Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Mal nachgedacht

Ja, ich kann auch noch denken, obwohl ich hier den ganzen Tag am PC sitze und das Internet leerlese. Aber das ist vielleicht gar nicht so schlimm und regt, entgegen vieler Meinungen, doch zu denken an:

Ich las, dass in Lübeck auf der Wakenitz (ein Nebenfluss der Trave) eine herrenlose Jolle rumdümpelte. Woher will man wissen, ob die Jolle einem Herren gehört? Sie könnte ja auch einer Dame gehören. Wäre sie dann eine damenlose Jolle? Oder etwa eine herrinnenlose Jolle?

Müsste es nicht aufgrund der neumodschen Schreib- und Sprechweise „herren*innenlose Jolle“ heissen? Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich das mit dem Sternchen jetzt so richtig geschrieben habe. Mir egal, ich schreibe sonst nicht so mit Sternchen. Ich wollte das jetzt nur mal aufdröseln.

Die Diskussion um die Regenbogenflagge


Zurzeit erhitzt die Regenbogenflagge die Gemüter. Ausgelöst wurde die Diskussion vom Julia Klöckner, der konservativen Bundestagspräsidentin. Sie verbot, dass diese Flagge anlässlich des „pride month“ auf dem Reichstag gehisst werden durfte. Der konservative Bundeskanzler Friedrich Merz liess es sich nicht nehmen, in die gleiche Kerbe zu schlagen und meinte in diesem Zusammenhang, der Reichstag sei kein Zirkus. Na ja, den Zirkus hat die Zirkusdirektorin Julia Klöckner durch ihr Verbot selbst veranstaltet. Und Friedich Merz hatte nichts besseres zu tun, als mit seiner Aussage der rechtsextremen AfD in die Hände zu spielen.

Unterdessen präsentieren auf Instagram staatliche Behörden, jüngst auch das Bundesverteidigungsministerium, Fotos von der Regenbogenflagge, die an bzw. vor ihren Gebäuden gehisst wurde.

Viele Kommentare unter den Fotos sprechen sich dagegen aus, da gehöre nur eine Flagge hin, nämlich die deutsche Nationalflagge. Diese Aussage ist noch harmlos gegenüber denen, die sonst noch zu lesen sind. Diese Menschen sind nicht nur konservativ und intolerant, man muss davon ausgehen, dass sie auch AfD-Wähler sind.

Wenn die Regenbogenflagge vor Schulen gehisst werden, gefällt einigen Eltern das überhaupt nicht. Man könne die Kinder doch damit nicht konfrontieren. Glauben die, ihre Kinder würden durch den Anblick der Flagge schwul oder lesbisch? Es gibt doch keine bessere Möglichkeit, den Kindern Toleranz zu lehren.

Ich bin stolz darauf, in einem Land zu leben, in dem die Regebogenflagge -noch- öffentlich gezeigt werden darf, in dem der CSD -noch- stattfinden darf. Wenn die rechtsextreme AfD eines Tages die Macht ergreifen sollte, wird es damit wohl vorbei sein. Hoffen wir, dass dieser Fall nicht eintitt.

Heiss war’s


Der 2. Juli diesen Jahres war der heissteste Tag des Sommers, bisher. Was noch kommt, das müssen wir abwarten. Angenehm war es gestern nicht. Und drinnen war es kühler als draussen. 28.1 Grad zeigte das Thermometer.

Wenn ich auf die Terrasse ging, was es unangenehm, auch später im Schatten. also blieb ich lieber in der Wohnung. Erst gegen 18 Uhr liess ich mich dazu hinreissen, den Sommertag auf der Terrasse zu geniessen. Na ja, Genuss ist was anderes. Aber als ich länger da so rumsass stellte ich fest, dass ich mich daran gewöhnte.
Die Katzen lagen auch träge rum.

Wie so oft wurde die kleine Stadt an der Elbe von Gewitter und Starkregen verschont. Ein paar Minuten gab es heftige Sturmboen, es fielen auch ein paar Tropfen, die aber nicht der Rede wert waren. Donna Summer kam nicht zum Zug. Das Sommergewitter blieb aus, was ja auch nicht verkehrt ist. Auf der Grafik bei Wetteronline war tagsüber schon zu erkennen, dass wir wieder gerade an der Grenze zwischen Unwetter und „normal“ lagen – wie so oft.

Ausgedient


Nach mehr als 50 Jahren hat meine Goldkrone ausgedient. Im Rahmen der Renovierung des Esszimmers mit Implantaten musste sie weichen.

Mehr als 50 Jahre hat die Krone zuverlässig ihren Dienst versehen und meine Mahlzeiten magenfreundlich zerkleinert. Man könnte sie wohl als antik bezeichnen.

