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Feuerwerk über der Aussenalster

Anlässlich der heutigen Eröffnung der Chinatime hier in Hamburg, wurde ein grosses Chinesisches Feuerwerk über der Aussenalster angekündigt. 30 Minuten würde es dauern. Klar doch, dass mein Herz gleich höher schlug, als ich das gelesen hatte. Und da wir nur wenige Minuten von der Alster entfernt wohnen, konnte ich Bernd überreden, mit mir zum Feuerwerk zu gehen.

Auf dem Weg dorthin meldete sich Tim bei mir auf dem Handy. Er weilt zurzeit aus beruflichen Gründen in Hamburg. Tim wollte wissen, von wo aus wir das Feuerwerk ansehen wollen und ob wir uns dort treffen können. Ein Treffen war schon seit längerem geplant und ist auch für den kommenden Freitag verabredet. Aber warum sollte man sich nicht schon vorher ein wenig beschnuppern? Tasächlich ist es uns gelungen, uns in der Dunkelheit an der Alster zu finden.

Gemeinsam schauten wir das bunte und laute Spektakel an. Aussergewönliche Effekte wurden nicht gezeigt. Insgesamt gesehen hätte man das Feuerwerk auch in 15 Minuten abbrennen können weil es in sich viele Wiederholungen gab. Allein das Finale war ein fulminanter Anblick und jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken. In schneller Folge wurden die Rakten gezündet und in die Luft gejagt. Am sommerlichen dunklen Hamburger Himmel entfalteten sie ihre funkelnde und farbenprächtige Ladung. Meinetwegen kann ein Feuerwerk nur aus Finale bestehen – weil es einfach am schönsten ist.

Nach dem letzten Böller machten wir uns mit Tim auf den Heimweg (er wohnt bei uns um die Ecke). Wir freuen uns darauf, ihn am Freitag bei uns zu Hause begrüssen zu dürfen.

Zu früh gekauft?

Im Mai war ich ja noch ganz stolz, mit dem Kauf unseres neuen Fernsehers ein Schnäppchen gemacht zu haben. Heute Mittag wurde ich eines Besseren belehrt: Das gleiche Gerät wird jetzt für Eur 999,00 angeboten. Zum Glück sind es nur Eur 200,00, die wir mehr bezahlt haben. Ärgerlicher wäre es gewesen, wenn ich damals den richtigen Preis hätte bezahlen müssen, dann wäre der Unterschied Eur 700,00 gewesen.

Aber so ist es ja mit fast allen elektronischen Artikeln: Man kauft immer zu früh weil die Preise laufend weiter fallen.

Alstervergnügen 2006


Es ist ja immer dasselbe: Schwenkgrill, Fischbrötchen, Pommes, Crepes – dazu Bier, Cocktails, Caipi. Jedes Strassenfest ist ähnlich, egal ob es auf der Langen Reihe stattfindet oder sich Hafengeburtstag nennt oder Alstervergnügen. Sicher sieht es in anderen Städten ähnlich aus. Aber Strassenfeste üben nun mal eine magische Anziehungskraft auf die Menschenmassen aus.

Das Alstervergnügen ist nach meiner Meinung das schönste Fest hier in Hamburg, und nicht nur deshalb, weil Bernd und ich uns dort kennen gelernt haben. So sind die grossen alten Gebäude mit ihren von der Patina grünen Dächern – dazu noch durch Effektbeleuchtung gut in Szene gesetzt – an drei Seiten der Binnenalster eine wunderbare Kulisse. Die beleuchtete Lombardsbrücke an der vierten Seite passt sich wunderbar in das Gesamtbild ein. Die Besucher des Festes können sozusagen im Kreisverkehr endlos um die Alster gehen und brauchen nicht an einem Ende umkehren. Die Lichter der Stände und der umliegenden Häuser spiegeln sich im Wasser. Ich frage mich, ob es in Deutschland eine ähnlich schöne Stätte für so eine Veranstaltung gibt.

Traditionell mache ich am Donnerstag in meiner Mittagspause einen Rundgang um zu sehen, ob etwas gravierend Neues angeboten wird, das es sich lohnt zu essen oder zu trinken. Wie schon oben erwähnt – auch in diesem Jahr war es wie immer. Es würde sich also nicht lohnen, sich an den Abenden mit den Menschenmassen in den Kreisverkehr einzureihen. Es würde reichen, sich beim Bierstand vom Willi’s auf der Lombardsbrücke zum Feuerwerk einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Und dort fanden wir uns am Donnerstag Abend zum Autaktfeuerwerk rechtzeitig ein.

