Gewisse Hersteller haben sich dazu entschlossen, die Zigeunersauce vom Markt zu nehmen, also nicht wirklich. Sie soll umbenannt werden. Welch ein Blödsinn. Ich bin mit dem Begriff Zigeuner aufgewachsen, ebenso wie mit dem Begriff Neger. Beides war nie und nimmer mit einem negativen Touch behaftet. Ein Schwarzer war eben ein Neger, dunkelhäutige Personen, die mit Wohnwagen durch die Welt fuhren und an der Tür versuchten, Teppiche zu verkaufen, waren eben Zigeuner. Die Neger sind ja schon aus allen möglichen Speisen verdrängt. Zehn kleine Negerlein darf man auch nicht mehr singen. Und jetzt soll uns auch die Zigeunersauce genommen werden. Das Zigeunerschnitzel ist wohl schon länger von den Speisekarten der Restaurants verschwunden. Gibt’s eigentlich noch den Sarottimohr? Sprachhygiene nennt man sowas.
Ich verstehe den ganzen Hype nicht, weil ich, wie ich schon erwähnte, zu einer Zeit aufgewachsen bin, in der es noch keine Sprachhygiene gab und während der sich niemand was dabei dachte, wenn man Negerküsse kaufte oder zu Hause erzählte: Ich habe heute einen Neger gesehen. Und das war schon ungewöhnlich zu der Zeit, während heute einem überall Neger über den Weg laufen können.
Und jetzt wird die seit Generationen beliebte Zigeunersauce abgeschafft. Und was sagen die Zigeuner selbst dazu? Sie finden die Zigeunersossendiskussion unwürdig und derob schütteln ihr Zigeunerhaupt.
Besonders der letzte Satz einer Veröffentlichung der Sinti-Allianz Deutschland lässt aufhorchen:
„Eine Zensur oder Ächtung des Begriffs Zigeuner, durch wen auch immer, sollte und darf es nicht geben.“
Ich will die Zigeunersauce behalten! – auch wenn ich sie gar nicht so gerne mag.