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G20 in Hamburg


Morgen und Übermorgen findet in Hamburg der G20-Gipfel statt. Die Bundesangie trifft sich bereits heute in ihrem Domizil, dem Hotel Atlantic, mit Herr Trump zu einem Vorgespräch. Das Hotel liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu meiner ehemaligen Arbeitsstätte, die Zufahrt zum Firmenparkplatz befindet sich direkt gegenüber. Vermutlich wäre es mir gar nicht gestattet worden, den Parkplatz zu benutzen. Zum Glück muss ich mir keine Gedanken mehr darüber machen, wie ich ins Büro gekommen wäre und abends wieder nach Hause. Anders dagegen meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Vermutlich müssen sie mit Kontrollen rechnen.

In der vorigen Woche war ich in Hamburg bei meinem Zahnarzt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. Da ich vor dem Termin noch ein wenig Zeit hatte, sondierte ich die aktuellen Veränderungen bezüglich neuer Geschäfte in der City. Bei Karstadt waren bereits die Schaufenster verbrettert, im Haupthaus an der Mö sowie bei Sportkarstadt am Hauptbahnhof. Mein Zahnarzt hat für morgen alle Termine abgesagt und hält die Praxis geschlossen.

Seit Anfang der dieser Woche gibt es erste Protestaktionen in Hamburg gegen den Gipfel, die z.T. auch mit Wasserwerfern aufgelöst wurden weil sich die ProtestantenProtestierer über Anordnungen der Behörden hinweggesetzt hatten.

Protest mag ja vielleicht angebracht sein, aber er sollte mit friedlichen mitteln stattfinden. Gestern gab es z.B. an den Landungsbrücken die Aktion „Lieber tanz ich als G20!“. Heute morgen wurde mittels eine Yogasession auf der Kennedybrücke gegen G20 protestiert. Solche Aktionen finde ich toll und sehr sehr symphatisch. Leider wird ja mit vielen gewaltbereiten Menschen gerechnet, die richtig Zoff machen wollen. Vermutlich wissen die wenigsten Teilnehmer, um was bei G20 geht, die Hauptsache ist für die, Zoff zu machen. Leider! Hamburg wird ein paar heiße Tage erleben.

Ehe für alle?

Wie ich befürchtet habe, ist die Kuh noch nicht vom Eis, wenn man das Interview von Hans-Peter Uhl hört. Seine Aussagen sind zum Teil hanebüchen. Allein beim Spruch, dass sich die Ehe „seit menschengedenken“ auf eine Verbindung zwischen Mann und Frau bezieht, kommen mir die Nackenhaare hoch. Vor menschengedenken war die Erde auch noch eine Scheibe!

Weiter bezieht sich Herr Uhl auf Artikel 6, Absatz 1 des Grundgesetzes:
Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
Auch aus dem weiteren Wortlaut des Artikel 6 lässt sich nicht ableiten, dass mit „Ehe“ und „Familie“ eine Ehe zwischen Mann und Frau gemeint ist. Sobald die heute vom Bundestag beschlossene „Ehe für alle“ rechtlich wirksam ist, fällt auch eine Ehe zwischen homosexuellen Paaren „unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“, so einfach ist das!

In Artikel 1, Absatz 1 steht übrigens:
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Wenn man also den Artikel 6 so hinbiegt, dass nur Mann und Frau eine Ehe eingehen können, dann lässt sich auch Artikel 1 so hinbiegen, dass Schwulen und Lesben eine Ehe nach dem Gesetz eingehen können. So einfach ist das!

Ich befürchte, dass uns dieses Thema noch etwas länger beschäftigen wird, und das nicht gerade positiv.

Nachtrag:
Die Liste der Abgeordneten ist veröffentlicht worden, wer welcher Partei wie abgestimmt hat. Erstaunlich, dass von der CSU auch einige Abgeordnete bei den Jasagern dabei waren. Das hätte ich nicht gedacht.

Endlich!

Endlich hat der Deutsche Bundestag es geschafft, dass Homosexuelle Menschen richtig heirataten dürfen. 75 Abgeordnete der CDU/CSU habebn mit „ja“ gestimmt, wer hätte das gedacht. Ich hatte mit einem knapperen Ergebnis gerechnet. Und ja klar, die Kanzlering hat mit „nein“ gestimmt. Es war gut, dass die Abstimmung namentlich erfolgt ist, da kann man dann mal nachvollziehen, welcher Abgeordnete aus welchem Wahlkreis mit „nein“ gestimmt hat und ihm bei einer der demnächst folgenden Wahlkampfveranstaltungen mal auf die Füße treten – oder zwischen die beiden großen Zehen.

