Total unpassend

Das kann ich in dieser Situation ja nun gar nicht gebrauchen: Mein Rachen fühlt sich an wie ein Reibeisen, meine Stimme bleibt manchmal weg! So ein Mist. Und das einen Tag vor der langersehnten Vermählung und 2 Tage vor der Hochzeitsreise.

Nun komme ich gerade vom Arzt (für den Rest des Arbeitstages hatte ich mich heute morgen schon verabschiedet). Drei Medikamente habe ich verschrieben bekommen: Was zum Gurgeln, Schleimlöser falls ich Husten bekomme, was bei mir meistens als nächstes kommt, und für eine intensive Kurztherapie Peniscilin ein Antibiotikum welches ich nur nehmen soll, wenn meine Beschwerden schlimmer werden.

Dann hoffen wir mal das Beste! Und ausserdem soll Seeluft ja gesund sein.

Reisevorbereitungen

Heute in einer Woche sind wir auf hoher See, irgendwo zwischen Hamburg und Zeebrügge. Vermutlich treibt „Mein Schiff 1“ wieder eher als dass das Schiff fährt – wie wir im vorigen Jahr auf dem umgekehrten Weg beobachten konnten – damit tatsächlich ein Seetag daraus wird und wir nicht zu früh in Zeebrügge ankommen.

Ab heute heisst es für uns, sorgfältig abzuwägen, was wir noch anziehen. Vier Arbeitstage gilt es noch zu überbrücken. Bei uns im Büro ist es ja so, dass wir quasi im Freizeitlook am Schreibtisch sitzen. Ein paar Teile dieser Kleidung würde ich ja gern mit auf die Reise nehmen. Und wenn beide Personen des Haushalts berufstätig sind, ist es mit dem Waschen und bügeln so eine Sache.

Da wir einen ganzen Kleiderschrank voll von Nichtsanzuziehen haben, wird sich darin wohl irgendwas finden, was wir uns in den nächsten Tagen noch auf den Leib hängen können. Es heisst eben nur: Was soll unbedingt in den Koffer und was nicht?

Redheads


Dass ich eine Affinität zu Redheads habe, ist einigen meiner Mitmenschen inzwischen bekannt. Von ihnen wurde ich auf eine Aktion des Fotografen Thomas Knight aufmerksam gemacht, der ausschiesslich rothaarige Männer abgelichtet hat und die Fotos in einer Ausstellung in New York präsentiert. Auch n-tv.de widmet dieser Ausstellung einen Beitrag unter dem Titel „Rote Haare sind sexy“ – für mich nichts neues, das wusste ich ja schon immer!

Auch der Spiegel hat die Ausstellung entdeckt und verbreitet ein Interview mit dem Fotografen sowie eine Fotostrecke.

Überreicht – nicht gefangen

Das Brautstraussorakel kennt wohl ziemlich jeder: Auf der Hochzeitsfeier stellen sich die ledigen Frauen in einer Gruppe auf und die Braut wirft rückwärts, also ohne dass sie sehen kann, wohin der Strauss fliegt, den Brautstrauss. Das Orakel sagt, dass die Frau, die den Strauss fängt, als nächste heiraten wird. Üblicherweise wird dem Orakel meist nachgeholfen. In vielen Fällen ist ja unter den Damen eine anwesend, bei der die Hochzeit schon in der Planungsphase ist. Alle werden entsprechen geimpft, dass gerade diese Person den Strauss zu fangen hat.

Die Braut, auf deren Hochzeit wir gestern eingeladen waren, hasst diesen Brauch. Sie erzählte uns, dass sie sich immer in die letzte Reihe gestellt hat um nur nicht in die Verlegenheit kommen zu müssen, den Brautstrauss zu fangen.

Als es in der letzten Nacht so weit war, den Brautstrauss loswerden zu müssen (es handelte sich um den Strauss, den die Braut zur standesamtlichen Trauung am Tag vorher mitsichführte), nahm Nina das Mikro und erzählte von ihren diesbezüglichen Erfahrungen. Deshalb würde sie den Straus nun überreichen an die Person, die wirklich demnächst heiratet und bat mich zu sich. Und so kam es, dass ich mich als Braut opferte und den Strauss aus den Händen einer langjährigen Freundin unter dem Beifall der anwesenden Gäste in Empfang nahm.

Nina wurde von mir natürlich herzlich geknutscht währenddessen sie mir noch mal erzählte, dass es ihr leid täte, an unserer Feier wegen ihrer Hochzeitsreise nicht teilnehmen zu können. Wir wussten das natürlich schon aber in diesem kleinen intimen Moment wurde es mir nochmal bewusst, dass das wirklich sehr sehr schade ist. Nina und ihre Eltern sind unsere allerältesten Freunde und gehören quasi zur Familie. Ninas Eltern haben bereits auf meiner ersten Hochzeit getanzt – und das war vor mehr als 40 Jahren.

Gebt ihnen nichts!

In den Hamburger Einkaufsstrassen lungern sie herum: Zahnlos, auf Krücken gestützt, schmutzige Kleidung, oftmals ein Kleinkind im Arm – und halten den Passanten einen Kaffeebecher hin, bettelnd um ein paar Cent, lieber wohl Euro. Rumänen oder Bulgaren, ich nenne sie Zigeuner, auch wenn ich damit mal wieder gegen die political correctness verstosse.

Heute Mittag beobachtete ich, wie eine kleine Gruppe dieser Menschen es sich im Aussenbereich eines Restaurants gemütlich gemacht hatte, natürlich nicht, um dort zu essen. Sie palaverten. Der Zigeunerkönig, mit dicker Wampe, sass, nein lag eher, feist und bremsig auf einem der Sessel. Vermutlich ernährt er sich trefflich von dem, was seine Untertanen zusammenbetteln währen diese lieber nicht so viel zu essen bekommen. Mager erzeugt halt Mitleid und Mitleid öffnet die Geldbörse.

Während ich das Grüppchen im Vorbeigehen beobachtete sah ich, dass eine der Bettlerinnen auf einem Handy rumtippte!!! Noch Fragen?

Ich gebe denen eh nichts. Aber es muss sich wohl immer noch lohnen, mit zerlumpter Kleidung, auf Krücken und ohne Zähne einen Kaffeebecher in die Gegend zu halten und auf Almosen hoffen.

Männer im Tutu

Männer im Tutu, klingt schwul. Möglicherweise sind sie das auch alle, die Männer vom Les Ballets Trockadero de Monte Carlo. So genau weiss man das nicht. Aber es ist anzunehmen.

Gestern Abend haben wir ihre tolle Show in der Hamburgischen Staatsoper gesehen. Grossartiges Können, gepaart mit einer guten Mischung Komik, liessen das Pubilikum oft zu Szenenapplaus und lautem Lachen hinreissen. Und uns rollten die Tränen – vor Lachen! Klassischer Spitzentanz, dargeboten von Männern, liessen uns so manches Mal vergessen, dass da wirklich Männer auf der Bühne sind. Einzig und allein die eine oder andere Brustbehaarung, die oben aus dem Trikot lugte, erinnerte daran, dass es keine weiblichen Primaballerinas sind, aus dem Les Ballets Trockadero de Monte Carlo besteht.

Es war ein sehr unterhaltsamer Abend mit berechtigten Standing Ovations am Ende und vielen vielen Vorhängen. Bravo!

Die kühle „Fassade“ des rückwärtigen Zuschauerraums mit den Rängen und Logen der Hamburgischen Staatsoper passt überhaupt nicht zum sprühenden Geschehen auf der Bühne. Zum Glück hat man hinten keine Augen.