Die Musik war, wie in jedem Jahr, schauderhaft. Schlager der 70er Jahre wird dort immer gespielt, egal auf welchen Fest das Willi’s vertreten ist. Wir hofften jedoch, dort ein paar Leute zu treffen, die wir lange nicht gesehen haben. Das war leider nicht der Fall und die Musik wurde im Laufe des Abends auch nicht besser. Die Tunten flippten zu den Tönen von Marianne Rosenberg fast aus – wie immer. Und so machten wir uns nach dem Feuerwerk recht schnell auf den Heimweg. Zu Hause mussten wir erst mal duschen. Der Wind hatte die Rauchwolken und Raketenreste direkt auf uns zu getrieben. Wir stanken nach Schwefel und in den Haaren hatten wir Russ- und Papierkrümel.

In der Hoffnung, dass am Freitag Abend bessere Musik gespielt werden würde, hatten wir uns am gleichen Platz mit Bernds Mutter verabredet. Als wir mit Melli am Bierstand eintrafen, lief die gleiche Platte wie am Abend vorher. Genervt suchten wir uns von der Brücke aus einen anderen Platz. Als Bernds Mutter eintraf, machten wir uns sofort auf den Weg. Wenige Meter weiter direkt am Wasser unterhalb der Brücke (nicht unter der Brücke) war noch Platz in der ersten Reihe. Von dort aus konnten wir das zweite Feuerwerk aus nächster Nähe beobachten. Wie es aussieht, haben wir einen neuen Lieblingsplatz gefunden, um Feuerwerk zu gucken.

Gestern Abend gingen wir gleich dort hin. Auf dem Weg mussten wir am Willi’s vorbei. Ich muss wohl nicht erst erwähnen, was dort gerade aus den Boxen schallte. Wir waren froh, als wir unseren neuen Platz erreicht hatten. Die Musik dort ist recht angenehm, das Publikum auch. Was zu trinken kann man dort auch bekommen, damit man sich, während man auf den Beginn des Feuerwerks wartet, am Becher festhalten kann.

Um die Wartezeit zu verkürzen, gab es auf der Alster Vorführungen mit fackeltragenden Wasserskiern. Der rote Feuerschein spiegelte sich in den Fenstern der umliegenden Häusern. Es sah aus, als würden die Räumlichkeiten in Brand stehen. Ein Fahrgastschiff der Alsterflotte kam von der Aussenalster durch die Lombardsbrücke und veranlasste ein paar Alsterschwäne zur Flucht, die auf dem Weg in ihr Schlafquartier waren. Kurz nach 21.00 Uhr liess uns ein lauter Knall erschrecken: An der Lombardsbrücke wurde ein pyrotechnischer Wasserfall gezündet. Als der versiegt war, kamen illuminierte Kanus und etliche Schwimmer mit Fackeln zu den Klängen der Musik aus dem Film Titanic durch die Brücke geschwommen, die sich auf der Alster verteilten. Es war wunderschön anzusehen.




Inzwischen hatten die Akkus für meine Kamera den Geist aufgegeben. Ich hatte extra ein Paar frisch geladen. Scheinbar ist ein Akku oder beide defekt. Deshalb konnte ich das grandiose Abschlussfeuerwerk geniessen, ohne mich um Fotos kümmern zu müssen. Nach dem Spektakel gesellte sich André noch zu uns. Nach einem gaymeinsamen Absacker machten wir uns auf den Heimweg.

