Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Gläserne Reisegefährten

Inas großes Hobby ist es, Flaschenpost auf eine ungewisse Reise zu schicken. Ich hatte ihr angeboten, auf unserer Kreuzfahrt Flaschen dem Meer zu übergeben. Das Angebot nahm Ina dankbar an. Sie hat uns 3 Reisegefährten gebracht, Reisegefähren, die uns nur jeweils einen Teil unserer Reise begleiten werden.

Eine Flaschenpost wird auf jedenfall bei der Durchquerung der Biscaya auf dem Weg von Le Havre nach La Coruna über Bord gehen. Ich weiß noch nicht, wo die anderen beiden Flaschen auf die Reise gehen werden. Da muss ich noch überlegen.

Auf jeden Fall muss das launching ziemlich heimlich und bei Nacht gemacht werden. Man soll nämlich nichts über Bord werfen. Hoffentlich landen die Buddeln nicht auf einer Veranda eines anderen Decks unter uns. Das ist nicht der Sinn einer Flaschenpost. Die muss nämlich im Meer auf die Reise gehen und wird hoffentlich irgendwann von irgendjemand gefunden werden. Wir sind gespannt, ob das geschieht und ob es dann auch eine Rückmeldung an Ina gibt.

Eigentlich wollte ich noch ein Foto von den 3 Flaschen machen. Jetzt sind die aber schon im Koffer. Ich werde Fotos im Reisebericht nachreichen.

Ärger auf dem CSD

Unisextoiletten – wer die Anwaltsserie Ally McBeal gesehen hat, kennt Unisextoiletten. Männer und Frauen haben also einen gemeinsamen Raum, in dem sie ihre Notdurft verrichten. Natürlich ist das keine Massenlatrine, man kann sich schon, von den anderen Benutzern separiert, zurückziehen um seinen Geschäften nachzugehen.

Auf dem Straßenfest des CSD am vergangenen Wochenende gab es Ärger: Aktivist_innen aus St. Petersburg wunderten sich, dass keine Unisextoiletten aufgestellt waren. Sie griffen zur Selbsthilfe und fertigten Schilder an „WC for everyone“ oder „Gender-neutral WC“ und befestigten diese an einzelnen Toilettenkabinen. Das Personal der Toilettenwagen, das für die Ausstattung der Toiletten gar nicht zuständig ist, entfernte die Schilder wieder. Es kam zu Streit, die Polizei musste gerufen werden.

Ob man Unisextoiletten gut findet ist eine Sache. Ich fühle mich möglicherweise unwohl wenn ich an der Rinne stehe und mein Bier entsorge und hinter mir stehen Frauen und schauen mir möglicherweise beim pinkeln zu während sie auf eine freie Kabine warten.

Dass sich aber ausgerechnet Schwule und/oder Lesben aus Russland sich deart echauffieren, ist schon seltsam. In Russland wird jeder CSD im Keim erstickt und im liberalen Deutschland meinen sie, ihre Klappe aufreissen zu müssen über Dinge, die sie ganz und gar nichts angehen.

Nur mal gucken


Zum Urlaubsbeginn waren wir gestern Abend beim Griechen. Ganz kurzfristig hatten wir uns dazu entschlossen. Damit fing das Drama an. Es blieb nämlich nicht bei 1/2 Liter Wein – für jeden. Wir orderten jeder noch 1/4 Liter nach. Hätten wir man lieber zu Hause ganz spießermäßig unser Brot gegessen!

Auf dem Roten Platz an der Elbe findet an diesem Wochenende das Rockbi Festival statt, Eintritt frei. Foodtrucks sind auch da und natürlich gibt es Bier. Wir wollten nur mal gucken, was da los ist. Geld hatten wir eh nicht dabei, beim Griechen hatten wir mit Karte bezahlt.

Auf dem Roten Platz liefen wir direkt auf Freunde zu, die da vor einem der Foodtrucks standen und ihr Bier tranken. Und damit nahm das Verhängnis seinen Lauf. Da wir kein Geld dabei hatten, hielt Norbert uns frei und wir tranken das eine oder andere Bier. Griechisch essen macht eh durstig. Tja, und da standen wir also in gemütlicher Runde bei rockiger Musik und mit einem netten Flirt mit einem der Foodtrucker von Devil-Soups. Schade, dass wir schon gegessen hatten. Und heute Abend ist der Truck leider nicht da. Sonst wären wir sicher nur seinetwegen heute Abend wieder hingegangen.

