Weihnachtsgefühle?

Gerade gestern war doch noch Sommer und heute soll ich Weihnachtsgefühle haben? Das passt irgendwie nicht so ganz zusammen, auch wenn es plötzlich doch kalt geworden ist. Auf dem Weg zum Wochenmarkt standen viele Autos entlang der Straße, deren Frontscheiben eine dicke Schicht raureif angesetzt hatten. Mit dem Scheibenwischer allein wäre das nicht getan, die Besitzer hätten kräftig kratzen müssen.

Und ich wusste nicht so richtig, was ich denn heute morgen anziehen sollte. Mal eben mit dem Wagen für den Großeinkauf zum Supermarkt fahren, da reicht ein dicker Pullover. Aber zu Fuß unterwegs sein, und dann noch bei winterlichem Ostwind – da braucht es schon etwas mehr zum Wärmen. T-Shirt, Pullover und eine Jacke drüber – das war gerade so ok heute morgen.

Aber ich schweife ab, ich wollte über Weihnachten reden, äh, schreiben. Seit Wochen gibt es, wie in jedem Jahr das sogenannte Saisongebäck. Außer Baumkuchen, den ich nicht dazu zähle, hab ich das alles schön links liegen gelassen. Und wenn ich das sehe, denke ich immer: Weihnachten, wieso Weihnachten? Das kann doch gar nicht sein.

Auf dem Wochenmarkt wurden schon Weihnachtsgestecke, zum Teil beleuchtet, verkauft. Und das fühlte sich total falsch an. Ebenso wie die Weihnachtsdeko in den Schaufenstern der Geschäfte. Bei einem Geschäft standen 2 geschmückte Weihnachtsbäume vor der Eingangstür. Warum? Es kann doch nicht schon so weit sein.

Der Übergang von Sommer zum Winter ist in diesem Jahr sehr krass und ich will es immer noch nicht wahrhaben, dass der Winter vor der Tür steht. Der Dachterrassengarten ist zwar hergerichtet, das Futterhäuschen wird schon stark frequentiert. Gestern hab ich die Winterreifen aufziehen lassen, das habe ich noch nie so spät im November machen lassen. Und eher aus Gründen der Vernunft, um vor einer winterlichen Überraschung gefeit zu sein, hatte ich mich beim Autohaus angemeldet.

Aber Weihnachten ist doch noch so weit weg, gefühlt jedenfalls. Irgendwas scheint mit meinem Gefühl nicht zu stimmen.

2 Gedanken zu „Weihnachtsgefühle?

  1. Anne

    Nicht du und dein Gefühl sind falsch, sondern die Verkaufs-Saison-Rhythmen… (in diesem Jahr noch gepaart mit einem sehr langen Sommer und sommerlich wirkendem Herbst)
    Vor Totensonntag (evangelisch) bzw, Christkönig (katholisch) = letzter Sonntag vor dem 1. Advent kommt mir keine Weihnachtsdeko ans oder ins Haus (Ausnahme: Ich stelle seit Jahren meinen Kolleg:innen Lebkuchen als „Geburtstagskuchen“ in die Kaffeeküche, weil ich 9 Monate nach Weihnachten Geburtstag habe 😉 )
    Advent heißt Warten können. Das haben viele verlernt.

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    1. Hans-Georg

      Ich beginne in der Woche vor dem 1. Advent mit der Weihnachtsdeko im Haus, nicht alles auf einmal, Stück für Stück. Unsere Lichterkette außen hängt schon 2 Wochen, wird aber erst am Morgen nach dem Totensonntag eingeschaltet.

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