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Stoiber verhüten

Wer erinnert sich nicht an diesen Spruch als vor 3 Jahren Edmund Stoiber als Spitzenkandidat zur Kanzlerschaft antrat? Wir können wohl froh sein, dass es nicht so weit gekommen ist. Er hat nämlich wieder mal in ein Fettnäpfchen getreten und durch diese Bemerkung gezeigt, wie seine Einstellung Schwulen gegenüber ist: „Das Gesellschaftsbild, das die Grünen hinsichtlich Familie und gleichgeschlechtlichen Lebensbeziehungen haben, widerspricht dem von CDU und CSU diametral.“ So steht heute bei Stern-Online zu lesen.

Der Kerl hat Sorgen. Ich denke, dass es in Koalitionsgesprächen um viel wichtigere Dinge als um gleichgeschlechtliche Lebensbeziehungen gehen sollte – obwohl dieser Punkt sicher nicht vernachlässigt werden sollte.

Hoffentlich bleibt der Kerl in Bayern sollte es zu irgendeiner Koalition kommen, an der die CDU beteiligt ist.

Wofür ist das gut?

Bernd ist seit der letzten Woche durch das Arbeitsamt bei einer Art Fortbildung. Bei einem ersten Gespräch wurde ihm gesagt, es handelt sich um eine zweimonatige Fortbildung, an die ein 4-wöchentliches Praktikum anschliesst. Hauptsächlich sollte es um das Thema Computer und einiger gängiger Programme gehen. Die Teilnehmer sollten in zwei Gruppen aufgeteilt werden, und zwar nach dem jeweiligen Kenntisstand.

In der ersten Woche ging es um Allgemeinwissen, Politik usw. Heute ging es dann mit dem Thema Computer weiter. Auf meine Frage, was sie denn gemacht hätten, kam die Antwort: Heute haben wir gelernt, was eine Maus und eine Tastatur ist. Man hat also beide Gruppen zusammengeworfen und gesagt, die, die schon Computerkenntnisse haben, müssen eben auf die anderen Teilnehmer Rücksicht nehmen.

Na toll, da wird mal wieder Geld zum Fenster rausgeworfen und die Arbeitslosenstatistik wird durch solche Aktionen geschönt.

Skandal!


Um das obige Werbebild von Dolce + Gabbana gibt es grosse Aufregung. Wo? In den USA natürlich. Und warum? Weil aus der Hose ein paar wuschelige Haare hervorlugen. Nirgendwo in der westlichen Welt würde sich jemand über dieses Bild aufregen. Eine Hausfrau aus Georgia ist angwidert und bezeichntet das Plakat als Pornografie. Entweder ist sie nicht verheiratet oder sie macht beim Sex das Licht aus. Was heisst Sex? Wahrscheinlich schläft sie nur mit ihrem Mann – falls sie überhaupt einen hat – nur zur Zeugung weiterer Kinder.

Und die Kinder werden dann nicht aufgeklärt, die Mädchen werden zwischen 11 und 19 Jahren schwanger – wie in einer Kleinstadt in Ohio geschehen. Präsident Bush hat nämlich an den Schulen den Sexualkundeunterricht derart geändert, dass nicht mehr über Empfängnisverhütung gesprochen wird sondern es wird Abstinenz bis zur Ehe gepredigt. Nur halten sich die neugierigen Schüler auf der Highschool nicht daran, mit dem Resultat, dass jede siebte Schülerin schwanger ist. Jetzt werden Kurse in Kindererziehung statt in Sexualkunde angeboten. Vielleicht wird den Schülerinnen dort auch beigebracht, dass man seine Kinder aufklären sollte.

Die Schulbehörde ist der Meinung, dass die Eltern zu faul sind, auf die Disziplin ihrer Kinder zu achten. Nein, die Eltern sind nicht faul, sie sind zu konservativ, ihre Kinder aufzuklären, die Dinge beim Namen zu nennen. Wenn sie schon von ein paar harmlosen Schamhaaren angwidert sind und ihnen davon schlecht wird – wie sollen sie dann ihre Kinder ordentlich aufklären? Solche Worte wie Penis und Vagina und alles, was sonst noch dazu gehört sind wohl schmutzig und nimmt man nicht in den Mund – äh, spricht man nicht aus, oder wie oder was.

Nein, ich werde diese Prüderie der Amerikaner, die von Mr. President auch noch unterstützt wird bzw. eher gewollt ist, nie verstehen.

Richtig hingehört?

Angela, die Kanzlerinkanditatin, hat ja schon immer ihren Senf zu diversen Themen vor Kameras und Mikrofonen dazugegeben. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass sie bislang mit einem leichten „Ossi“-Akzent sprach, also kein reines Hochdeutsch. Seit neuestem scheint das anders zu sein. Ich habe sie zwar in den letzten Tagen nicht so häufig im TV gesehen und gehört, aber wenn ich sie gehört habe schien es, dass sie jetzt hochdeutsch spricht. Hat sie einen Deutschkurs gemacht? Ich werde das weiter beobachten.