Feuerwerk üben eine grosse Anziehungskraft auf mich aus. Näher als auf dem Alstervergnügen kommt man wohl niergends an ein Feuerwerk heran. Bei einigen Effekten ist es so, als würde man unter einer Feuerkuppel stehen. In den Häusern rund um die Binnenalster und auf dem Wasser spiegelt sich das Feuerwerk. Dazu die lauten Böller beim Zünden der Rakten, deren Echo von den Häusern zurückgeworfen wird – es gibt wohl kaum einen geigneteren Platz, ein Feuerwerk abzubrennen

Heute geht das Alstervergnügen nach vier Tagen zu Ende. Den Sonntag kann man als Familientag bezeichnen: Mit Kindern in Kinderwagen und Karren sowie mit Hunden ziehen die Völkerscharen rund um die Alster. Aber man kann am Sonntag Nachmittag auch den Mann für’s Leben treffen. Und der kann auch ein Feuerwerk auslösen.

redheads


Im Lauf der Jahre wird der Mensch – egal ob Mann oder Frau – gewahr, dass er eine gewisse Vorliebe für verschiedene Dinge des Lebens entwickelt hat. So hat z.B. jeder eine Lieblingsfarbe, ein Lieblingsgetränk oder ein Lieblingsessen. Ähnlich verhält es sich mit der Vorliebe für den Typ Mensch, mit dem er gemeinsam durch das Leben gehen möchte. Es lässt sich immer wieder beobachten, dass ein Mann nach der Trennung von seiner einst geliebten Partnerin allzu gern zu einer neuen Frau findet, die der Verflossenen in vielerlei Hinsicht recht ähnlich ist – rein äusserlich betrachtet. Ein Prominentes Beispiel ist Boris Becker, der eine Vorliebe für leicht farbige Frauen hat. Aus meinem persönlichen Umfeld ist mir ein weiteres Beispiel bekannt: Er – einst verheiratet mit einer kleinen zierlichen Italienerin – nahm sich nach der Scheidung eine kleine zierliche Dänin. Der einzige äussere Unterschied bestand in der Haarfarbe: Die Italienerin war dunkelhaarig, die Dänin war blond.

Im Lauf meines eigenen Lebens, speziell während meines schwulen Lebens, ist bei mir selbst aufgefallen, dass ich eine Vorliebe für rothaarige Männer habe. Zuerst ist mir das gar nicht bewusst geworden. Irgendwann merkte ich dann beim surfen durch das Internet und bei dem dabei nicht unvermeidlichen Betrachten von Männerbildern, dass mir blonde Männer besonders gut gefallen, mein Herz aber noch höher schlug, wenn es sich um rot-blonde bzw. rothaarige Männer handelte. Prominentester redhead – wie Männer mit so einer Haarfarbe in Insiderkreisen genannt werden – ist wohl Prinz Harry, Sohn von Prinzessin Diana und Prinz Charles. Da er auch noch recht gut aussieht, taucht sein Abbild auch immer wieder auf schwulen Webseiten auf.

Heute vor neun Jahren lernte ich Bernd kennen. Wir erblickten uns auf einem Sonntagnachmittag auf Hamburgs grösster Party, dem Alstervergnügen, an einem schwulen Bierstand. Bernd fiel mir auf, weil er so gross ist und sehr offen und nett lachte. Alles andere war Nebensache. Später bemerkte ich auch seine rotblonden Haare, die ich einfach so hinnahm, sie sind ja ein Teil von ihm und waren für mich zu dem Zeitpunkt nicht weiter von Bedeutung (ich war ja auch noch ganz frisch schwul). Wahrscheinlich hat mein Unterbewusstsein damals diese Vorliebe bereits signalisiert. Erst einige Jahre später bemerkte ich meine Vorliebe für rothaarige Männer. Noch heute ist es so, dass mein Herz schneller zu schlagen beginnt, wenn ich einen entdecke. Doch mein allerliebster und attraktivster readhead ist und bleibt Bernd.


Danke für 9 wundervolle Jahre mit Dir!

Kontaktaufnahme

Das Restaurant Kouros, in dem wir heute Abend essen wollen, ist meist ziemlich ausgebuch. Deshalb wollte ich heute Vormittag dort zwei Plätze für uns reservieren. Zwei mal versuchte ich mein Glück, es war aber noch niemand dort und der Anrufbeantworter meldete sich. Da ich keine Lust hatte, eine Nachricht zu hinterlassen, legte ich wieder auf mit der Absicht, mich später noch mal zu melden. Doch dazu kam es nicht mehr. Ich erhielt einen Rückruf vom Kouros!: „Guten Tag, sie wollten mit uns Kontakt aufnehmen?“ Ich bedankte mich für den Rückruf und trug mein Anliegen vor. Offensichtlich werden dort die Nummern ankommender Anrufe gespeichert und auch kontrolliert. Und man kümmert sich auch noch um die verpassten Anrufe. Toll!

