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Freie Bahn


Morgen wird bei mir eine Koloskopie (Darmspiegelung) vorgenommen. Es ist eine Wiederholungsuntersuchung, die eigentlich schon im November stattfinden sollte. Aufgrund meiner Bandscheibenerkrankung und damit verbundener OP, Reha, Nachsorge usw. habe ich die Untersuchung verschoben. Morgen ist es nun so weit.

Aufgrund der notwendigen Vorbereitung werden sich meine innewohnenden Reste heute freie Bahn verschaffen. Und freie Bahn werde ich auch benötigen damit kein Unglück passiert.

Drückt mir die Daumen damit das Ergebnis negativ ausfällt, also positiv für mich ist. Im November 2011 hattte ich ja Glück!

Ich schaff es nicht


Einhergehend mit meiner Reha und der nachfolgenden 24maligen Nachsorge hatte ich beschlossen, mein Gewicht zu reduzieren. Der Entschluss war auch eine Folge der Reha, die ja nicht nur darin bestand, Muskeltraining zu machen. In diversen kleinen Seminaren wurden wir über Ernährung, Bewegung und Körperbau aufgeklärt, im Grunde alles Dinge, die man weiss, aber doch immer vernachlässigt hat.

Am 22. November, dem Beginn der Reha, hatte ich mich morgens zu Hause auf die Waage gestellt, die mir 88 kg anzeigte bei einer Grösse von 178 cm. Bei der Eingangsuntersuchung am gleichen Tage wurde ich verwogen und vermessen mit dem Erfolg, dass in meinem Therapieplan als Ziel u.a. stand „Gewichtsreduzierung“.

Tatsächlich reduzierte ich mein Gewicht während der 3-wöchigen Reha unwesentlich um ca. 1.5 kg. Das war mir aber nicht genug. Deshalb entschied ich: Da muss noch mehr runter. Mein Ziel war es, dass vor dem Komma eine 3 steht, nämlich 83 kg.

Durch bewusstes essen während der Woche (tagsüber Obst und Joghurt und abends einen Salatteller) gelang es tatsächlich, die 3 zu sehen, aber eben nicht glatt 83. Es sind immer noch ein paar Gramm hinter dem Komma.

Heute Morgen sagte ich mir mein erreichtes Gewicht voraus bevor ich mich auf die Waage stellte: 83,2 kg (gestern waren es 83,6 kg). Ich aktivierte die Waage und stellte mich drauf. Und was zeigt das Ding?: 83,2 kg! Mist, wieder nicht das Ziel erreicht.

Ich muss dazu sagen, dass wir am Wochenende normal essen, d.h., dass es auch eine Flasche Wein gibt. Ich halte nichts davon, sich zu kasteien bzw. 7 Wochen lang irgendwas nichts zu essen/trinken oder auf was zu verzichten. Wenn man dauerhaft was bewirken möchte, muss man grundsätzlich über seine Ernährung nachdenken, unterstützt von Bewegung. Diesen Anstoss hab ich in der Reha bekommen.

Da ich demnächst 3 Mal in der Woche ein noch auszusuchendes Fitnessstudio aufsuchen möchte, bin ich frohen Mutes, dass ich die glatte 83 schaffen werde, womöglich noch darunter. Mein nächstes Ziel wäre dann, vor dem Komma eine 0 zu sehen. Aber dann ist Schluss. Ich möchte nur ein wenig Reserve nach oben haben.

Überstanden

Mehr schlecht als recht hab ich das bis heute früh 4:00 Uhr ausgehalten, ja, 1 oder 2 Messungen habe ich wohl sogar verschlafen. Aber ein Spass war das nicht, besonders weil ich dann auch leichte Rückenschmerzen bekam aufgrund von nur 2 möglichen Liegepositionen. Die Messung um 4:00 Uhr machte mich total wach. Da bin ich dann aufgestanden und hab das Messgerät abgenommen und abgeschaltet, so wie mir das gestern Morgen gezeigt worden war. Tja, und dann hab ich doch auch tatsächlich noch ein wenig richtig schlafen können. Vermutlich war mein Blutdruck da wesentlich niedriger.

Vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare zu diesem Thema. So ganz doll hoch ist mein Blutdruck nicht. Laut den Tabellen liegt er im Bereich „Hochnormal“ bis „Hypertonie Grad 1“.

