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Im Namen des Volkes

Nach fast 32-jähriger Ehe wurde ich heute Vormittag in Lübeck geschieden. Die Formalitäten dauerten nur wenige Minuten, dann wurde das Scheidungsurteil gesprochen.

Zuvor gab es noch ein wenig Aufregung. Meine Frau und ich wurden vom Familienrichter bereits aufgerufen, nur der Anwalt war noch nicht da. Er erschien ein paar Minuten nach dem angesetzten Termin. Seine Tochter hatte am Morgen einen Fahradunfall auf dem Weg zur Schule, deshalb die kleine Verzögerung.

Nein, es ist kein Freudentag für mich, es gibt keinen Sekt und keine Schnittchen. Es ist ein Abschnitt meines Lebens, der jetzt beendet wurde.

Olé – Oh weh!

Das war er nun, unser spanischer Abend – und heute sind wir kaputt. Aber von vorn:

Ich hatte da schon mal was vorbereitet, am Freitag Abend. Das Fleisch (Lamm) musste mariniert werden und eine Portion vom Nachtisch (Crema Catalana) hab ich fertig gemacht. Mit der zweiten Portion wurde es leider nichts weil mir ein Ei in die Brüche ging. Man sollte für solche Zwecker immer ein Ersatzei haben.

Gestern Morgen ging es dann erstmal los, ein neues Ei zu besorgen und noch ein paar Dinge mehr, unter anderem noch 2 Flaschen Wein. Unsere Gäste hatten sich entschieden, auf Grund der Wetterlage mit der Bahn aus Lübeck anzureisen. Für 6 Personen 5 Flaschen Wein – das könnte eng werden. Ausserdem war schon eine halbe Flasche für die Marinade draufgegangen. Und vom Rest würde ich auch noch was zum Kochen benutzen müssen.

Vom Einkaufen zurück ging der Küchenstress los: Nachtisch machen, das Fleisch anbraten und dann zusammen mit den Zutaten in den Bräter legen, Kartoffeln schälen, Schweinefilet für die Tapas marnieren. Die Küche sah aus wie ein Schlachtfeld und platzte aus allen Nähten.

Ab 14.00 Uhr kam der Bräter in den Backhofen und ich konnte mich salonfähig machen, d.h. duschen sowie Bart und Haare stutzen. Dann wurde der Tisch gedeckt.


Danach ging es in der Küche weiter: Käse schneiden, Schinken aufrollen, Kartoffeln in den Bräter legen, Brot toasten, umziehen, Schweinefilet auf Spiesschen stecken und braten – Stress pur. Um 17.00 Uhr kommen die Gäste! Hoffentich schaff ich das alles. Hoffentlich schmeckt es auch, hoffentlich mögen sie es. Hausfrauensorgen eben.

Und dann standen sie in der Tür. Erwartungsvoll waren sie – hatte ich doch einen Themenabend angekündigt – und hoffentlich hungrig. Wegen der Farben der Tischdekoration kam ihnen die Sache gleich spanisch vor, womit sie nicht falsch lagen. Meine Bedenken wurden zerstreut. Die Tapasplatte wurde komplett geleert, selbst die Oliven wurden ein Opfer der hungrigen Gäste. Und mit dem spanischen Lammtopf hatte ich voll ins Schwarze getroffen. Es schmeckte aber auch wirklich alles lecker.



Nach dem Essen sassen wir bei Wein und Brandy zusammen und sprachen über dies und das und jenes. Schnell war eine Flasche Wein nach der anderen geleert. Welch ein Glück, dass wir noch 2 Flachen zugekauft hatten.

Nach 1 Flasche Sekt, 6 Flaschen Wein, 1/2 Flasche Brandy, 3 Flaschen Bier und etwas Sherry (den gab es zum Dessert), war der nette Abend zu Ende und unsere Gäste fuhren zurück nach Lübeck.


Wir blieben zufrieden und mit einem Chaos in der Küche zurück.

Schnell räumten wir im Wohnzimmer noch ein wenig auf und gingen dann ins Bett. Eigentlich wollten wir ja schlafen. Aber der Alkohol hatte wohl eher eine anregende Wirkung und so war an Schlaf erst mal nicht zu denken.

