… werden wir noch wach, heissa, dann ist Reisetag!
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Meine kleine Insel

In Hamburg findet an diesem Wochenende der CSD statt, dessen Höhepunkt die heutige Parade ist. Da Bernd arbeiten muss und ich keine Lust habe, alleine teilzunehmen, werde ich mich in meine Lese- und Kaffeeecke zurückziehen. Auf dem Kindle ist noch reichlich Lesestoff vorhanden, der erstmal abgearbeitet werden muss. Und kürzlich haben wir gerade Nachschub an Espressokapseln bekommen. Ich bin also gut versorgt.
Nice to have

Seit meinem Geburtstag Ende März bin ich ja stolzer Besitzer eines Kindles, von dem ich inzwischen reichlich gebrauch gemacht habe. Viele Menschen meinen ja, es wäre doch schöner, ein Buch in der Hand zu haben als ein Stück Technik. Das ist sicher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Vorteile eines Kindles sind aber nicht von der Hand zu weisen, die ich gerade jetzt während meiner Krankheitsphase sehr zu schätzen gelernt habe.
So ein eReader ist praktisch im Wartezimmer. Ich hasse es z.B., die Zeitschriften dort anzufassen, an denen jeder Patient mit Schnupfen und Husten schon dranrumgegrabbelt hat. Mit dem Reader habe ich mein Buch dabei, ohne dass ich einen mehr oder weniger dicken Wälzer mit mir rumschleppen muss. Wenn ich aufgerufen werde, wird er zugeklappt und beim nächsten mal Aufklappen, also wenn ich weiterlesen will, ist die Seite wieder da, auf der ich aufgehört hatte.