Das gesamte Geschleuder habe ich vorhin beim Doc in den Briefkasten gestopft. Das ist mir sicherer als ihm in die Zeitungsrolle zu legen. Mal sehen, was da nun ausgelesen wird und was dann weiter geschehen soll.

Jetzt, am Samstagmorgen um 09:55 Uhr sind die Werte 131:94.
Seit ein paar Jahren bin ich nämlich im Besitz eines Blutdruckmessgerätes. Das haben mir meine Eltern mal zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt. Da war ich noch weit von den 60 Lebensjahren entfernt. Meine Mutter überreichte mir das Geschenk mit den Worten: „Du bist jetzt in einem Alter, in dem man aufpassen muss!“ Was hab ich mich gefreut – damals. Nun, heute, wo das scheinbar wirklich ein Thema ist, bin ich damit in der Lage, selbst eine Kontrolle durchführen zu können. Ist vielleicht nicht so verkehrt.

24 Stunden


Während der Reha wurde festgestellt, dass mein Blutdruck angeblich zu hoch sein soll. Merkwürdig nur, dass während meines vorherigen Aufenthaltes in der Klinik keine besorgniserregenden Werte bemerkt wurden. Im Abschlussbericht an meinen Hausarzt wurde vorgeschlagen, eine 24-Stunden-Messung durchzuführen. Der jährliche Check beim Hausarzt stand eh an. Und natürlich wurde ein erhöhter Blutdruck registriert.

Das Messgerät wartet ja nicht nur auf mich. Ich konnte es erst heute Morgen anschnallen lassen: Die übliche Manschette am linken Oberarm, einen dünnen Schlauch hinten um den Hals nach rechts unten, wo dann das eigentliche Messgerät an einem Gürtel hängt. Soweit – so gut.

Bis 22:00 Uhr wird die Manschette alle 15 Minuten aufgepumpt. Dadrunter ist mein Arm wohl schon ganz blau. Das Ding pumpt nämlich ziemlich stramm auf, manchmal schmerzt es sogar.

Ab 22:00 Uhr schaltet das Ding in den Nachtmodus, d.h. dass „nur“ alle 30 Minuten gemessen wird. Wie ich damit liegen bzw. schlafen soll ist mir ein Rätsel. Vermutlich werde ich das Teil nach spätestens 3 x messen in die Ecke pfeffern und den Blutdruck Blutdruck sein lassen. Oder ich schnall das dann „woanders“ um – wie mein Kollege heute vorschlug.

Manchmal pumpt es auch nochmal nach oder kurz nacheinander 2 x, vermutlich weil ich dann gerade gar keinen Blutdruck habe 🙂

Im Büro trage ich heute Schlabberlook, nämlich das Hemd über der Hose weil ja das Messgerät ziemlich aufträgt und sich sonst eine Beule abzeichnen würde. Ausserdem wäre es unbequem.

Morgen weiter ich erzählen, wie lange ich das ausgehalten habe.

Weihnachten in MG


Am letzten Weihnachten hat es leider nicht geklappt, dass wir uns mit Oliver und Sabrina treffen konnten. Nun, wir sind alle vernünftige Leute und keine kleinen Kinder mehr. Wenn man etwa 450 km und ca. 4-1/2 Stunden entfernt voneinander wohnt, in Lohn und Brot steht und andere familiäre Dinge präferenz haben, dann ist das eben so. Eine Nachholfeier sollte aber zeitnah stattfinden. Und die war am vergangenen Wochenende.

Am Freitagvormittag machten wir uns auf den Weg nach Mönchengladbach. Zum Glück hatte wir die Strecke über die A7 gewählt. Wenn wir nämlich über die A1 gefahren wären, hätten wir eine grössere Verzögerung aufgrund eines Unfalls gehabt, der die Strecke längere Zeit lahmgelegt hatte. Stattdessen fuhren wir durch mehrere Wetterzonen mit Regen, Schnee-Regen, Schnee und Sonnenschein unserem Ziel entgegen.

Natürlich stand im Häuschen unserer Beiden kein Weihnachtsbaum mehr. Aber der Kaminofen, in dem ein loderndes Feuer brannte, sorgte für Gemütlichkeit und ein wenig Nachweihnachtsstimmung.