Das darf doch nicht wahr sein!

Wie bei Spiegel-online zu lesen ist, gibt es im EU-Recht eine Lücke, die erhebliche Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt hat: Deutsche Firmen können Osteuropäische Firmen beauftragen, z.B aus Polen, die Arbeit mit ihren Leuten hier in Deutschland ausführen zu lassen. Und das tollste an der Sache ist, dass die Sozialabgaben in Polen bezahlt werden!!!

Es handelt sich hier also nicht um einen Abbau von Arbeitsplätzen, denn die bleiben ja hier in Deutschland am Standort des Werkes bestehen. Nein, es werden einfach die Arbeiter ausgetauscht. Die Deutschen stehen auf der Strasse und werden aus den deutschen Kassen bezahlt, in die aber nichts mehr einfliesst, weil die nunmehr polnischen Mitarbeiter ihre Sozialabgaben in Polen entrichten und nicht bei uns. Gelinde gesagt finde ich, dass das eine Schweinerei ist. Mir ist kotzübel, noch dazu, dass die Leute, die noch Arbeit haben, hier zur Finanzierung von weiteren Arbeitslosen herangezogen werden.

Es ist doch abzusehen, dass demnächst die Renten-, Krankenkassen- und Arbeitslosenbeiträge wieder erhöht werden müssen weil eben weniger eingezahlt wird, und das nicht, weil Arbeitsplätze abgebaut wurden sondern weil die Arbeit, und das ganz legal, von Ausländern gemacht wird.

5 Millionen arbeitslose in Deutschland sind eine nicht zu verachtende politische Macht. Leider sind sie nicht so gut organisiert, dass sie diese Macht ausnutzen können. Stattdessen bekommen die Rechtsparteien Zulauf, was ich, wenn ich das oben gesagte höre, durchaus verstehen kann. 5 Millionen Arbeitslose sollten auf die Strasse gehen und für Arbeit demonstrieren. Der 1. Mai steht vor der Tür, das wäre doch eine gute Gelegenheit für Arbeitslose und Gewerkschafen, auf diesen Missstand hinzuweisen.

Jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas tun, damit Deutschland nicht ausblutet. Ich veröffentliche diesen Missstand hier in meinem Tagebuch damit die, die es Lesen, davon Kenntnis erhalten und es weitererzählen. Rechte Parteien werde ich deshalb jedenfalls nicht wählen!

Bevorratung

Der Bund hat eine Homepage eingerichtet, auf der über Bevorratung in Krisenzeiten durch Naturkatastrophen oder „schwere Unglücksfälle in großtechnischen Anlagen (z.B. Kernreaktorunfälle)“ informiert und beraten wird. Das erinnert mich an die „Aktion Eichhörnchen“ in der Zeit des kalten Krieges. Der bundesdeutschen Bevölkerung wurden Tipps gegeben, welche Lebensmittel unbedingt in den Vorratsschrank gehören für den Fall, dass die Russen kommen.

Abgefahren

In Europa ist ein Castor-Transport unterwegs, begleitet von den üblichen Protesten. Sie mögen gerechtfertigt sein oder auch nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass der Müll irgendwo entsorgt werden muss. Nur keiner will ihn vor seiner Haustür haben. Aber Strom – und den möglichst preiswert – wollen und benötigen alle.

Vor wenigen Minuten gab es eine Sondermeldung bei Radio Hamburg: In Frankreich sind einem Demonstranten beide Beine abgefahren worden. Er hatte sich aus Protest gegen den Transport an die Gleise gekettet. Weitere Hintergründe über diesen Vorfall sind mir derzeit nicht bekannt.

40-Stunden-Woche und Streichung von Feiertagen

Offiziell beträgt meine Wochenarbeitszeit 38 Stunden, was sowieso schon mal mehr ist, als das, was die Gewerkschaften für viele ihrer Mitglieder erkämpft haben. Unsere tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden, von 08.30 Uhr bis 17.30 Uhr mit einer Stunde Mittagspause. Zum Ausgleich für die 38 Stunden dürfen wir ein mal in der Woche einen Bummeltag einlegen und 2 Stunden früher gehen, nach Absprache mit den Kollegen und vorausgesetzt, die Situation erlaubt es.

Meist ist es aber so, dass wir die Mittagspause durcharbeiten wenn wir den Bummeltag machen um unsere Arbeit zu schaffen. Also ist schon mal wieder 1 Stunde verschenkt. Dazu kommt, dass es sowieso nicht ungewöhnlich ist, in der Mittagspause durchzuarbeiten wenn die Situation es erfordert, und die Situation erfordert es öfter. Wenn meine Kollegin krank ist oder Urlaub hat ist das Arbeitsaufkommen so gross, dass 1. der Bummeltag nicht genommen werden kann und 2. ich täglich in der Mittagspause durcharbeiten muss und 3. ich hin und wieder über den Feierabend hinaus arbeiten muss.