Wenn ich meine Lesebrille nicht dabeihaben sollte bzw. wenn ich, so wie im Moment, zeitweise Sehprobleme habe, kann ich die Grösse er Buchstaben verändern, was sehr erholsam sein kann.
Sollte mal der Lesestoff ausgehen, findet sich im „Katalog“ schnell Ersatz. In Sekundenschnelle ist ein neues Buch heruntergeladen. Man muss nicht in die nächste Bibliothek gehen und ein neues Buch kaufen, welches womöglich erst bestellt werden muss. Man muss auch nicht mehrere Tage auf eine Onlinebestellung warten, die gerade dann geliefert werden soll, wenn man vielleicht gerade im Wartezimmer sitzt, d.h. persönliche Abholung im Postamt erst am nächsten Tag, was möglicherweise heisst, noch ein Tag ohne Buch zu sein.
Für unsere Reise im September werde ich reichlich Lesestoff runterladen. Ob ich dann auch tatsächlich zum Lesen kommen werde ist natürlich eine andere Sache. Aber ich brauch nicht Taschen voller Bücher mitschleppen und vielleicht ungelesen wieder nach Hause bringen.
Es gibt also eigentlich keine Nachteile, einen eReader zu besitzen.
Da bin ich froh
Mein Arzt sagt, ich brauche für 3 Tage nur noch 1/2 Tablette von Bomben nehmen. Ich hab’s ja schon öfter mal erwähnt, dass ich nicht gerne Medikamente nehme. Aber manchmal muss das wohl so sein. Dieses Zeugs ist wohl nicht von schlechten Eltern und ich bin froh, wenn ich sie ganz absetzen kann.
Medikamentreaktion
Seit etwa 2 Jahren bekomme ich in Abständen Tabletten verschrieben, bei denen mich die Ärzte fragen, ob ich einen empfindlichen Magen habe (Mai 2011 Wirbelsäule, Oktober 2012 Leistenbruch, danach undefierbare Schmerzen als Folge der Bronchitis).
Am Dienstag bekam ich Tabletten gegen die Nervenentzündung mit der Frage nach dem empfindlichen Magen. Gleichzeitig bekam ich eine Art Gegenmittel für den Magen, also gegen den empfindlichen Magen.
Nie hatte ich Probleme mit dem Magen. Ich dachte immer, ich hätte einen Magen wie eine Kuh oder ein Pferd – oder so. Ich nehme also derzeit morgens die Tabletten gegen die Entzündung und abends das Gegenmittel wegen des Magens.
Seit heute morgen weiss ich, was es die Frage nach dem Magen bedeutet: Die Tabletten haben einen durchschlagenden Erfolg. Zum Glück muss ich ab heute nur noch eine von den Bomben nehmen.
Zipperlein
Es ist wohl nicht von der Hand zu weisen: Wenn Mann älter wird, stellt sich dies und jenes ein. So begab es sich am vorletzten Wochenende beim Wochenendeinkauf, dass ich ein Sechserpack mit 6 1,5-Literflaschen Mineralwasser wohl mit einer etwas verdrehten Bewegung in den Einkaufswagen bugsierte. Das hatte zur Folge, dass ich tagelang stark bewegungseingschränkt war, d.h. jede Bewegung war mit Schmerzen in der Leistengegend verbunden, und zwar Schmerzen, die eingermaßen beunruhigend waren. Ich suchte also meine Hausarztpraxis auf. Die Ärztin drückte in der Leistengegend herum, aber sie konnte keine Diagnose stellen. Ich bekam eine Überweisung zu dem Chirurgen, der im vorigen Jahr meinen Leistenbruch operiert hatte.
Als gemeiner Kassenpatient bekommt man natürlich nicht sofort einen Termin. Und so war ich froh und glücklich, dass ich innerhalb einer Woche, nämlich heute, einen Termin bekam. Die Schmerzen waren inzwischen merklich abgeklungen, aber ich wollte sicher sein und nahm den Termin wahr.
Der Doc schmierte mich untenrum mit Gel ein und liess dann den Ultraschalldetektor auf mir kreisen. Das Ergebnis der Untersuchung: Es ist alles in Ordnung. Wir sprachen noch kurz über die Sache und mir wurde erklärt, dass immer wieder mal zu Zerrungen kommen kann. Allerdings gab er mit auf den Weg, dass ich nicht mehr der Jüngste sei und ich schon ein wenig vorsichtig agieren solle.
Ts ts – nicht mehr der Jüngste! Ich bin entsetzt!
Lesegewohnheiten
Früher, als ich noch jung und schön war, da habe ich recht viel gelesen. Meine Eltern schafften erst recht spät einen Fernseher an. Und irgendwie musste ich mich ja mal anders beschäftigen als immer nur mit meinen Sachen zu spielen. Spass beiseite, ich habe wirklich gern gelesen, manche Bücher auch mehrmals.
Irgendwann liess die Lesezeit bei mir nach, ich kann jetzt aber nicht einordnen, wann das in etwa gewesen ist. Als ich vor ca. 20 Jahren einen Job in Hamburg bekam, holte meine Frau mir vom Bücherbus immer eine Tasche voll Krimis als Taschenbuchausgabe. So hatte ich in der Bahn von Lübeck nach Hamburg und zurück immer Beschäftigung. Mit meinen Sachen zu spielen wäre den Mitreisenden wohl unangenehm gewesen.
Vor 16 Jahren zog ich nach Hamburg. Ich lernte Bernd kennen und es kam für jeden von uns ein Computer ins Haus. Das Lesen schlief wieder ein bis auf die Zeit, in der ich auf dem Balkon in der Sonne sitzen konnte. Seit Jahrzehnten habe ich nämlich die Monatszeitschrift „Reader’s Digest“ abonniert. Im Winter stapeln sich die kleinen Heftchen im Bücherschrank. Doch sobald es warm wird und ich draussen sitzen kann, verschlinge ich oft gleich 2 oder 3 am Stück. Ich lese aber nicht alles, was da drin steht. Ich bin nämlich sehr wählerisch, und damit komme ich zum Kern meiner Lesegewohnheiten, nämlich die Frage: Was lese ich?
Ich stehe eher auf leichte Lektüre. Wie ich weiter oben schon erwähnte, las ich während der Bahnfahrt immer Krimis. Bei leichter Lektüre, bei der man möglichst auch mal schmunzeln kann, kann ich so richtig entspannen. Probleme bietet das reale Leben genug, die muss ich mir nicht auch noch aus Büchern reinziehen. Deshalb lasse ich auch entsprechende Berichte aus den Heftchen „Reader’s Digest“ aus. Das soll nicht heissen, dass ich die Augen vor den Problemen der Welt verschliesse. Aber es reicht mir, wenn ich mir meine eigenen Gedanken dazu mache, ohne in die Tiefe zu gehen.
In meiner Freizeit will ich mich entspannen. Probleme habe ich fast jeden Tag im Büro zu lösen – und manchmal noch nach Feierabend, an Wochenenden und an Feiertagen. Das reicht mir voll und ganz. Deshalb ist für mich leichte Unterhaltung angesagt, jedenfalls wenn es um Bücher geht.
Nach meiner Bandscheiben-OP musste ich mich ja anfangs hauptsächlich im Liegen aufhalten. Während dieser Zeit habe ich auch einige Bücher verschlungen, und zwar – wie sollte es anders sein – Krimis. Ich hatte eine Serie entdeckt, bei der es um Wein geht, ein Metier, welches mir als Weintrinker sehr entgegenkommt, die Weinkrimis von Paul Grote. Mein nächstes Buch war dann „Strandkorb mit Rüschengardinen“.
Und jetzt habe ich von meinem Mann kürzlich einen Kindle zum Geburtstag bekommen. Der wird mir Pfingsten auf der Bahnfahrt nach Dresden gute Dienste leisten und im Spätsommer auf unserer Kreuzfahrt sicher auch. Dazwischen haben wir hoffentlich viele schöne Tage, so dass ich das eine oder andere Buch auf der Terrasse lesen kann. Ein paar Bücher sind schon drauf auf dem kleinen Lesecomputer. Und es kommen demnächst sicher noch ein paar dazu, aber nur eben leichte Kost.
Wie schon erwähnt lese ich meistens im Sommer wenn ich auf der Terrasse sitzen kann. Zu anderen Zeiten ist mein bevorzugter Leseort unser Wintergarten.
Familienfest in MG