Wir, Schwule wie Lesben, dürfen dann von „meinem Mann/meiner Frau“ sprechen wenn wir offiziell verheiratet sind, wir sind nicht mehr Menschen 2. Klasse. Allein das Wort „Verpartnerung“ ist so schrecklich, schlimmer geht es kaum. Ich erinnere mich gerade daran, wie ich unsere neuen Pässe abgeholt habe und die Mitarbeiterin krampfhaft bemüht war, von meinem Partner zu sprechen während ich frech und frei von Bernd als von meinem Mann gesprochen habe.

Vor 3 Jahren haben wir unsere ganz persönliche Ehe geschlossen, mit einer schönen Feier am Abend und mit einer Hochzeitsreise. Wir werden den endgültigen Schritt sobald wie möglich nachholen, dann aber im kleinen intimen Kreis, ohne große Feier wie vor 3 Jahren. Nur Bernd und ich! Aber vermutlich werden erstmal ein paar Ewig Gestrige das Bundesverfassungsgericht bemühen.

Hier noch ein paar Gedanken von Ralph Ruthe, die er anlässlich der heutigen Abstimmung im Bundestag bei Facebook veröffentlich hat:

10 Gedanken zur EHE FÜR ALLE.
*** Tipp: Wenn dich meine Gedanken dazu nicht interessieren, ignoriere einfach diesen Text. Danke. ***
1. Niemandem wird etwas weg genommen – Gerechtigkeit wird nicht weniger, wenn man davon etwas abgibt. Gerechtigkeit ist nicht Marmorkuchen. Es geht darum, dass Menschen sich wie Menschen fühlen dürfen – nicht wie Menschen zweiter Klasse.
2. GERADE, wenn du gläubig bist, solltest du dich darüber freuen.
3. Ich habe keinen Respekt vor der Haltung von Menschen, die wegen „christlicher Gefühle“ anderen Menschen Rechte absprechen wollen. Es ist egal, aus welchen fadenscheinigen Gründen man anderen etwas nicht gönnt, es ist und bleibt Missgunst. Wieso sollte man Respekt haben vor Missgunst?
4. „Na, toll. Und demnächst darf dann jeder seinen Toaster oder sein Chamäleon heiraten, oder was?.“
Ja, klar. Und als Frauen vor 100 Jahren das Wahlrecht zugesprochen wurde, hättest du vermutlich auch gefragt, ob demnächst Yucca-Palmen ihre Stimme abgeben dürfen. Denk nach. Denk bitte bitte einfach nach!
5. Du darfst heiraten weiterhin bescheuert und unnötig finden. Es geht nicht um dich. Es geht um die Leute, die die Möglichkeit nutzen möchten, heiraten zu können.
6. Langfristig werden wir alle den positiven Effekt erleben, den die heutige Entscheidung mit sich bringen wird. Viele Menschen werden nicht mehr das Gefühl haben, zurück gestellt zu sein, werden sich besser fühlen, werden dadurch vielleicht sogar weniger krank sein. Es ist ein Signal in einer Welt, in der immer mehr Nationen sich auf Werte berufen, die rückständig und menschenverachtend sind. Wie kann das nicht gut sein?
7. Dass es ein Vierteljahrhundert gedauert hat, bis wir an diesen Punkt gekommen sind, ist einfach nur peinlich. Und es ist nicht Merkels Leistung, dass wir an diesen Punkt gekommen sind.
8. Ich freue mich trotzdem.
9. Danke an alle, die jahrelang dafür gekämpft haben.
10. Liebe ist Liebe.
Darauf ein dickes Stück Marmorkuchen.

Der Generalverdacht

Vor nicht allzu langer Zeit wurde die Öffentlichkeit durch die Medien informiert, dass es in Teilen der Bundeswehr eine rechte Gruppe gibt, die der Zeit der Wehrmacht huldigen. In irgendwelchen Stuben, Kantinen oder anderen Räumen waren Artefakte aus eben jener Zeit zu finden, eine Aera, die wohl immer, mehr oder weniger unterschwellig, in Deutschland zu Hause sein wird – leider. In einer Kaserne hing ein Bild von Helmut Schmidt in einer Wehrmachtsuniform. Bei allem Respekt für diesen großen Staatsmann, der viel für Deutschland getan hat, aber in einer modernen Bundeswehr hat so etwas nichts zu suchen.