Am Samstag wollten wir natürlich gern gemeinsam was unternehmen. Das Wetter war ziemlich bescheiden mit Wind und Regen. Wir entschieden uns, nach Roermond in Holland zu fahren um dort im Outletcenter zu bummeln.


Die Stadtmitte von Roermond ist nur ein paar Schritte entfernt. Als der Regen aufhörte, wollten wir uns dort umschauen. Kaum dass wir das Tor des Centers verlassen hatten, setzte der Regen wieder ein. Wir flüchteten in eine Kirche in der Hoffnung, dass das Wetter nach der Besichtigung wieder besser sein würde. Wir haben wohl alle nicht den richtigen Draht nach oben. Es regneter munter weiter und wir gingen zurück ins Einkaufscenter.

Dort wurden wir dann tatsächlich noch fündig: Die Ausbeute waren eine Miniheckenschere für Oliver, der damit die Buchsbäume in Form bringen will und ein Wärmelochdetektor für mich – beides Teile von Black & Decker.


Der Abend begann mit einem leckeres Essen in einem Thailändischen Restaurant. Zum Dessert gab es Cocktails. Die 2 mit Alkohol wurden in einem Affenkopf serveviert, die 2 alkoholfreien Cocktails in üblichen Cocktailgläsern. Das Alkohol einem zum Affen machen kann, davon zeugt das Bild ganz oben.

Das umfangreiche Frühstück am Sonntag stärkte die beiden werdenden Opas für die Heimfahrt an die kleine Stadt an der Elbe. Auf der gesamten Rückfahrt war Regen unser Begleiter.

tachuntachentich

Heute wäre der Geburstag meines Vaters. Würde er noch leben, wäre dieser Geburtstag sicher der Anlass für eine grosse Feier gewesen, wie es in unserer Familie eben üblich ist. Es wäre nämlich sein 88. gewesen, oder nord- bzw. plattdeutsch: tachuntachentich.

He du, wo immer du auch bist, wir denken an dich und trinken Einen auf dich!

Wieder im Dienst

Nach acht Wochen krankheitsbedingter Abwesenheit war heute mein 1. Arbeitstag. Der Termin war – eher zufällig – gut gewählt. Erstens hat diese Woche nur 4 Arbeitstage und zweitens war recht wenig los – also ein guter Einstieg. Die von meinem Arzt und von der begleitenden Ärztin der Reha angebotene Möglichkeit, einer Wiedereingliederung, die ich dankend abglehent hatte, ist also auch nicht notwendig.

Musterbeispiel

Heute hatte ich eine Kontrolluntersuchung bei der begleitenden Ärztin. Kommt darauf an, wie man das Ergebnis sieht. Es ist einerseits negativ, grundsätzlich aber sehr sehr positiv: Ich bin das Musterbeispiel einer geglückten Bandscheiben-OP. So ähnlich hatte sich die Ärztin ausgedrückt.

Warum negativ?: Weil ich keine Verlängerung der Reha bekomme. Die tut mir wirklich sehr sehr gut. Aber wenn es denn so ist, kann ich mich ja auch darüber freuen, dass alles so gut ist.

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Es ist eine gute Tradition in diesem Weblog, dass ich den Geburtstag des allerliebsten, was ich habe erwähne. Natürlich habe ich Olivers Geburtstag nicht vergessen. Telefonisch haben wir gratuliert. Leider bin ich wohl durch die Reha zusehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich nicht daran gedacht hatte, wie es schon Tradition ist, diesen besonderen Tag hier rechtzeitig zu erwähnen.

Ich hatte gerade kürzlich bei einer Gelegenheit erzählt, dass heute der Geburstag meines Sohnes ist und es vor 31 Jahren am 6. Dezember in Lübeck den ersten Schnee gab. Erinnerungen – ganz besondere Erinnerungen, besonders an den 4. Dezember 1980. Und Papa kriegt mal wieder feuchte Augen.

In ein blaues Handtuch gekuschelt wurde mir das kleine Bündel überreicht. Ich sehe das vor mir als sei es gestern erst gewesen. „Hallo Oliver“ sagte ich zu ihm.

He Du, da unten in MG – schön dass es dich gibt!