Bewährungsprobe bestanden

Die Zubereitung von Olivenkuchen kann eine ziemlich anstrengende Sache sein wenn man nicht das richtige Werkzeug hat.

Beim allerersten Mal hatte ich den Teig mit dem Handrührer geknetet. Ich merkte schon, dass das Gerät ziemlich stark beansprucht wurde und an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit geriet. Dazu kam ein nicht unerheblicher Muskelaufwand mit der Hand, die das Gerät hielt und mit dem Arm, um die zusätzlichen Rührbewegungen in der Rührschüssel zu vollziehen. Es war mir klar, dass der nächste Olivenkuchen mit der Küchenmaschine zubereitet werden würde.

Beim zweiten Kuchen füllte ich also alle Zutaten in die Rührschüssel der Küchenmaschine. Und was geschah?: Das Ding geriet nicht nur an die Grenze der Leistungsfähigkeit sondern darüber hinaus. Es fing an zu stinken und Rauchwolken stiegen aus der Maschine auf. Sie funktioniert zwar noch, aber das Vertrauen ist dahin. Eine neue Maschine musste her, und zwar mit genügend Leistung, um den schweren Teig für einen Olivenkuchen zuzubereiten.

Mehrere Tage war ich damit beschäftigt, mich im Internet und in den Kleinelektroabteilungen der Kaufhäuser zu informieren. Saturn geriet ich an einen unfreundlichen Herrn, der mir zwar sagen konnte, dass es von Braun noch ein anderes Gerät gibt als die, die in der Ausstellung zu sehen waren. Zu mehr hatte er aber offensichtlich keine Lust. Bei Karstadt wurde ich bei meinem Streifzug durch die Regalreihen angesprochen, ob ich Hilfe benötigen würde. Ich erklärte dem Herrn, was passiert war und dass ich auf der Suche nach einer neuen Küchenmaschine mit grösserer Leistung sei. Die Anzahl der ausgestellten Geräte war nicht sehr gross und er zeigte mir von der Firma Bosch einen Prospekt und erklärte mir den unterschied der veschiedenen Maschinen. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ich bei Karstadt eine gute Beratung in der Abteilung bekommen hatte.

Die letzte Entscheidung, welche Küchenmaschine es sein sollte, dauerte dann aber noch ein paar Tage. Wiederholt verglich ich Preise und Meinungen im Internet. Langsam kristallisierte sich heraus, dass es eine „Bosch MUM 7000 concept“ werden sollte. Leider war sie bei Karstadt und Saturn nicht ausgestellt.

Gestern haben wir dann zugeschlagen, und zwar bei Marktkauf. Dort gibt es das modifizierte Modell „MUM 7220 concept“ mit Edelstahlrührschüssel und Fleischwolf zu einem günstigen Preis. Ich brauche zwar keinen Fleischwolf, aber günstiger hätte ich die Maschine nirgends bekommen können.

Um die Maschine zu testen, ist nach den bisher gemachten Erfahrungen nichts besser geeignet, als ein Olivenkuchen. Und den Teig dazu habe ich heute damit zubereitet.


Das Rühr- bzw. Knetwerk machte seine Arbeit anstandslos und ohne Probleme, kein Motorengeruch, keine aufsteigenden Rauchwolken – super! Auch sonst macht das Gerät einen sehr guten und stabilen Eindruck. Und sie sieht auch noch gut aus. Ich hoffe, dass wir lange Freude daran haben werden. Jetzt brauche ich nur noch ein Schnitzelwerk dazu.

Noch ein Produkt

Ich hatte berichtet, dass wir uns den Bodygroom von Philips bestellt hatten, ein Rasierer für alles unterhalb des Halses.

Inzwischen hatten wir reichlich Gelegenheit das Gerät auszuprobieren. Unsere Erfahrungen damit sind zwiespältiger Art. Bernd benutzt den Bodygroom z.B. gar nicht mehr.