Und wie geht’s uns heute?: Mit leichten Schwindelgefühlen im Kopf standen wir auf und beseitigten das Küchenchaos. Matt und müde sind wir, haben kleine Augen und kalt ist uns. Ein entspannendes Bad machte mich nicht munter. Allerdings fror ich danach nicht mehr. Es dauerte ziemlich lange bis ich mich dazu aufraffen konnte, diesen Eintrag zu schreiben. Ich freue mich auf unseren Sofaabend.

Ein neuer Abschnitt

Oliver hat heute in Flensburg seine letzte Klausur geschrieben. Sein Gefühl sagt ihm, dass er die ganz gut über die Runden gebracht hat. Wenn das nicht so ist, stimmt mit seinem Gefühl was nicht.

Am Wochenende wird er seine Zelte in Flensburg abbrechen. Das war’s dann. Seine Telefonnummer und seine Adresse kann ich dann streichen. Ab Anfang Februar macht er dann sein Diplom bei Daimler Chrysler in Mannheim. Eine kleine Wohnung hat er auch schon, die tausendmal sauberer ist als die, in der er letztes Mal gewohnt hat.

Dieser Umzug ist natürlich nichts Besonderes, besonders auch deshalb, weil sein Studium ja erst im Sommer mit dem Diplom beendet sein wird. Trotzdem ist mir etwas wehmütig (wieso eigentlich mir?), weil Flensburg jetzt abgehakt ist.

Ein teurer Samstag

Wir hatten uns für heute vorgenommen, einen ruhigen Tag zu machen. Bernd hatte bereits gestern für das Wochenende alles Notwendige eingekauft, wir brauchten also nicht mehr raus – dachten wir.

Gestern Abend fiel mir ein, dass wir für die Einladungen kein Papier mehr haben. Morgen fahren wir nach Lübeck zu einer Einladung meiner Eltern, da wollte ich für die dann Anwesenden die Einladungen mitnehmen und verteilen.

Also ging es dann heute vormittag los um Papier zu kaufen. Nebenbei bekam Bernd noch eine neue Hose.

Zurück zu Hause machte ich mich daran, die Einladungen fertig zu machen und zu drucken. Plötzlich wurde der Bildschirm für den Bruchteil einer Sekunde schwarz, und das wiederholte sich ständig. An der linken Seite tauchte ein schmaler schwarzer Rand auf und der Desktob verschob sich um einige Zentimeter nach rechts. Sehr merkwürdig, konnte ich doch trotzdem an den Einladungen weiterarbeiten.

Ganz geheuer war mir die Sache nicht. Wir schlossen meinen Bildschirm an Bernds Rechner an, das war dann in Ordnung. Aha – das kann dann nur die Grafikkarte sein. Auf zu Saturn.

In den Parkhäusern waren alle Plätze besetzt. Rund um das Kaufhaus sahen wir andere Fahrzeuge auf Parkplatzsuche. Wir fanden dann auch einen und nicht weit von Saturn entfernt.

Die Abteilung mit den Grafikkarten war nicht sehr gut sortiert. Es wurden Teile zu horrenden Preisen angeboten, die für meine bescheidenen Bedürfnisse viel zu teuer waren. Ein anderer Kunde sprach uns an und fragte, was ich denn hauptsächlich am Computer mache. Ich erkärte es ihm und er meinte, dass das, was hier angeboten wird, viel zu aufwendig und teuer sein. Wir sollten doch zu Firma Siggelkow fahren.

Dort wurden wir gut beraten und ich bekam eine neue Grafikkarte zu einem günstigen Preis. Auf nach Hause und einbauen, was Bernd für mich erledigte. Er starteter den Rechner … und der Bildschirm hatte die gleichen Macken wie vorher, dazu wurde alles ziemlich blaustichig angezeigt. Toll, ist es doch der Monitor. Anziehen, losfahren – auf zum Makromarkt. Dort ist es einfacher, einen Parkplatz zu finden.

Nach kurzem Suchen und einer Beratung durch den Verkäufer ging es zur Kasse und dann nach Hause.