Soldaten jeglichen militärischen Rangs fühlen sich von ihrer obersten Chefin, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, durch Äußerungen ihrerseits und durch Kontrollen in den Unterkünften unter Generalverdacht gestellt. Gut, Durchsuchungen in Abwesenheit der betreffenden Person sind schon heikel. Bei uns seinerzeit war es aber so, dass die Spinde durch ein Vorhängeschloss gesichert waren. Im Spind war nicht nur die Bundeswehrausrüstung, dort wurden auch persönliche Dinge aufbewahrt, die es galt, vor Diebstahl zu schützen. Ich glaube kaum, dass jemand so ein Schloss aufbrechen würde um mal zu gucken, ob der Soldat da irgendwelches Wehrmachtszeug aufbewahrt um damit abends vor seinen Kameraden zu prahlen. Kontrollen in Abwesenheit können sich also in Räumen stattfinden, die offen sind bzw. zu denen der Chef der Einheit einen Generalschlüssel hat.

Wie dem auch sei – ich würde nicht in einer Bundeswehr dienen wollen, von der ich Kenntnis habe, dass dort der Wehrmacht gehuldigt wird. Insofern wäre ich froh, wenn die Dinge ans Licht gezerrt werden würden. Deshalb von einem Generalverdacht zu sprechen, ist völlig absurd. Ich habe volles Verständnis für die Aktion und wäre nicht von Durchsuchungen genervt.

Gib ihm einen Besen!

Rainer Podeswa, AfD-Abgeordneter im baden-würtembergischen Landtag, ist für die Wiedereinführung der Hexenverbrennung, um das Klima zu retten! Wie pervers kann so ein Mensch sein?! Es ist absurd, auf was für Ideen die Menschen der AfD kommen. Am besten, man schiebt Herrn Podeswa einen Besen unter seinen Podex – es soll ja auch männliche Hexen geben – und dann soll er damit verschwinden, zu einem für ihn bereistehenden Scheiterhaufen, wo er in Flammen aufgehen soll.

Wie man die AfD-Leute kennt, will er das dann gar nicht so gesagt haben.

Ja zu Erdogan!

Die in Deutschland lebenden Türkischen Wahlberechtigten, die zu dieser ominösen Abstimmung gegangen sind, haben mit Mehrheit für Erdogan abgestimmt. Auf Radio Hamburg wurde heute morgen ein paar Meinungen per Telefon gebeten. Ein Türke, der ein einwandfreies Deutsch sprach und auch seiner Aussprache konnte man nicht entnehmen, dass er Türke ist, ist der Meinung, dass man den Europäern mal zeigen will, was Sache ist. Man will sich von den Europäern nicht länger verarschen lassen. Die Sache mit Armenien brachte er ebenfalls zur Sprache. Von einer Protestwahl war die Rede.

Dazu kann man eigentlich nur sagen: Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Und noch eins: Alle Türken, die in Deutschland und anderswo in Europa, für Erdogan abgestimmt haben, sollen bitte schleunigst in ihr Heimatland gehen und sich dort dem Ausnahmezustand und den Gesetzen und dem Despoten unterwerfen. Man kann nur sagen: Raus hier!

Ein Gedicht über die AfD

Jane Blond hat ein Gedicht über die AfD verfasst. Ein Gedicht über die AfD? Der erste Gedanke: Das ist doch nett. Aber Jane meint das gar nicht nett, und das, was sie gedichtet hat, ist auch gar nicht nett. Die AfD hat es nicht besser verdient.

Jane hat mir die Erlaubnis erteil, ihr Gedicht zu veröffentlichen. Wir müssen immer wieder die Finger in die Wunde legen und darauf hinweisen, welches rückwärtsgerichtete Gedankengut in dieser Partei steckt. Es darf nie nie nie geschehen, dass diese Partei an irgendeiner Regierung in Deutschland beteiligt wird, angefangen in Gemeinden und Städten, über Kreise und Bundesländer bis hinauf zur Bundesregierung.

Oder wie ich durch die AfD anfing in VFersen zu denken.

Habt ihr es auch schon gelesen?
Das neue Programm der AfD.
Als wär damals nichts gewesen,
und Hitler brachte uns kein Weh.