Ich weiss nicht mehr, was ich damals an Zuzahlung leisten musste. Es ist aber anzunehmen, dass die Krone eine gute Wertanlage war. Ich werde sie demnächst veräussern und aus dem Erlös einen Teil der nicht unerheblichen Renovierungskosten decken.

Im Moment ziert den Zahn eine schnöde Plastikkrone. In zwei Wochen wird das langwierige Kapitel Esszimmersanierung hoffentlich zu Ende gehen.

Erinnerungen


Heute wurde mir bei Instagram dieses Foto gezeigt. Auf dem Bild sind die Stewards der X-Lounge, die uns auch während unserer Reise immer höflich und aufmerksam versorgt haben. Die Dame in der Mitte ist die Concierge. Sie ist Ansprechpartnerin in der X-Lounge für die Gäste der Suiten. Bei ihr kann man z.B. Tischreservierungen vornehmen und im Fall des Falles, nimmt sie auch Beschwerden entgegen, was bei uns noch nie der Fall war.

Das Foto ist ganz aktuell, also nicht auf unserer Reise im März aufgenommen.

Bürowetter

Das Sommerwetter hat Pause. Das ist nicht verkehrt, ich gönne es dem Wetter, und uns auch. Denn was da letztens passierte, war nicht sehr angenehm. Selbst auf das Frühstück auf der Terrasse haben wir verzichtet. Erst später, als die Pappeln Schatten spendeten, sind wir wieder rausgegangen.

Schon im letzten Jahr hatte ich mir vorgenommen, die Steuererklärung zeitig zu machen und der Steuerberaterin zu übergeben. Und es wurde wieder erst Oktober bis ich alles fertig hatte. Dank des aktuellen Wetters sieht es in diesem Jahr besser aus. Jetzt muss ich nur noch zwei persönliche Aufstellungen machen. Die werden in den nächsten Tagen fertiggestellt. In der nächsten Woche kann ich dann alle Unterlagen abgeben.

Manchmal kann Innenwetter auch von Vorteil sein.

Ich bin raus

Eine Zeitlang hatte ich mich ja von internationalen Nachrichten abgewendet. Seit ein paar Wochen bin ich wieder dabei. Es muss jetzt allerdings heissen: Ich war wieder dabei. Ich habe nämlich beschlossen, mich ab sofort wieder auszuklinken. Ich halte das alles nicht mehr aus, nur noch Idioten, die die Welt ins Chaos stürzen.

Das heisst aber nicht, dass ich den Kopf in den Sand stecke. Am Rande bekommt man ja eh immer was mit. Wer nun der schlimmste der Idioten ist, ist gar nicht abzusehen. Netanjahu, Trump, Putin, Orban, Erdogan – fehlt noch jemand? Ach ja, im eigenen Hause gibt es auch ein paar, deren Grundstückumfriedung kaputt ist.

Ich befinde mich damit in guter Gesellschaft von ca. 70 Prozent der Webuser, die ebenfalls Nachrichtenabstinent sind (hier der Bericht dazu). Ich identifiziere mich voll und ganz mit dem, was da zu lesen steht.

Ab sofort lese ich nur noch lokale Nachrichten, alles andere vertrage ich einfach nicht mehr.

Weisse alte Männer

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln! Warum?:
In der kleinen Stadt an der Elbe gibt es einen Männergesgangsverein, die Geesthachter Liedertafel, gegründet 1862 und damit ältester Verein der Stadt. Vor 25 Jahren erdreisteten sich einige Damen, einen eigenen Chor zu gründen, den Damenchor 2000, als Teil der Geesthachter Liedertafel. Es gab darum eine grosse Diskussion, ob denn Damen überhaupt in der altehrwürdigen Geesthachter Liedertafel mitsingen dürften. Es gab darüber eine Abstimmung und die Damen durften. Über diesen Frevel war etwa die Hälfte der Männer derart erbost, dass sie den Verein verliessen. Im Jahr 2000 ist das geschehen, man stelle sich das mal vor.

Die Damen feiern in diesem Jahr also ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Festkonzert. Der Männerchor hat es abgelehnt, bei diesem Konzert aufzutreten. Denn, mangels eigener Masse, taten sich die Männer mit einem anderen Männerchor zusammen. Der eigene Chor, also die Männer der Geesthachter Liedertafel, wären wohl beim Konzert ihrer Damen aufgetreten, aber die Männer des anderen Chores, Cantus/Eintracht aus Neuengamme, lehnen das ab.

Die Damen werden das Konzert aber nicht allein bestreiten müssen. Als Gastchor wird die Liedertafel Harmonia aus Ochsenwerder auf der Bühne stehen.

Ich habe übrigens ganz bewusst den Namen des Chores der alten weissen Männer erwähnt.