Der neue Monitor war schnell angeschlossen. Und alles funktioniert. Schön. Nur, dass dieser Samstag einen etwas anderen Verlauf nahm als wir es uns vorgestellt hatten.

Probeessen und gebucht

Auch kleine Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Und bekanntlich wird der vom Leben bestraft, der zu spät kommt.

Auch wenn das kleine Ereignis erst Anfang April stattfindet, haben wir uns kurzfristig für ein Probeessen in einem von Holger empfohlenem Restaurant entschieden. Die Bedienung war freundlich, das Essen war super, das Ambiente stimmt. Also wurde gleich der Termin gemacht.

Langweilig

Am 10. Januar hatte ich meinen ersten Arbeitstag in diesem Jahr. Seit dem brennt mein Weblog wieder auf Sparflamme – weil im Moment nichts passiert, mich nichts bewegt, was erwähnenswert wäre. Alles läuft seinen normalen Gang, was im Grunde ja auch nicht schlecht ist.

Silvester 04/05

Das alte Jahr endete und das neue Jahr begann mit einer sehr schönen Feier im kleinen intimen Kreis mit 4 Personen. Unsere Gäste Holger und Gunnar trafen um 18.00 Uhr bei uns ein. In der Tiefgarage war genügend Platz und Gunnar konnte seinen Löwen dort parken. Man weiss ja nie, was in der Silvesternacht so alles passiert. In der Garage war der Wagen vor Raketenangriffen jedenfalls sicher.

Nach einem kleinen Willkommensdrink verbrachten wir einen grossen Teil des Abends beim Fondue. Die Suche nach Fleischstückchen, die von der Gabel gerutscht waren, wurde zur Gemeinschaftsaktion.


Nachdem unsere Gäste und wir satt waren und auch wirklich kein Stückchen Fleisch, nicht mal eine kleine Gurke, mehr in unsere Mägen passte, vertrieben wir uns die Zeit bis zum Jahreswechsel damit, unser Wohnzimmer durch Tischfeuerwerk ins Chaos zu stürzen. Die kleinen Dinger waren unter anderem gefüllt mit Glitzerschnipsel, die sich auf dem Tisch und auf dem Teppich verteilten.

Was die kleinen Sprengsätze sonst noch in unser Wohnzimmer beförderten, sorgte für einen vergnüglichen Abend. Gunnar bemächtigte sich des Nasen-BHs und stopfte sich Lufballons unter das T-Shirt, was Holger dazu veranlasste, doch mal kräftig zuzupacken.


Ausserdem entdeckte Gunnar seine Fähigkeiten als Putzmacher(in) und verpasste Bernd einen neuen Hut, mit dem er ohne weiteres zum Derby gehen könnte.

Die Zeit bis Mitternacht verging wie im Flug. Holger schenkte den von den Beiden mitgebrachten Champagner ein.

Nachdem wir angestossen hatten und wir die guten Wünsche mit den Umarmungen hinter uns hatten, veranstalteten wir auf der Strasse ein kleines Feuerwerk.

Im Anschluss daran gab es den traditionellen Mitternachtsberliner,

von dem wir nicht wissen, warum es den zu Silvester gibt, jedenfalls hier im Norden. Vielleicht ist Matthias ja in der Lage, das herauszufinden.

Und dann wurde es spannend. Durch Bleigiessen versuchten wir ein wenig in die Zukunft zu schauen und herauszufinden, was das neue Jahr für uns bringen würde. Es war viel Gedulg notwendig, die Bleifiguren zum Schmelzen zu bringen.



Das Deuten des erstarrten Bleigusses war nicht immer einfach. Unsere Phantasie war gefragt, für jeden von uns ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, was mit vereinten Kräften auch gelang.

Irgendwann war diese schöne Nacht zu ende. Ich glaube, es war so gegen halb drei als wir Holger und Gunnar zur Garage geleiteten. Es hat Spass gemacht, mit unseren beiden Freunden zu feiern. In diesem Jahr wird es noch diverse Gelegenheiten geben, gemeinsam zu Feiern. Dies war ein gelungener Auftakt.