MG, das ist ein Autokennzeichen und steht für Mönchengladbach, da wo Oliver mit seiner Familie wohnt. Und da war am Samstag die Taufe der kleinen Ida, unserer Enkelin.
Am Samstagmorgen machte ich mich mit der Bahn auf den Weg, leider allein da Bernd arbeiten musste. Oliver holte mich am Zielbahnhof ab und fuhr mit mir ins Hotel, wo ich mich für die Feier aufrüschte. Dann ging es weiter nach Hause zu der kleinen Familie, wo sich alle Familienmitglieder trafen und bei einem Kuchenbüffet stärkten.

Die Taufe fand während eines eigens arrangiertem Gottesdienst statt, in der Kirche, in der Sabrina und Oliver getraut wurden. Zusammen mit dem Täufling, 2 weiteren Babies und meinem Grossneffen waren wir 20 Personen.
Der Gottesdienst wurde durch 3 Geschichten aufgelockert, die von einer der Omas, Sabrina und der Patin vorgelesen wurden. Singen mussten wir auch. Ich hoffe, mein Brummen hat nicht zu doll gestört. Jedenfalls war es ein sehr schöner und teilweise auch lustiger Taufgottesdienst.


Nach der Taufe gab es ein leckeres Essen im Restaurant der Kaiser-Friedrich-Halle, wo wir aufmerksam und sehr nett bedient wurden. Man gibt sich dort wirklich sehr viel Mühe und das Essen ist hervorragend. Auf dem Desserteller wird der Anlass des Essen nochmal kundgetan.

Der Tag klang gemütlich und harmonisch aus zu Hause bei der kleinen Familie.