Bier auf Wein, das ist fein! Sagt man doch so, oder? Oder hab ich da was verwechselt, war das vielleicht andersrum? Oder ist es eh egal und es kommt auf die Menge drauf an? Egal wie auch immer, heute Morgen geht es uns nicht so gut. Unser Treffen mit Freunden auf dem CSD in Hamburg haben wir abgesagt. Wir bleiben also zu Hause und kurieren unseren Kater aus. Norbert hat den verursacht, er hätte besser auf uns aufpassen müssen. Warum hat er auch ständig Bier geholt! Er wusste doch, dass wir kein Geld dabei hatten. Nun stehen wir mit unserem Kater auch noch in seiner Schuld!

Putzen und Planen

Die letzten Tage vor dem Urlaub sind doch eigentlich ganz entspannend, sie sind sozusagen Vorurlaub, Tage voller Vorfreude auf das, was uns erwartet. Was uns erwartet, wissen wir so ziemlich genau. Das Schiff kennen wir bereits von 3 anderen Reisen. Von 8 anzulaufenden Häfen kennen wir nur 2 noch nicht. Langweilig? Nein, ganz und gar nicht. An Bord von MS „Mein Schiff 1“ zu gehen, ist wie nach Hause kommen. Allein das ist schon Erholung pur. Und die Städte? Einfach mal abwarten, wo es uns dann hintreibt. Nur einen einzigen Landausflug haben wir gebucht, alles andere lassen wir auf uns zukommen.

Aber die letzten Tage davor, da muss man halt selbst tätig werden und überlegen. Wenn ich jetzt ein Brot backe, wie lange hält das vor? Was benötigen wir noch an Aufschnitt, Käse usw.? Man will ja nichts umkommen lassen. Gut, notfalls kann man sich am letzten Tag die Wurst doppelt auf’s Brot packen, kommt ja nicht mehr drauf an. In den nächsten 2 Wochen wird eh nicht auf die Kalorien geachtet.

An Bord braucht man sich ja um nichts zu kümmern. Morgens werden die Kojen gemacht, abends zum Schlafengehen aufgeschlagen, ein Naschi draufgelegt und die Vorhänge zugezogen. Das Bad wird täglich geputzt. Alles ist immer sauber und adrett. Während wir an Land sind oder in einer der Bars einen Cocktail schlürfen, kommen die Heinzelmännchen und -frauen und machen das, was notwendig ist und das, was sie immer machen. Dafür finden sie dann auch ab und zu mal einen Schein auf dem Bettzeug.

Zuhause ist man für alles selbst zuständig. Scheine liegen da auch nicht rum. Man macht einfach, oder auch nicht. Und da ich keine Lust habe, eine versiffte Wohnung vorzufinden wenn wir zurückkommen, wird vorher alles generalüberholt. Das Wetter spielt mir diesbezüglich in die Hände, es ist nämlich novemberlich kühl und nass und nicht augustlich sommerlich-warm. Also ran an die Putzlappen und machen.

Am Morgen der Abreise werden dann noch die Betten frisch bezogen. Und dann kann es losgehen.

Olympia 2016

In ein paar Tagen beginnen in Brasilien die Olympischen Spiele 2016. Überschattet werden sie von diversen Vorfällen rund um das Doping. Wer jemals gedacht hat, höher / schneller / weiter sei das Ergebnis neuer Trainingsmethoden, neuen Schuhen oder sonstigen Materials, ist ziemlich naviv gewesen. Alle vier Jahre neue Rekorde, die zum begehrten Olympiagold führen, das kann nicht sein, das ist unmöglich. Einzig Doping ist in der Lage, den begehrten Medaillenspiegel hochzupuschen.

In den letzten Tagen gab es ein Auf und Ab, wer denn nun starten darf und wer nicht. Ich hab’s dann nicht mehr verfolgt. Das ist dann so ziemlich uninteressant, so uninteressant, dass ich mir keine Wettkämpfe ansehen werde. Ist doch eh alles nur Schummelei. Hauptsache, da wird Geld in die Kassen des IOC gespült, um was anderes geht es doch nicht. Schade um die Atlethen, die sich redlich abmühen, es in die Deutsche Equipe zu schaffen, bei den Wettkämpfen ihr Bestes geben und dann feststellen, dass sie keine Chance gegen die Chemie haben.

Die Tour de France hat es vorgemacht. Die ist, jedenfalls in Deutschland, ganz und gar uninteressant geworden nach den diversen Dopingskandalen, an denen auch Deutsche Radfahrer leider beteiligt gewesen sind.

So kann man Sport kaputtmachen!

Chaos


Auf unseren Arbeitsplätzen ist es selten aufgeräumt. Wir legen da was hin, was da manchmal tagelang, wenn nicht monatelang rumliegt. Da stehen tagsüber Gläser (man muss ja viel trinken), die Zuckerdose vom letzten Espresso, irgendwelcher Papierkram usw. usw. Meistens herrscht da das reinste Chaos, auf beiden Seiten (wir sitzen uns ja gegenüber).