Der Zeitaufwand gegenüber eine Klingenrasur ist erheblich höher. Man muss schon sehr sorfältig arbeiten, um ein einigermassen akzeptables Ergebnis zu erzielen. Am besten geht es beim Duschen mit eingeschäumten Körperpartien bzw. -teilen. Selbst dann ist die Haut nicht so glatt wie bei einer Rasur mittels Klinge. Scheinbar ist es so, dass eine Klingenrasur tiefer unter die Haut geht, es dauert nämlich auch etwas länger, bis die ersten Stoppeln wieder nachgewachsen sind als bei der Rasur mit dem Bodygroom.

Ganz eindeutig im Vorteil ist der Groom bei der Hautschonung, was wahrscheinlich zu Lasten der Glätte geht.

Eine Verletzungsgefahr – besonders an empfindlichen Körperteilen – besteht bei Klinge und Bodygroom gleichermassen. Die Gefahr, sich ungewollt mit einer frischen Rasierklinge eine kleine Verletzung zuzufügen ist doch recht gross. Aber auch die Benutzung des Groom schliesst kleine Verletzungen nicht aus. Die Kanten des Gerätes dienen nämlich zum Trimmen längerer Haare. Der dazu erforderliche Aufsatz wird beim Glattrasieren ja nicht benötigt, die Mechanik am Rand arbeitet aber weiter. Und so kann es schon mal vorkommen, dass man mit der Kante in der Haut hängenbleibt.

Zum Trimmen (Kürzen) von behaarten Körperpartien ist der Bodygroom gut geeignet. Durch die Benutzung verschiedener Aufsätze lassen sich unterschiedliche Haarlängen erzielen. Das Gerät liegt dabei gut in der Hand.

Ich persönlich benutze das Gerät sehr gern. Es dauert halt ein wenig länger, glatte Hautpartien zu erzielen. Man muss eben sehr sorgfältig arbeiten.

Klinge oder Boodygroom? Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer gern mit der Klinge arbeitet kann auf ihn gut verzichten. Aber mir macht er Spass.

Wir Beide

Mehrere aufeinander folgende Wochenenden hatten wir Termine, Einladungen, Besuch usw. Nicht, dass uns das keinen Spass macht, nicht, dass wir was gegen Gäste hätten, nicht, dass wir nicht gern mit lieben Menschen zusammen wären – aber dann ist es auch mal wieder gut, dass wir nur für uns da sind. Und das ist an diesem Wochenende der Fall. Aus diesem Grund habe ich sogar die Einladung zu einem Sommerfest eines Geschäftsfreundes ausgeschlagen.

Bereits am Donnerstag hatten wir unsere Einkäufe erledigt. Wir brauchten also nur noch Leben und das tun, wozu wir Lust haben würden: Schlafen bis wir von allein aufwachen, ohne Zeitdruck den Tag geniessen, essen wann wir Hunger haben, surfen bis der Rechner qualmt, chatten bis die Tastatur brennt, auf dem Balkon in der Sonne sitzen, ein Tässchen Cappu schlürfen – und das alles einfach so und wann immer wir wollen.

Das mag für Viele nicht der Sinn eines Wochenendes sein. Aber es tut uns einfach mal gut.

Allerdings hat nicht alles so geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte, und zwar die Sache mit dem Schlafen:
In der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich sehr schlecht geschlafen. Dauernd habe ich irgendwelchen Blödsinn geträumt wovon ich dann aufgewacht bin. Irgendwann wurde es dann schon hell, da konnte ich gar nicht mehr schlafen. Ein wenig Ruhe brachte es mir, mich an Bernd anzukuscheln. Dadurch wurde Bernd bald wach und mit der Ruhe war es vorbei. In der vergangenen Nacht konnte ich zwar gut schlafen, war aber auch schon wieder heute Morgen vor sechs Uhr wach. Wieder kuschelte ich mich an Bernd. Seine Haut zu spüren, das Auf und Ab des Körpers durch das Atmen, zu merken, dass Bernd noch schläft, vielleicht eine kleine reflexartige Bewegung seinerseits – all das ist schön und deshalb stört es mich gar nicht, wenn ich mal nachts oder frühmorgens wach liege. Intensiver kann man einen Menschen kaum fühlen und es ist sehr entspannend. Es ist schön, dass es dich gibt mein Kuschelbär.

Nachlese


Aus Zeitmangel wegen lieben Besuchs und diverser Unternehmungen mit besagtem Besuch kam ich in den vergangenen Tagen nicht dazu, mein Weblog zu aktualisieren.