Ich habs mir gestern angetan,
frei von jeweder Pietät,
der Muslime sein Fett abbekam.
Für mich wars eine fein Diät.

Danach wars das mit dem Hunger.
Hetze, Phrasen, Trug und Hass.
Moslems woll`n nur nutzlos lungern,
morden, meucheln, ist das krass?

Deutschsein soll man wieder lernen.
Schon die Kleinen in der Schule.
Stramme Kinder für Kasernen
Nix Genderkram nur über Schwule.

Wehrpflicht soll es wieder geben,
Grenzen zu und Sicherheit.
Deutsche nur für Deutschland leben,
an der Grenze schussbereit.

Frauen sollen Frauen werden,
hübsch mit Mann und Kind, Kind, Kind.
Stehen sie wieder hinter Herden,
man sich auf Wichtiges besinnt.

Ich glaube, ich erwähnte schon,
Deutschsein ist das Maß der Dinge.
Familie gehört auf den Thron,
und wenn man es denn erzwinge.

Abtreibung gehört abgeschafft
Dafür werden sie dann sorgen
der Deutsche nur für Deutschland rafft
Besser heute schon, als morgen.

Damit das und mehr auch werden kann
ein Schelm, der Böses dabei denkt,
gehen sie an das Grundgesetz ran,
damit sich eins ins andre renkt.

Was nicht passt, wird passend gemacht,
finden die Alternativen,
dafür wird gelogen, dass es kracht,
Fakenews sind die informativen.

Dazu, wer hätte das gedacht,
auch darum wollen sie g`winnen
wird Höckes G`schichtswende gemacht.
Das Gute sollen wir besinnen.

Schluss, aus, vorbei, die schlimme Mär,
Hitler, ja, doch, was denn weiter?
Doch Deutschland, nie nur böse wär,
Angela ist der arg Verleiter

Die Frau, die Deutschland hat verraten
ihr ahnt es, logisch ist es doch,
soll in der Hölle brutzeln, braten,
die blöde Kuh, das Arscheloch.

Ich könnte ewig weiterreimen,
wenn ich es denn können könnt,
doch gleiten die Worte zum Unfeinen,
das ist den Braunen nicht vergönnt.

Madeleine Albright

Erinnert ihr euch noch an die sympathische kleine Dame Madeleine Albright, seinerzeit Außenministerin unter Bill Clinton. Irgendwie war sie bei mir in Vergessenheit geraten. Spätestens bei ihrem Nachruf hatte ich gedacht: Ach ja, sie war ja auch noch da. Zum Glück ist es mit dem Nachruf noch nicht soweit. Zurzeit weilt sie auf Einladung der Robert-Bosch-Stiftung in Deutschland. Dem Tagesspiegel hat sie ein Interview gegeben.

Zwei Sätze aus dem Interwiev sind bemerkenswert für das, was heute in der Welt passiert:
Auf der Flucht vor den Nazis war ihre Familie nach England geflohen, wo sie „viel Hilfsbereitschaft erfuhr, verbunden mit der freundlich gestellten Frage: Wann geht ihr wieder nach Hause?“ So ist England anscheinend heute noch, denn das Votum für den Brexit beruht ja zum großen Teil auf dem Flüchtlingsproblem, welches mit ein paar wenigen Tausend Menschen gar kein Problem für England ist.

Als die Familie nach dem Krieg in die USA emigrierte, wurde sie dort ebenfalls freundlich aufgenommen. Doch hier lautete die Frage: „Wann werdet ihr amerikanische Staatsbürger?“ In Amerika hat sich anscheinend so einiges verändert.

Ein Satz aus dem Interview noch zu Angela Merkel: Übrigens bewundere ich Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik, die sie zur Heldin macht.

Zu Donald Trump kann sie nicht viel beitragen, da ist wohl derzeit jeder überfragt.

Interessant sind die Geschichten um ihre Broschen. Mit denen hat sie jeweils geschickt und diplomatisch gezeigt, was sie denkt.

Das ganze Interview.

Merkwürdigkeiten der AfD

Ich muss mal wieder politisch werden, sozusagen im eigenen Haus. Wenn ich politisch werde, geht es meistens um den rechten Rand, braune Brühe oder sonstiges – es geht um die AfD: Die Leute sind so krank mit ihren merkwürdigen Forderungen. Da kann man den anderen Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus nur zustimmen, dass sie das Ansinnen mit Hohn und Spott abglehent haben.