gewesen. Mein Gott ist das deprimierend. Aber beim fernsehen geht das ganz gut. Ich hab mir beim steppen Galileo angeschaut – mit Pausen. Die Tagesschau wollte ich auch noch durchhalten. Ich hatte aber kein Mars im Haus für die verbrauchte Energie. Na ja, man soll ja auch nicht gleich übertreiben. Ich hoffe nur, dass ich jetzt am Ball bleibe, es besteht dringender Handlungsbedarf, das hab ich vorhin bemerkt. Vielleicht sollte ich den Kalorienzähler während der Benutzung wegschalten und stattdessen lieber den Puls kontrollieren, das deprimiert nicht so. Am Schluss kann ich dann ja immer noch die Kalorien zählen. Morgen Abend geht es weiter – oder?

Kaum zu glauben

Vor 5 Tagen lag morgens noch Schnee. Jetzt ist der Frühling explositionsartig über uns hereingebrochen: In strahlendem Gelb blühen die Forsythien, Magnolienbäume blühen prachtvoll, Kastanienbäume haben schon kleine Blätter. Und in den Strassencafés sitzen die Sonnen- und Lufthungrigen und die, die gesehen werden wollen. Wer hätte das in der vorigen Woche gedacht?

Kater

Heute waren wir bei Nina in Lübeck eingeladen. Um 18.00 Uhr sollten wir dort sein. Da das Wetter recht schön war, stellte ich Bernd die Frage, ob wir denn „offen“ fahren wollen. Er meinte, dass es zu kalt sei. Aber unten auf der Strasse revidierte er seine Meinung. Also machten wir das Dach auf und fuhren nach Lübeck. Nun ja, es war man gerade so auszuhalten. Aber so ca. 20/25 Minuten Fahrt auf der Autobahn ist eine Distanz, die ganz gut überschaubar ist. Froh waren wir doch als wir in Lübeck die Autobahn verlassen konnten.

Bei Nina gab es zwei Sorten Cannelloni: Gefüllt mit Spinat und mit Hackfleisch. Dazu eine mit verschiedenen Gemüsen veredelte Sauce. Wolfgang war besonders stolz auf die von ihm in kleine Würfel geschnittenen Möhren. Ein Pflaster war an seinen Fingern nicht zu entdecken, so können wir wohl davon ausgehen, dass sich keine Extraportion Fleisch in der Sauce befand.

Nach dem Essen sassen wir bei Wein und Kirschwasser noch bis ca. Mitternacht zusammen und unterhielten uns über gemeinsame Erinnerungen wie z.B. Reiseerlebnisse. Und natürlich war Wassersport auch ein Thema: Karin und Wolfgang haben gerade ihren Motorsegler verkauft den sie vor 29 Jahren von meinen Eltern gekauft hatten. Susanne, meine Cousine zeigte Fotos von der ausgebrannten Motoryacht, die ein Mal ihrem Vater gehört hatte. Das Schiff, dass er selbst ausgebaut hatte, hat er vor 2 Jahren verkauft. Es war vor 2 Wochen beim Brand einer Bootshalle in Lübeck zerstört worden. An beiden Schiffen hängen Erinnerungen an viele Sommer, die wir gemeinsam in Travemünde verbracht haben. Wenn so ein Kapitel, durch Brand oder Verkauf, zu Ende geht, wird man schon ein wenig melancholisch. Hat doch die Zeit, die wir an der See verbracht haben, sicher unser Leben mitgeprägt.

Auf dem Heimweg bekam ich leichte Kopfschmerzen. Entweder hatte ich zuviel Wein getrunken oder die Mischung mit dem Kirschwasser war nicht so ganz das Richtige. Vor dem Essen gab es auch noch Sekt. Alles zusammen war wohl doch etwas zuviel. Ich sollte es eigentlich besser wissen. Aber wenn es doch schmeckt.

Die innere Uhr

Nicht meine Uhr ist gemeint. Hier ist die Rede von der Uhr in meinem Rechner. Vor ca. 1 Jahr, kurz nachdem wir unsere Rechner aufgerüstet hatten, ging es los: Die Uhr in ging nach oder war ganz stehen geblieben. Jedes Mal nach dem Start des Rechners musste ich die Zeit korrigieren. Und plötzlich, ohne dass ich es zuerst bemerkt hatte, war alles wieder ganz normal und so wie es sein soll. Seit ca. 2 Wochen ist es nun wieder so weit: Start – Uhrzeit anschauen – falsch – korrigieren. Lästig ist das. Kann mir Jemand einen Tipp dazu geben?