Hier nun ein Abriss dessen, was mich in den letzten Tagen bewegt hat und was so geschehen ist:

Freitag, 11. August 2006

Der kleine Franjo ist tot, gestorben an Herz- und Kreislaufversagen. Was war geschehen?:

Nach einer kleinen Routineoperation (Beseitigung einer Vorhautverengung) kam es zu einer Komplikation. Die behandelnde Ärztin machte bei der Behandlung der Komplikation einen Fehler. Daraufhin kam es zum Hirntot des 4-jährigen Jungen. Er wurde nur noch mit Apparaten am Leben erhalten. Eine sogenannte Ethikkommission sollte den Eltern bei der Entscheidung, die Apparate abzustellen, beistehen. Diese schwere Entscheidung ist den Eltern abgenommen worden weil der kleine Körper aufgegeben hat.

Ich hätte nicht in der Haut der Eltern stecken mögen, die Entscheidung zu treffen. Ihr Kind, aussehend wie friedlich schlafend, nur noch an Apparaten hängend am Leben erhalten, soll endgültig sterben. So traurig das Schicksal des Jungen und seiner Familie auch ist – so, wie es gekommen ist, ist es besser.

Inzwischen ist die Mutter in stationärer psyischer Behandlung, so wie auch die Ärztin, die den Tod des Kleinen zu verantworten hat.

Doch nun zu erfreulichen Dingen:
Aus gegebenem Anlass wollte ich Bernd an diesem Wochenende eine Überraschung bereiten. Da ich aber nicht in der Lage war, die Vorbereitugen für dieses Wochenende allein zu bewerkstelligen, habe ich ihm in der vorigen Woche von meinen Planungen in Kenntnis gesetzt, die bereits seit einigen Monaten feststehen:

1. Frank aus München kommt
2. Meine Eltern kommen zum Kaffee und essen gehen
3. Wir gehen segeln

Während Bernd Frank vom Flughafen abholte konnte ich die letzten Vorbereitungen in der Wohnung erledigen, die halt so üblich sind wenn Besuch kommt.

Es gibt immer viel zu erzählen wenn wir Frank treffen, wozu wir während eines ausgiebigen Frühstücks reichlich Gelegenheit hatten.

Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Geesthacht um unserem Gast dort den aktuellen Stand der Bautätigkeit in unserer neuen Heimat zu zeigen. Danach waren wir in der Alten Försterei. Dort wird freitags ein italienisches Buffett angeboten, was wir schon lange mal probieren wollten. Die Auswahl war nicht sehr gross, aber überaus lecker. Wenn wir erst mal im Elbe Penthouse wohnen, werden wir sicher öfter in dem netten und gemütlichen Restaurant zu gast sein. Frank war so nett und übernahm die Rechnung. Vielen Dank!

Samstag, 12. August 2008

Bernds Mutter und meine Eltern kamen heute zum Nachmittagskaffee. Ursprünglich war es meine Absicht, selbst eine leckere Torte zuzubereiten. Da ich aber keine Lust verspürte in der Küche zu hantieren während wir Besuch haben, griffen wir in die Tiefkühltruhe im Supermarkt und kauften eine Käse-Sahnetorte von Coppenrath und Wiese. Mein Vater frage zwar, ob die denn echt sei oder aus Gips, aber geschmeckt hat sie ihm trotzdem. Ich muss zugeben, dass die Torte so perfekt aussah, dass man annehmen konnte, es sei ein Schaustück. Aber sie war wirklich gut, nicht nur im Aussehen, auch im Geschmack.

Zum Abendessen hatten wir einen Tisch im Restaurant Bellini um die Ecke reserviert. Wie immer war die Bedienung freundlich und das Essen ausgebrochen ausgesprochen gut. Zu einem günstigen Preis bekommt man hier wirklich gute Qualität. Leider war heute keiner da, der die Rechung übernahm. Ich musste also selbst bezahlen.

Sonntag, 13. August 2006

Um sieben Uhr früh klingelte der Wecker. Als Mitbringsel für unsere Gastgeber hatten wir uns unter anderem den Olivenkuchen ausgedacht. Und der schmeckt frisch gebacken ganz bestimmt am besten. Während Frank noch selig schlummerte werkelte ich bereits in der Küche und Bernd war auf dem Weg zum Bahnhof, um frische Brötchen für das Frühstück zu holen.