Unter normalen Umständen würde ich nie nich wagen, Fotos von diesem Chaos zu veröffentlichen. Doch es gibt „Prisma“, ein Programm, welches Fotos verfremdet, so dass sie irgendwie nach Kunst aussehen. Mein lieber Mann hat sich dieses Programm auf sein Handy geladen und mal gewagt, nach 1/2 Liter Weißwein zum Essen und 2 Ouzo als Digestif, Fotos zu machen und mit Prisma zu bearbeiten. Tja, da sieht das Chaos dann schon ganz anders aus.

Nichtsdestotrotz denke ich, dass wir mal wieder aufräumen müssten.

Noch ’n Test

Große Ereignisse benötigen ein paar Vorbereitungen. Ich übe ein wenig, um meiner geneigten Leserschaft während unserer Reise ab und zu eventuell ein paar kleine Eindrücke zu präsentieren. 

Das klappt also auch mit dem Handy – wie man hier sehen kann. Ich bin ja sooo stolz auf mich! 

Altersflecken


Ab einem gewissen Alter muss man wohl damit rechnen, dass die Dinger auftauchen, besonders an Armen und Händen. Da ich einen ziemlich dunklen Teint habe, fallen sie kaum auf. Bei meiner Tante, Gott hab sie seelig, waren Altersflecken ganz extrem. Sie wurde aber auch über 90 Jahre alt. Also ist noch alles drin bei mir.

Kann aber eine Digitalkamera auch Altersflecken bekommen? Schon nach 6 Jahren? Bei Aufnahmen mit z.B. blauem Himmel sind da Flecken zu sehen. Eine gewissenhafte Reinigung der Linse brachte keine Besserung. Die Flecken müssen also inwendig sein. Vielleicht ist ja Staub eingedrungen weil ich das Ding ständig in der Hosentasche trage wenn ich aus dem Haus gehe.

Ein Freund erzählte mir, dass seine Frau das gleiche Problem hatte, also ihre Kamera. Eine Inspektion/Reparatur sollte 150 Euro kosten. Davon hatte die Dame dann abgesehen und sich lieber eine neue gekauft. Da ich ja eine gute Kamera habe und nur eine für „immer dabei“ benötige, wollte ich möglichst nicht mehr als 150 Euro ausgeben. Klar, man kann auch Fotos mit dem Handy machen. Aber beim Kauf des Handys habe ich keinen Wert auf die eingebaute Optik gelegt. Für mich ist ein Handy hauptsächlich immer noch ein Telefon, was ich eh äussrest selten benutze. Alles andere, was so ein neumodsches Teil drin hat, ist doch meistens nur Spielkram.

Jedenfalls musste eine neue Hosentaschenkamera her, die auch im Notfall als Ersatz für die grosse Kamera in Frage kommt. Und da der Urlaub kurz bevor steht, musste eine schnelle Entscheidung getroffen werden. Im letzten Urlaub war mit die gute Cam ja aus der Tasche gefallen. Da war es schon sehr vorteilhaft, dass ich die Hosentaschenkamera dabei hatte.

Man kann ja Stunden, wenn nicht Tage oder gar Generationen damit zubringen, das große Netz zu durchforsten und Meinungen und Tests über Kameras lesen. Am Ende bleibt man verwirrt zurück und ist auch nicht schlauer als zuvor. Und so entschied ich mich ganz schnell, sozusagen rasendschnell, für eine Nikon Coolpix S7000. Mit knapp 170 Euro liegt der Preis etwas über dem, was ich mir vorgestellt hatte, das kann ich wohl verkraften.

Es ist Zufall, dass die SD-Karte zum gleichen Zeitpunkt auseinandergefallen ist, zu dem ich mir eine neue Kamera angeschafft habe. Die Karte sieht ziemlich mitgenommen aus, was wohl daran liegt, dass sie sehr sehr oft der Kamera entnommen und in den Slot des Rechners gesteckt wurde um Fotos anzuschauen bzw. zu übertragen. Der Trend geht ja zur Zweitkarte, deshalb lag noch eine im Schrank, die jetzt in der neuen Kleinen ein Zuhause gefunden hat.

Die ersten Testfotos sind brilliant. Die Kamera ist noch etwas dünner als die Canon Powershot S95, die ich bislang in der Hosentasche trug, und trägt deshalb noch weniger auf. Die Bedienung ist die der S95 fast identisch, also muss ich mich nicht großartig umgewöhnen. Ich denke, dass wir Freunde werden.