Am Sonntagmorgen trafen wir uns alle im Hotel zum Frühstück.
Mittags wurde ich zum Bahnhof gefahren und trat die Heimreise an. Kinder begleiteten mich auch auf der Reise. Eine Mutter sass mit einem Babie und einem Sohn im Kindergartenalter mit im Abteil. Na ja, man kann sich vorstellen, dass das dann auch nicht ganz geräuschlos abging und etwas lebhaft war – wobei das Baby ruhiger war als der Junge. Aber in Vorfreude auf meinen Mann und auf unser Zuhause war das auch zu ertragen.
räusper – hust
Wenn man nichts zu erzählen hat wird über Krankheiten geredet, jedenfalls wenn man älter wird. Und da es sonst keine Neuigkeiten gibt, gibt es mal ein update über meine Bronchitis, die leider immer noch nicht hundertprozentig ausgestanden ist. Zum Glück liegt die aber in den letzten Zügen.
Desöfteren muss ich mich räuspern, d.h. dass sich endlich die ganze Sache löst. Mir wurde zwar schon nachgesagt, ich hätte eine Macke, ich hätte mir das angwöhnt. He, wenn ich das alles sammeln würde, was sich da hinten in der Kehle bildet, könnte ich einen ganzen Kaffeebecher damit füllen. Ich weiss, das ist jetzt nicht sehr appetitlich, aber das musste mal gesagt werden.
Husten muss ich auch immer noch, aber es wird weniger und weniger. Die Anfälle, deretwegen ich aus dem Raum gegangen bin, haben ganz aufgehört.
Ich hörte letztens von einem Fall, da hat das ganze Theater 3 Monate gedauert. Na, ca. 2 Wochen noch, dann hätte meine Bronchitis auch 3-monatiges Jubiläum. Einen trifft es eben schlimmer, andere sind halt schneller damit durch. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich in meiner Kindheit sehr arg mit Bronchitis gebeutelt war. Jahrzehnte bekam ich dann nur eine ganz normale Erkältung. Aber wie sagt man immer: Im Alter entwickelt man sich wieder zurück.
Also alles mit Humor nehmen – dann wird das schon.
Verlängerung
Anlässlich der Intensivität meiner Bronchitis hatte ich ja schon gewisse Zeifel, dass ich heute wieder meinen Arbeitsplatz in der Firma aufsuchen könnte. Aber ich hab ja Vertrauen in die Ärzteschaft und liess deshalb die Krankmeldung für den Arbeitgeber liegen um sie heute persönlich zu überbringen.
Noch gestern hatte ich die Hoffnung, dass sich der Husten über Nacht verflüchtigen würde. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Vorsichtshalber schaute ich doch auf der Homepage des Hausarztzentrum nach, wann dort denn heute geöffnet sei. Gleich auf der Startseite stand, dass es einen Notdienst gibt und die Praxis ab 7:30 Uhr geöffnet sei.
Der Wecker riss mich zur normalen Zeit aus dem Schlaf. Schnell war klar, dass es mit der Bronchitis noch nicht vorbei ist. Ich stand also auf und machte die übliche Morgentoilette. Kurz nach sieben rief ich meinen Chef an, dass ich erstmal zum Arzt gehe.
Wenige Minuten vor der Öffnung der Praxis stand ich mit 5 anderen Patienten vor der Tür und harrte auf Einlass. Die Ärztin, die mich in den letzten Wochen behandelt hatte, war nicht im Dienst, aber der Chef der Praxis und eine weitere Ärztin, die ich schon von anderer Gelegenheit kannte. Und bei ihr landete ich dann nach etwa 20 Minuten Wartezeit.
Frau Doc erklärte mir, dass eine weitere Behandlung mit starken Medikamenten nichts bringen würde. Ich solle weiter den Hustenlöser nehmen. Es handelt sich hier um eine besonders hartnäckige Art von Bronchitis, von der sie selbst auch befallen sei und ausserdem viele weitere Patienten. Geduld und Ruhe heisst die Devise. An die Ruhe habe ich mich ja nun seit Mitte letzter Woche gehalten. Mit der Geduld hapert es ein wenig.
Ich bekam eine Krankschreibung bis einschliesslich zum 2. Januar ausgehändigt, gegen die ich auch nicht protestiert habe.
Erkältungsbäder und viel trinken sollen die Heilung fördern. Auf den Einbau einer Badewanne im Elbe-Penthouse hatten wir zum Glück seinerzeit bestanden.