Das Timing für den Kuchen war perfekt: Kurz bevor wir das Haus für unsere Segeltour velassen mussten, war er fertig. Die Autobahn in Richtung Ostsee war auf allen drei Spuren dicht befahren. Auffallend waren die vielen Linksfahrer. Es gab absolut keine Veranlassung, nur die mittlere und linke Fahrspur zu benutzen. Da die rechte Spur meist kilometerweit frei war, bin ich dort an recht vielen Fahrzeugen vorbeigefahren – allerdings mit einem etwas mulmigen Gefühlt.

Kurz nach dem wir an Bord der Segelyacht von Familie F. waren, hiess es auch schon Leinen los. Der Wetterbericht hatte nämlich schwere Gewitter vorhergesagt. Und bevor die eintrafen, wollten wir noch ein wenig auf der Lübecker Bucht segeln. Obwohl der Himmel um uns herum ziemlich nach Gewitter aussah, hielten die sich fern und belästigten uns nicht.

Die Ostsee war von einem grünen Algenteppich überzogen, wie ich es noch nie gesehen hatte. Richtig ekelig sah das aus. Die Algen heissen Blaualgen. Warum die allerdings grün sind bleibt ein Rätsel. Den Segelspass vemiesten uns die grünen Blaualgen nicht. Und baden wollten wir eh nicht. Nach etwa zwei Stunden ging es zurück in den Hafen. Nach einer kleinen Hafenrundfahrt, während der wir den Passagiersegler „Sea Cloud 2“ passierten, machten wir im Yachthafen wieder fest.

Karin machte uns den Vorschlag, doch mal die „Passat“ zu besichtigen. Die Viermastbark liegt direkt am Yachthafen vertäut und dient wasserseitig als Wellenschutz. Die Idee fanden wir gut und wenige Minuten später standen wir an Deck des beeindruckenden Museumsschiffes.




Als wir auf die Yacht zurückkamen, war dort der Tisch reichlich gedeckt und wir nahmen ein üppiges kaltes Abendessen zu uns. Man wusste gar nicht, was man essen sollte – so gross war die Auswahl. Ich glaube, dass ich auch gar nicht alle Köstlichkeiten verkostet habe.

Für die Rückfahrt nach Hamburg wählte ich eine Strecke durch Meck-Pom. Wenn man schon einen Gast hat, dann soll man ihn auch so viel wie möglich bieten.

Montag, 14. August 2006

Da heute Abreisetag für Frank war, hatten wir nichts geplant. Der Dauerregen erstickte auch jegliches Interesse, etwas zu unternehmen, im Keim. Nach dem Frühstück wollte Frank noch mal in die City zu Saturn. Bernd wollte auch nach etwas Ausschau halten. Und so fuhren die Beiden in die Stadt. Eigenlich wollte ich auch mit, aber wegen eines merkwürdigen Rumorens im Bauch blieb ich lieber zu Hause.

Nach der Rückkehr der Beiden liessen wir das Wochenende noch mal Revue passieren. Und ganz plötzlich hatten wir eine Einladung von Frank, Sylvester nach München zu kommen. Schnell waren günstige Flüge gefunden und gebucht. Diesen Jahreswechsel werden wir also mal in München feiern.

Bald wurde es Zeit, dass Frank zum Flughafen gebracht werden musste und Bernd machte sich mit ihm auf den Weg.

Ein sehr schönes Wochenende war jetzt beendet, ein Wochenende, das eigentlich für Bernd eine Überraschung sein sollte. Er hat sich trotzdem riesig gefreut!

Ist es vorbei?

Seit Wochen war dies die erste Nacht, in der wir uns während des schlafens zugedeckt haben. Und es war seit Wochen der erste Morgen, an dem ich nicht in meinem eigenen Saft aufgewacht bin.

Nicht dass ich inkontinent wäre, nein – aber ich hab in den vergangenen Wochen aufgrund der extremen Wärme sehr stark geschwitzt im Bett – beim Schlafen wohlgemerkt (diese Anmerkung sei mir gestattet bevor irgendwelchen dummen Kommentare dazu kommen).

Jeden Morgen war das Laken und das Kopfkissen nass, richtig unangenehm war das. Aber das ist hoffentlich jetzt vorbei.