Des Weiteren ist es nicht ungewöhnlich, dass wir ausserhalb der Dienstzeit, also abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen, telefonisch zu Hause oder unterwegs von Kapitänen und Hafenagenten gestört werden, um irgendwelche Probleme aus der Welt zu schaffen. Die Firma hat uns zu diesem Zweck ein Handy zur Verfügung gestellt, so dass wir auch ausserhalb unserer Wohnung erreichbar sind. Alles zusammengerechnet frage ich mich: Was ist eine 40-Stunden-Woche? Ich wäre glücklich, wenn ich sie hätte.

Weiter gab es heute Gerüchte, dass der 3. Oktober als Feiertag gestrichen werden soll um die Produktivität zu steigern. Bei näherer Betrachtung würde sich meiner Meinung nach herausstellen, dass der grösste Teil der Produktivität in den Bundesländern erarbeitet wird, die eh schon am meisten Feiertage haben, nämlich in den südlichen, katholischen Bundesländern. Wie wäre es denn, wenn man dort einen dieser Feiertage streichen würde um die Anzahl der Feiertage bundesweit anzugleichen? Ein Aufschrei würde von der katholischen Kirche kommen, würde je darüber diskutiert werden.

Nicht dass ich neidisch wäre auf die Leute, die dort leben. Erstens habe ich mich seit der Schulzeit daran gewöhnt, dass die Katholiken mehr Feiertage und dadurch mehr freie Tage haben und zweitens – nee, das würde jetzt diskriminierend sein.

Beängstigend

Um zum Kino zu gelangen nahmen wir heute mal die U-Bahn. Als wir einstiegen waren bereits mindestens 10 Jungendliche im Alter von ca. 12 – 15 Jahren in der Bahn. Sie unterhielten sich nicht auf Deutsch. Der Sprache nach zu urteilen vermute ich, dass es Kinder oder Enkelkinder von deutschstämmigen Russen waren. Ich fühlte mich in keiner Weise bedroht, fühlte mich aber schon fast als Minderheit in meinem eigenen Land.

Ausserdem mache ich mir grosse Sorgen um unsere und ihre wirtschaftliche Zukunft. Die Sozialleistungen in Deutschland werden immer weiter eingeschränkt, was ich einerseits durchaus verstehe weil es immer weniger Menschen gibt, die dafür sorgen können, dass genügend Geld in den staatlichen Kassen ist. Aber wenn immer mehr Leute hier hereinkommen, die nicht mal unsere Sprache sprechen, Menschen, für die irgendwie gesorgt werden muss, verstehe ich, dass kein Geld mehr da ist, dass wir alle den Gürtel enger schnallen müssen. Nur frage ich mich, wer sie hereingelassen hat und warum? Ich möchte betonen, dass ich nichts gegen Ausländer habe und im allerweitesten Sinn sind sie es ja auch nicht. Nur verstehe ich den Sinn nicht, dass alle zu uns kommen. Hier gibt es doch auch nichts mehr zu holen.

Und dann gibt es Diskussionen um ein Zuwanderungsgesetz, dass aus Parteipolitischen Gründen blockiert werden soll? Na ja, die Politiker und Abgeordneten fahren ja auch nicht U-Bahn. Und um ihre Sozialleistungen und Renten brauchen sie sich auch keine Sorgen zu machen.

Wahlwerbung

Die Errungenschaften der Technik ermöglichen vieles, z.B. auch festzustellen, wer versucht, uns telefonisch zu erreichen. Im günstigsten Fall erscheint der Name des Teilnehmers im Display, und zwar dann, wenn in unserem Telefon die Nummer gespeichert wurde. Im ungünstigsten Fall erscheint der Hinweis „Nummer unterdrückt“. Der schlichte Hinweis „Anruf“ deutet auf ein Callcenter hin und wir nehmen gar nicht erst ab. Sollte es sich ausnahmsweise doch um etwas Wichtiges handeln springt ja automatisch der Antwortbeanrufer an.

Heute Abend wurde ein Gespräch mit den Hinweis „Anruf“ angekündigt, also nahm ich das Gespräch nicht entgegen. Normaler Weise wird am anderen Ende sofort aufgelegt wenn der Anwortbeanrufer anspringt. Aber nicht heute. Über die Mithörfunktion mussten wir uns ein Band von Roland Schill anhören der Werbung für seine Partei machte. So richtig hingehört haben wir gar nicht erst. Als wir merkten was das ist, hab ich den Hörer abgenommen und wieder aufgelegt.

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, sich gegen Telefonspam zu wehren? In der Firma kommen fast täglich Anrufe von allen möglichen Dienstleistern (Büroreinigung, Getränkeautomaten, Computer, Personalagenturen usw.) So was nervt, besonders wenn man gerade sehr beschäftigt ist.