Zuviel des Guten


Nichts geht mehr – und wir haben nicht mal alles von dieser leckeren Putenbrust aufgegessen. Magreth hat sie wieder sehr gut hinbekommen. Dazu gab es Rotkohl und Kartoffeln, zum Nachtisch Mousse au Chcolate. Torte hatte sie auch noch und zum Abendessen hatte sie auch eingekauft. Kaffee haben wir noch getrunken – ohne Torte, und das will was heissen bei mir. Wer mich kennt weiss, dass ich keine Gelegenheit auslasse, Kuchen bzw. Torte zu essen. Aber wir haben 3 Stückchen mitbekommen. Heute ess ich davon aber nichts mehr, die sind für morgen ….. – vielleicht.

Geschafft

Nun haben wir es wieder geschafft. Der Tag, dem wir wochenlang entgegenfierberten, ist vorbei. Die Geschenke sind verteilt. Meine Eltern und Bernds Mutter haben sich wieder wohlgefühlt und es genossen, verwöhnt zu werden. Es bereitet uns dann auch Freude, sie zu verwöhnen. Nur das Chaos in der Küche danach bereitet keine Freude. Aber das gehört nun mal dazu. Und inzwischen ist es auch vergessen. Was bleibt ist die Erinnerung an schöne Stunden.


Tradition

Die diesjährige traditionelle Familienweihnachtsfeier wurde von meinen Eltern ausgerichtet. Wir trafen uns am Nachmittag zu Glögg und Gebäck. Die Männer begutachteten jeweils die neuesten technischen Spielzeuge der anderen, nämlich die Digicams. Leider hatte ich meine vergessen. Oliver hat die Bilder für diesen Eintrag zur Verfügung gestellt. Entgegen dem Trend, sich gegenseitig keine Weihnachtsgeschenke zu machen, steht dieses Thema bei uns gar nicht zur Diskussion. Es wird geschenkt auf Teufel komm raus, und wenn es nur Kleinigkeiten sind. Das Austauschen der Geschenke und das damit verbundene Auspacken, Berge von Papier, sich freuen, lachen, sich bedanken, umarmen – das ist ein grosser Teil dessen, was diese Familienfeier ausmacht. Und so drängelte Cousine Andrea schon recht schnell: Wann ist endlich Bescherung? Und schon beginnt in jedem Jahr die Diskussion aufs Neue: Vor oder nach dem Essen? Wir entschieden uns für vor dem Essen. In diesem Moment fiel Melli ein, dass sie zu Hause ein Geschenk vergessen hatte. Und schon machte sie sich auf den Weg. Kurzfristig wurde mit dem Essen umdisponiert: Wir essen wenn Melli wieder da ist und machen dann Bescherung. Meine Mutter hatte ein leckeres Hirschgulasch zubereitet. Dazu gab es Spätzle und zum Nachtisch Eis. Das Essen zog sich hin und Andrea wurde immer ungeduldiger: Wann ist endlich Bescherung? So spät haben wir das noch nie gemacht! Endlich ging es los. Taschen, Kartons und Körbe, die im Treppenhaus auf Warteposition deponiert waren,


wurden in die Stube gestellt und jeder verteilte an jeden Geschenke. Das Rascheln des Papiers erfüllte den Raum. Alle waren am auspacken und freuten sich über das, was sie bekommen hatten und darüber, wie die anderen sich freuten, dass man sich freute.

Teilweise waren Erklärungen notwendig: Was ist denn dies und wofür ist das? Wie macht man denn Nudeln selbst? Und dann der nächste Schock für Melli: Sie hatte noch ein Geschenk vergessen. Da unsere Tante Anstalten machte, bald nach Hause zu wollen (sie ist immerhin 92 Jahre alt), erklärten Oliver und Melli sich bereit, sie nach Hause zu fahren. Auf dem Rückweg würden sie das vergessene Geschenk mitbringen, das ausgerechnet für Andrea bestimmt war. Gegen Mitternacht war dieses schöne Fest zu Ende, nicht ohne vorher den Termin für das Familientreffen im nächsten Jahr festzulegen: Am 17. Dezember 2005 wird Andrea das Treffen ausrichten.